Sonntag, 15. Juli 2007

Angst!

Liebe Familie, gut Freunde, ich lebe in Angst. Abermals.
Dieses Mal sind es keine Anrufe meiner türkischen Mitmenschen (die übrigens nur anrufen, weil ich, Eren, ein bekannter Musiker sein soll. Noch nie gesehen auf MTV) oder der Freund der Wasserstoffblondine (die übrigens wohl ausgezogen ist aufgrund der Aufgabe ihres Studiums... kein Wunder, bei der Haarfarbe..), sondern vielmehr unsere guten Hausmeister und Ordnungshüter des Wohnheims.
Und zwar ist es so, dass ich mich gütiger Weise bereit erklärt habe, Dirks Kühlschrank für das eine Semester, in dem er sich in London/England aufhalten wird, bei mir unterzustellen. Als ich hörte, dass er einen Kühlschrank überhaupt besitzt, musste ich ihm erstmal die Leviten lesen. Kühlschränke im Zimmer sind nämlich verboten, müsst ihr wissen.
Nach langer Diskussion und vielem Betteln von Dirk ("der Kühlschrank passt doch gar nicht in mein Auto") habe ich mich letztendlich weichkochen lassen. Ich habe ja auch ein Herz unter meiner beinahe stählernen Brust.
"Der Hausmeister merkt das schon nicht," hat er gesagt. "Tu den Kühlschrank in deinen Schrank, bohr ein Loch durch die Wand des selbigen," war sein Ratschlag. "Du musst auch nichts weiteres tun," meinte er. "Ich schlepp den alleine rüber, mit deinem Knie geht das doch nicht," war seine Sorge.
"Das gibt doch Schrammen aufm Boden", warnte ich.
Aber zu spät. Dirk Neunmalklug ließ sich nicht dazwischenreden und zog den guten Kühlschrank über den ganzen Flur. Und er hinterließ.. Schrammen!
Der ganze Weg des Corpus Delicti ist so klar zu erkennen, wie der schwarze Hai unter den weißen. Da kann keiner dran vorbei.
Ohh und geflucht habe ich. Doch in die Wut mischte sich immer mehr die blanke Angst vor den Konsequenzen.
Der Hausmeister wird nämlich morgen Dirks Zimmerchen begutachten kommen. Und er wird fragen, was das auf dem Boden ist. Und er wird der Spur folgen. Und diese Spur wird erstmal in meiner Zimmertüre enden. Dann wird er laut klopfen und mich schreiend zum Aufmachen auffordern.
"Ist offen", werde ich sagen. Oder ich werde nicht da sein. Oder ich werde mich verstecken. Und dann wird er den Zweitschlüssel holen. Und dann.. bin ich draußen!
Liebe Leute, es ist furchtbar. Ich habe die Vorhänge meines Zimmers zugezogen, meine Mitbewohner gebeten, aufzupassen und mich zu warnen. Bei jedem Geräusch zucke ich zusammen, kann mich auf das Lernen gar nicht mehr konzentrieren. Ich werde noch versuchen, den Kühlschrank irgendwie unterm Bett zu verstecken.
Und was macht Dirk? Er ist dort draußen auf dem Flur. Mit seinen Eltern. Sie räumen weiter sein Zimmer aus. Und sie lachen.

Haben die gar kein Herz?

oeRque

4 Kommentare:

  1. abgesehen davon dass du mich um den kühlschrank angebettelt hast... sehr lustig!
    ich bin auf morgen gespannt!

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  2. das ist ja mal wieder typisch... jetzt ist plötzlich alles wieder oeRque seine Schuld.
    Wenn der Hausmeister das entdeckt, dann sagst du einfach:" häää, wie kommt der denn hierher... aha: da sind spuren, und die führen in dirk seine Furzmulde! DER WARS!"

    Dann bist du fein raus!

    ild,
    torben

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  3. Hihi, das sag ich dann wirklich. Aber für's erste bin ich ausm Schneider.

    Prost.

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