Montag, 9. März 2009

Tag 11: Gesundheitszeugnis. Abermals.

Als ob wir nicht schon genug Nerven und vor allem Geld in Deutschland beim Basteln unseres Gesundheitszeugnis, das Bluttests, Lungenröntgen und andere Untersuchungen bedurfte, liegen lassen, so bekamen wir bereits letzte Woche die Hiobsbotschaft, dass man uns hier die Richtigkeit jener Unterlagen nicht direkt abkauft. Es fehlen vor allem ein roter, runder Stempel mit einem Stern drin (den man hier überall findet; selbst auf Werbeplakaten muss er backen), auf sämtlichen Papieren und Fotos und da das ganze nicht von einem staatlichen Doktor gemacht wurde, sei das meiste sowieso nichts wert.
Also geht es heute in aller Herrgottsfrühe um halb acht Richtung staatlichen Doktor, der letzte Woche schon unsere Unterlagen einsehen durfte. Die Fahrt dahin ist bereits ein Abenteuer, da wegen des Berufsverkehr deutlich mehr fahrbare Untersätze unterwegs sind und das Chaos noch viel größer erscheint. Aber: Alles hat irgendwie sein System und es passiert mal wieder nichts.
Schön anzusehen sind die Menschen, die im Park TaiQi machen oder einfach mal im (mehrspurigen) Kreisverkehr um die begrünte Verkehrsinsel joggen. Sind ja Pflanzen, die geben Sauerstoff und der verdrängt mit Sicherheit sämtliche Abgase.
Beim staatlichen Arzt wartet bereits eine große Menschenmenge, bislang noch ordentlich in Reih und Glied in zwei Schlangen, eine führt zur Rezeption, die andere zur Dateneinlesung und gleichzeitigen Kasse. Die Eingangstür verfügt über keine Schlösser (wahrscheinlich werden nachts Ketten davorgelegt) und es zieht kalt rein. Aus der Rezeption kommt ab und zu jemand mit einer Wanne Wasser gelaufen, die er auf den Hof kippt. Im Eingangsbereich lagern staubige große Boxen, deren Inhalt mir nicht bekannt ist. Steril ist was anderes, aber wenn es hier so viele Einwohner gibt, kann das alles ja nicht so verkehrt sein. Ich ärgere mich, dass ich meine Kamera nicht dabei habe.
Leider wird zuerst gedacht, dass das Ende der Schlange hinter dem letzten Chinesen zu finden ist. Somit geht es für uns nicht direkt vorwärts. Irgendwann kommt der Herr Doktor und sorgt dafür, dass wir nur noch die Blutuntersuchung nachholen müssen und somit können wir alle schnell an der Schlange vorbei in den ersten Raum. Er wimmelt vor Menschen (die, wie es häufig beim Arzt ist, bestimmt nicht ganz gesund sind) und es riecht. Und das nicht gerade angenehm.
Wir werden unsere 23 Euro los, nachdem nochmal ein Foto von uns gemacht wurde. Wie war das mit dem Big Brother...? Anschließend geht es ein Stockwerk höher, wo ein ziemlich gelangweilter Doktor in Akkordarbeit mit einem Gummischlauch einen Arm nach dem anderen abbindet und die Nadel in eben jenes Körperglied rammt. Viele schreien auf oder fallen in Ohnmacht. Ich nicht, denn ich bin cool.
Und das ist's dann auch schon. Sogar Lukas, der das ganze Programm nochmal machen muss (weil der Horst in Frankfurt sein Original abgeben lassen hat, ohne ein Duplikat zu basteln), ist fertig. Man sah ihn zuvor nur von Raum zu Raum huschen, nur einmal hakt es, als er beim Röntgen nach einem berechtigten Lendenschurz bittet. Gibt es nicht, ist aber ja auch egal. Ist ja nur unsichtbare Energie.
Die obligatorische Vorlesung wird heute also verschoben und geht über die Mittagspause hinaus. Wir wollen nicht schon wieder einen im Supermarkt erworbenen Chickenburger plus eine Instant-Nudelsuppe essen, also gönnen wir uns für 20 Cent ein gutes, reichhaltiges Essen von der Straße. Natürlich, um Krankheiten zu vermeiden, 素的,also fleischlos. Es schmeckt prima.
Viel spannendes gibt es über den heutigen Tag nicht zu sagen. Und krank, trotz des Arztes, fühlt sich auch noch niemand.

Sonntag, 8. März 2009

Tag 10: Sonntag = Putztag?

Kurze Antwort: Nein. Zwar wird es mal wieder Zeit, dass in unserer Wohnung aufgeräumt wird, aber letztendlich raffen wir uns doch nicht auf. Wir gehen lieber mal wieder Fußball spielen. Oder gucken eine DVD (da unsere Vorgänger uns einen guten Haufen davon hinterlassen haben.
Fußball war wieder sehr gut, wir durften sogar auf Anhieb bei einer reinen Chinesen-Gruppe mitspielen. Technisch sind sie recht in Ordnung, aber im Zusammenspiel haben sie ihre Probleme. Und in der Länge ihrer Beinchen auch. Lukas, Denis und ich sind dagegen richtige Kampfmaschinen mit langen Gliedmaßen, mit denen sie noch an jeden Ball kommen und Tempo aufnehmen können. Aber dafür kann ja niemand was.
Nach dem erfolgreichen Kick gehen wir verschwitzt und mit komischen, da ungemachten Frisuren in den Campus-Supermarkt und ernten seltsam viele Blicke. Es fällt auf, dass heute Weltfrauentag ist; selten habe ich bisher so viele weibliche Geschöpfe hier erspähen können.
Abends treffen wir uns mit Jan, der von der Robert-Bosch-Stiftung geschickt wurde, um hier Deutsch zu unterrichten, und seinen Schülern zum gegenseitigem Beschnuppern. Auf unsere Frage, was sie am Wochenende stets zu tun gedenken, erhalten wir die ernüchternden drei Worte 'lernen, schlafen, essen'. Vielleicht noch etwas Sport, aber das ist scheinbar das höchste der Gefühle.
Ich sehe mich beauftragt, eine gewisse europäische Feierkultur zu importieren und zu vermarkten.
Hierfür sollte ich mich jetzt ausruhen und schlafen gehen, denn morgen geht es früher raus, als sonst; um halb acht werden wir abgeholt und zum Arzt chauffiert, da man unser in Deutschland für viel Geld erworbenes Gesundheitszeugnis mangels runden, roten Stempels (mit Stern in der Mitte), anzweifelt. Zudem muss anscheinend sämtliches in einer staatlichen Einrichtung überprüft worden sein. Wie das ganze dann ausgeht und ob wir es zumindest schaffen, dann nachmittags mal pünktlich beim Unterricht zu erscheinen, lest ihr morgen.

Tag 9: Einfach mal nix tun.

Die Party des Vorabends oder viel mehr das Bier, das nicht unbedingt dem Reinheitsgebot entspricht, zeichnen sich heute, am Samstag, deutlich in unserem Gemüt ab. Man möchte den ganzen Tag am liebsten nur schlafen, um das leichte Schädelbrummen (trotz nicht zu hoher Gerstensaftmenge) zu unterdrücken.
Das geht leider nicht. Denn bereits gegen elf klingelt es und unsere Möbel sind da. Und nicht nur, dass Lukas und ich unsere beiden Matratzen und den schweren Fernsehtisch bis in den vierten Stock tragen müssen, nein, die Damen stellen sich auch noch so dumm mit ihren beiden noch viel schwereren Sofas an, sodass wir uns gezwungen sehen, auch diese in den fünften Stock zu hieven. Und das alles in so einer Herrgottsfrühe!
Dieses kurzzeitige Aufbäumen des Körpers verkraftet der Kreislauf noch nicht so richtig, so dass man danach bis zum Nachmittag weiterschläft und den ganzen Tag müde bleibt.
Viel geht an diesem Samstag dann auch nicht mehr. Wir versuchen, Pizza zu bestellen. Nachdem bestellt und auch die Adresse geklärt ist, fällt dem Lieferdienst auf, dass es 不太舒服, zu ungemütlich, da zu weit zu uns ist. Es gibt also Spaghetti mit Tomatensoße, die wir mit zehn Chili-Schoten verfeinern. Ich mache meinen Laptop platt, weil er durch das recht unsichere Internet sehr mitgenommen zu sein scheint. Gegen halb elf geht es zu Philipp in die Wohnung, wo als einziges mehr als drei Fernsehprogramme gezeigt werden. Ich habe Glück und auf dem Sportkanal wird das ganze Werder-Spiel live gezeigt. Ich habe Pech, denn ich sehe keine Tore.
Anschließend rüste ich meinen Laptop wieder und es ist abermals erst vier Uhr, als ich mich auf meine neue Matratze lege und einschlafe.

Tag 8: Wir haben Wasser. Überall.

Wir sind das erste mal überpünktlich beim Chinesisch-Unterricht, die Bitte hat also gefruchtet. Leider liegt unser Raum direkt gegenüber den Toiletten, die unglücklicherweise anscheinend nur selten gereinigt werden, oder, was vielleicht wahrscheinlicher ist, die Putzkräfte gegen die Masse von Menschen, die dort ein und ausgehen, einfach nicht ankommen. Blöd ist zudem, dass die Türen stets geöffnet sind. Dadurch kann man nicht nur direkt vom Gang direkt auf die Pissoirs und deren Benutzer starren, nein, auch ein penetranter Autobahnraststättenentledigungshäuschengeruch flutet den Flur und gelangt bisweilen auch in unseren Unterrichtsraum. Zum Glück wird im ganzen Unigebäude nicht geheizt. Man möge sich einmal vorstellen, wie sich das ganze bei warmen Temperaturen verteilt. Bisher sitzen wir stets in Jacke bei gefühlten 15 °C.
À propos Wärme: Uns wird stets beteuert, dass wir nur noch bis zum 15. März warten müssen. Denn an diesem Tag werden die Heizungen alle abgestellt und der Frühling beginnt. Dies sei so sicher wie das Amen in der Kirche. Nun frage ich mich, ob vielleicht der Staat für das Wetter verantwortlich ist.
Das Mittagessen bringt abermals eine Instant-Nudelsuppe mit sich. Diese wird vor der DVD 'Spiderman 3' verputzt. Da unsere Fernbedienung nicht funktioniert, lässt sich die Sprachauswahl leider nicht ändern und der Spannungsfaktor des Films wird durch das Chinesisch heruntergesetzt. Das Gehirn fährt runter und öffnet lediglich den Sinneskanal für bewegte Bilder. Dies ist recht anspruchslos und so kommt es unter den Zuschauern, Lukas, Denis und mir zum gemeinsamen Bubumachen.
Um drei klingelt der Gasmann. Mal wieder. Er findet heraus, dass alle unsere Heizungen aufgedreht sein müssen, sonst kann es keinen Druck geben. Nach nur wenigen Minuten haben wir also einen funktionierenden Boiler und heißes Wasser. Während nun aber die Quittung geschrieben wird, fällt unter dem Sofa eine große Wasserlarche auf. Natürlich stammt sie von einer undichten Heizung. Sofort wird diese also zugedreht und das mit dem warmen Wasser hat sich abermals erledigt. In den nächsten Tagen kommt ein Klempner.
Mithilfe von Frank, einem anderen Chinesen, bestellen wir Fässer mit zum Verzehr geeignetem Wasser. Er guckt uns ungläubig an, als wir gleich zwei der 19-Liter-Behältnisse haben wollen, aber er stimmt zu. Unsere Bestellmenge wird dadurch bestätigt, das bereits zwei Tage später das erste Fass fast leer ist. Man muss uns also für große Trinker halten.
Abends sind wir von einem unbekannten Amerikaner eingeladen. Er studiert hier Chinesisch und hat es sich zur Aufgabe gemacht, fast jede Woche einen anderen Club in der Stadt anzumieten, zu der dann hauptsächlich Amis und Europäer eingeladen sind. Dieses Mal findet sie im 28. Stock in einer, wie soll man es nennen, Bar statt. Diese verfügt über Playstation, Billiard, einen professionellen Mahjong-Tisch und sämtlichen Boxuntensilien samt Ring. Zudem gibt es für drei Euro den ganzen Abend freies Bier. Das lob ich mir doch. Dieses Angebot kommt leider Heinrich, dem Mongolen, nicht zugute, da er in den Ring steigt und zum Kampf auffordert. Schnell ist ein Gegner gefunden und Heinrich läuft wie ein Berserker auf sein vermeintliches Opfer zu. Er holt aus und schlägt zu. Sein Gegner macht einen Schritt zur Seite und Heinrich knockt sich selber aus und fliegt mit viel Schwung gegen die Wand an der einen Seite. Dennoch steht er wieder auf. Nachdem sich diese Prozedur dreimal wiederholt, gibt sein Genger auf. Es ist besser so. Für Heinrich.
Auf dem Rückweg bescheißt uns der Taxifahrer, indem er so tut, als kenne er den Weg nicht. Statt 15 bezahlen wir 35 Yuan. Dennoch ist er so nett und kehrt nach unserer Ablieferung nochmal um und gibt Denis sein Handy wieder, das er auf dem Beifahrersitz vergaß.
Guter Mann von Welt!

Donnerstag, 5. März 2009

Tag 7: Deutsche Tugend?

Wir kommen heute, zumindest teilweise, zum dritten von vier Malen halbwegs verspätet zum Chinesisch-Kurs. Es ist ungewollt, aber die zu kurze Entfernung zwischen Wohnheim und Deutschclub-Raum scheint die Pünktlichkeit, eine geschätzte deutsche Tugend, wohl oder übel zu verhindern. Und da Deutschland auf Chinesisch 德国, also Land der Tugend, heißt, befürchte ich, dass bei weiteren Verstößen ein neuer Name für das geliebte Vaterland gefunden werden muss.
Darum werden wir auch am Nachmittag angehalten, in Zukunft etwas mehr auf die Zeit zu achten. Und wir sollen uns 中国好朋友, gute chinesische Freunde suchen.
Denis Lukas und ich gehen hier mit gutem Beispiel voran. Wir fahren zuerst in die Stadt und kaufen uns, rein auf chinesisch, Fußballschuhe (für den Kunstrasenplatz im Stadion, 200 m von unserer Butze entfernt). Und als wären 25 Euro nicht schon zu wenig verlangt, so wird uns klar gemacht, dass beim Kauf eines Paares das zweite dazu geschenkt wird.
Wir sagen dazu nicht nein und frönen unseren Lieblingssport. Da die anderen Studenten nicht wirklich mit uns spielen wollen, kicken wir erst nur zu dritt, bis irgendwann die Scheu überwunden ist und eine achtköpfige Horde gesellt sich dazu. Wir lernen schnell die wichtigsten Fußballbegriffe, sie beweisen uns mit 'Heidelberger, Heidelberger'-Rufen, dass sie auch des Deutschen mächtig sind und am Ende sind wir richtig gute 中国好朋友。Leider sind diese Knaben erst acht Jahre alt.
Weitere Erkenntnisse des Tages: Der dritte Klempner sieht ein, dass unser Boiler kaputt ist. Er kommt morgen oder an einem anderen Tag wieder. Dies ist aber nicht schlimm, da, obacht, erstmals die Sonne rauskam und sich ganz zeigte (ansonsten ist durch die diffuse Lichtstreuung der Fremdkörper in der Luft der ganze Himmel grell und man muss die Sonne, trotzdem keine Wolken da sind, lange suchen) und es wird warm.

Hier nun noch einige Bilder.



Eingangsbereich und Hinterlassenschaften der Vormieter (hinter meinem Bett)


Links: Unschöne Wohnung. Rechts: Gegenmaßnahme (Ratespiel: Wo ist Luke?)


Es lässt sich aushalten.


Links: oeRque ist ein Riese. Rechts: Logistik pur!

Mittwoch, 4. März 2009

Tag 6: Trautes Heim, Glück allein

Zum heutigen Tag gibt es nicht viel zu erzählen. Um sieben Uhr klingelt der Wecker nicht, da die flasche Funktion eingestellt ist. Glücklicherweise ertönt aus den Lautsprechern aus dem Campus immer ein unverständliches Gedudel, laut und fremd, sodass man dennoch mit nur einer Viertel Stunde Verspätung erwacht.
Der Blick aus dem Fenster zeigt nicht viel; Grau über Schwarz. Der Himmel zeigt noch immer keine Sonne, da es seit mehr als einem Monat nicht mehr geregnet hat, wie wir erfahren. Somit ist er grau und die sonst farbgleiche Straße ist schwarz, voller chinesischer Haarpracht. Der Strom der wissbegierigen Studenten droht über den ganzen Tag hinweg nicht abzubrechen. Sollte mein Wecker morgen funktionieren, nutze ich die Viertel Stunde, die ich heute irgendwie noch raushole, um ein dieses Bild festzuhalten.
Um acht Uhr haben wir Sprachkurs, dieses Mal (immer Mittwochs und Freitags) geht's um Aussprache, den Rest der Woche um Grammatik. Es ist ein Lichtblick, denn da die Professorin gut und nicht zu schnell spricht, versteht man fast alles. Mindestens im Zusammenhang. Trotzdem hängen wir durch. Der Jetlag.
Um zwölf Uhr haben wir schon Feierabend. Es geht in die Wohnungen und der Hauptteil schläft. Lediglich Arne, Philipp und Thomas wagen sich in das Möbelcenter, das der Rest bereits Sonntag aufsuchte. Im Gegensatz zu uns können Ihre Möbel sofort geliefert werden. Und im Gegensatz zu mir bekommt der Fahrer 10 Yuan für seine Dienste als Schlepper.
Der Abend ist nicht der Rede wert.
Was wir noch erfahren: Ein hiesiger Student ist mit dem aus der Heimat nicht zu vergleichen. Mein Studentenleben bestand bisher aus 60 - 70 % Spaß und dem Rest aus Lernen (Zahlen schwanken je nach Phase des Semesters). Hier ist man am Anfang des Semesters und man besucht Vorlesungen von 8 bis 21 Uhr. Anschließend schleppt man sich in die Bibliothek und resümiert das Gelernte.
Zum Glück bin ich so ein Brain und habe ab mittags Feierabend.

Dienstag, 3. März 2009

Tag 5: Internet? Internet!

Heute gelingt der Durchbruch. Zum Einen erwachen wir in einer sauberen, wenn auch kalten Wohnung, zum Anderen erfahren wir nach dem Chinesisch-Kurs (der wegen Jetlag-Erscheinungen abermals verkürzt wird), dass unser Internet endlich funktioniert. Freudentaumel, Jubelgeschrei, Heiterkeit.
Der Luxus kann zunächst nur kurz genutzt werden, da eigentlich der Uni-Bus bestellt ist, um zur Metro zu fahren (neben der noch ein Möbelmarkt steht, die Teppiche...). Bus kommt nicht. Zudem haben wir zunächst keine Metro-Karte dabei, nachdem diese geholt ist, fällt auch der Mangel an Stadtplänen auf. Auf dem Rückweg fällt zum wiederholten Male die plätschernde Regenrinne auf (dabei hat es hier noch nie geregnet, seit wir da sind). Vor der Tür steht schon ein Chinese, der mir irgendwas erzählen will. Aber ich verstehe nur Chinesisch. Ich öffne die Tür und er erzählt mir irgendwas von Heizung und Wasser. Muss also unser Techniker sein, aber wir haben ja keine Zeit. In dem Gespräch werden mir seine Gesiken klar; er zeigt mir den Verlauf des Wassers an, rauf und runter. Es macht Klick und ich kapiere, dass wir wohl einen falschen Hahn geöffnet haben bei dem Versuch, Druck auf unseren Boiler zu bekommen. Somit geht das Wasser von unten zu unserer Wohnung von dort auf's Dach und in die Regenrinne, durch die es wiederum den Weg nach unten findet und in einer großen, den Abhang Richtung Campus runterlaufenden Pfütze mündet. Ich hoffe, Wasser ist hier nicht teuer. Zudem explodiert Lukas vor des Handwerkers Augen noch der Boiler, da auf einmal doch ein Überdruck herrscht und das heiße Wasser einen Ausweg sucht. "Ni bu hui blabla" ("Das kannst / darfst du nicht") flucht der Fremde. Er hinterlässt uns seine Nummer mit der Bitte, jetzt alles auszulassen und wir sollen ihn morgen anrufen, wenn wir Zeit haben.
Anschließend fährt nur die eine Hälfte zur Metro, unsere Hälfte nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel (die immer noch abenteuerlich sind), um 'nur mal kurz' zum Walmart zu kommen. Hier verbringen wir knapp vier Stunden. Wir kaufen einen großen Biervorrat (durch welchen ich heute die Zeit finde, zu schreiben, da ich ja nicht zum Supermarkt muss) und ich überlege, eine der Wasserschildkröten zu kaufen. Sie dienen eigentlich zum Verzehr, allerdings könnte sie auch in unserem Bad überleben, da dieses mangels Duschkabine sowieso (sobald wir warmes Wasser haben) häufig unter Wasser steht. Diesen Gedanken hebe ich mir für später auf. Und dann bringen Lukas und ich ihr Kunststücke bei, gehen damit auf die Straße und verdienen eine Menge Schotter.
Zwischen Walmart und Pizzaessen will ich mir schnell im Elektroshop nebenan eine Digitalkamera kaufen. Diese sind leider im Gegensatz zu den Vorstellungen leicht teurer, als in Deutschland, aber ich brauche ja sowieso eine. Leider kann man in China nicht schnell eine Kamera kaufen, da die Belegschaft hier überfreundlich ist. Nach dem Bezahlen nehme ich das teure Gut entgegen und darf kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Mir wird gezeigt, wie alles funktioniert. Und weil ich so toll aussehe und ihre Sprache ein wenig spreche, wird mir einfach so noch ein Ersatzakku, eine Speicherkarte und eine Kameratasche geschenkt. Zudem fädeln sie zu dritt das Band (ihr wisst schon, was für eins) in die kleine Öse. Toller Service. Allerdings warten ja auch die anderen.
Der Abend geht für's Bloggen drauf.
Lukas und ich verständigen uns nur noch über ICQ, obwohl wir überlegen, dass telefonieren ja fast genauso günstig, aber viel persönlicher ist. Nun wollen wir aber erstmal die neuere Technologie nutzen und prosten uns gerne in schriftlicher Form zu.
Ich mache jetzt noch ein paar Bilder von der Wohnung und sage "Gute Nacht!". Denn hier ist es schon spät und morgen zählt die Ausrede mit dem Jetlag nicht mehr.

Die ersten Tage

Die ersten Tage in China sind rum und bisher war es eine schwere Geburt. Ich werde in Zukunft versuchen, so oft wie möglich zu berichten, kann aber nicht versprechen, dass das mit dem Netz so stabil läuft. Aber was will man für zwei Euronen im Monat auch erwarten?

Tag 1: Anreise
Nach ca. 20 Stunden Reise (Bremen-München-Peking-Xi'an) kommen wir am Freitag zu sechst am Flughafen Xi'an an. Während des Fluges sieht man nicht viel, es geht über Sibirien, die Mongolei und einen Teil Chinas, der einer Wüste gleicht. Peking ist riesig aber steht in einer großen Wolke. Am Flughafen des Zielortes warten schon sehnlichst fünf chinesische Studenten mit dem Universitätsbus auf uns. Das Kofferschleppen hat ein Ende und es geht noch ca. eine Stunde einmal quer durch die Stadt. Die ersten Eindrücke sind toll: Es herrscht weder Rechts- noch Linksverkehr, sondern Universalverkehr. Mangels Straßenmarkierung stehen dir mal eine, mal vier Spuren zur Verfügung, überholt werden darf von jeder Seite, wer blinkt ist ein Weichei. Die Straße teilen sich neben dir alte LKW, viele Taxis, ein paar Mopeds, Rikschas, abenteuerlich bepackte Fahrräder und Fußgänger. Letztere natürlich gänzlich unbeleuchtet, aber da es bei der Vehikelmenge sowieso recht langsam vorangeht, erkennt man sie trotz des dichten Staubs noch rechtzeitig. Hupen und Lichthupen passen sich hervorragend der Umwelt ihren schrill und kitschig beleuchteten Häusern an.
Das Wohnheim, bisher hoch angepriesen, da (gegen Entgelt) von den Vormietern gut ausgestattet, bremst (wahrscheinlich auch bedingt durch die Übermüdung) die Anfangseuphorie zunächst schlagartig. Neben den versprochenen Luxusgütern lagern noch viel Müll und vor allem Staub. Und das überall.
Zur Entschädigung geht's mit den Chinesen erstmal gut und günstig essen. Anschließend wird das erste Mal beim Campus-Supermarkt eingekauft. Das Bier kostet einen Viertel Euro und der Laden soll ab heute Anlaufstation für jeden folgenden Tag werden.

Tag 2: Stadterkundung mit Chinesen
Um elf werden wir von den Chinesen, Lucky und Allen (ihr gewählter westlicher Name) abgeholt. Es geht in die Innenstadt, erste Sachen anschaffen. Es geht, taktischerweise unklug, zuerst zum Walmart. Es gibt viele schöne und viele nicht so schöne Sachen zu kaufen, wir machen von ersteren Gebrauch. Mit einem viel zu schweren Rucksack geht's ins Moslem-Viertel, gute Baozi essen. Es ist hier üblich, dass immer einer die Runde übernimmt. Getrennt bezahlen, wie man es in Deutschland kennt, ist nicht gut angesehen. Also übernehme ich mal die Runde und mit umgerechnet 14 Euro bekomm ich sieben Personen gut satt. Anschließend, noch immer voll beladen, betreten wir ein Mobilfunktelefongeschäft. Ein Studentenausweis sowie 100 Yuan (Wechselkurs ca. 10:1, Betrag dient gleichzeitig als Startguthaben) reichen, um binnen weniger Minuten eine Handykarte zu besitzen und jederzeit erreichbar zu sein.
Der Abend wird damit zugebracht, Sonnenschein in die Stinkbude zu bekommen. Doch dieses Unternehmen soll noch Tage dauern.

Tag 3: Stadterkundung ohne Chinesen
Es ist Sonntag. Der Tag des Herren und der ruhenden Arbeit. Denkt man. Aber in China ticken die Uhren anders und so ist dies ein Wochentag wie jeder andere. Gut für uns. Denn einige WG sind noch so gut wie unmöbliert, was nunmal scheiße ist. Also folgen suchen wir auf dem großen Stadtplan und finden tatsächlich ein "Furniture-Center". Wir hocken im Südosten, jenes Center im Nordosten der Stadt, die knapp 8 Millionen Einwohner fasst. Trotzdem erreicht schaffen wir es mit einmal Umsteigen auf Anhieb. Einfach nur mal, um unser Chinesisch zu testen, fragen wir dennoch hunder Meter davor nach dem Weg. Es klappt.
Nun darf man sich ein hiesiges Möbelcenter nicht wie ein IKEA vorstellen. Vielmehr ist es eine Aneinanderreihung baureifer Behausungen, in denen sich auf kleinem Raum möglichst viele Möbelstücke tummeln. Vor diesen Bauten sitzt zumeist eine Frau, die des Englischen nicht mächtig ist. In der Gruppe sind wir aber stark und so schaffen wir es tatsächlich, zwei Sofas, einen tollen Fernsehtisch und zwei Matratzen (Gesamtmenge) für nur 2000 Yuan zu ergattern.
Zur Belohnung wird nochmal gegessen. Diesmal allerdings mehr schlecht als recht. Dann verirren wir und auf dem Weg zum (anderen) Walmart doch in einen Baumarkt, eigentlich auf der Suche nach Teppichen. Die gibt es nicht, also suchen wir die Toilette. Diese war auch ausgeschildert, die Schilder führen uns aber nur nach draußen und in das luxuriöse Hotel nebenan möchten wir uns nicht wagen. Bis dahin gehen uns die Mitarbeiter (von denen es dort zig mal so viele gibt, wie in einem deutschen Baumarkt) fein säuberlich aus dem Weg. Da Lukas und ich aber die Idee haben, unsere Drecksbehausung wohnlich zu machen indem wir die Wände streichen, suchen wir nochmal besagten Markt auf und gucken nach Farbe. Auf einmal waren wir die große Attraktion und zehn Damen kümmern sich um uns, inklusive einer am Telefon, die als Einzige des Englischen mächtig war, um mögliche Unklarheiten zu klären. Allerdings sind vielleicht auch nicht wir die Attraktion, sondern vielmehr die neue Farbmischanlage, die uns ein herrliches Rot und Grün zaubert.
Natürlich geht der Abend für's Putzen und Streichen drauf. Und einen Gang zum Supermarkt, in dem wir als Exoten nunmehr sehr bekannt sind. Man entschuldigt sich dafür, dass die Stelle, wo sonst unser Lieblingsbier (also das einzig trinkbare) lagert, aufgrund von Lieferschwierigkeiten leer ist. Zum Glück haben wir Reserven.

Tag 4: Gas, Wasser, Heizung, Telefon, Internet, Fotos
Wir haben noch immer kein Internet und Heißwasser und Gas. Dafür ist die Behausung halbwegs sauber, es fehlt noch der Feinschliff und eine Wand. Morgens geht es also mit dem Unibus und unserer Betreuerin nach einem obligatorischen Polizeibesuch in die Stadt. Die Hälfte von uns hat schon Passfotos für alle möglichen Behördengänge, der Rest noch nicht. Diese werden ohne Komplikationen schnell geschossen. Zweite besagte Hälfte hat ebenso noch keine Mobilfunktelefonkarte. Nach vielen Erklärungen und Feilschen um die Nummer fällt der Verkäuferin allerdings auf, dass nur zwei der vier benötigten SIM-Karten auf Vorrat liegen. Somit geht's zwecks Internet unvollrichteter Dinge auf den Campus. Allerdings auch umsonst, da uns erklärt wird, dass der Anschluss schon einst bestellt wird, man wüsste aber nicht wann und von wem und somit könnte man es nicht raussuchen. Zuhause würden sicherlich unsere Identifikationsnummern liegen. Na klar, in dem Chaos.
Damit diese Reise für mich also noch einen Sinn macht, wird kurzerhand noch die Uni besichtigt, in der wir in einem halben Jahr Vorlesungen haben. Und es gibt wieder hervorragendes Essen, da wir Jia, Arnes Freundin, dabei haben, die im Restaurant wieder das beste raussucht.
Nachmittags ist erstmals Sprachkurs, der ab heute vier Stunden täglich angesagt ist. Sechs Wochen lang. Es kann nicht schaden.
Abends: Letzte Streicharbeiten, Feinschliff bei den Säuberungsaktionen. Die Bude glänzt, riecht aber noch nach Farbe. Nach einem Gang (voller Scharm ob des Bedürfnisses nach Bier) zum Supermarkt wird noch ein Film geschaut, dann ab in die Heia.

Angekommen!

Ich bin in China. Endlich. Und nach vier Tagen konnten wir auch glücklicherweise eine Internetverbindung herstellen. Warmes Wasser und ne Heizung lässt allerdings noch auf sich warten.
Ich werde später mehr berichten, dies ist somit nur ein erstes Lebenszeichen.
Aber das hat ja auch was.

Dienstag, 24. Februar 2009

Abschied

Um es auch der Heimat gerecht zu machen, ist heute der gemeine Pöbel aufgefordert, sich in oeRques Geburtshaus einzufinden und eine gehörige Menge an Gerstensaft zu verköstigen.

Dienstag, 17. Februar 2009

Wehleidig

Mit ein wenig Wehmut bin ich gerade dabei, meine Sachen in meiner Studentenbutze zu packen. Sie werden zwar erst am Donnerstag abtransportiert, aber ich brauche die nächsten beiden Tage noch voll zum Lernen, damit in dieser Prüfungsphase wenigstens eine Wissensabfrage ein Lächeln auf mein gestresstes Gesicht zaubert. Denn irgendwas schienen die Profs dieses Semester an uns nicht gemocht zu haben, zumindest waren die Klausuren fast durchweg schwerer zu bearbeiten, als die der letzten Semester.
Aber natürlich sind nicht nur die Lehrkörper Schuld, auch ich habe momentan andere Dinge im Kopf, als mich mit Skripten hinzusetzen. Visum, Arztthermine, Erasmus-Parties (da jetzt jeder Erasmus-Student sich gezwungen sieht, eine eigene Abschiedsparty, selbst am Sonntag, zu zelebrieren) ... Und dafür läuft es dann eigentlich doch ganz gut.
Machen Sie es gut!

Dienstag, 10. Februar 2009

Weil ich's mir einfach nicht merken kann....

.... nutze ich diese Plattform mal kurz, um mir folgendes zu notieren:

Qualitätssicherung heißt auf Chinesisch: 质量保证

An den Brotdieb!

Du gehässiges, gemeines Wesen. Du undankbarer, krimineller Flegel. Du Naseweis, du Schelmenpack. Du erbarmungsloser Mensch ohne Herz!
Gib uns unser Brot zurück.
Es kann nicht sein, dass gutmütige Menschen, wie Jody, Max, Dirk und ich, Desnachts, derweil wir uns an unseren süßen Träumen laben, bestohlen werden von einem Bösewicht wie dir! Du nahmst uns nicht irgendeine belanglose Sache, sondern die wichtigste: Das Brot des Lebens!
Kannst du dir vorstellen, wie es ist, morgens hungrig aufzustehen, mit Schlaf in den Augen langsam unter die Dusche zu trotten, sich auf eine gesunde Mahlzeit zu freuen, die als Grundlage für einen harten Arbeitstag dient?
Natürlich kannst du dir das vorstellen.
Aber kannst du dir auch vorstellen, wie es dann ist, in die Küche zu marschieren, den Tee aufzusetzen, den Tisch liebevoll einzurichten und dann mit Entsetzen, das das Herz in die Hose sacken lässt, festzustellen, dass das von dir für gutes Geld gekaufte Energiepaket namens Brot aus deinem Schrank entwendet wurde? Und nicht nur aus deinem, sondern aus denen deiner Freunde ebenso? Freunde, die dir wichtig sind? Freunde, für die du nun größeres Mitleid als eigenen Hunger empfindest?
Nein, das kannst du nicht. Sonst wärst du zu dieser Wahnsinnstat nicht bereit.
Brotdieb, sofern du das liest:
Nimm es dir zu Herzen!

Samstag, 7. Februar 2009

Kein guter Freitag

Freitage sind normalerweise schön, der gestrige leider nicht.

Ärger um die Partyküche
Zum Leben im Wohnheim gehört, dass jeder nacheinander eine Woche lang den Küchendienst schmeißen muss. Zumindest das klappt bei uns öfters mal ganz gut, so werden die Kochplatten und manchmal sogar der Backofen von Festgebranntem zweimal vom Küchendienstleister befreit. Ein anderes Thema ist der Abwasch, da nehmen wir es nicht so genau, es bildet sich immer schnell ein großer Haufen, der aber zumindest dann verschwindet, wenn eine Party bevorsteht.
Nun kommen aber fast jede Woche noch zwei Damen, die den Küchendienst kontrollieren. Und sofern sie Mängel entdecken, wird ein Zettel geschrieben mit der Androhung, dass sie zwei Tage später wiederkämen, sollte sich nichts gebessert haben, würde eine Putzfirma engagiert und jeder Küchenbenutzer müsste dafür fünfzig Euronen blechen.
Diese Zettel werden nie ernst genommen, da die Beschwerden zumeist lächerlich sind (da die Herdplatten nach einmaliger Nutzung sowieso wieder dreckig sind und die Damen nunmal zur falschen Zeit kommen) und da sowieso nie die Nachkontrolle stattfindet.
Nicht so am gestrigen Freitag. Zur Frühstückszeit entdeckten Max und ich die Damen fast zu spät, konnten aber noch schnell den abzuwaschenden Haufen mit Handtüchern bedecken.
Ein kritischer Blick der Dame reichte, um die Ansage zu machen: "Sie können nächsten Monat mit einer Geldbuße rechnen!". Es kam nicht einmal ein "Guten Morgen." Frech.
Mal schauen, was passiert.

Psychologie psychisch nicht sehr wertvoll
Mittags galt es, die Psychologie-Prüfung zu schreiben. Thema war interessant, mit einer Probeklausur (sowie denen aus früheren Semestern) wurden wir nochmal heiß gemacht, da diese nun wirklich nicht schwer sein. Leider wurden dieses Mal für mich nur mehr oder weniger irrelevante Themen abgefragt. Eine gute Note werde ich nicht erzielt haben.

China scheint uns nicht zu wollen
Immer wieder Stress mit diesen Chinesen. Eigentlich wär mein Gesundheitszeugnis fast abgeschlossen, aber im Labor vergaß man, meine Blutgruppe zu ermitteln. Dafür dürfte ich eigentlich nochmal Geld berappen, jetzt gehen Dirko und ich aber lieber am Montag zum vergüteten Blutspenden. Und mein EKG muss noch gemacht werden, auch Montag.
Was dann noch aussteht, ist das Visum. Recherchiert haben wir, dass dafür nicht jeder selber hinfahren muss, sondern eine Person, beladen mit Reisepässen, Einladungen aus China, Vollmachten und HIV-Testen, vollkommen ausreicht, sofern er oder sie in den Öffnungszeiten zwischen 8h und 12h oder so in Frankfurt (!) aufkreuzt. Diese Infos hatten wir aus dem Internet, zur Sicherheit wollten wir nochmal anrufen, aber ans Telefon ging niemand. Egal, wird schon reichen.
Da Lukas keine Prüfung hatte, schickten wir also ihn los. Aber nur, um dann einen gefrusteten Anruf entgegenzunehmen, dass anscheinend doch ein ganzes Gesundheitszeugnis (das übrigens so spät wie möglich gemacht werden sollte) eingereicht werden sollte. Auf der Homepage der Visa-Macher sei es wohl "eine Fehlinformation".
Prima, jetzt haben wir nicht nur umsonst Spritkosten bezahlt, sondern dürfen auch noch nächste Woche zu den 90 Tacken 30 weitere berappen, da wir das ganze per Eilantrag abschließen müssen.
Natürlich habe ich unlängst eine Beschwerde-Mail geschickt. Allerdings im guten Ton, damit mir nicht noch weitere Steine in den Weg gelegt werden.

Druck

Von vielen Seiten darf ich mir desöfteren mal die Frage gefallen lassen, ob es sich denn lohnt, Druck zu studieren.
Natürlich tut es das! Man schaue sich nur mal um und betrachte, was so alles bedruckt wird.
Sollte all dies aber bald durch kleine Plasma-Bildschirme oder ähnliches ersetzt werden, weil neue Medien schließlich toll sind, so gibt es noch immer eine Marktlücke, in die ich flüchten könnte.
Ich danke Tobi für diesen Tipp:

Freitag, 6. Februar 2009

Prachtbube

Mein Brücderchen, der Prachtbube, hatte eben seinen Körper nicht unter Kontrolle.
Am ZOB furzte er so laut, dass sich alle in seiner Umgebung umgedreht haben.
Zuvor verspeiste er ein Zwiebelmett-Brötchen und trank einen Kaffee.
Im Bus wurde er von den meisten gemieden. Einer fragte jedoch, ob er draußen musizieren wollte. Der Prachtbube konnte verschwitzt und verständnislos nur die Gegenfrage stellen, ob 'Für Elise' nicht erkannt wurde.
Mein Bruder ist ein wahrlicher Prachtbube.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Lerntipps, powerd by oeRque

In meiner momentanen Prüfungsphase habe ich so einige Tipps zum Lernen entworfen. Da ich aber noch keine Ergebnisse meiner letzten Prüfungen habe, kann ich nicht bestätigen, ob sie wirklich helfen.

1. Einzig erlaubte Musik ist Klassik. Und nicht irgendeine, nein, nur die, die Jody empfohlen hat. Folgendes ist zu beachten:
a) Hört nicht über Computer, der gehört aus. Hört über iPod.
b) Habt ihr keinen iPod -> Bildschirmschoner mit Lernaufforderung auf eine Minute einstellen.
2. Trinkt Tee. Aber hier sind zweierlei Dinge zu beachten:
a) Füllt euch eine Kanne ab, dann müsst ihr nicht so oft Wasser kochen.
b) Füllt euren Becher nur zur Hälfte. Der Tee ist immer heiß und wird langsamer leer.
3. Bastelt euch ein schlaues Büchlein, in das ihr das zuvor Gelernte resümiert.
4. Abwechslung muss sein. Gönnt euch abends ein Bier, wahlweise zwei. Am besten geht ihr dazu zum nahegelegenen Bierautomaten, dann schnappt ihr noch ein bisschen frische Luft.
5. Esst euch nicht zu satt, das raubt euch Blut aus dem Gehirn und macht träge.

Montag, 2. Februar 2009

Letzte Events in Stuttgart

Zum letzten Wochenende fanden meine letzten beiden großen Events in Stuttgart auf dem Programm.
Am Donnerstag fand die allsemestrige Media Night auf dem Programm, bei der sämtliche Studiengänge von Druck über Informatik bishin zu den audiovisuellen Medien ihre Projekte vorstellen.
Highlights waren neben Dirks Projekt die Filmproduktionen, die teilweise in 3D waren.

Am Freitag feierte ich in meinen Geburtstag rein. Die Party war sehr gut, zumindest zu den Zeiten, an die ich mich erinnern darf. Gekommen sind neben Torben, Mona und Melanie aus dem hohen Norden, Onkel Holger aus dem Süden auch und meinen Mitbewohnern und Kommilitonen noch viele Leute, die ich eigentlich gar nicht kannte, was aber ja nicht schlimm ist, weil man sie ja kennenlernen kann. Dafür blieben leider viele Erasmus-Leute aus, allerdings mussten die sich auch zwischen ein paar Feiern entscheiden.
Die Etage war also zu den besten Zeiten sehr voll, die Stimmung war gut.
Neben den sieben Blechen Pizza, die wir vorbereitet hatten, gingen noch meine sechs gestellten Kästen Bier plus sämtliche Mitbringsel der Gäste weg und ich darf mich jetzt Pfandmillionär nennen.
Zum weiteren Verlauf des Abends kann ich nicht so viel sagen, da ich noch dabei bin, ihn stückweise vom Hörensagen zu rekonstruieren. Meine Standard-Frage war in den letzten Tagen: "Wie, der war also auch da? Nicht gesehen."
Normal lass ich es ja immer sachte angehen mit dem Alkohol, aber dieses Mal konnte ich mich nicht dagegen wehren, da man als Gastgeber immer ein potenzieller Mittrinker bei den Schnapsrunden ist und oft herzitiert wird. Und wenn man trinkt, kann man nichts essen. Ein Dilemma!
Neben drei Flaschen und zwei Gläsern ging am Abend nix kaputt, es gab keine Schlägereien und es wurde nichts geklaut. Studenten sind also, selbst im Suff, sehr anständige Menschen.
Lediglich der Boden und die Örtlichkeiten auf unserer Etage waren sehr schmutzig. Und trotzdem wir am Samstag schon einmal gewischt hatten, ließ es sich die Putzfrau nicht nehmen, am heutigen Morgen noch zwei Stunden damit zu verbringen, abermals zu wischen und zu putzen. Wir bedankten uns mit zwei Flaschen Wein und einer Tafel Schokolade und hoffen, dass sie uns nicht allzu böse ist.

Fazit des Abends:
- sehr lustig
- meine Schwester schaffte es mal wieder, den Badensern den Kopf zu verdrehen

Montag, 26. Januar 2009

Die Tage sind gezählt...

... in genau einem Monat geht es nach Schina. Zur Feier des heutigen Tages wurde auch gleich die mündliche Prüfung in oben genannter Landessprache durchgeführt.
Ich bin ganz froh, dass ich momentan so viel Stress hab, dass ich gar nicht wirklich über das kommende Jahr nachdenken kann und somit auch keine Panik oder ähnliches bekomme. Allerdings muss ich sagen, dass ich hier in Stuttgart wahrscheinlich nie so viel Spaß hatte, wie im letzten Semester.
Aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.
Drum wird Freitag nochmal gefeiert, es reisen sogar Gäste mit Rang und Namen von sehr weit weg an; mein Bruder und meine Schwester werden sich die Blöße geben und auch mein Onkel ist am Start.
Ich freu mich.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Scheiße!

- ich habe zum dritten Mal in diesem Monat nicht beim Poker gewonnen.
- ich habe den ganzen Tag von früh dunkel bis spät dunkel etwas zu tun.
- es stehen neben normalen Vorlesungen nächste Woche zwei Prüfungen und zwei Vorträge an
- die China-Visums-Scheiße kotzt mich an
- ich musste heute früh aufstehen um einen Arztbesuch wahrzunehmen
- laut Internet hockte der Arzt um die Ecke, hat sich aber irgendwann gedacht, doch weiter wegzuziehen
- mein auf 7h30 gelegter Termin wurde so um eine halbe Stunde verschoben
- meine Ärztin war genauso planlos wie ich und googlete einfach, was für Impfungen ich brauche
- die kosten mich ein halbes Vermögen
- beim Röntgenbild der Lunge wollte sie nicht schummeln, obwohl ich mir größte Mühe gab, eine Lungenentzündung oder Tuberkulose vorzutäuschen
- Jody kommt nicht auf meine Geburtstagsparty
- Alicia ebensowenig

Das ist doch alles eine große Scheiße!

Ich geh schlafen.

Montag, 19. Januar 2009

Freitag, 9. Januar 2009

Zeit für... Musik!

Peter Fox vs. The Ting Tings - Mashup




Mashup Germany - Top of the Pops 2008


Ich verklag die Hochschule!

Die letzten beiden Tage bin ich fünfmal zur Hochschule hin- und zurückgelaufen. Und davon nur einmal erfolgreich, um eine Prüfung zu schreiben. Ansonsten sind meine Vorlesungen ausgefallen. Und jetzt guckt mal nach draußen; da geht man doch nicht einfach so auf die Straße.
Die Hochschule hat es also geschafft; Heute konnte ich nicht hingehen, oeRque ist furchtbar krank. oeRque kann sich kaum vorstellen, dass es jemandem momentan schlechter gehen kann, als ihm.
Ich kann hiermit sagen, dass es verdammt unangenehm ist, wenn in den wegen des Fiebers schmerzenden Gliedmaßen auch noch ein Muskelkater vom Lacrosse steckt.
Für die unbändigen Qualen, die ich jetzt durchleben muss, wäre eine Klage gegen die Hochschule angebracht.
Pfui!

Montag, 5. Januar 2009

aus Braun mach Grün

... dazu nehme man ein Brot und verlasse danach für zwei Wochen das Haus.
Kurz gesagt; ich bin zurück in Stuttgart und zurück an meinem Computer. Zeit, das letzte Jahr und die letzten Tage mal Revue passieren zu lassen.

Januar:
oeRque feiert die ersten Tage zuhause, macht sich beim Fußball das Knie kaputt. Sagt der Stuttgarter Arzt. Der Bremer Profi sagt; Papperlapapp, junger Mann, warten Sie mal ein paar Wochen, bilden Sie Muskulatur und Zack; da ist nix. Er sollte Recht behalten.

Februar:
Prüfung über Prüfung gemeistert. Anschließend ab zum Dirkle nach London.

März:
Verfrüht aus den Ferien zurück nach Stuttgart. Gute Wahl. Der Beginn oeRques Erscheinen auf Erasmus-Partys wo er als Exot geliebt und geschätzt wurde.

April:
War da was? Bestimmt Kükenfest. Und sonst? Erstes Handy des Jahres zerschrottet, im Klo der Verwandtschaft.

Mai:
Frankreich-Austausch. Zweites Handy des Jahres geschrottet, durch einen Schlag im Suff. Resultat: drei geduldig wartende Mitfahrer konnten in Paris nicht aufgesucht werden. Ihre Mitteilungen auf der Mailbox sprachen Bände.

Juni:
DRUPA in Düsseldorf, Beginn der EM, Grillen auf dem Dach, Sommerfeste der Wohnheime.

Juli:
Prüfungsphase. Bis auf eine alle bestanden. Anschließend ein legendärer Freiburg-Besuch. Danach noch ein paar Wochen Stuttgart aus reiner Lust und Laune.

August:
Trotz gutem Wetters den ganzen Tag am geliehenen TV-Gerät gehangen und Olympia geschaut. Bis UlfUlf nach Hause kam. Dann den Barbie-Roller gebaut. Anschließend Besuch beim Buben in Flensburg, am Ende des Monats noch die Hochzeit der ehrenwerten Mutter mit Pappchen gefeiert.

September:
Spontaner 'Kurzurlaub'. Bremen-Venedig-Brüssel-Prag-Brüssel-Stuttgart. Fazit: Sogar, bzw. gerade günstiges Bier und Billigflüge können in der Summe sehr teuer enden. Anschließend verfrühtes Erscheinen in Stuttgart. Erasmus-Partys. Yeah-Baby.
Achja: Werder siegt in der Allianz-Arena 5:2. oeRque war dabei.

Oktober:
Neubildung der Partyküchenbelegschaft. Die bisher aktivste der Partyküchenbelegschaft. Allerdings wurde in diesem Monat die Küche wegen des Cannstatter Wasens und der Entdeckung einiger Clubs in der Stadt noch nicht so zu schätzen gewusst. Kurzer Heimatbesuch zwecks Firmenfeier und Freimarkt-Besuch.

November:
Pfalz-Besuch und Weinprobe mit der Familie. Anschließend viel studiert. Klar. Glühwein-Party in der Küche in Winterkleidung bei geöffneten Fenstern.

Dezember:
oeRque und Kubi fahren nach Karlsruhe. Der Weihnachtsbaum wird gefällt. Und geschmückt. Torben, Kubicek, Freunde vom Dirk; alle erweisen uns die Ehre und kommen zu Besuch. Willkommen im Arsch!

Weihnachten:
Verbracht erst bei der Mutter, zwei Tage, dann beim Vater, bis zuletzt. Sehr besinnliche Zeit. Wenn man denn zur Besinnung kam. Fabulöse Geschenke und leckeres Essen verspeist. Bier und Wein ebenfalls kostenlos.
Silvester waren erst große Pläne bzgl. großer Reisen meinerseits geschmiedet: Zum Dirkle, nach Freiburg oder doch Dänemark? Es wurde Hamburg mit Torben bei Toni dem seine Mudda. Nach gutem Raclette zu dem Cola-Korn serviert wurde ging es auf die Reeperbahn. Alle schafften es bis halb neun wieder zu Toni seiner Mudda bis auf Torben. Er weigerte sich, aufzuwachen und wehrte sich. Ich erreichte ihn via Mobilfunktelefon, als er beim Bahnhof war. Ein wenig säuerlich gönnte er sich ein Herrengedeck im dortigen 'Zapfhahn' und kam 90 Minuten später doch noch an. Das ist mein Bube.
Und jetzt: Lernen, lernen, pupernen. Würde der Kubicek heute nicht schon wieder auf der Matte stehen.

In diesem Sinne: Allen ein frohes neues Jahr.

Freitag, 19. Dezember 2008

Die Partyküche geht nochmal steil...

... für die letzten Male dieses Jahr und eines der letzten Male überhaupt (bald stehen Prüfungen an).
Dazu hat sich extra mein Bruder eingefunden und auch Jakob lässt es sich nicht nehmen, vor dem Heimatbesuch uns abermals zu beehren.
Gestern haben wir Pizza gemacht, fünf Bleche. Was für's Wochenende reichen sollte, ist bereits gestern geleert worden.
Anschließend ging es zur Schräglage, die uns aber nicht mehr reinließ. Anscheinend wegen Überfüllung. 350 von 200 erlaubten waren vor uns da, und der Türsteher gab uns folgende Rechnung: Wenn 100 Leute rauskommen, käme einer von uns rein. Wir waren fünf. Es hätten also 500 Leute rausgehen müssen für unser Glück. Also stünden wir nachher mit einer Minusanzahl an Personen im Laden und so lange wollten wir nicht warten. Wir sind also nur mit dem Shuttlebus, der Bier verkaufte, gefahren, zwei Runden.
Das machte uns sehr viel Spaß.
Jakob dürfte gleich ankommen, mein Bruder versprach, ihn mit Blumen und Bier zu empfangen, leider hat er verschlafen.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Seltener Besuch: Die Polizei

Am gestrigen Samstag durften wir uns erstmals als Verbrecher bezeichnen, bzw. als polizeilich Gesuchte.
Max hatte seine erste Prüfung im Studium geschrieben, Mathe, am Samstag. Natürlich musste dies gefeiert werden und so wurden Dirk und ich um elf Uhr geweckt (nachdem ich vorher bis sechs Uhr Jodys Geburtstag gefeiert habe - er hat Dienstag). Es galt, ein Bier zu trinken und dann eigentlich weiter zu schlafen. Natürlich war der zweite Gedanke Bullshit, da gefühlt der halbe Campus die Prüfung hinter sich hatte und somit zwei Küchen über unserer auch mit Glühwein gefeiert wurde. Dort frühstückten wir eine Pizza und fröhnten unser Dasein als freie Menschen. Zur Abkühlung ging es zwischendurch auf's Dach, auf dem noch genug Schnee lag. Unten am Hang tobten die Kinder, kreischend, schreiend, lachend, weinend. Zwischendrin waren ein paar Väter. Und Mütter. Natürlich konnten wir dem kindlichen Trieb nicht widerstehen, und so ließen zehn junge Männer Schnee zu Bällen geformt vom Dach fallen. Ein Riesenspaß. Nicht jedoch für einen Vater. Dieser kam, als alle, bis auf einer schon wieder in der Küche saßen, auf's Dach und würgte den einzig dort verbleibenden Knaben. Dieser kam anschließend sichtlich schockiert in die Küche und erzählte, was ihm wiederfahren war.
Aus dem Fenster hinaus konnten wir ihn sehen und fragten, was denn los sei. Er würde die Polizei rufen, wenn es noch einmal passiert. Natürlich hatten wir nichts mehr vor. Auf den Satz 'ist doch nur Schnee' reagierte er allerdings so allergisch, dass er die magischen drei Tasten seines Mobilfunktelefons betätigte und davon ging. 'Der blöfft', waren wir uns sicher. Als Dirk und ich dann allerdings kurz in meinem Zimmer waren, sahen wir zwei Beamte in Uniform an meinem Fenster vorbeihuschen.
Natürlich taten wir das, was echte Männer tun. Wir setzten uns auf meinen Boden, verschlossen die Türen und gaben keinen Mucks von uns. Die von oben haben die Gesetzeshüter zum Glück auch frühzeitig gesehen, sodass letztgenannte lediglich eine verwaiste Küche vorfanden. Und da lediglich Unschuldige auf das Klopfen an den Türen reagierten, mussten sie unverrichteter Dinge das Haus wieder räumen.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Rodeln ist nur etwas für echte Kerle...

... deshalb hat Dirk es auch aufgegeben, wegen 'Hand'.
Erst gestern musste ich das Zitat meines Titels wieder am eigenen Körper erleben.
Voraussetzungen waren folgende:
Ca. 20 cm Neuschnee, ein erfolgreiches Lacrosse-Training trotz 'Schulter', zwei Glühwein beim Winterglühen im Allmandring II (hinter unserem Haus), der nötige Mut und genug Material zum Rodeln.
Zack, ging es ab 1 Uhr nachts an besagten Hang, an dem ich schon Schlüssel (erfolgreich) und Kamera (nicht erfolgreich) versenkte, bewaffnet mit Wok, Auflaufform, Tüten, bedrucktem Papier und einem Mensa-Tablett.
Wok ist seitdem nicht mehr aktuell, der bremst zu viel. Auflaufform verhält sich ähnlich. Man braucht für beides wohl anderen Schnee. Tüte ist gut. Mensa-Tablett ebenso.
Auf letztem machte ich meinen letzten Ritt, einen anderen Weg, an Bäumen endend. Ich nahm schnell sehr viel Fahrt auf, fühlte mich großartig, bis ich auf eine ungeahnte Schwelle, eine Schanze, zusteuerte. Diese schleuderte mich in die Luft. Ich drehte mich. Das Tablett zerborste unter meinem beachtlichen Gesäß. Mit einem Knall erreichte ich wieder den Erdboden. Aus den Augenwinkel sah ich nur noch die Bäume näher kommen und merkte; ich muss bremsen. Zack! Mit dem Gesicht voran bohrte ich mich in den Schnee. Ich schaffte es, vor den Wurzeln zu stehen zu kommen, der Preis dafür war eine schmerzende Nase und eine aufgeschlitzte Lippe.
Heute sah ich sehr gut aus, mein Mund besaß die Form eines Schnabels. Natürlich gab ich erst mit einer Schlägerei an, um dann mit der viel härteren Wahrheit auszupacken.
Man nennt mich nur noch 'Insane oeRque'.
Und ja, heute war ich wieder am Hang anzutreffen.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Pimp my Partyküche vol. II

Pünktlich zur Jahreszeit haben die Partyküchen-Mitglieder es geschafft, ihren Raum für Speisen, Getränke und tolle Meetings abermals aufzuwerten.
Samstagnacht zogen bereits Jody, Max und dessen Bruder los, um vom 'Weihnachtsbaumhändler' ein geeignetes Geäst zu besorgen. Ich schlief bereits, durfte aber am Morgen drauf als erster die mit Bierdosen geschmückte Tanne begutachten.
Das Ding nahm allerdings leider den halben Raum in Anspruch, fortan musste in Etappen gegessen werden, bis wir heute einfach alles umräumten, an den Zweigen etwas rumschnibbelten und anschließend das ganze weiter schmückten, allen voran mit abermals Bierdosen (leider in schwarz), den Bügeln von den Flensburger-Flaschen, Watte, irgendwelchem Kitsch aus den Zimmern und selbstgebastelten Sternen, Sternschnuppen und Herzen aus Pappe und Plastik. Zudem wurden zwei der sechs Lampen mit roten Plastiktüten bedeckt (bessere, als zur GLühweinsession), was für ein wunderbares puffiges Licht sorgt.
Zur Veranschaulichung habe ich es mit ein paar Fotos probiert, aber meine alte Kamera bringt es nicht mehr so. Der Baum sieht viel hässlicher aus, als er ist, und das Porträt unserer Küche von außen im Vergleich zu den anderen ist leicht verwischt.
Bitte verzeiht mir jenes.


Mittwoch, 3. Dezember 2008

oeRque will Mitleid...

... denn oeRque hat Schulter. Gezerrt nämlich.
Und dies passierte so: oeRque hat einst im Sommer unwissend einen Barbie-Roller ohne Lenker aus der Stadt mitgehen lassen und ihn anschließend gepimpt. Leider verlebte dieser Roller bisher ein armseeliges Leben im begehbaren Kleiderschrank, bis er bei der letzten Aufräum-Aktion der Partyküche vermacht wurde. Dort trifft er stets auf die pure Begeisterung der Partyküchler und wird auch für kürzeste Wege oder kleine Spritztouren um den Herd genutzt.
Während der erwähnten Eskalation am letzten Wochenende habe ich mir irgendwann gedacht; dieser Roller hat eine weitere Ausfahrt verdient. Mit den Worten; 'Jungs, ich dreh jetzt mal ne Runde', machte ich mich nach draußen und fuhr ein bisschen herum. Es machte riesigen Spaß, doch irgendwann suchte ich eine neue Herausforderung und fand diese am steilen Weg an meinem Fenster vorbei zur Tür. Bremsen wurde vollkommen überbewertet, zu viel Adrenalin. Bremsen brauchte ich auch nicht, das machte das Gitter-Rost am Ende des Weges, das das Vorderrad einklemmte und oeRque über den aufgesetzten Rennrad-Lenker schleuderte, welcher kontrolliert unkontrolliert mit der Schulter voran auf die Pflaster-Steine knallte.
Der Arme.

Sonntag, 30. November 2008

Die Partyküche sagt: Willkommen im Arsch

Es fing mal wieder alles mit einer glorreichen Idee an;
Der Abend soll mit einem gemütlichen Glühwein-Trinken beginnen, dazu gibt es Pizza. Um das ganze in einer angemessenen Atmosphäre zu bewältigen, zieht man sich Jacke, Schal und Mütze, wahlweise auch Handschuhe an und öffnet sämtliche Fenster. Die Lampen werden mit roten Tüten abgedeckt, um ein Puff-Licht zu erzeugen. Aus der Anlage läuft via iPod Weihnachtsmusik. Laut.
Wie vielseitig doch unsere Partyküche ist!
So viel zum Plan. Zur Durchführung und zum Ende des Ganzen möchte ich mich nicht äußern. Noch nicht.


Donnerstag, 27. November 2008

Pimp my Partyküche

Am Freitag und Samstag waren wir sehr kreativ; wir malten einfach mal Bilder.Diese hängen nun in der Partyküche und sollen euch natürlich nicht vorenthalten werden!
Et voilá:




Montag, 24. November 2008

Glück und Unglück gehen Hand in Hand

Die letzten Tage sind bei mir ein Wechselbad der Gefühle;
Fühle ich mich erst beim Rodeln sehr gut und habe Spaß, merke ich sogleich, dass mein Schlüssel verloren gegangen ist. Das Gute hieran war, dass ich bei Dirk auf der Gästematratze schlafen durfte und sogar endlich mal wieder TV zum Einschlafen hatte. Viel zu früh wachte ich dann wieder auf, traf aber sogleich die Hausmeister, die mir schnell helfen konnten. Dies kostete aber wiederum 100 Euro (die ich jedoch wiederbekomme, sollte ich den Schlüssel wiederfinden). Recht 'pünktlich konnte ich also zu meiner Vorlesung gehen, nur um zu erfahren, dass diese heute ausfällt. Zumindest war dann noch ein Frühstück drin. Darauf folgten vier Vorlesungsblöcke Chinesisch, zwischendrin ein kleines Mittagessen (ich musste die kleine Portion nehmen, da ich heute schon zu viel ausgeben musste). Auch machte ich noch einen HiWi-Job klar, den ich wohl Donnerstag antreten werde. Nachdem ich mir beim Abendessen schön ein Messer durch den Daumen rammte (der gefrorene Spinatblock gab nicht nach, dafür aber mein zartes Fleisch), folgte das Höchste aller Glücksgefühle;
Der neue Partyküchler der Woche heißt:

Mirko

Ich hoffe, ich wurde nicht nur aus Mitleid gewählt.
Zur Feier des Tages schauten wir, der Weihnachtszeit wegen, 'Kevin allein zu Haus' auf dem Beamer. Allerdings auch das nur, weil es heute nicht 'Die Simpsons' zur PrimeTime gab.
Weitere frohe Kunde; es hat getaut, morgen finde ich bestimmt meinen Schlüssel.

Meine Lieben, die ihr euch um mich sorgt

Als hätten wir dieses Wochenende nicht schon genug Zeit miteinander verbracht, so habe ich die einmalige Gelegenheit, eine Nacht mit und bei Dirk zu verbringen.
Ja, es ist wahr, ich werde seine Gästematratze in Anspruch nehmen.
Warum, fragt ihr euch jetzt?
Die Antwort liegt auf der Hand (bzw. im Schnee); Ich bin dumm!
Dirk sagt, ich soll nicht so hart zu mir sein, aber es ist doch wahr.
Ich war heute für fünf Sekunden sehr unbedacht. Ich Depp. Ich klingelte alle Mitbewohner raus, um Wok zu fahren. Um es in meiner Tasche bequemer zu haben, nahm ich meinen Schlüssel vom Bund und steckte ihn in die Jogginghose. Der Reißverschluss muss geschlossen sein, sagte ich mir fünfmal.
Zack! Nach der ersten Rodelpartie hinterm Haus deuchtete es mir; Zack! Schlüssel weg. Ein Euro für Max ebenso. Die blöden Chinesen, die Stühle zerstörten um ebenfalls geeignete fahrbare Untersätze zu haben, fanden nur ein Handy.
Ich bin heute der traurigste Mensch auf Erden.
Plus eins! Dirk hat sich an der Hand verletzt.
Aua, es tut echt weh.
Zur Beruhigung trinken wir köstlichsten Kartoffelschnaps von hinterm Eisernen Vorhang. Reingelegt, Smirnoff wird in Italy hergestellt. Und gleichzeitig in London.
Verrücktes Europa!
Schade, dass ein so fantastisches Wochenende so endet.
Und alles nur, weil ich dumm bin.

Ps.: Dirk hat nichts diktiert. Und ich in Klammern Mirko bin Schuld an der Misere, aber ich freue mich schon auf diejenigen Tage, welche.

Gute Nacht.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge (das sind zwei) verabschiede ich mich aus dem Zimmer von nebenan. Sobald ich einen Weg in mein eigenes Gemach wiedergefunden habe, melde ich mich abermals.

Ich.

hund schnee

Freitag, 21. November 2008

Warum...

... zum Henker liegt auf dem Weg in mein Zimmer immer die Partyküche gefüllt mit Menschen, Schnaps und Heiterkeit?
Und warum besitzt sie eine so große Anziehungskraft?

Mittwoch, 19. November 2008

"Guck mal, Mirko...

... da ist dein Bruder! Auch ein Fischkopf!" (Zitat: Denis). Ich habe herzhaft gelacht.

Montag, 17. November 2008

Wer ist der Neue von Sarah Connor?

Und was sagen ihre Kinder dazu?
Ist es Diego, Bremens toller Spielmacher, oder doch eher ihr Manager?
Und wie verkraftet Marc Terenzi die Trennung?

Das sind Fragen, die mich heute morgen bewegen.

Montag morgens beim Frisör

Ich kann allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs nur davon abraten, am Montag morgens kurz nach Ladeneröffnung einen Frisör aufzusuchen.
So bereute ich es, nachdem ich in aller Herrgottsfrühe erwachte, schon beim Betreten des Ladens. Die pure Müdigkeit in Form eines Menschen erwartete mich dort. Die Frisörin tat so, als ob sie telefonierte, dabei blieben ihre Augen jedoch geschlossen. Dennoch vernahm sie mich und ich wurde mit einem Augenverdrehen begrüßt. Mit ein paar Worten wurde ich allerdings gleich auf den Stuhl gebeten. Froh war ich zunächst, als sie fragte, ob das auch mit der Maschine geschnitten werden kann (mit der Schere kann man viel mehr falsch machen!). Jo, die Seiten. Unter 'die Seiten' verstand sie allerdings nur die ersten drei Zentimeter vom Haaransatz nach oben, der Rest wurde in provokativer Langsamkeit doch mit der Schere erledigt.
Als eine nächste Kundin (die einzige nach mir und einer, die unter so ner Trockenhaube saß) den Laden betrat, wurde sie fast schon wieder ausgeladen, da eine Wartezeit von einer 'halben bis dreiviertel Stunde' angesichts der wenigen Klienten sehr übertrieben schien. Die Dame hoffte aber, dass es vielleicht schneller geht und setzte sich erstmal, was meine Dienstleisterin noch mehr dazu anstachelte, langsamer zu sein, damit am Ende sie Recht behielt, was die Zeit betraf.
Fazit: Nach einer halben Stunde in ständiger Angst ob einiger Experimente an meinem Schopfe konnte ich die Bude verlassen, ohne das obligatorische 'darf's noch ein bisschen Gel sein' (wo erst eine halbe Tube teuersten Gels in die Hände geklatscht, übertrieben verrieben um dann minimalst ein paar einzelne Haare zu touchieren, jedoch maximalst beim Händeschütteln an einem weitergegeben zu werden - beim anderen, teuren Frisör nehmen sie übrigens mittlerweile 2 Euronen für den Service, was angesichts des Gelverschleißes irgendwann mal Zeit wurde), dafür aber mit umso mehr losen Haaren in Gesicht und Nacken.
Zum Glück habe ich die Chance, mit meinem Gel das ganze Tag für Tag zu retten, bzw. zu kaschieren.

Montag, 10. November 2008

Partyküchler des Monats Oktober / November

Ich möchte nun erstmals auf dieser Seite den Partyküchler, also meinen Mitbewohner des Monats zu kühren.
Es war ein hartes Kopf an Kopf-Rennen, doch letztendlich hat sich einer durchgesetzt:

JODY

besser bekannt als unser 'geigespielender Franzose'. Nicht nur, dass er uns das ein um das andere Mal den Abend mit tollen Klängen aus seiner Geige versüßt, war ausschlaggebend. Viel mehr, dass, ihm sei Dank, das ganze noch dauerhaft mit romantischem Licht unterstützt wird. Er war es nämlich, der unsere Dunstabzugshaube, die alle 15 Minuten wieder eingeschaltet werden müsste, zu knacken, und das Zeitlimit auf 4 Stunden heraufsetzte. Jetzt können 'wir die ganze Nacht das Licht anhaben' (O-Ton Dirk).
Das Highlight war allerdings, dass er den Hausmeister einst dabei beobachtete, wie dieser an der Zeitschaltuhr der Bierautomaten hantierte. Diese Bierautomaten sind nämlich ab Mitternacht wegen 'Lärmbelästigung' ausgeschaltet.
Kurzerhand sind wir letzte Nacht bewaffnet mit Stuhl und Werkzeugkasten in den Waschkeller geschlichen und haben die Zeitschaltuhr umgestellt.

Aber psst!

Ich hoffe, Jody freut sich über diese Auszeichnung und dass diese seine Julia noch stolzer macht.

Einen verdienten zweiten Platz genießt Dirk, der am häufigsten die ganze Küche saubergemacht hat und auch die Putzfrauen dadurch unterstützt, dass er die Stühle hochstellt, damit sie auch sämtliche Kronkorken unterm Tisch erreichen.
Danke dafür. Kopf hoch. Im nächsten Monat bist du dran. Vielleicht.

Stiftungsfest der TV Grafia

Letztes Wochenende fand das lang geplante Stiftungsfest meiner Verbindung statt. Für all den Stress und Aufwand in den letzten Wochen (in denen ich mich hier nicht mehr gemeldet habe) wurden wir sehr gut entschädigt, das Fest war sehr schön!
Am Freitag stand ein gemütliches Beisammensein ohne Programm auf dem Programm (klingt das jetzt paradox?). Einem sehr leckeren Büffett folgte sehr günstiges Bier, sowie fünf Fuxierungen und Burschierungen, sprich Bierduschen.
Am Samstag ging es pünktlich um 15 Uhr auf die MS Wilhelma, einem Schiff auf dem Neckar, das ganze im feinsten Anzug. Der Nachmittag ging für eine recht müßige Jahreshauptversammlung drauf. Müßig deshalb, weil die Diskussionen ins Leere zu führen schienen, es ungeheuer heiß unter Deck war und die Bediensteten etwas unfähig waren einen ganzen Tisch auf einmal aufmerksam zu bedienen. Abends fand der Festkommers statt, dem Höhepunkt. Unser Programm kam gut an, für Flüssignahrung wurde stets von dem einen oder anderen Alten Herren gesorgt und die Bierstaffel gewannen wir auch.
Als wir gegen Mitternacht wieder anlegten, fuhren wir noch in die Stadt. Ich besuchte, glaube ich, vier Kneipen, die letzten dann mehr oder weniger alleine. Schlussendlich war ich um halb neun zuhause, was auch daran lag, dass ich bei der ersten Bahn zu sozial war und noch jemanden wecken wollte, sodass wir beide diese verpassten, dass ich in der zweiten Bahn eingenickt bin (wahrscheinlich in einen Sekundenschlaf) und bei der nächsten Station panikartig ausstieg, da ich dachte, ich sei da und letztendlich noch auf die dritte Bahn warten musste, in die ich mich legte, telefonierte und sang, um nicht wieder einzuschlafen.
Um halb elf weckte mich Christian, der wegen Seekrankheit schon um halb eins zu mir gefahren ist und deshalb recht ausgeschlafen war. Man sollte nach zwei Stunden eigentlich böse sein, allerdings machte er das auf eine ganz fantastische Art und zwar mit folgendem Lied:



Um elf Uhr saß ich dann beim Katerfrühstück im Schwanen, genoss noch ein Bierchen und Maultaschen und freute mich insgeheim auf mein Bettchen. Das sollte aber noch bis sieben Uhr auf mich warten. Um Mitternacht genoss ich mein Abendessen, um dann noch drei Stunden mit den besten Mitbewohnern, die ich habe, in der Küche zu hocken und geheime Pläne zu schmieden.
Das Manipulieren des Bierautomatens bildete den Schlusspunkt eines fantastischen Wochenendes.

我叫孟豪

Mein chinesischer Name ist raus; Ich heiße 孟豪 (meng4 hao2).
Zur Bedeutung:
孟 ist ein bekannter Nachname, hat keine große Bedeutung, lediglich sowas wie "ältester Bruder".
豪 dagegen bedeutet sowas wie "groß", "heroisch", "ungeheuer begabt"... und das trifft mich voll und ganz.
Ich danke meinen Chinesisch-Professorinnen!

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Chinesischer Name

Langsam nähert sich meine Abreise nach China (in fast genau 4 Monaten ist es wohl soweit) und somit beginnt auch der ganze Stress; Visum, Stipendium, Gesundheitszeugnis.. und ein chinesischer Name.
Auf dem Visumsantrag steht nämlich, dass man auch einen chinesischen Namen angeben muss. Ich glaube, es gibt nichts schöneres, als sich selber einen Namen mit Bedeutung auszusuchen, allerdings fehlt mir momentan die Inspiration, bzw. mir fallen glatt so viele ein.
Ich wär sehr glücklich, wenn IHR mir bei der Suche helfen könntet. Bedingung: Es müssen drei Zeichen sein, also der Name darf nur aus drei Strichen bestehen.
Mir schwebt da sowas vor wie:

'Im Winde wiegender Grashalm'
'Kuss des Nordens'
'Starker deutscher Schönling'

Ich bitte um weitere Ideen.

Samstag, 11. Oktober 2008

Die erste Woche ist rum

Ich habe es geschafft; die erste Woche des neuen Semesters ist rum und sie wurde so verlebt, wie es sich für eine erste Woche, in der sich alle wieder treffen, gebührt; jeden Abend Feierei, weil man es sich ja leisten kann.
Montag ging's zu Kommilitonen vom Dirk, anschließend kamen wir nicht drum rum, in unsere neue Lieblingskneipe, das Boddchamber, ca. 75 Meter von unserem Wohnheim entfernt, einzukehren. Dabei wollten wir eigentlich schlafen, schließlich war Vorlesungszeit.
Dienstag Pokern bis in die Puppen.
Mittwoch kam Jakob ausm Praxissemester aus Wien mal bei mir zu Besuch. Um halb drei war er da, mit nem Sixer (in weiser Voraussicht nur einen, weil es ja noch nen Bierautomaten gibt). Hilft ja nichts. Abends das zweite Mal Wasen für mich (das erste Mal war Samstag vor einem Bundesliga-Spiel, das ich nicht erwähnen möchte). Jakob schlief um elf, ich kam abermals nicht ums Boddchamber rum.
Donnerstag. Wecker klingelt um 6h30, wir müssen nach Heidelberg. Zug erwischen wir, kaufen allerdings ein BaWü-Ticket, das für den IC nicht gilt. Meine Fahne vernehmend dachte der Schaffner wahrscheinlich, dass es besser wär, uns das durchgehen zu lassen. Bei Heidelberg mussten wir fatalerweise eine Stunde auf alle möglichen anderen warten. Diese Wartezeit veranließ (klingt komisch..) Jakob letztendlich, nach Freiburg zu fahren, es ging nicht mehr. Ich bin da aber ja trainierter, meisterte die ganze Exkursion mit Bravour.
Zurück nahm ich extra den langsameren Zug, um noch etwas zu schlafen. Abends stand wieder Wasen an, diesmal von der Verbindung. Bier ging auf Kassenkosten. Hilft ja nichts.
Gestern wurde es dann mal ruhiger, schließlich hatte ich heute schon wieder Vorlesungen.

Dirk ist krank. Und kein Mensch hier hat Grippostad für ihn. Ich habe ihm verboten zu husten. Er tut es trotzdem. Er will mich vergiften. Das ist ja nicht auszuhalten. Vergiften und mir die Nerven rauben, das ist zur Zeit alles, was er will. Nur am rumquarken. Dauernd hat er Hunger. Und Durst. Und dann verbrennt er sich noch den Mund am Tee. Den ganzen Mund.

Tommy: Es ist gerade irgendwie keine Maiszeit, haben nur den aus der Dose. Hast du vielleicht ein anderes Gemüse? Das nehmen wir dann bald in Angriff, sofern Dirk nicht von uns geht.

Jetzt will er schon wieder ne Zitrone in seinen Tee, der Vitamine wegen. Ich halt's nicht aus!!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Es geht wieder los!

Morgen findet das ungeregelte Lotterleben erstmal ein jähes Ende, um zehn Uhr heißt es Antanzen zum Beginn des Wintersemesters. Es geht auch gut los: Von 10h bis 17h30 habe ich Chinesisch, insgesamt nur 90 Minuten Pause dazwischen.
Beim Versuch, in einen normalen Tagesablauf mit frühem Schlafengehen und pünktlichem Aufstehen zurückzufinden, habe ich erfolgreich versagt: Seit letztem Sonntag habe ich durchgehend jeden Abend mindestens eine Party gefunden, zu welcher ich mich selbst einladen konnte. Spaß hat's gemacht, das Lernen meiner Chinesisch-Zeichen hat's aber behindert.
Für heute Abend sieht es auch schon wieder recht vielversprechend aus; alle möglichen Mitbewohner kommen wieder und da ist es natürlich Pflicht, einen Willkommens-Umtrunk zu veranstalten.
Oh Gott, mir fällt es gerade sehr schwer, irgendwas zu schreiben, drum beende ich das jetzt auch. Wichtiger ist sowieso, dass ich mich abermals um meinen Vorlesungs-Plan kümmere, der sich in der letzten Woche fast täglich änderte und somit das Organisieren von Wahl-Fächern unmöglich machte.
Ich empfehle mich.

Edit: Dirk und ich werden in der kommenden Woche Mais essen und ihn analysieren.

Freitag, 26. September 2008

Das kleine Kätzchen im Prager Regen

Da ich dieses Jahr in Prag beim Postkartenschreiben etwas kreativer sein wollte, fragte ich den ehrenwerten Quentin, ob er eine Idee hätte, worüber ich schreiben konnte, mit der Bedingung, dass es so wenig wie möglich mit dem Urlaub zu tun habe. Und sein innigster Wunsch war es, dass ich ein Gedicht über ein kleines Kätzchen im Prager Regen schrieb. Und sein Wunsch sollte geschehen.

(Stimme aus der Dunkelheit):

Kätzchen, Kätzchen, warum weinst du so?
Bist doch sonst glücklich, munter, froh!

(Kätzchen):
Ach, eigentlich kann ich nicht klagen,
Gibt ja nicht viele Dinge, die mich plagen.
's ist der Regen, der mich stört,
Denn vom Hund habe ich gehört;
In Prag soll's oft und lange gießen
Und das Nass kann ich nicht genießen;
Will ich doch nur draußen spielen,
Mit meinen Freunden, den vielen!
Will hüpfen, lachen, laufen
Und nicht im Regen ersaufen.

(Stimme aus der Dunkelheit):
Der Hund ist 'n gemeiner Zeitgenosse,
Geprägt vom Leben in der Gosse.
Schau! Da hinten wird's schon wieder heiter!
Geh raus! Spiel mit deinen Freunden weiter!

Sonntag, 21. September 2008

Ahoi!

Ich war gestern im Münchener Fußball-Stadion!
Und für solche Momente lohnt es sich zu leben:

Donnerstag, 18. September 2008

Deutsche Post

Als ich vor ca. fünf Wochen meine niedliche kleine Studentenbude verließ, fiel mir viel zu spät ein, dass ich noch das ein oder andere Einschreiben erwartete (ebay-Bahntickets, Werder-Karten...). UlfUlf mit dem Empfangen der Post zu beauftragen ging auch nur eine Woche, da dieser zum einen arbeiten musste und zum anderen schon dabei war, seine Sachen zu packen um auszuziehen. Also handelte ich in Flensburg schnell und machte via Internet einen Post-Lager-Service klar, für 8,20 Euro den Monat.
Dies klappte wohl zuerst auch ganz gut, aber nicht lange genug, da es irgendeinen Personalwechsel in der Filiale Vaihingen gab. Letztendlich zog ich acht Zustellungen aus meinem Briefkasten, darunter auch einem Einschreiben vom 3. September. Das zugestellte Päckchen des Lager-Services hingegen enthielt nur einen Brief und einen Spiegel.
Ich hatte Glück, dass mein Einschreiben, zwei Tickets für das Spiel VFB-Werder, nicht, wie angedroht, nach sieben Werktagen zurück an den Absender geschickt wurden, sondern noch gerade bei der Post lagerten. Trotz dieser Güte ihrerseits musste ich die Depot-Eröffnung eines Postbank-Kontos ablehnen (ist ja jetzt sowieso Deutsche Bank).
Zudem schrieb ich dem netten, jedoch nicht ganz fähigen Logistikunternehmen eine kleine Mail mit meinen Klagen. Dies war Montagmittag. Gegen Abend kam eine Mail, dass meine Anfrage weitergeleitet und bestimmt baldigst bearbeitet werden würde.
Gut, eine Standard-Antwort, da kommt bestimmt sowieso nie was zurück (wie bei Vodafone zum Beispiel).
Aber nach einmal schlafen, wer hätte es gedacht, befand sich ein netter kleiner Brief im Briefkasten, in welchem stand, dass es der Post leid tut, allerdings alles richtig im System eingegangen ist, sie mir also nicht den Preis zurückerstatten könnten, sich aber freuten, wenn ich diese sechs beigefügten Briefmarken als Entschädigung annehmen könnte.
Mir blieb ja nichts anderes übrig, oder soll ich sie zurückschicken!? Das wär ein wenig paradox, denn dafür bräuchte ich eine dieser Briefmarken und somit hätte ich sie ja rein theoretisch angenommen. Oder soll ich unter die Briefmarke schreiben: "Bitte nicht überstempeln, diese Briefmarke gehört der Deutschen Post Ag!" ?
Nein, ich stempel das jetzt mal als faire Geste ab, bekleb ein paar Briefumschläge und erfreu mich daran, dass alles gut gegangen ist.
Warum ich das schreibe - ich weiß es nicht.

Und schon wieder nichts über Mais.

oeRque

Montag, 15. September 2008

ulmen.tv

Ich bin seit längerem Fan von Christian Ulmen, spätestens seit "Mein neuer Freund" 2005 (glaube ich) im TV zu sehen war. Vor kurzem gab es dann noch die Serie "Dr. Psycho", ebenfalls sehr lustig.
Umso mehr freut es mich, dass es jetzt auf www.ulmen.tv fast täglich kleine neue Clips gibt, in denen Ulmen wieder drei Charaktere von "Mein neuer Freund" (Alexander von Eich, Uwe Wöllner und Knut Hansen) spielt, diesmal allerdings in anderer Mission.
Aber seht selbst:

Sonntag, 14. September 2008

Stuttgart-Flensburg-Bremen-Oeding-Bremen-Venedig-Brüssel-Prag-Brüssel-Stuttgart

Liebe Gemeinde, ich habe vier abwechslungs- und ereignisreiche Wochen hinter mir, in denen ich halb Europa besichtigte. Ich entschuldige mich jetzt schon für einen viel zu langen Beitrag, aber er wird so gegliedert, dass jeder sich rauspicken kann, was ihn interessiert. Oder nicht. Und morgen, ja morgen ist wirklich Mais dran.

16.8. Stuttgart - Flensburg
Nach nur zwei Stunden Schlaf wurde ich um fünf Uhr morgens von meiner Mitfahrgelegenheit um fünf Uhr morgens in Stuttgart abgeholt, um nach Flensburg, zu Brüderchen und Schwägerchen und zwei Französelchen, Charlie und Camille zu besuchen. Eigentlich wollte ich mit einer ebay-Bahnkarte hinfahren, aber der Verkäufer zog es vor, in den Urlaub zu fahren, anstatt das Ticket zu versenden.
Die Woche war sehr cool, wir erlebten den Bundesliga-Start bei ein paar günstigen Metern Bier, tranken Absinth, stürmten fremde Parties, fuhren auf der Flensburger Förde Boot, besuchten in Hamburg die total coole Scientology-Religion und und und. War prima!

22.8. Flensburg - Bremen
Irgendwann wollte ich Torben und Alex F. aus F. nicht weiter auf die Nerven gehen und fuhr nach Bremen, auch, weil die meisten Superfreunde sich dort tummelten. Im Irish Pub habe ich meine Flirtkünste auf Chinesisch an einer Chinesin gezeigt. Sie hat sich nie wieder gemeldet.
Zudem musste in der alten Heimat noch ein originelles Hochzeitsgeschenk für die Mutter hergestellt werden. Eigentlich sollte es ein Haufen Schrott werden, doch nun ist es richtige Kunst.

27.8. Bremen - Südlohn / Oeding
Zusammen mit Torben, Alexandra, Mel und einem Anhänger voll Kunst ging es am Mittwoch in die neue Heimat meiner Mutter und meinem jetzigen Stiefvater Bert'sche zwecks deren Hochzeit. Das ganze fand in einer alten Burg statt, die Feier war sehr schön und meine 'Verwandschaft' ist um einiges gewachsen. Ich war sowohl am 'Polterabend', als auch bei der Hochzeitsfeier der letzte. Strike!

28.8. Oeding - Bremen
In Bremen galt es noch einmal, wieder fit zu werden nach vielen Tagen Feierei. Sollte natürlich nicht so sein, mir fällt jetzt erst ein, dass ich da erst im Irish Pub war, und es ging erst um halb fünf zurück und am Folgetag war Fußball spielen angesagt. Also sonderlich fit war ich nicht.

1.9. Bremen - Venedig
Am Montag trafen sich Amir, Quentin und ich am Bremer Flughafen, um nach Venedig zu fliegen. Zwar kam Amir ausnahmsweise mal pünktlich, dafür aber, wie zu erwarten, mit zwei Kilo Übergewicht. Seitdem wissen wir auch, wie sich Ryan Air finanziert. Venedig war eigentlich recht schön, allerdings mit über 30°C etwas zu heiß, zumindest dafür, dass wir kein Appartement hatten, um den Schweiß abzuduschen. Dies ist dadurch begründet, dass wir am Flughafen Trevisio gelandet sind und dieser befindet sich 50 km vor Venedig und unserer Rückflug am Folgetag war schon um halb neun, sodass unser Bus dahin vor 6 Uhr abfuhr und es sich somit nicht gelohnt hätte, eine Unterkunft zu suchen. Eigentlich war an der ganzen Sache auch nur zu bemängeln, dass man die Arbeitslosigkeit damit reduzieren wollte, dass man anstatt Schließfächer (für unser Gepäck) einzurichten, einfach einen leerstehenden Raum nahm, drei Italiener und eine Kasse, in dem dann von 6h bis 24h auf dein Hab und Gut aufgepasst wurde. Um Mitternacht hatten wir also wieder eine Kilogramm Klamotten am Hacken und konnten uns nur noch in eine Kneipe setzen, mit nem Schweizer über die kriminellen Italiener unterhalten und irgendwann am Bahnhof auf einer Spanholzplatte zu schlafen. Aber gut, an Venedig ist eigentlich auch nur Venedig die Attraktion, sodass wir schon alles gesehen hatten.
Am Bahnhof waren ca. 20 andere Menschen, die teilweise schliefen. Die, die es nicht taten, waren von uns schnell als Taschendiebe identifiziert, auch weil sie uns ein Stück folgten und dann zwanzig Meter vor uns hielten, um uns zu beobachten. Wir postierten Amir als erste Wache und so konnte uns niemand etwas anhaben.

2.9. Venedig - Brüssel
Eigentlich war geplant, dass wir spätestens gegen Mittag endlich eine wohlverdiente Dusche bei Quentin genießen zu können. Weit gefehlt. Nach nur maximal zwei Stunden Schlaf für jeden kamen wir am Flughafen an um dort festzustellen, dass wir ne Stunde länger warten müssten. Nach einer halben Stunde wurde das ganze aber auf zwei weitere Stunden, dann auf 17, später auf 18 Uhr verlängert. Flugzeug Break Down oder so war die Begründung. Fantastisch. Ryan Air erwies sich aber als gütig und wir bekamen einen Essensgutschein. Amir und ich schliefen dann abwechselnd like a Penn0r in dem Restaurant aufm Tisch, sowie aufm Flughafen-Boden.
Irgendwann kam aber die erlösende Nachricht, dass eine Maschine aus London uns um halb drei holen würde. Dass wir in dieser erst noch 40 Minuten darauf warteten, dass irgendwelche Koffer gesucht wurden und dann weitere 40 Minuten auf die Startfreigabe, war dann auch egal.
In Brüssel durfte dann geduscht werden, später gingen wir ins Gauguin, eine nette, verrauchte Studentenkneipe. Das entschädigte für vieles.

3.9. Brüssel - Prag
Einen Tag später ging's nach Prag, für acht Tage diesmal. Und nicht mehr zu dritt, sondern mit Werner und Aurélien, zwei netten Buben, die Quentin auch immer mit auf den Freimarkt begleiten. Ich werde auch dies gliedern.

Unterkunft:
Nachdem Quentin sich eine Woche mit der Suche nach einer passenden Unterkunft rumplagte, ich gar nicht, kam Amir auf die glorreiche Idee, einfach nur mal www.prag-urlaub.de einzutippen. War ein Volltreffer! Wir hatten ein nettes Appartment mitten in der City. Die Haustür befand sich an einer Straße mit Markt jeden Tag, unsere Fenster allerdings zu einer ruhigen Seitengasse. In diese verirrten sich nur ab und zu ich sag mal 'selbstständige Unternehmerinnen' mit ihren zumeist männlichen Kunden, um denen Ihre Arbeit zu zeigen. Sofern wir dies zufällig beobachten konnte, wurde die ganze Show mit Jubel und Sprüchen unsererseits kommentiert.
Auszusetzen war also eigentlich nur, dass bereits am zweiten Tag die Wasser-Kälte-Regulierung in der Dusche kaputt ging, das Lattenrost des einen Betts und dass Amir und ich immer schräg in unserem Hochbett schlafen mussten, da es zwar eigentlich breit genug war, die vorm Runterfallen schützende Kante sich allerdings auf Matratzenhöhe befand und keiner sich zutraute, zu dicht daran zu schlafen. Achja, und das versprochene Internet befand sich nicht in unserer Wohnung, sondern in der darüber. Aber gut, das brauchten wir letztendlich sowieso kaum.

Tagesablauf:
Nachdem wir meistens bis mittags geschlafen hatten, brauchten wir noch zwei Stunden, bis alle geduscht waren. Danach ging es in die Stadt, um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Später wurde gekocht (naja, nur zweimal), meistens ging es aber in ein Restaurant zum Essen. Am Abend selber suchten wir Bars, Clubs oder Discotheken auf, die jeden der acht Tage geöffnet hatten.

Wetter:
Bis auf eine Ausnahme hatten wir nur Sonnenschein und die langen Hosen blieben meistens im Haus.

Die Stadt:
Prag ist recht schön, zudem sind die meisten Sehenswürdigkeiten nicht zu weit auseinander, sodass wir alles zu Fuß erreichen konnten. Naja, vorausgesetzt, wir kannten den Weg. Durch Prag läuft nämlich die Moldau, an der man sich orientieren könnte, würde sie nicht einen Bogen machen und somit gleich zwei Möglichkeiten vorhanden sind, wenn es um die Frage geht, wo denn nun der Fluss ist. Während Amir und ich recht schnell damit zurechtkamen und zumindest immer die richtige Richtung fanden, konnte das selbsterklärte Navigationssystem Q. dies nicht von sich behaupten. So begab es sich, dass wir zeitgleich verschiedene Wege zu einem fünf Minuten entfernten belgischen Café antraten, Amir und ich aber zwölf Minuten früher dort waren, als der Herausforderer.
Naja, letztendlich hatten wir eigentlich alles besichtigt, was es so zu besichtigen gab.

Die Menschen:
Prag ist vollkommen auf die Touristen angewiesen, zumindest scheint es so. Jeden Tag in der Woche haben Clubs und Discotheken geöffnet, ohne Rücksicht auf die Einwohner. Vor fast jeder Lokalität stehen irgendwelche Leute, die dich mit tollen Angeboten zu werben versuchen. Ein anderer Teil der Bevölkerung nennt sich Taschendieb. Das ist allerdings nur den schnellen vorbehalten, weder Amir und ich konnten einem folgen.

Essen und Trinken:
Speiß und Trank gilt gemeinhin als günstig in Prag. Dies trifft allerdings nur auf den Trank, genauergesagt auf's Bier zu. Grundsätzlich zahlt man dort für einen halben Liter Bier weniger, als für einen fünftel Liter Bier oder Wasser. Das gute daran ist nicht nur, dass man nicht so viel Geld verliert, sondern auch, dass man kein schlechtes Gewissen haben muss beim Verzehr dieses Genussmittels am Nachmittag.
Essen hingegen ist echt scheiße, man wird ganz gut abgezockt. Entweder taucht auf der Rechnung noch ein hoher Prozentsatz Tip, also Service auf, oder das Gedeck kostet pro Person noch eine nette Summe oder auf einmal muss man alle Beilagen, die bei einem Gericht mit aufgeführt sind, dazubezahlen. Somit verliert man dort doch ne Menge Geld!

Nightlife:
Desnachts suchten wir entweder das Coyote auf, einer Bar mit heißen Kellnerinnen, die zu jeder vollen Stunde eine Show ablieferten, in der anscheinend berühmten fünf Etagen-Disco (ich bin Schuld an einem Loch in der Tanzfläche), in irgendwelchen Pubs oder im Chapeau Rouge, in der es trotz häufigem Kunstnebels oft nach Gras roch. In einen Club, in den wir gelockt werden sollten ('Hey my friends, come to Magic Club, we have big titties, small titties, pussies, you want to f***...' - 'Shut up'), gingen wir hingegen nie.

Besondere Vorkommnisse:
Eines Tages gingen wir am späten Nachmittag in eine kleine Bar in einer Seitenstraße. Bier kostete unter einem Euro (halber Liter), Shots kosteten auch nicht so viel. Zudem hatte Werner erfahren, dass er sein Semester bestanden hatte und somit bestellten wir ein paar Runden Wodka (bzw. Becherovka für mich - ich danke Opa, dass er mir diesen einst empfohlen hatte). Nach acht Runden à 0,04 l (also doppelte Shotmenge), davon einige auch mit dem Barbesitzer, wollten wir dann doch noch was essen, versprachen aber, wiederzukommen an einem anderen Tag. Der Besitzer wollte extra für uns am Sonntag eröffnen, Aurélien fädelte dies ein. Zu einem Wiedersehen kam es aber nicht, da Aurélien seitdem Angst vor dieser Gasse hat. Es mag daran liegen, dass er dann doch einen netten Absturz hatte und sich drei Stunden lang nicht mehr vom Bürgersteig entfernen ließ.

Fazit:
Prag ist ne coole Stadt, werde garantiert irgendwann wieder dort hinfahren.

11.9. Prag - Brüssel
Am Donnerstag ging es zurück nach Brüssel. Seitdem bin ich krank. Es ist das dritte Jahr in Folge, dass ich in Brüssel war, und jedes Mal war ich irgendwie krank. Gut, ich bin jetzt nicht sterbenskrank, aber verkühlt. Dies lag wahrscheinlich daran, dass ich im Flieger direkt eingeschlafen bin und mir fünfzig Minuten die Lüftung in den geöffneten Mund geblasen wurde. Es gibt nichts schöneres, als dann mit einem total ausgetrocknetem Mund aufzuwachen und ein Kratzen im Halse zu verspüren, das vorher nicht da war.
In Brüssel waren wir abends noch im Delirium, einer Bar mit 2004 Biersorten.
Freitag wurden Amir und ich von Quentin als billige Arbeitskraft missbraucht und mussten ca. 200 Kartons mit Skripten mittels Einkaufswägen quer über den Campus schleppen. Und das bei dauerhaftem Regen.

12.9. Brüssel - Stuttgart (finally)
Freitag bin ich mittels Mitfahrgelegenheit dann endlich wieder abends im eigenen Bett gelandet. Also eigentlich hatte ich mir vorgenommen, gleich nach meiner Ankunft um halb elf zu schlafen, war ja noch etwas angeschlagen. Aber weitgefehlt. Schon früh bemerkte ich die Erasmus-Party im Keller unseres Hauses, ausgerichtet von zwei Ungarn, die imch sogleich einluden, von ihrem Gulasch zu naschen. Fantastisch.
Um zwei war ich im Bett.
Gestern dann Einschulung meiner Cousine in Kirchheim / Teck. Mein Studentenausweis, der mich am Wochenende dazu befähigt, umsonst Bahn zu fahren, ist abgelaufen. Somit schulde ich der Bahn momentan noch 40 Euronen wegen Schwarzfahrens.

Heute habe ich bis halb sechs abends im Bett gelegen, war auch mal recht schön, jetzt plagt mich aber der Hunger.