Tag drei der Reise, es geht wieder früh los. Und es geht mal wieder auf ein Schiffchen, nachdem wir in der Schlange davor den anderen Gästen aufgrund unserer Größe und dem Talent zum Fotomodell die Wartezeit ein wenig versüßen.
Wir befinden uns in einem Indianer-Ressort ähnlichen Park, in dem gezeigt wird, wie man hier früher so lebte und so, bzw. wie manche vielleicht immer noch leben müssen.
Es war recht interessant, die Darsteller tanzen für jedes der alle 15 Minuten vorbeifahrende Schiff, sind trotz nicht gerade hoher Temperaturen nur leicht bekleidet und werden nicht müde, jedem mit einem Lächeln zuzuwinken (wir im Übrigen auch nicht).
Anschließend gibt's schon Mittag in einer lieblos eingerichteten, kalten, weiträumigen Reisegruppen-Absteige. Klar, es gibt Bierfisch und die gleichen anderen Gerichte wie gestern. Aber was rein muss, muss rein.
Gesättigt besteigen wir wieder den Reisebus (der für meine Stelzen nicht wirklich gemacht ist, sitzen gleicht hoher Akrobatik), es geht zu den von Bildern bekannten Reisterrassen. Das liegt leider irgendwo in der Pampa, die Fahr beträgt zwei Stunden hin.
Am Fuße des Berges angekommen, werden wir von den traditionellen Frauen belagert, wir sollen ihren Familien helfen und irgendwas abkaufen. Eigentlich eine normale Prozedur, aber da gibt es etwas, das anders ist; einer der Frauen fehlt ein Auge, ich kann scheinbar ganz tief in ihre Seele schauen. Sie tut mir leid und gleichzeitig macht sie mir Angst. Ich will weg. Schnell.
Also geht es in den nächsten Bus, der uns den Berg zur Hälfte hochbringen soll. Und dieses Gefährt hat auch endlich mal etwas Kraft unter der Haube. Auch der Fahrer ist ein sehr geübter und zeigt uns eindrucksvoll, dass auch er Michael Schuhmacher kennt und lenkt gekonnt den Bus in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit um jede noch so scharfe Kurve, egal, wie eng die Straße auch ist und wie tief es an den Seiten bergab geht. Die richtige Antwort darauf gibt uns der Sohn von Jianglei, unserer Betreuerin. Er kotzt einfach mal auf's Polster.
Vor Angst zitternd ausgestiegen haben wir es dann immer noch nicht geschafft. Über steile Treppen geht es durch das Dorf der Einheimischen vorbei an Schnickschnack-Ständen und Essensverkäufern (hier gibt es geräucherte Ratte) bis auf den Gipfel. Es gibt das Angebot, dass uns zwei Buben hochtragen, das nehmen wir aber nicht an. Hätte die Neuseeländerin, die etwas korpulenter ist, aber mal machen sollen, denn sie schafft es nicht hoch. Und der arme Denis, der trotz immer guten Willens öfter mal ein Fettnäpfchen mitnimmt, verärgert sie zudem noch unabsichtlich, indem er ihr anbietet, einen 'carrier' zu besorgen. Laut Wörterbuch eigentlich eine mögliche Übersetzung, aber scheinbar versteht sie darunter einen Flugzeugträger oder sonstig großes Transportmittel. Statt eines "No, thank you" erntet der arme Fratz also nur ein "Oh how mean is that."
Armer Denis.
Auf dem Gipfel gibt's ne gute Aussicht, diese dürfen wir zehn Minuten genießen. Dann wird die Zeit scheinbar wieder knapp und wir werden wieder runtergescheucht. In erster Linie zählt nämlich nur, dass man mal da war und das Event per Foto festgehalten hat.
Es geht wieder binnen zwei Stunden zurück nach Guilin. Drei mal darf man raten, wie das Essen aussieht. Richtig. Der einzige Unterschied ist, dass der Service sehr mies ist, ansonsten ist alles gleich.
Philipp, Lukas und mich überkommt am Abend noch das Gefühl, dass unser Haar mal wieder einen Feinschliff bekommen könnte, somit geht's um halb elf abends (!) in den nächsten Frisörsalon. Hier gibt es noch genug freie Angestellte, die sofort zur Tat schreiten. Nachdem unsere Haare mindestens zehn Minuten einshampooniert werden (ein Waschbecken wird hierzu übrigens lediglich zum finalen Auswaschen gebraucht, der Schaum wird einfach abgeschöpft und kommt in den Mülleimer. Oder daneben.), wird frei nach Schnauze mit der Schere hier und da was weggenommen. Ich habe erst etwas Angst, bin jetzt aber doch zufrieden.
Anlässlich Thomas' morgigen 25. Geburtstags gehen wir noch in die Paulaner-Kneipe und feiern bei geschätztem europäischen Bier rein. Leider schließt die Kneipe dann recht schnell, allerdings ist bei uns auch die Luft raus.
Morgen geht es erst ab zwölf Uhr los, fantastisch.
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Denis :D
AntwortenLöschenDu bist mein Mann! Weiter so :D