Dienstag, 7. April 2009

Tag 39: Freizeit.

Im Gegensatz zu den letzten beiden Tagen dürfen wir unseren Schlafverbrauch selber bestimmen, da wir erst um halb zwölf aus dem Hotel auschecken müssen. Es wäre vielleicht wünschenswert gewesen, hätten wir uns dennoch etwas über unsere Pläne abgesprochen. Mein Plan ist es eigentlich, ein gesundes Mittelmaß an ausreichend Schlaf und genügend Freizeit, um noch in die Stadt zu gehen, zu finden. Ich peile halb neun an. Thomas, mein Zimmergenosse will lieber früh sein Frühstück einverleiben und dann wieder schlafen. Also klingeln unsere Wecker abwechselnd. Ich setze mich mit neun Uhr durch und fühle mich gerüstet für einen aufregenden Tag.
Die Stadt ist etwas ernüchternd, lediglich Eierkuchen und guter Kaffee bessern die Stimmung auf. Und sie sorgen bei mir dafür, dass ich zum Mittag nicht allzuviel Hunger habe und somit auch nicht viel von dem Essen verzehren muss, das es schon die letzten Tage dauernd gab. Zum Mittag fahren wir übrigens, da es im Preis mitinbegriffen ist, mit dem Bus. Klar, für den ist es auch ein bisschen Fahrzeit, weil man etwas außen rum fahren muss und die Straßen in der verhältnismäßig kleinen Stadt immer voll sind. Zu Fuß wären es vielleicht dreihundert Meter Luftlinie. Im Endeffekt dauert das Beladen der Fahrgäste wahrscheinlich länger als wenn man gelaufen wäre, aber was soll's. Vielleicht wurde auch schon vorher an den Rückweg gedacht, denn der dauert mit dem Bus nochmal länger, weil wir einen anderen Bogen fahren müssen, da es noch in einen Park geht, um den Elefantenrüsselberg zu begutachten. Dieser befindet sich aber auch nur 300 Meter von unserem Hotel auf der anderen Seite entfernt.
Der 'Park' ist ein wenig ernüchternd. Der Elefantenrüsselfelsen ist einfach ein Berg, der in der Mitte ein Loch hat und deshalb, wenn man aus dem richtigen Winkel ein Foto schießt, aussieht, wie ein trinkender Elefant.
Und mit betrachten dieses Felsens endet auch schon das Programm für den heutigen Tag. Offiziell. Wir schreiten selber zur Tat, klauen der Führerin ihre Guide-Fahne und machen unsere eigene kleine Gruppe, die den Felsen besteigt. Es ist nämlich noch Zeit bis fünf Uhr. Doch auch die anschließende ausführliche Erkundung des weiteren Geländes kann es nicht verhindern, dass wir noch zwei Stunden Zeit haben und gehen wir wieder in die Stadt und entsinnen uns, dass wir gestern auf dem Heimweg (so gegen ein Uhr in der Nacht) das Massage-Angebot ausgeschlagen haben, aber versprachen, morgen, also heute, wiederzukommen. Und so kehren Thomas, Denis und ich in jenem Massagesalon ein und gönnen unseren vom vielen Maschieren lädierten und wohlriechenden (für Käseliebhaber) Füßchen mitsamt den daranhängenden Schenkeln eine Massage.
Mit den Damen kann man sich gut unterhalten, auch wenn sie den gleichen Sprachfehler wie unsere Reiseleiterin aufweisen. Sie bedanken sich noch für unsere gestrige Aufforderung, den Laden einfach dicht zu machen und schlafen zu gehen und schreiten zur Tat. Ein prima Gefühl. Mit wohlklingendem, schmerzhaft-lustvollem Gestöhne animieren wir sie, voll zuzupacken. Nur, als sie an meinen Stampfern zugange ist und sich mit ihrem Geklopfe langsam einer gefährlichen Zone nähert, bekomm ich es ein wenig mit der Angst zu tun, was ich Denis sogleich mitteile. Ihr übersetze ich meine Gedanken allerdings mit einem "好听得很", das Geklopfe hört sich gut an, und so beklopft sie weiterhin meine Schenkel, als wär es eine Buschtrommel.
Nach einer Stunde verlassen wir auf federleichten Füßchen den Laden, ich kaufe noch eine Flasche Schlangenschnaps, selbstverfreilich mit Schlange (mit weißen, komischen Augen, aber derer immerhin zwei) drin, und schon kann es gen Flughafen gehen.
Die Straße dahin ist, sagen wir mal so, ausbaufähig. Man bekommt es mit der Angst um den eigenen Kopf zu tun, wenn man nach jeder Schwelle von seinem Sitz abhebt, aber wir überstehen alles unbeschadet.
Aus Zeitgründen fällt das Essen am Flughafen aus. Schade. Mein Magen knurrt und Bierfisch bekommen wir so schnell nicht wieder.

1 Kommentar:

  1. ein trinkender elefant von hinten? oder wieso mitm loch inne mitte drinne?

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