Aus Vietnam komme ich nur kurz zurück nach Xi'an. Hier habe ich erst einmal vier freie Tage (weil die ganzen Vorlesungen doch erst später beginnen), bevor ich endlich wieder in den Urlaub komme. Es stehen fünf Tage Sanya auf dem Programm, das den südlichsten Zipfel Chinas darstellt und mit Top-Stränden und bestem Seafood reizt. Rosy, einer Freundin aus Shanghai, hatte ich versprochen mit ihr dorthin zu fliegen, bevor sie zum Studium nach Europa geht. Und als Mann der Ehre halte ich meine Versprechen, auch wenn es in meine Vorlesungszeit fällt. Wie es der Zufall so will, klingelt natürlich gleich am ersten Morgen mein Telefon, ich ignoriere meine Betreuerin aber gekonnt und hoffe, dass mein Mitbewohner das irgendwie regeln kann und ne Ausrede für mich findet.
Dass wir erst nach den Ferien nach Sanya kommen hat den Vorteil, dass Stadt und Strände recht leer sind. Sanya gilt auch als russiches Mallorca, sodass die zweite Sprache in den Speisekarten nicht Englisch sondern Russisch ist, aber auch von denen tummeln sich eher wenige rum. Die Strände sind tatsächlich schön, das Meer türkies, Fisch und Krebs munden sehr und die Sonne sorgt für eine Extra-Portion Teint.
An einem Tag machen wir eine Tour mit, die Bootstour, Angeln, Tauchen und Grillen bietet. Mit einem kleinen Ausflugsboot werden wir erst zum Angeln an die Meeresmündung gefahren. Ich erangele einen Fisch der toll aussieht, allerdings nicht zum Verzehr geeignet ist, bevor mir Neopren-Anzug gereicht wird. Tauchgang sieht hier so aus, dass man die Ausrüstung zwar anbekommt, aber nichts selber steuern darf, sondern ein Tauchlehrer den Druck ausgleicht und einen durch das Meer schiebt. Zum normalen Taucher-Kodex zählt meines Wissens, dass man gucken, aber nicht anfassen sollte. Das ist hier ein bisschen anders. Man dürfte alles anfassen, außer den Tauchlehrer. Wir sollen sogar alles anfassen. Als ich mich erst weigere, presst mich der Tauchlehrer dann mit dem Körper gegen die Korallen, schließlich muss man sowas mal gespürt haben. Sollen sich die folgenden Generationen doch ihre eigenen Korallen suchen, oder die Korallen sich evolutionstechnisch weiterentwickeln und einfach härter werden!
Nach dem Tauchgang geht's zu einem Hausboot, auf dem bereits gegrillt wird. Selbstredend gibt es keinen der gefangenen Fische, da die dann doch etwas zu klein sind. Nach dem Essen dürfen dann noch einmal alle, die zu geizig waren, die 20 RMB extra für den Tauchgang zu zahlen, zur selben Stelle fahren und schnorcheln.
Sanya ist insgesamt noch einmal sehr erholend. Genau das richtige vor einem hoffentlich anstrengendem Semester.














