Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich geschrieben habe und ich habe ein schlechtes Gewissen, zudem bin ich kaum noch aufnahmefähig, weil ich ja alles weiterhin eingespeichert habe, was ich jetzt aufzuschreiben versuche.
Ich berichtete glaube ich als letztes, dass ein Referat bevorstand. Ja, das war vorletzten Freitag und sollte eine lockere, runde Sache werden. Die Chinesen sollten eine halbe Stunde vortrage, wir Deutschen ebenso, danach eine halbe Stunde Diskussion - prima, da sind wir schnell fertig.
Leider nicht. Um zehn nach acht musste ich zur Bahn und da waren wir gerade fertig geworden, weil einige drei Minuten nicht gut wirklich einschätzen konnten. Aber egal.
Anschließend bestieg ich die Bahn Richtung Mußbach, wo besagtes Familientreffen stattfand. Tagsüber wurde gegessen und gewandert (so richtig Berge und so und ganz schön weit - aber das Kreuzband hält) und abends galt es, Wein zu verköstigen. Und er war köstlich. Ich danke auch der Mutter, die mir ein Paket für zuhause gestiftet hat.
Am Montag fuhr ich mit meinem Onkel zurück, dem Kofferraum voll Bier und die Rückbank mit zwei Cousins und einer Tante, die der Wein zum Halse rauszuhängen schien. Aber es hielt.
Das wir erst Mittags zurückfuhren, verpasste ich leider zwei Vorlesungen, die dritte nahm ich aber mit. Am Dienstag fielen auch wieder Vorlesungen aus, Chinesisch nämlich eines Hexenschuss' wegen, dafür setzte ich mich aber morgens (!) freiwillig (!) mit in eine andere Vorlesung, die wir wegen Chinesisch nicht haben, die aber ganz interessant scheint. Außerdem hatte ich ein bisschen schlechtes Gewissen, weil ich Mittwoch schon wieder in die Heimat geflogen bin (musste das letzte Mal das Tchibo-Ticket nutzen) und da sieht es nicht so toll aus, wenn ich in der Zwischenzeit nur zweimal an der Hochschule war.
Mittwoch erwachte ich also um halb sechs, nachdem ich am Abend vorher noch auf ner Party war. Vom Flug bekam ich nicht viel mit, ich verschlief alles, danach Bahnfahren, zuhause ankommen und die ganze Zeit dem Torben seine Arbeitslosigkeit feiern. Das heißt auf der Couch (aber auf einer neuen, hübschen Couch) hocken, Unterschichtsfernsehen schauen (aber auf nem schönen großen Fernseher) und zwischendurch X-Box daddeln. Ich gewann fast immer.
Donnerstag begann ähnlich, abends ging es aber auf den Freimarkt, und zwar traditionsgemäß mit den ehrenwerten Großeltern, die sich in Spendier- und Trinklaune befanden. Ich war Fahrer. Hin und zurück. Zurück aber ohne Torben, den durfte ich zu nächtlicher Zeit um halb fünf ausm Stubu abholen, samt seiner Freunde, die natürlich alle in verschiedenen Dörfern wohnen. Aber gut, ich war eh wach. Vorher hatte ich natürlich nicht an einen Schlüssel gedacht (meiner wurde für die Bauarbeiter geopfert) und mein Vater war nicht wie versprochen zuhause, also klingelte ich die anderen Großeltern aus dem Bett und auch sie zeigten sich gerne bereit, noch eins, zwei Bierchen zu vernaschen, weil der verlorene Enkel ja mal wieder da war.
Freitag stand abermals der Freimarkt an, diesmal mit der Mannschaft. Es war großartig - Bier aus der Mannschaftskasse (in die ich ewig nicht mehr eingezahlt habe, wofür ich mich aber auch schäme und was ich hiernach sofort tun werde), ein bisschen Karussel, dann Halle 7, andere Leute treffen und irgendwann sich wundern, warum alle weg sind. Dann das Brüderle aufsuchen, das diesmal nicht draußen warten musste und auch nicht aufm Tresen eingepennt ist und diskutieren, ob wir noch fünfzig Minuten auf ne Bahn warten oder gleich n Taxi nehmen. Taxi ging vor, Fahrer war ein Linguistik-Student. Französisch konnte er sprechen, ich versuchte, es ihm gleichzutun. Natürlich war mein Französisch spitzenmäßig, zumindest bildete ich es mir ein. Am nächsten Tag musste ich mal wieder feststellen, dass es besser wär, mir zu vorangeschrittener Stunde einfach mal das Mobiltelefon wegzunehmen..
Samstagmorgen musste ich früh aufstehen. Um zehn. Es ging auch gut, duschen war eine Wonne (vor allem, weil mein Papa gleich danach auch wollte und ich somit nicht die ganzen Scheiben und Wände abziehen musste), Frühstück ging auch gut runter, aber ich war noch granatenvoll. Darunter zu leiden hatte Christian, der mich ne Stunde später abholte und meine Fahne eine ganze Fahrt von Bremen nach Bonn.
Dort besuchten wir Khaleda, die Geburtstag feiern wollte und uns einfach mal einlud. Natürlich waren wir viel zu früh da und helfen konnten wir auch nicht, also gingen wir in die Stadt, Fußball schauen und danach noch ein wenig weiter durch die Stadt. Ins Zentrum wollten wir und fragten einfach mal nach. Die Lady schlug eine Richtung vor, allerdings war das nicht wirklich das Zentrum, wo wir ankamen. Lediglich die Innenstadt eines Stadtteils namens Poppelsdorf. Naja, wir wollten also umkehren und einen kleinen Bogen laufen, sind also rechts abgebogen um die nächste wieder rechts zu nehmen, das Problem war nur, dass einfach keine Straße mehr rechts kam. Irgendwann erblickten wir aber doch eine kleine Straße, die gut beleuchtet war und marschierten und marschierten und plötlzlich standen wir auf einem Berg, auf dem es dann gar nicht mehr so beleuchtet war. Glücklicherweise fand sich aber auch dort ein Mann, der uns helfen wollte. Mein genbedingter innerer Sinn für Orientierung sagte mir aber, das könnte nicht stimmen und so nahmen wir meinen Vorschlag und kamen auch ziemlich genau an. Ich bin halt doch ein Teufelskerl.
Dann war's abends und die Party war angesagt. Prima war's, die Khaleda hat auch ganz schön hübsche Freundinnen und so, aber das nur nebenbei. Gegen sechs ging es ins "Bett" und um zehn aufstehen, aufräumen und was essen - für die Dame. Wir blieben einfach mal liegen und als wir vier Stunden später wieder erwachten, konnten wir auch nicht mehr helfen.
Abends fuhr ich zurück und jetzt habe ich Vorlesungen. Die ganze Zeit. Ich fühl mich bald schon ausgebrannt. Ich habe diese Woche vier Mal um acht Uhr und ebenso oft abends bis 19:15. Das ist ganz schön hart, aber mit etwas Glück stehe ich es durch.
Gekocht habe ich eben ganz toll. Ich hatte 500 g Hackfleisch zu verwerten, also machte ich Spaghetti mit Soße und ganz viele Frikadunsen. Mit Zwiebeln und Paprika und Schafskäse innen drin. Leider vergaß ich Knoblauch und eine größere Menge an Salz, aber mit viel Senf sollten sie heute Abend schmecken.
Ich lern jetzt ein wenig Französisch.
o+
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na Gott sei dank. Ich dachte schon, du wärst mit der Miss Freimarkt durchgebrannt.
AntwortenLöschenNee, aber ich bin Student, da ist man immer so beschäftigt..
AntwortenLöschenbube.... du hast nicht das tschibo ticket sondern das all u can fly ticket ausgeschöpft.
AntwortenLöschensonst gefällst du mir im großen und ganzen ganz gut. für die zukunft könnte ich mir da durchaus was vorstellen.
Danke, Bursche! Tui ist natürlich Tui und nicht Tchibo, obwohl beides mit T beginnt.
AntwortenLöschenWie Torben.
Lustig.