Die Nacht im 4-Sterne-Zimmer ist vorbei, heute gilt es den Tatsachen ins Auge zu blicken und ins 8-Bett-Zimmer des Captain’s Hostel umzuziehen. Das hab ich zumindest vorher schon buchen können. Hier bleib ich vier Nächte, darf dann umziehen, weil Freitag alles ausgebucht ist und dann am Samstag wieder einziehen.
Meinem Vorsatz, möglichst nicht zu viel Geld zu verschwenden, setze ich erstmalig in die Tat um und fahre mit der U-Bahn dahin. Blöder Vorsatz. Ich bin schon wieder nassgeschwitzt, bis die U-Bahn erreicht ist, dann wird es zunächst kühl. Dann passt der Koffer nicht wirklich durch die Schranke beim Einlass. Dann müssen wir dreimal umsteigen, was mit viel Wandern verbunden ist. Dann geht’s raus und der Weg von der U-Bahn zum Hostel ist noch länger. Taxi wär um einiges unkomplizierter und nicht einmal fünfmal so teuer!
Anschließend will ich zum Fälscherbasar und um Kleidung handeln. Hab ja extra nur das nötigste mitgenommen, um dann hier so viel wie möglich günstig zu erwerben. Trotz Beschränkung auf vier T-Shirts und dem nötigsten an Hosen hatte mein Koffer allerdings schon bei der Gepäckaufgabe 20,5 kg auf der Waage. 9,5 kg stehen noch bereit. Eigentlich weiß ich auch, wo der Basar ist. Aber nur eigentlich. In Wahrheit finde ich ihn nicht. Oder er ist verschwunden, wegen der Expo oder so. In einem Jahr passiert hier ja viel. Nach einer langen Odyssee schlägt Mini vor, zu einem anderen Markt zu fahren. Der hat dann schon geschlossen. Verschenkter Nachmittag.
Zumindest bekomme ich eine Telefon-Karte. Funktioniert zunächst aber mitnichten. Ich verfluche Vodafone. Ziehen mir auf Dauer das Geld aus der Tasche und lassen mich jetzt scheinbar in China nicht mal ne einheimische Karte benutzen. Ich schiebe Hasstiraden und laber Mini damit voll. Es stellt sich später heraus, dass ich die Karte falsch eingelegt habe. Dabei ist das mit der abgeknickten Kante doch scheinbar so einfach. Wer dennoch mal was über Vodafone hören will, der darf sich gerne bei mir melden!
Unterdessen liefen schon die Abendplanungen und irgendwelche Freunde Minis meinen, im Muse 2 ginge es ab. Sie warnt mich vor, dass es dann immer so abläuft, dass die männlichen Teilnehmer eine gewisse Summe Geldes in einen Topf schmeißen würden, davon gäbe es dann Getränke und Plätze für den ganzen Abend. Klappt vielleicht in der Theorie. Aber nicht, wenn der, dem ich das Geld gebe, schon sehr dubios wirkt und das Geld lieber in die schmutzige Kleidung stecken sollte, mit der er woanders wohl eher nicht einen solchen eher gehobenen Club kommt. Letztendlich bekomme ich zwei Gläser Mischungen. Und die auch nur während eines Würfelspiels in dem der Verlierer trinken muss. Anschließend heißt es, wir würden noch ins KTV gehen. Dafür müsste man aber nochmal was in den Pott schmeißen. Mini und ich lehnen das Angebot dankend ab. Ihr ist das alles etwas peinlich. Aber ich winke ab. Schwamm drüber.
Für so was spar ich ja extra beim Bahnfahren.
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