Freitag, 23. November 2007

Kükenfest die zweite

Ich komme gerade vom Kükenfest (zehn Uhr morgens) und werde nach dem Schlaf mehr berichten.

Dann will ich mal (elf Stunden später).
Gestern stand mal wieder unser wunderbares, allsemestriges Kükenfest an und da wir keine Küken mehr sind, gebührte meinem Semester die Ehre, dieses auszurichten.
Vor fünf Wochen bekamen wir den Termin und die Drittsemestler "übergaben" uns die Aufgabe. Hauptorganisatoren wurden gebildet für die verschiedenen Bereiche. Ich stellte mich dem Druckteam als Helfer zur Verfügung, in der jehen Vorfreude, Plakate, Flyer und vor allem T-Shirts zu drucken. Hauptorganisatoren waren aber so komische Werber-Frauen, die ich nicht kannte und es dauerte lange, bis ich ihre Namen erfahren habe und sie kontaktieren konnte. Lirum larum, Plakate und Flyer wurden nach außerhalb gegeben, weil's günstiger wäre, als in der HdM zu drucken und wegen der T-Shirts melden sie sich nochmal.
Natürlich.
Wer's glaubt.
Wochenlang habe ich nichts mehr gehört, Sonntag frugte ich vorsichtig nochmal an, ob die T-Shirts auch woanders gedruckt würden. Nein, bekam ich als Antwort, sie würden hier fertig gemacht und man würde händeringend nach Helfern suchen (natürlich, über stille Post und so, weil Emails kamen ja nicht). Ich meldete mich für Dienstagmittag an mit ein paar Komilitonen, nahm sogar in Kauf, eine VOrlesung zu verpassen und ging zum Siebdruckraum, wartete ne halbe Stunde, ging dann betrübt doch in jene Vorlesung und ärgerte mich über diese blöden Organisatoren.
Jetzt hab ich endlich meinen Frust einmal niedergeschrieben und fühle mich gleich besser. Die Werberinnen und ich werden aber bestimmt keine Freunde mehr.
Nun, um nicht ganz ohne Arbeit darzustehen, meldete ich mich noch zum Aufbauen gestern und zum Parcours-Helfer [wie ihr vielleicht wisst (aus meinem letzten Bericht übers Kükenfest), werden die Küken am Anfang blind durch einen Parcours geführt und hier maltraitiert, mit allerlei Ekel und Erniedrigung]. Aufbauen ging ganz gut, viele Helfer waren da, es ging recht fix. So fix, dass wir zu dritt noch kurz zu mir gingen, um meinen Korn, den ich mir am Vortag von nem Kumpel hab mitbringen lassen (ich hatte keine Zeit), zu verköstigen, weil das Bier auf dem Fest ja auch teuer ist und so. Danach ging's zum Parcour, ich war erst dafür eingeteilt, die armen Kleinen mit Ketchup vollzuspritzen, wahlweise auch mit Mayonaise, aber ich dachte, es würden vielleicht zwei reichen und wurde kurzerhand umfunktioniert zum Spielehelfer/-vorbereiter (die draußen vor der Türe stattfanden, um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen), bereitete alles vor, klärte alle unklarheiten um dann - undankbar - doch wieder entzogen zu werden, weil Parcoursführer fehlten. Eigentlich wollte ich das nicht machen, weil der Boden vor lauter Schleim rutschig war und ich das mit meinem Gewissen des Kreuzbands wegen nicht vereinigen konnte, aber der Korn zuvor schien doch wie ein Katalysator für eine Vereinigung zu wirken. Und überhaupt konnte ich dann endlich mal Authorität aussprühen und ein kleiner Blick nach draußen verriet mir vorher, dass die Kükinnen eine gewisse Attraktivität versprühten.
Ca. 20 Damen und Herren durfte ich durch Planschbecken mit Schleim und Haferflocken und Kondomen robben lassen, zur Liegestütze zwingen, anschreien, meinen ebenso attraktiven Parcourhelfern zum Schminken und Einflößen widerlicher Getränke übergeben und am Ende zum Foto schicken. Toll. So ein Machtgefühl! Die Augenbinden hängte ich mir anschließend als Trophäen um den Hals, die hässlichste diente später als cooles TuPac-Kopfband.
Die Reaktionen waren verschieden und reichten von einem angerregten Flirt über die Bildung von Vatergefühlen bishin zum Hass, ausgedrückt durch wüste Schläge und Tritte (ich gehe dennoch davon aus, dass sie lieb gemeint waren).
Leider mussten wir den Parcours nach drei Stunden und ca. 80% durchgeschleuster Küken abbrechen, da bei der Planung nicht berücksichtigt wurde, dass es sich um ein Wintersemester verbunden mit neu eingeführten Studiengängen handelte, woraus resultierte, dass nicht (wie bei uns) maximal 300 Küken am Start waren, sondern 500. Und ab der normale Pöbel war eigentlich schon für 8 Uhr "geladen" und es war mittlerweile 21:15 und wir mussten den Boden noch wieder herrichten. Mir tat es für den Rest leid, aber die kamen dann auch einfach zu spät, sagte ich mir und schon konnte das Mitleid mir gar nichts mehr anhaben.
Die Party war schon sehr cool, fand ich, etwas chaotisch mit Wertmarken, Garderobe, Pfandrückgabe und so weiter, aber egal. Bier war normal teuer, es gab fünf Areas, im HipHop-Bereich tanzte ich die Mädchenherzen weich und tat so dies und das.
Gegen Ende war ich auch noch so toll und habe mit dunen Kopf einfach noch in der Garderobe geholfen und alle Jacken sogar richtig rausgegeben. Und dann kam der Punkt, an dem mich der Alkohol das erste Mal nicht begünstigte; während alle gingen, blieb ich mit ein paar weiteren "dummen" alleine einen Moment zu lange zurück und war sofort dazu verdonnert, auch noch abzubauen. Klar kann ich noch zwei Stunden länger bleiben, es hilft ja nichts.
Dass wir aber nur noch so zehn Leute waren (von ich weiß nicht wie vielen, die sich vorher als Auf- und Abbauer anmeldeten), konnte ich ja nicht ahnen.
Tja und dann begann die Tortur. Festgetrocknete Federn mussten überall abgekratzt, die Waschbecken von eben solchen befreit, die Anlagen und Bühnen abgebaut und der Boden besenrein gefegt werden. Dazu Kleiderbügel aus der Garderobe sortieren (es gab drei Sorten), die Pfandflaschen einsammeln, die Reste wegkippen.
Und weil das alles nicht schon genug ist, durften wir auch noch sämtliche Tische (ca 100..) wieder in die erste Etage schleppen. Da merkt man erst, wie viele Kaugummis drunter kleben.
Lange Rede, kurzer Sinn, um halb neun waren wir fertig, durften uns noch von einer fluchenden Alten anhören, dass vor ihrem Büro noch ne Limette lag und dass es ekelig war und dass es somit wohl das letzte Kükenfest war. Wir zogen uns also noch kurz in den Kinoraum der HdM (ein Komilitone ist dort Hauptverantwortlicher, hat also die Schlüssel) und tranken ein Feierabendbier, ein leckeres Astra, und danach noch in die S-Bar um einen leckeren Muffin zu frühstücken.
Zuhause duschte ich mich erstmal (da ich eigentlich auch eher einem Küken glich nach dem Parcours) und konnte gegen halb elf endlich schlafen.
Den Rest des Tages gammelte ich, weihte eben meine neue Auflaufform ein und freue mich, dass es bald wieder Nacht ist und ich schlafen darf.

Wunderbar.
oeRque

Mittwoch, 21. November 2007

Mein(e) absolute(r) Lieblingsprofessor(in)

Verehrte Fan-Gemeinde,
Ich weiß, ich habe es schon oft erwähnt, und bin euch bestimmt schon auf die Nerven gegangen, aber ich finde, es wird nun Zeit für eine explizite Huldigung an meine absolute Lieblinigsprofessorin an der HdM.

Es ist...

... Frau Vera Schick,
meine tadellose Chinesisch-Professorin, der ich viel zu verdanken habe.

Ich könnte seitenlang ihre Vorzüge vorstellen, aber ich denke, man muss sie einfach selber erlebt haben. Außerdem möchte ich euch nicht allzu neidisch machen.

Ein freudiger,
oeRque


(Zu behaupten, die Tatsache, dass o.g. Professorin seit gestern um meinen Blog bescheid weiß und wahrscheinlich drin lesen wird, hätte mich nur dazu veranlasst, diese Huldigung niederzuschreiben, wäre pure Blasphemie!)

Montag, 19. November 2007

Neue Großinvestition

Heute habe ich mir im Kaufland für 4,99 € eine neue Auflaufform gekauft.
In Gedanken an diese richtungsweisende Anschaffung werde ich mich jetzt zum Pumpen bewegen.

Der Rest folgt morgen.

o-e-R-q-u-e

Montag, 12. November 2007

Spongebob Marathon und der Rest des Wochenendes

Das letzte Wochenende war endlich mal wieder eines der ruhigeren, ohne verreisen und große Partys. Zum Lernen. So nimmt man es sich zumindest vor.
Freitag hatte ich bis nach acht Vorlesung, sofern man das so nennen kann. Eigentlich war ich nur dazu beauftragt, Bier und DVD zu besorgen und dann haben wir im Rahmen des interkulturellen Seminars im HdM-Kino "Deutschland, ein Sommermärchen" zusammen mit den Chinesen geguckt. Da kommen Erinnerungen hoch und ein wenig Wehmut. Aber gut, damit möchte ich euch nicht belästigen.
Danach kam Luke mit zu mir, wir aßen ein wenig zu Abend, gingen in eine Kneipe aufm Campus (die uns kurz danach aber wieder rauswarf, weil es "zu spät" war um halb zwölf). Luke ist dann auch nach Hause gefahren und Christian und ich wollten uns vorm Schlafengehen nochmal die Uschi [Umweltschutztechnik - Hilde (Name weiterhin von der Redaktion geändert) gehört zu dieser Fraktion]- Party angucken, obwohl wir vorher gewarnt wurden, dass man auch mal ne Stunde vor der Türe wartet und dann doch nicht reinkommt, weil es zu voll war und zu teuer glaube ich auch.
Als wir ankamen, machte die Schlange tatsächlich keine Anstalten, kürzer zu werden und als wir gerade gehen wollten, passierte das Unglaubliche: Eine Dame unbekannten Alters und unbekannten Aussehens kam aus einem Seiteneingang, gut 10 m vom Haupteingang entfernt, und die Tür fiel nur allzu langsam ins Schloss. Ich Rebell ergriff die Möglichkeit und zack, waren wir quasi in der richtigen Halle, mussten nur noch Rasch eine Ballustrade überqueren und schon hatten wir den fucking Eintritt und eine drohende Verkühlung (denn es schneite und regnete nur noch und es war windig) gespart und konnten ein wenig Party machen. Es war recht unspektakulär, ich kannte kaum jemanden, dafür das Bier. Und das schmeckte. Um wenigstens irgendwen zu kennen, rief ich den ganzen Abend über "HILDE". Und als wir schon auf dem Weg nach draußen waren, sollte es tatsächlich zu einem atemberaubenden Wiedersehen kommen: Es war auf der Treppe, ich rief "HILDE, da bist du" und Hilde drehte sich zu mir. Ein kurzer Handkuss, ein irritierter Blick, ein "Auf Wiedersehen" und dann ging's weiter - DAS muss Liebe sein. Am nächsten Tag bekam ich via Internet eine Nachricht "Sorry, warst das zufällig du gestern auf der Treppe?" - na vielen Dank auch.
Samstag bin ich zur Post und dann einkaufen, der Bus zurück ist mir natürlich vor der Nase weggefahren und so ging ich zu Fuß. Das Fußballgucken in der Kneipe für den Nachmittag legte ich kurzerhand in meine eigene Bude, das Handy diente als Leinwand, war aber auch ganz großartig. Abends ging es mit Christian zu Hanna, wir tranken BelgischBier und Glühwein (und ja, ich bin wieder fähig, ihn aufzunehmen), außer Hanna, wegen eines komischen Ernährungsplans. An diesem Abend machte mich Christian auch auf den Spongebob Schwammkopf-Marathon aufmerksam, der kurz zuvor gestartet war. Auf Nick (so ein Kindersender) wurde also 24 Stunden lang nur diese Serie gezeigt und da es einer olympischen Disziplin gleicht, versprach ich, auch so lange zuzuschauen, wie es ging. Und als wir um eins nach Hause kamen, schaltete ich sofort den Fernseher, oder besser die Fernsehfunktion auf meinem tragbaren Klapprechner, ein und ich guckte Spongebob. Und das Bild lief und lief. Selbst als ich schlafen ging, lief es weiter. Es war zwar etwas krank, in der Nacht öfters aufzuwachen, geweckt durch ein schrilles Lachen, und ständig nur das gleiche Bild zu sehen: Einen gelben Schwamm mit brauner Hose und einen roten Seestern, der sehr dumm ist.
Morgens bin ich aufgewacht und schaute ohne Frühstück weiter. Nur zwischendurch gönnte ich mir eine Dirk'sche Spachtelmasse. Es tat beinahe weh, als ich um fünf entschied, doch noch ein paar Zeichen zu lernen. Für zwei Stunden tat ich dies aber, um am gegen acht die letzte Folge (zugleich auch eine ganz neue der neuesten Staffel) Spongebob zu gucken.
Effektiv schaute ich also 10 bis 11 Stunden zu und kam mir danach sehr ausgelaugt zu.
Als positiv entnehme ich, dass ich heute dem Bildschirm lieber fern bleiben wollte und lieber las. Das soll ja auch mal ganz gut sein.

Jetzt lerne ich noch und nachher geh ich pumpen.

Euer Ich.

Samstag, 10. November 2007

So lebe ich

Vom guten Mitbewohner Stefan habe ich dieses sensationelle Video über meine Wohnzustände erhalten. Es ist herrlich.




Was gibt es sonst noch zu sagen?

Richtig, wir haben jetzt den ersten Schnee gehabt. Es war aber ekelig, weil einfach nichts liegen blieb und alles nass ist.
Das ist aber natürlich nichts gegen das, was meine Familie hoch im Norden durchlebt. Regen, Orkanböen, Sturmflut. Ich mache mir Sorgen und bitte um ein Lebenszeichen!

oeRque

Donnerstag, 8. November 2007

Jetzt aber!

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich geschrieben habe und ich habe ein schlechtes Gewissen, zudem bin ich kaum noch aufnahmefähig, weil ich ja alles weiterhin eingespeichert habe, was ich jetzt aufzuschreiben versuche.

Ich berichtete glaube ich als letztes, dass ein Referat bevorstand. Ja, das war vorletzten Freitag und sollte eine lockere, runde Sache werden. Die Chinesen sollten eine halbe Stunde vortrage, wir Deutschen ebenso, danach eine halbe Stunde Diskussion - prima, da sind wir schnell fertig.
Leider nicht. Um zehn nach acht musste ich zur Bahn und da waren wir gerade fertig geworden, weil einige drei Minuten nicht gut wirklich einschätzen konnten. Aber egal.
Anschließend bestieg ich die Bahn Richtung Mußbach, wo besagtes Familientreffen stattfand. Tagsüber wurde gegessen und gewandert (so richtig Berge und so und ganz schön weit - aber das Kreuzband hält) und abends galt es, Wein zu verköstigen. Und er war köstlich. Ich danke auch der Mutter, die mir ein Paket für zuhause gestiftet hat.
Am Montag fuhr ich mit meinem Onkel zurück, dem Kofferraum voll Bier und die Rückbank mit zwei Cousins und einer Tante, die der Wein zum Halse rauszuhängen schien. Aber es hielt.
Das wir erst Mittags zurückfuhren, verpasste ich leider zwei Vorlesungen, die dritte nahm ich aber mit. Am Dienstag fielen auch wieder Vorlesungen aus, Chinesisch nämlich eines Hexenschuss' wegen, dafür setzte ich mich aber morgens (!) freiwillig (!) mit in eine andere Vorlesung, die wir wegen Chinesisch nicht haben, die aber ganz interessant scheint. Außerdem hatte ich ein bisschen schlechtes Gewissen, weil ich Mittwoch schon wieder in die Heimat geflogen bin (musste das letzte Mal das Tchibo-Ticket nutzen) und da sieht es nicht so toll aus, wenn ich in der Zwischenzeit nur zweimal an der Hochschule war.
Mittwoch erwachte ich also um halb sechs, nachdem ich am Abend vorher noch auf ner Party war. Vom Flug bekam ich nicht viel mit, ich verschlief alles, danach Bahnfahren, zuhause ankommen und die ganze Zeit dem Torben seine Arbeitslosigkeit feiern. Das heißt auf der Couch (aber auf einer neuen, hübschen Couch) hocken, Unterschichtsfernsehen schauen (aber auf nem schönen großen Fernseher) und zwischendurch X-Box daddeln. Ich gewann fast immer.
Donnerstag begann ähnlich, abends ging es aber auf den Freimarkt, und zwar traditionsgemäß mit den ehrenwerten Großeltern, die sich in Spendier- und Trinklaune befanden. Ich war Fahrer. Hin und zurück. Zurück aber ohne Torben, den durfte ich zu nächtlicher Zeit um halb fünf ausm Stubu abholen, samt seiner Freunde, die natürlich alle in verschiedenen Dörfern wohnen. Aber gut, ich war eh wach. Vorher hatte ich natürlich nicht an einen Schlüssel gedacht (meiner wurde für die Bauarbeiter geopfert) und mein Vater war nicht wie versprochen zuhause, also klingelte ich die anderen Großeltern aus dem Bett und auch sie zeigten sich gerne bereit, noch eins, zwei Bierchen zu vernaschen, weil der verlorene Enkel ja mal wieder da war.
Freitag stand abermals der Freimarkt an, diesmal mit der Mannschaft. Es war großartig - Bier aus der Mannschaftskasse (in die ich ewig nicht mehr eingezahlt habe, wofür ich mich aber auch schäme und was ich hiernach sofort tun werde), ein bisschen Karussel, dann Halle 7, andere Leute treffen und irgendwann sich wundern, warum alle weg sind. Dann das Brüderle aufsuchen, das diesmal nicht draußen warten musste und auch nicht aufm Tresen eingepennt ist und diskutieren, ob wir noch fünfzig Minuten auf ne Bahn warten oder gleich n Taxi nehmen. Taxi ging vor, Fahrer war ein Linguistik-Student. Französisch konnte er sprechen, ich versuchte, es ihm gleichzutun. Natürlich war mein Französisch spitzenmäßig, zumindest bildete ich es mir ein. Am nächsten Tag musste ich mal wieder feststellen, dass es besser wär, mir zu vorangeschrittener Stunde einfach mal das Mobiltelefon wegzunehmen..
Samstagmorgen musste ich früh aufstehen. Um zehn. Es ging auch gut, duschen war eine Wonne (vor allem, weil mein Papa gleich danach auch wollte und ich somit nicht die ganzen Scheiben und Wände abziehen musste), Frühstück ging auch gut runter, aber ich war noch granatenvoll. Darunter zu leiden hatte Christian, der mich ne Stunde später abholte und meine Fahne eine ganze Fahrt von Bremen nach Bonn.
Dort besuchten wir Khaleda, die Geburtstag feiern wollte und uns einfach mal einlud. Natürlich waren wir viel zu früh da und helfen konnten wir auch nicht, also gingen wir in die Stadt, Fußball schauen und danach noch ein wenig weiter durch die Stadt. Ins Zentrum wollten wir und fragten einfach mal nach. Die Lady schlug eine Richtung vor, allerdings war das nicht wirklich das Zentrum, wo wir ankamen. Lediglich die Innenstadt eines Stadtteils namens Poppelsdorf. Naja, wir wollten also umkehren und einen kleinen Bogen laufen, sind also rechts abgebogen um die nächste wieder rechts zu nehmen, das Problem war nur, dass einfach keine Straße mehr rechts kam. Irgendwann erblickten wir aber doch eine kleine Straße, die gut beleuchtet war und marschierten und marschierten und plötlzlich standen wir auf einem Berg, auf dem es dann gar nicht mehr so beleuchtet war. Glücklicherweise fand sich aber auch dort ein Mann, der uns helfen wollte. Mein genbedingter innerer Sinn für Orientierung sagte mir aber, das könnte nicht stimmen und so nahmen wir meinen Vorschlag und kamen auch ziemlich genau an. Ich bin halt doch ein Teufelskerl.
Dann war's abends und die Party war angesagt. Prima war's, die Khaleda hat auch ganz schön hübsche Freundinnen und so, aber das nur nebenbei. Gegen sechs ging es ins "Bett" und um zehn aufstehen, aufräumen und was essen - für die Dame. Wir blieben einfach mal liegen und als wir vier Stunden später wieder erwachten, konnten wir auch nicht mehr helfen.
Abends fuhr ich zurück und jetzt habe ich Vorlesungen. Die ganze Zeit. Ich fühl mich bald schon ausgebrannt. Ich habe diese Woche vier Mal um acht Uhr und ebenso oft abends bis 19:15. Das ist ganz schön hart, aber mit etwas Glück stehe ich es durch.

Gekocht habe ich eben ganz toll. Ich hatte 500 g Hackfleisch zu verwerten, also machte ich Spaghetti mit Soße und ganz viele Frikadunsen. Mit Zwiebeln und Paprika und Schafskäse innen drin. Leider vergaß ich Knoblauch und eine größere Menge an Salz, aber mit viel Senf sollten sie heute Abend schmecken.

Ich lern jetzt ein wenig Französisch.

o+

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Der anonymen Beschwerde wegen

Unter meinem letzten Beitrag stand ein Kommentar, ich würde auf Aktualität keinen Wert legen. Sowas kann ich nicht auf mir sitzen lassen, also werde ich mich jetzt äußern, wozu auch immer.
Die Woche meines großen Gewinns, also die letzte, verlebte ich voller Glücksgefühle, stets auf der Suche nach Partnerinnen, allerdings ließ der Erfolg zu wünschen übrig.
Am Donnerstag sollte es sich eigentlich ändern, es stand nämlich die legendäre S-Bar-Party an (bei der ich schon zweimal war, immer viel Spaß hatte, jedoch auch den einen oder anderen Stress mit dem Thekenpersonal, da sie ihr Pfandgeld nicht voll zurückzahlten.. aber das ist Schnee von gestern). Nun, die Party war toll, auch da wir uns aus Geiz schon vorher in unserer Partyküche in Stimmung brachten. Ich machte viele Fotos mit Frauen, die ich an diesem Wochenende Oma vorlegen werde, damit sie mit auswählen darf, wer zu mir passt. Ich merkte, dass viele Frauen es toll fanden und mich gerne näher kennengelernt hätten, aber keine traute sich, gegen Hilde (Name von der Redaktion geändert), die sich meiner annahm und mich belagerte, anzutreten. Somit hatte ich ein längeres Gespräch mit ihr, musste aber erklären, dass ich wegen einer privaten Geschichte noch nicht bereit für etwas Neues sei und so.. (wär schön, wenn ihr das im Notfall einfach mal bestätigen könntet..).
Ich verabschiedete mich irgendwann desnachts, als die grellen Lichter der S-Bar (ist übrigens unsere Cafeteria, sollte ich vielleicht noch anmerken) angingen und ging noch in die Wunderbar, eine schöne Lokalität auf dem Campus.
Dort war aber auch relativ schnell Schluss und ich begab mich nach Hause, alleine. Ins Bett. Es war fünf oder so.
Um zehn wurde ich von viel Lärm aus der Küche geweckt. Der Umut und der Simon und der Stefan diskutierten über irgendwas und ich gesellte mich in meinem Schlafgewand dazu, blieb auch gleich lange Zeit da. Frühstück funktionierte tadellos, aber ein wenig müde war ich schon noch. Also legte ich mich um zwölfe nochmal hin, für eine Stunde, danach stand Mittag an und dann Chinesisch. Aber das kurze Anruhen sollte ein großer Fehler sein.
Als ich erwachte war mir übel, meine Spaghetti konnte ich nur langsam essen und die Hälfte wegschmeißen, weil ich schon wieder zu spät zu Chinesisch wäre. Auf dem Weg zur HdM überlegte ich, ob ich noch kotzen sollte, aber der Anstand und der nüchterne Kopf sagten: Nö.
Also schlich ich mich in die Vorlesung. Es war die Hölle. Ich - normal Klassenprimus oder so - war dran und habe nichts mitbekommen. Stattdessen schwitzte ich kalt, stotterte rum und trank Wasser gegen die Übelkeit.
Nach einer Stunde verabschiedete ich mich mit den Worten "Ich muss weg", denn ich musste zum Flughafen. Nach drei Wochen Wasen wollte ich dem Volksfest hinterherreisen, denn der Freimarkt stand an.
Flieger war gut, ich schlief und überlebte. Richtig gut ging es mir erst beim späten Konterbier in der Bahn von Stuttgart. Der Abend galt der Familie (also der Hälfte davon, schließlich bin ich Scheidungsopfer, Trümmerkind), Freimarkt natürlich.
Samstag ging ich ins Stadion und hatte die erste kleine Schlägerei meines Lebens. Nach dem tollen 2:1 durch Rosenberg gab es in der Ostkurve eine satte Bierdusche. Ich nahm es belustigt gelassen auf, aber ein HSV-Fan, der mit seinen Freunden da war, regte sich fürchterlich auf, fluchte und erklärte, dass er keinen Wert auf seine Klamotten, aber auf seine Haare legte. Dabei hatte er ne Halbglatze.
Aber gut, mein Kumpel hat auch etwas abbekommen und meinte: "Ihh gitt, jetzt habe ich diese Haake Beck-Plürre im Gesicht", worauf ich erwiderte: "Spinnst du, Haake Beck ist voll toll!". Der HSV'ler drehte sich dann zu mir und meinte, ich solle die Fresse halten, sonst gebe es was. "Was denn?" hatte ich noch nicht ganz ausgesprochen, da saß sein Handballen schon an mein Kiefer. Von mir gab's ne Faust zurück, dann griffen schon seine Freunde ein.
Später entschuldigte er sich und es gab noch ein Bier für mich, danach mitm Umweg über ne Kneipe auf den Freimarkt direkt ins Bayernzelt. Liebe Oma, auch dort habe ich viele Frauen abgelichtet, ich werde sie dir zeigen (und auch hier noch ein Album anlegen mit all den 65 Bildern).
Es war auch dort toll, ebenso danach die Halle 7, wo ich Torben auch wiederfand, mit dem Kopf aufm Tresen, nicht ganz realisierend, was so um ihn herum passierte. Naja, er wurde wieder fitter mit der Zeit und ich verlor ihn aus den Augen, hatte dennoch Spaß.
Irgendwann aber wollte ich ihn mal mit meinem Restakku schleunigst fragen, wo er sei und wann er nach Hause wollte und so weiter. Es kamen nur komische Antworten zurück, er wolle jetzt wieder reinkommen und so und dann war mein Handy auch schon aus. Ich lieh noch welche von Freunden aus, um ihn zu kontaktieren, aber es wurde stets auf mein Handy zurückgeschrieben.
Naja, das Ende des Lieds war, dass er draußen war und wer draußen war, kam nicht mehr rein. Warum auch immer.
Er wartete also bestimmt zwei Stunden, der tapfere Prachtbube, auf mich und wir konnten gemeinsam ein Taxi besteigen und einen teuren Heimweg antreten.

Sonntag beguckte ich nochmal die Niederlage meiner Mannschaft, die sehnsüchtig auf meine Rückkehr zu warten scheint. Danach flog ich zurück.

Montag war ich pumpen, den Muskelkater habe ich heute noch. Aber es bedeutet, dass ich Muskeln habe.

Nun, sonst war es das. Morgen muss ich den Chinesen hier Deutschland erklären, danach fahre ich nach Mußbach.
Prima.

Ich verbleibe mit löblichen Grüßen!

oeRque

Montag, 15. Oktober 2007

Der große Gewinn

Vor ca drei Wochen, noch vor Brüssel und meinem Studiumsbeginn saß ich, mich langweilend, in meinem netten Kämmerlein und streunerte so durch das große weite Netz. So kam es, dass ich auch auf Links klickte, die ich sonst umgehen würde, und ehe ich mich versah, nahm ich spasseshalber an einem kleinen Gewinnspiel teil. Dieses fand auf der Internetpräsenz einer wohlbekannten Tageszeitung, dessen Namen ich aus Angst, man könnte mir mangelnden Journalismus-Verstand vorwerfen, gar nicht nennen möchte.
Nun, in der Sekunde, in der ich meine Anmeldung abgeschickt hatte, vergaß ich die Teilnahme auch schon wieder und widmete mich irgendetwas anderem.
Heute, ca. drei Wochen später, fand ich eher zufällig ein kleines oranges Kärtchen in meinem Briefkasten, das besagte, man wollte mir bereits am letzten Dienstag ein Paket zugestellt haben (da war ich aber gerade in der Vorlesung und Paul noch zu verpeilt, als dass er das Klingeln an der Tür als ein Klingeln verstehen konnte). Zwischendurch habe ich zwar noch zweimal den Briefkasten geleert, aber das Kärtchen stets übersehen. Mag daran liegen, dass der Briefkasten ebenfalls gelb-orange ist.
Bevor ich aber nun zur Postfiliale radeln konnte, hatte ich zwei Vorlesungen, also drei Stunden auf einem nervösen Hintern sitzend, vor mir. Ich stellte in der Zeit die tollsten Theorien auf, wer wohl der edle Gönner sein könnte und ob ich mich über das Paket freuen würde.
Um halb zwölf hatte die nervliche Tortur ein Ende und schon konnte es losgehen. Natürlich habe ich wieder nicht darauf geachtet, einen Plastiktüte über meinen leicht aufgerissenen Sattel zu stülpen und so kam ich mit einem nassen Arsch an. Herrlich. Bestimmt bin ich morgen verkühlt.
Bei der Post dauerte es etwas, bis das Paket gefunden wurde, der Perso analysiert und ich unterschrieben hatte. Zwischendurch nuschelte die kleine, zierliche Dame etwas entgegen, ob ich wohl 50 bis 100 Euros im Monat wohl sparen könnte. Warum sollte ich? Ich bin Student, pfeife zum Ende des Monats aus dem letzten Loch und weine bei jedem Einkauf, wenn ich den Wagen vermeintlich wieder viel zu voll lade. Selbst feiern tu ich nicht mehr mit gutem Gewissen. Aber gut. "Hmm, ist schwer zu sagen, müsste ich mal ausrechnen!", war meine schnelle Antwort während ich nur darauf bedacht war, das Paket, darauf schielend, mit meinen Augen zu öffnen.
Draußen angekommen riss ich das Päckchen auf, verschloß es aber schnell (vielleicht aus leichtem Scham), als ich den Namen auf dem Produkt las: Durex.
Prima, ich hatte tatsächlich gewonnen! Eine Durex-Kulturtasche. So eine zum ausklappen. Mit Spiegel. Und Haken zum aufhängen. Das Highlight ist aber wohl eher der Inhalt: Sämtliche Durex-Produkte für jeden Geschmack.
Ich bin also voll ausgestattet. Der erste Schritt ist gemacht. Der zweite wäre nun, mir eine Dame anzuschaffen. Mal gucken, was insgesamt wohl schwieriger gewesen sein wird.

Zuhause angekommen schlüpfte ich schnell in eine trockene Hose, sammelte mein Kleingeld zusammen und traf mich mit den anderen in der Mensa. Ich bezahlte mit großem Schein, um noch mehr Kleingeld für meine Waschkarte, die ich danach aufladen wollte, zu ergattern. Das Essen war lecker.
Im fucking Hausmeisterbüro fiel mir natürlich auf, dass ich meine Waschkarte vergessen habe, aber ich konnte sie schnell holen. Neben dem Automaten stand eine schöne Frau und potenzielle Partnerin. Sie wirkte ein wenig hilflos und ließ mich zuerst Geld einwerfen.
Nachdem ich, die Hände der Aufregung, so nah an einer schönen Frau zu stehen, wegen zitternd, drei Euronen eingeworfen hatte, sprach sie mich an. "Kannst du mir vielleicht helfen und den Schein kleinmachen?". - "Klar kann ich das, Lady. Hier hast du fünf von meinen kleinen acht Euronen, ich liebe es doch, zu so ungünstigen Zeiten ins Hausmeisterbüro zu laufen. Ach, und wo wir schon dabei sind, kannst du ja nachher der Dankbarkeit wegen mal vorbeikommen und meinen Gewinn betrachten. Der wird dich umhauen!", hätte ich wohl mal sagen sollen. Stattdessen sagte ich: "..Ja, natürlich." - "Danke," sagte sie. "Gerne doch," war meine Antwort.
Ich habe wohl für's erste mal wieder versagt.

Aber ich habe eine Durex-Kulturtasche! Mit Spiegel! Und mit Haken zum aufhängen!.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Mirko oeRque bildet sich

Euer aller Liebling, ich, möchte nun über seine letzte Woche berichten.
Am Montag bekam ich Besuch vom guten Paul, der eigentlich nur für eine Nacht bleiben wollte. Als er aber gesehen hat, dass er schon um 7:20 Uhr am nächsten Tage wieder hätte abreisen müssen und der abendliche Besuch auf dem Cannstatter Wasen nicht gerade als ruhig beschrieben werden konnte, wurde diese Idee schnell wieder verworfen.
Der Abend war also nett, es gab zwei Maß zum Preis von einer (statt zwei auf einmal gab es aber nur eine plus einen Gutschein) und einen dritten Gutschein bekamen wir von anderen geschenkt, denen wohl ein Liter reichte.
Um elf war diese Veranstaltung zwar schon vorbei, dennoch sollte es nicht das Ende des Abends bedeuten. Mein Nachbar lud uns auf dem Rückweg ein, noch zu seinen Kumpels zu gehen. Aber da gab es nur warmes Bier. Da sind wir lieber wieder schnell gegangen und saßen mit ein paar Mitbewohnern in der Küche und hatten die diessemestrige Fritösen-Premiere.
Am nächsten Tag konnte ich zum Glück ausschlafen, hatte erst gegen Mittag Vorlesung. Bis halb sechs. Paul wollte eigentlich die Stadt besuchen während der Zeit, war aber zu faul. Abends hatten wir wieder so ziemlich das gleiche Programm, lernten auf dem Rückweg ein paar Kanadier, Franzosen und Amerikaner kennen (keine Ahnung, warum) und saßen dann noch mit dem Ami in der Küche und.. ja, wir aßen Pommes, nachdem wir vorher schon einen Döner hatten. Und ich werde hier nie wieder einen Döner zu später Stunde essen. Die triefen nämlich nur so vor Cocktail-Soße und sind eine Herausforderung für jeden angeheiterten. Das bemerkte ich allerdings erst am nächsten Tag, als ich meine Jacke erspähte.
Mittwoch vielen die Vorlesungen aus und Paul verpasste abermals seinen Flieger. Am Tag besuchten wir das neue Benz-Museum. Interessant war es. Sehr sogar. Danach trafen wir uns mit der Bahn und der GDL, um einen Streik, der für Donnerstag angedacht war, abzuwenden. Erfolg hatten wir und Paul konnte seinen Flug buchen, ohne Angst zu haben, am nächsten Tage am fucking Flughafen in Hannover festzusitzen. Außerdem musste er auch so am Abend nicht schon zum Flughafen reisen, um dort zu nächtigen.
Abends passierte nichts, ein bisschen ungesundes Essen, ein bisschen TV und das war's schon.
Pauls Bahn sollte am nächsten Tag um 6:25 gehen (wär auch die letzte vorm Flug), aufgewacht ist er um 6:15. Aber geschafft hat er es und ich konnte zur Vorlesung gehen. Der Donnerstag verging, der Freitag ebenso.
Abends waren Simon und ich erst bei mir, dann im Rocker 33. Da war ich schonmal. Ich hab auch diesmal so was ähnliches getan wie getanzt. Weil wir die erste Bahn am nächsten Tage erst nehmen wollten, sogar so fünf Stunden oder so. War gut.
Dafür war der Samstag ein wenig im Arsch. Trotzdem musste ich abends zur Stuttgarter Kulturnacht. Das ist nämlich Teil unseres interkulturellen Seminars (die Vorlesung, die wir jeden zweiten Freitag sonst bis 21 Uhr haben). Die Ausstellung war jetzt nicht sooo interessant, ein paar Kurzfilme aus China schon, aber insgesamt doch eher enttäuschend.
Danach wollte ich eigentlich nach Hause, aber daraus wurde nichts. Weil ich mich so leicht überreden lasse, nämlich.
Stattdessen sind wir in die Stadt gegangen, wo wir mit unserem Bändchen noch in andere Lokalitäten gegangen. Ein paar Kurzfilme haben wir geguckt aber das Highlight sollte sich im Rathaus ereignen. Die haben dort nämlich einen.. einen Paranosta! So einen tollen Fahrstuhl, der offen ist und nicht anhält, sondern immer weiter am Stück fährt. Ich war begeistert! Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob sie einfach nur zu geizig waren, sich einen richtigen Aufzug anzuschaffen.
Ein Video dieser Irrsinnsfahrt werde ich baldigst online stellen.
Anschließend waren wir noch inner Kneipe, gegen halb eins bin ich aber auch gefahren.
Am heutigen Sonntag habe ich nichts gemacht. Rein gar nichts.
Reingelegt - ich habe mich technisch weiterentwickelt. Ich habe, wie ihr vielleicht wisst, TV übern PC laufen. Spart ein bisschen Platz, hat aber den Nachteil, dass ich bisher nur vom PC direkt aus das Programm wechseln konnte. Jetzt aber habe ich herausgefunden, dass mein Handy eine Fernbedienungsfunktion besitzt - ein Traum. Somit kann ich den ganzen Tag im Bett liegen und einfach hin und herschalten.
Mein Studium wird also wieder einen negativen Verlauf nehmen.

Samstag, 13. Oktober 2007

Oha

Es ist ca. 6:20 und ja, ich müsste schlafen.
Und das tu ich nun auch!
Morgen folgt wohl ein Rückblick über eine ereignisreiche Woche!

hegdl,
oeRque

Sonntag, 7. Oktober 2007

Was für ein Sonntag!

Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Sonntag mal so "gesund" gestalten könnte.
Ich bin irgendwann aufgewacht und dann joggen gegangen. Wieder drei Runden. Der Arzt (damals noch ein Arschloch, mittlerweile sehr nett) hat mir geraten, es nicht zu übertreiben. Danach habe ich geduscht, mir einen Salat gebastelt, ein wenig irgendwas gemacht und dann überkam mich die Lernlust. Von vier Uhr an habe ich auf jeden Fall kurz die Vorlesungen der letzten Woche noch einmal angeguckt und alle Chinesisch-Zeichen, die wir bisher hatten, wiederholt. Jetzt kann ich sie alle perfekt. Die nächsten Tage werde ich sie auch noch wiederholen und dann sollten sie für immer sitzen. So hoffe ich.
Und jetzt ist es elf Uhr und ich werde wohl schlafen gehen.
Auch nicht schlecht.

Es empfiehlt sie:
oeRque

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Na super!

Jetzt habe ich heute fucking Muskelkater. Vom Joggen. So schlecht steht es also schon um mich. Zudem habe ich meine erste Vorlesung verpasst (ist auch irgendwie hart, wenn der Wecker aufmal fünf Stunden früher klingelt, als gewohnt). Aber das ist nicht schlimm. Da dreht es sich nämlich sowieso erstmal nur um organisatorische Sachen, die man schnell wieder vergisst.
Aus Rücksichtsnahme auf meinen Bauch habe ich gerade zum Frühstück übrigens nur eine Scheibe Käse zwischen meine zwei Scheiben Brot gelegt. Und statt Butter nahm ich Tomatenmark.
Gestern Abend gab's übrigens nur Salat für mich - also Magerkost, wie danach von Werder.
Nur mal so.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Was fühl ich mich gut

Am heutigen Feiertage habe ich frei. Und das ist toll. Gestern habe ich nur Fußball geguckt und sonst nichts gemacht, somit bin ich heute recht fit. Ich war sogar so fit, dass ich mich in Sportklamotten geschmissen habe, um das erste Mal seit Himmelfahrt wieder zu laufen. Also so verhältnismäßig schnell und etwas länger. Und das tut gut! Ich habe drei Runden (aber ganz ganz außen!) geschafft. Warum es nicht mehr wurden, schieb ich jetzt einfach mal auf's Knie.
Aber es geht vorwärts.
Besonders toll fand ich das Gefühl, endlich mal wieder sinnvoll geschwitzt zu haben! Sonst tu ich dies ja meines Bauches wegen schon recht schnell bei kleineren Anstrengungen, aber diesmal war es anders. Und die Dusche danach war auch herrlich.
Achso, wir haben hier übrigens spätsommerliche Temperaturen. Nur mal so am Rande.
Ich glaube, jetzt mach ich mir noch nen Salat und lerne dann etwas.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Erste Impressionen aus dem zweiten Semester

Ui, was ist das zweite Semester spannend. Gestern hatte ich eine Vorlesung um 14:15 Uhr, heute drei, Beginn war aber auch erst um 11:45 (das fiel mir auch erst ein, als ich um 11:21 zufällig aufgewacht bin). Sonderlich viel habe ich also noch nicht erlebt, aber die neuen Fächer versprechen etwas interessanter zu werden, als Physik oder Mathe im letzten Semester.
Positiv ist zu bewerten, dass ich mich erst langsam aklimatisieren muss. Ausschlafen kann ich weiterhin, morgen ist schließlich wieder Feiertag. Donnerstag wird's erstmals ungemütlich, da habe ich morgens direkt zwei Vorlesungen. Und dann offiziell Feierabend um 11:30. Allerdings habe ich meinen Französischkurs bekommen und das sieht nicht unbedingt nach Larifari aus. Folgendes habe ich zu beachten:

Französisch - wirtschaftlich orientiert, donnerstags 16:00 - 19:15 Uhr,
Beginn: 04.10.07, Raum P04

Bitte beachten Sie folgende Punkte:

- Die Anwesenheit am 1. Termin ist Pflicht.
- Sollten Sie die ersten beiden Termine nicht wahrnehmen und
unentschuldigt fehlen, so rückt ein anderer Teilnehmer an Ihre Stelle
und Sie werden für die Teilnahme an den Sprachkursen im nächsten
Semester gesperrt.
- Sollten Sie mehr als dreimal fehlen, dürfen Sie an der Klausur nicht
teilnehmen und Sie werden für die Teilnahme an den Sprachkursen im
nächsten Semester gesperrt.

Wenn Sie wider Erwarten nicht am Kurs teilnehmen können, so geben Sie
mir bitte so schnell wie möglich Bescheid.

Ansonsten ist es ganz nett wieder in der eigenen Bude mit der Bahn vor der Tür. Die letzten beiden Abende war ich jeweils auf den Wasen, die können da auch ganz gutes Bier in die Maß-Krüge füllen.
Nachher schau ich mir mal den Ronaldinho auf der Leinwand an und hoffe, dass der VFB erstmals diese Saison was reißt.

Hab euch lieb.

oeRque

Sonntag, 30. September 2007

Wenn ich groß bin, werde ich Messeaussteller

Liebe Fan-Gemeinde,
Ich bin heil (aber nicht wirklich gesund) aus Brüssel wiedergekommen. Heute morgen um fünf. Zurückblicken kann ich auf eine sehr schöne halbe Woche, wenngleich sie auch recht hart war.
Am Dienstag sollte es um 15 Uhr losgehen, um 18:30 wurde ich endlich abgeholt. Ziemlich pünktlich um Mitternacht wurde ich bei Quentin abgesetzt, schlüpfte schnell in meine dreckigsten Klamotten, die ich extra mitgebracht hatte, und ab ging es ins "Jefke" zum "Thé Dansant". Was sich so nett anhört, ist eigentlich Folklore pur. Eine tolle Party mit lockeren Menschen und viel Bier - im Becher, auf dem Boden und in der Luft. Das Exen des edlen Gesöffs gehört zum guten Stil, die Becher fliegen auch mal noch voll durch die Luft und eigentlich kann der gesamte Raum als Toilette genutzt werden dank robusten Betonwänden und leicht abschüssigem Boden. Kurzum - ein Traum!
Am Mittwoch weiß ich gar nicht mehr, was ich getan hab. Ah doch, ich habe, als Quentin Vorlesung hatte, selber - oho! - gelernt! Abends war aufm Campus ne fette fette Party mit fünf Bühnen, netten Essensständen und viele Leuten. Dort trafen Quentin und ich auch auf die gute Sonja aus der Schulzeit, die in Brüssel studiert.
Den Donnerstag nutzte ich, um erstmals die Label-Expo zu besuchen, auf der unser großes Familientreffen stattfinden sollte. Und es ist prima auf so einer Messe. Wenn ich groß bin, möchte ich auch bei sowas teilnehmen. Den ganzen Tag gibt man mit seinen Produkten an, lästert über die Konkurrenz, trinkt was man will, wird verköstigt mit leckerem Essen und am Abend gibt's wieder gutes Essen und Trinken mit Kunden oder ohne und große Firmen mieten auch mal eine Kneipe, wo es was umsonst gibt und man feiert und dann schläft man irgendwann desnachts ein und - ja gut, man muss morgens wieder früh aufstehen und die Müdigkeit mal Müdigkeit sein lassen.
An besagtem Donnerstag wollte ich mich mit Quentin und Aurélien abends eigentlich in der Stadt treffen, kurzum wurden wir allerdings von MPS zum Dinieren in einem sehr köstlichen Fisch-Restaurant (und ich habe sogar Fisch gegessen) geladen. Lecker war's und danach ging's auch nur noch in eine Kneipe und dann ins Bett. Vielen Dank nochmals dafür an meinen ehemaligen Praktikumsgeber. Blöd war nur, dass ein leichter Allergie-Schub erst mein Immunsystem außer Kraft setzte und ich sogleich von irgendwelchen Verkühlungsviren attackiert wurde. Aber als Mann will ich ja nicht meckern, am nächsten Tag gab's wiederum auf der Messe - diesmal mit Quentin - eine Aspirin und ein paar Bier zum Desinfezieren des Halses und abends lud diesmal der ehrenwerte Herr Gevatter zum Essen. Auch trotz einer furchtbaren Bedienung mundete mir auch dies. Anschließend ging es noch in eine Wasserpfeifenbar, dann, getrennt von der älteren Generation, mit Torben und Quentin in einen Irish Pub, den die Firma Zeller und Gmelin gemietet hatte und wo wir Freibier bekamen. Um vier Uhr machten wir uns auf zum Bus, wo wir ne halbe Stunde auf ihn warteten um dann festzustellen, dass diese Nachtlinie nur in der Woche fährt (die Logik verstehe ich nicht) und wir mussten uns doch ein Taxi gönnen.
Samstag schliefen wir wieder aus, ich kaufte mir ein paar tolle belgische Biere für zuhause und dann schauten wir wieder mal auf die Messe. Ich musste nämlich noch ein paar Werbe-Tüten besorgen, in die ich das Bier verstauen konnte. Schnell haben wir noch etwas mit abgebaut und dann ein paar Stunden bei Quentin gechillt.
Anschließend ging es in ein sehr gutes Steak-Restaurant in der Nähe des Grand Place'. Leider zog es sich hier etwas länger hin, was die Wartezeit anbetraf, sodass der gute Thomas(ch) von coe-Süd und ich keinen Nachtisch mehr zu uns nehmen konnten, weil wir noch in der Nacht zurückfahren wollten, nur nicht zu spät.
Die Abreise verlief auch recht unspektakulär; mit Taxi ging es zu seinem Hotel, von dort mit dem Auto zu Quentin, wo ich meine Sachen rausholte, Quentins Schlüssel im Kühlschrank deponierte und eine Zeitung zwischen Schloss und Haustüre positionierte.
Viereinhalb Stunden später erreichten wir Stuttgart. Dann schlief ich bis Mittags, guckte die Zusammenfassung vom gestrigen Werder-Spiel und jetzt unser Finale in Shanghai - Wir sind Weltmeister! Und die Nadine Angerer liebe ich.
Heute Abend geht's wohl auf die Wasn und morgen habe ich endlich wieder Vorlesungen.

A+

oeRque

Prachtbube Torben war übrigens auch dabei!

Dienstag, 25. September 2007

StuggiWuggi

Meine Damen und Herren,
Ich sitze in meinem Kämmerlein und warte auf den Onkel, der mich gleich abholt, um nach Brüssel zu fahren. Dort trifft ein riesengroßes Familientreffen auf der Label-Expo statt. Ich bin schon sehr gespannt.
Gestern habe ich mich der Prüfung "Grundlagen Printmedien" stellen müssen. Die Hälfte meiner freien Zeit, also den ganzen Monat September plus ein wenig August hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nichts getan hatte, lediglich in den letzten Tagen etwas, aber auch das nicht konzentriert. Der Grund dafür war, dass wir vom Prof 50 Fragen in der letzten Vorlesung bekamen, zur Lernorientierung. Und diese wurden mir ausgewertet, so dass ich sie nur noch auf Karteikärtchen bringen musste, um sie zu lernen. Theoretisch hätte ich jeden Tag eine Frage bearbeiten können, aber ich hatte absolut keine Zeit.
Nun, im Endeffekt habe ich verdammt wenig gelernt und das war auch gut so. Denn die Prüfung war ein Witz. Die 14 Fragen stimmten mit denen aus dem Fragenkatalog überein und somit sollte mir eine gute Note gelungen sein.
Heute habe ich mir 14 Paar Socken gekauft, die dürften jetzt erstmal reichen. Und ich habe mich für einen Französischkurs angemeldet. Ob ich den auf wahrnehmen darf, werde ich nächste Woche erfahren.
Dann sag ich auch, wie es in Brüssel war. Auf der Expo. Und bei Quentin, dem Buben. Und auf den Partys seiner Studentenverbindung, auf die ich extra mit alten Klamotten gehen muss.

Gut.

In Love,
oeRque

Sonntag, 23. September 2007

Zurück in Stuttgart

Liebe Leute, ich bin zurück in Stuttgart. Und es ist Sonntag. Sonntagabend. Und mein Kühlschrank ist leer.

Vollständig leer?

Nein.

Der gute oeRque hat nämlich bei seinem Abschied mitte Juli noch einmal an sich gedacht und ein eiskaltes Bier zurück gelassen.

Was bin ich froh, ich selbst zu sein!

Freitag, 14. September 2007

Palermo - pfui deibel

Mit viel Vorfreude traten Torben, Paul und ich am Dienstagmorgen um vier Uhr früh unsere Reise nach Palermo auf Sizilien an. Schon alleine diese Uhrzeit sollte verdeutlichen, dass es uns wichtig war, diese Stadt zu besuchen.
Um 6:20 Uhr hob unser Flieger ab, knappe zwei Stunden später landeten wir und der erste Eindruck war recht positiv. Schöne 23° C, eine hübsche Landschaft und der Bus in die Stadt ließ auch nicht lange warten. Fünfzig Minuten dafür waren angesetzt, obwohl die Stadt ziemlich nah lag und wir die ersten Häuser bereits nach 20 Minuten erreicht hatten. Die nächste halbe Stunde deutete aber darauf hin, wo Palermos Problem lag: In der Infrastruktur. Im langsamen Tempo ging's durch überfüllte Straßen mit viel Huperei und hastigem Bremsen an heruntergekommenen Häusern Richtung Zentrum, oder das, was wir dafür hielten, also den Bahnhof.
Dort angekommen holten wir uns eine Karte zur Übersicht, liefen eine Straße, die unserer Ansicht nach zum Meer führte, frühstückten eine günstige Pizza auf dem Weg und suchten lieber den Schatten. Irgendwann fiel uns auf, dass wir zwar von der Richtung her richtig liefen, uns aber auf der Karte versehen hatten mit unserem derzeitigem Standpunkt. Aber das war egal.
Das Meer erreichten wir trotzdem, einen vernünftigen Strand fanden wir aber nicht. Stattdessen marschierten wir an einer stark befahrenen Straße entlang des Meeres gen Osten, wo laut Karte eine Badegelegenheit sein sollte. Allerdings glich die Gegend immer mehr einem Ghetto, es stank, überall war Müll, die dafür vorgesehenen Eimer im Park waren umgeschmissen und es sah auch keiner ein, mal etwas gegen den Dreck zu tun. Zudem war es heiß, es stank nach (älteren) Fischen und Meeresfrüchten, die man direkt an der Straße kaufen konnte, und sehr nach Abgasen. Entweder können die Italiener perfekt oder gar nicht Auto fahren, aber die Hupe befindet sich anscheinend auf dem Gaspedal, zumindest wird sie sehr häufig benutzt. Selbst, als wir etwas abseits der Straße an einem Brunnen etwas Wasser verköstigten, wurden wir per Hupe darauf hingewiesen, doch bitte Platz auf dem Bürgersteig für einen kleinen Fiat Punto zu machen, der genau vorm Brunnen parken wollte. Der Grund dafür war der, dass die Insassen den ganzen Kofferraum plus Rückbank mit Kanistern bepackt hatten, die sie jetzt mithilfe eines mitgebrachten Schlauches befüllen wollten, um für die nächsten Monate keinen Wassermangel mehr zu haben.
Nun, kurz danach kamen wir schon etwas näher an das Meer über eine schotterige Einfahrt. Über kleine Dünen ging es ans Wasser, allerdings war auch hier alles vermüllt. Autoreifen en masse, Pfandflaschen, Kleidungsstücke und Geschirr zierte die grüne Landschaft. Etwas versteckt hatte sich sogar einer aus Schilf und Bambus eine kleine "Hütte" gebastelt und wohl nie eine Müllabfuhr bestellt, zumindest befand sich um diese Hütte das Epizentrum des Drecks. Im Wasser waren wir also so gut wie gar nicht.
All diese Tatsachen brachten uns irgendwie langsam aber sicher von der Idee ab, noch zwei Nächte zu bleiben, zumal wir noch keinen richtig geschützten Park gefunden hatte. Also suchten wir schleunigst ein Hotel auf, um deren Internet zu benutzen zur Buchung eines Rückflugs. Der Flug am selbigen Tage nach Hannover war aber anscheinend schon voll, somit blieb uns erstmal nur die Möglichkeit, nach Stuttgart zu reisen. Das taten wir und da ich keinen Schlüssel für meine Bude dabei hatten, rief ich danach meinen tollen Onkel Holger an, ob er bereit sei, uns Asyl zu gewehren. Er war es.
Mit der Gewissheit im Gepäck, dass es bald zurückgehen sollte, ließ sich der Tag noch gut verleben und all der Dreck, der Gestank, der sich mit dem Schweiß zu verbinden schien, wurden nur noch ironisch betrachtet. Wir gingen nur noch etwas weiter gen Stadt-Zentrum durch schmale Gassen, die in Deutschland dem gemeinem unmotorisierten Volke zustehen. Aber auch hier mussten wir eng an der Wand laufen, da ein ständiges Gehupe doch recht nervig sein konnte.
In einem kleinen Restaurant speisten wir auf der Terrasse (natürlich direkt an eine Straße grenzend) etwas. Nudeln und Fleisch, worauf wir aber ne Stunde warten mussten, weil uns der unfähige Kellner einfach vergessen hatte (ist ja auch schwer, wenn draußen gleich alle vier Tische besetzt sind..). Hier beschrifteten wir auch unsere Postkarten und danach wollten wir nur noch Briefmarken kaufen. Im Tobacco-Shop sollte es die geben, sagte man uns. Alles klar. Die ersten fünf hatten aber keine, also trödelten wir weiter.
Aufmal baute sich links neben uns die riesige Fassade eines monströsen Gebäudes auf, an deren Wand in großen Lettern die Worte "Posti Nacionale" (oder so). Die müssen doch Briefmarken haben. Aber Pustekuchen. Schon das elendig lange Warten in der Schlange ließ uns eine gewisse Inkompetenz vermuten und so verließen wir auch nach einer halben Stunde die Post mit leeren Händen.
Fünf Tobacco-Shops später bekamen wir aber doch noch, was wir suchten. Und kurz darauf ging's schon wieder mit dem Bus zum Flughafen und dann nach Stuttgart.
Dort gefiel uns die gebotene Gastfreundschaft so sehr, dass wir gleich noch eine Nacht dranhängten (unser Automobil war nämlich auch bis Donnerstag bezahlt).
Somit haben wir nicht wirklich viel erlebt auf unserem Tripp, oder vielleicht auch zu viel. Und da ich leider meine Kamera vergessen habe, konnten wir lediglich mit dem Handy ein paar Bilder machen, die ich schleunigst rüberlade.
Es bleibt mir die Gewissheit, dass ich, sollte ich noch einmal nach Sizilien reisen, allerhöchstens den unbelebten Rest der Insel besuche.

In Liebe,
oeRque

Montag, 10. September 2007

Nochmal zum Wochenende

Liebe Damen und Herren, ich habe das Wochenende langsam verarbeitet und bin bereit, mich zu äußern.
Wie besagt stand der schöne Jubiläums-Umzug an und glücklicherweise war die Elite der alten Herrenmannschaft vom Fußball so frei, die Elite aus zweiter und erster Mannschaft zu bitten, mitzufahren.
Freitag schmückten wir folglich unseren Autowagen und beschlossen, nichts großes mehr zu tun, da wir wussten, wie anstrengend der folgende Tag werden würde.
Früh am Samstagmorgen um halb elf, quasi vorm Aufstehen, trafen wir uns wieder, brachten die letzten Blumen an, schleppten die Bierkästen hoch und schon durfte es losgehen. Das erste Bier war schon auf dem Weg zum Treffpunkt verköstigt, die nächsten sollten bald folgen. Da sich das Einreihen der 45 Wagen (wir waren 43.) hinauszögerte und ich Angst hatte, das Bier könnte nicht unbedingt reichen (von acht Stück pro Person war irgendwo die Rede), war ich schon gut am trinken und nach nicht einmal einem halben Kilometer Fahrt hatte ich sieben Flaschen intus. Das war eine gute Grundlage, aber man hätte mir auch sagen können, dass es an jedem Wegerand noch gut Schnaps hochgereicht gab. Der gute Marc von Bargen schenkte zu allem Überfluss noch von seinem legendären Cocktail ein (der schmeckt nur gut aber aufmal knallt es brutal). Und das, obwohl unser Pastor dazu aufrief, auf dem Wagen sei striktes Alkoholverbot. Da sieht man, wie groß der Respekt der heutigen Gesellschaft vor der Kirche ist. Nun gut, die Fahrt war toll, verdurstet ist wohl niemand und als wir zur Hälfte der Strecke bei uns zuhause Rast machten, war ich schon gut und lustig dabei. Das hab ich mir aber natürlich nicht anmerken lassen.
Leider war der Umzug viel zu schnell vorbei und jetzt muss man wieder zwei Jahre warten.
Aber als wir in Heiligenrode ankamen, war dies noch nicht das Ende der Feierlichkeiten. Im Festzelt ging es weiter und aus irgendeinem Grunde fand sich immer jemand, der gerne was auszugeben hatte. Ich denke, das liegt daran, dass ich so beliebt bin. Der Pegel konnte also gehalten werden und über das Trinken vergaß man glatt das Abendessen. Das fiel aus. Als Grundlage dienten dafür die leckeren Steaks, die wir aufm Wagen grillten und die diversen Kuchen, Brezeln und Schmalbrote vom Wegesrand.
Als ich um halb eins in der Nacht keinen mehr im Zelt zu kennen schien, war es wohl auch Zeit nach Hause zu gehen. Da ich bis dato lediglich für den Eintritt zahlen musste, konnte ich mir sogar ein Taxi leisten, das uns (den Prachtbuben und mich - ihn traf ich auf ner Parkbank..) zum Wucherpreis von acht Euronen von Heiligenrode nach Hause gebracht hat.
Ein herrlicher Abend.
Gestern, am Sonntag, hatten wir dann Fußball-Länderspiel. Heiligenrode gegen Mandorf hieß es da und auf dem Platz ging es hoch her. Man lernte wieder Schimpfworte sondergleichen, Boxhiebe, Tritte und so weiter kennen. Naja gut, eigentlich nur die, die auch spielten. Ich gönnte mir lieber mit Matze und David noch ein, maximal zwei Bierchen und stand mit klugen Sprüchen an der Seite. Danach schlenderten wir noch einmal über den Festplatz und schwelgten in Erinnerungen.
Schön war es. Und in 25 Jahren ist es ja endlich wieder so weit.

Morgen werde ich mich am schönen Strand von Palermo / Sizilien erholen. Mit Sicherheit wird auch das sehr schön.

Sonntag, 9. September 2007

Jubiläums-Umzug

War sehr gut, soweit ich mich erinnern kann.
Bilder sind online.
Ich kann nicht mehr.
hegdl

Freitag, 7. September 2007

Heiligenrode, meine zweite Liebe

Neben meinem Heimatdorf Groß Mackenstedt, das ich innigst und ausgiebig liebe (bis auf die neue verkorkste Dorfjugend, die ist echt verkommen und total scheiße), liebe ich ja auch unser Nachbardorf Heiligenrode (mein Fußballverein, meine Kirche, mein Schützenverein).
Und dieses nette Dorf hat morgen sein 825. Jubiläum (bestimmt nicht auf den Tag genau.. ich wette, die haben das extra auf ein Wochenende gelegt, damit alle können und kein Laden unnötig dicht machen muss und somit unnötig unsere Wirtschaft schwächen würde). Und an diesem morgigen Samstag findet auch ein toller Umzug mit ca 40 Wagen statt, wie sonst immer um diese Zeit jedes zweite Jahr als Ernte-Dank-Umzug. Wir sind ca der letzte und hässlichste Wagen, aber darauf kommt es ja nicht an. Die innere Werte zählen. Und diese inneren Werte besagen, dass wir in unserem Wagen drin viele tolle Typen haben (viele sind noch Junggesellen, liebe Mädels), ein paar mehr Kästen Bier (obwohl Alkohol verboten wurde.. vom Pastor, der wegen seines Herzens nichts mehr trinken darf und jetzt nicht möchte, dass wir mehr Spass haben als er) und vor allem einen Grill haben.
Ich persönlich freu mich wahnsinnig darauf, da mir der Umzug von vor zwei Jahren schon gezeigt hat, wie großartig das ganze Event doch ist.
Da es das Jubiläum der Kirche ist, muss jeder auch irgendwie so ein Motto haben. Wir sind die Klosterbrüder und während sich alle in einen alten Kartoffelsack stecken, werde ich die einzige Nonne an Bord sein. Ich bin schon ganz aufgeregt.

oeRque - der sich morgen den Kopf abschraubt.

Mittwoch, 5. September 2007

Feiertag

Liebe Gemeinde,
Heute ist ein Tag zum Feiern. Euer oeRque darf ganz offiziell die Gehhilfen nach sechs nervigen Wochen beiseitelegen und sogar autofahren.
Vorbei sind die Zeiten, in denen der Bauch blau gespritzt wurde durch die Thrombose-Injektionen, vorbei sind die Spießroutenläufe, in denen ich meiner Strumpfhose wegen gehänselt wurde.
Auch Torben darf mich freuen: Er muss sich fast nicht mehr um mich kümmern, muss mich nicht fahren, nicht die Arbeiten erledigen, die ich nicht konnte.

Hiermit möchte ich ihm allerdings rechtherzlich für die entgegengebrachte Hilfe und Zuneigung danken.
Danke, Betzebub!

oeRque

Freitag, 31. August 2007

Rijeka

Wie schon berichtet, sahen mein Bruder und ich uns Anfang der Woche dazu gezwungen, der vollkommenen Abhängigkeit der Natur, die uns hier zuhause im Bezug auf fließend Wasser und warme Nahrung erreicht hätte, zu entfliehen. Und wie schon erwähnt, dauerten die Pläne dafür sehr lange und endeten darin, dass wir die einst so gut ausgeklügelten über den Haufen warfen und statt nach Italien, Frankreich oder Griechenland doch nach Rijeka in Kroatien flogen.
Dienstag am frühen Nachmittag flog unsere Maschine von Hannover los, wir kamen knapp eine halbe Stunde vor eigentlichem Abflug an und hatten Glück, noch einchecken zu können, da der Flug eine halbe Stunde Verspätung hatte. Aufgrund dieses Zeitmangels mussten wir übrigens auch wieder in die viel zu teure Hochgarage fahren. Wie Torben sehe auch ich mich dazu gezwungen, sie irgendwann abzureißen. Oder einen Anschlag drauf verüben. Aber gut, erstmal wollten wir jetzt wegfliegen.
Unsere Sitznachbarn im Flugzeug erwiesen sich als Hardcore-(Alkoholiker-)Schwuchteln, die ihr Liebesnest in einer einsamen Pension auf Istrien, irgendeiner Halbinsel nahe Rijeka, beziehen wollten. Hach, begeistert waren die beiden Schnapsdrosseln, die im Flieger mit Weißwein und Gin-Tonic auf ein paar Wochen Happyness anstießen, von ihrem Kroatien, das sie jetzt das vierte Mal infolge besuchten. Während des gesamten Fluges durfte ich mir dann alles über Istrien anhören, was er erlebt hat und so weiter. Das ganze natürlich mit dieser möchtegern-verstopften Nase und ein paar albernen Lachanfällen. Romantische Hotels konnte er mir empfehlen, die Abgeschiedenheit und so weiter, natürlich all das, was unseren Budget-Rahmen deutlich sprengen würde. Totgelacht hätte er sich bei vielen Details, die ihm aufgefallen sind, zum Beispiel, dass die Stadtbusse seine alten Schulbusse seien und so.
Danach konnte er mir noch zu jeder Stadt, die TUIfly anfliegt etwas sagen. Es sei sein Job, er war nämlich Landschafts- und Stadtplaner.
Gelandet sind wir dann endlich irgendwann auf dem schönen beschaulichen ehemaligen Militärflughafen der vokallosen Insel Krk, von dort sollte es mit Bus weitergehen. Unsere Flugnachbarn sollten sich auch dort wieder neben uns setzen und weiter von Istrien schwärmen, als wollten sie uns auch dafür begeistern und indirekt einladen. Dankend haben wir durchdringen lassen, dass wir nur nach Rijeka und auch schon wieder zurück wollten.
In Rijeka ging es erstmal was essen, das fiel bei uns schließlich morgens aus besagten Gründen aus. McDonald's war wieder das Ziel, das Torben ansteuerte und als Krüppel konnte ich mich schlecht dagegen wehren.
Wer nun allerdings glaubt, in Kroatien in einem Land zu sein, das vor kurzem noch Kriegsschauplatz (also gut, ist schon etwas her) war und zudem noch im Osten liegt und daher billig sein sollte, der täuscht sich. Diese Stadt ist unwesentlich günstiger als Deutschland und somit passten die Hotels auch nicht wirklich in unseren Budget-Rahmen. Trotzdem suchten wir am Informationscomputer nach einer Lösung, irgendwo sollte nämlich eine Jugendherberge geöffnet haben, hatte ich vorher im Internet gelesen. Kaum hatten wir aber zu klicken begonnen, kam eine nette, junge Dame, hübsch dazu, allerdings mit der Peter Maffay-Gedächtniswarze (gut, dagegen gibt's ja heute auch Mittel..) zu uns und fragte, ob wir eine Sleeping Location suchten, sie hätte da was anzubieten für deutlich weniger Geld, als die Hotels. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns, das mal anzuschaun. Durch die schöne Innenstadt wurden wir geführt in zwei Nebenstraßen, landeten in einem schäbigen Hinterhof eines allten, von außen dreckigen Hauses und verschwanden in einem seiner Eingänge. Einen Stock höher durften wir in ihre Privatwohnung und dessen Gästezimmer beziehen. Sah letztendlich doch recht nett aus, mit Fenster und Ventilator und Tisch und Schrank und drei Betten. Wir löhnten im Voraus, bekamen Schlüssel und noch das Bad gezeigt. War auch akzeptabel. Die Rucksäcke konnten wir dort lassen, was nett war, denn darunter schwitzte man schon ordentlich, selbst am Abend. Wertsachen nahmen wir aber lieber mit. Sicher ist sicher. Die Mutter versicherte uns, dass wir in der Nacht kommen konnten, wann wir wollten. Sie wusste, dass wir es auf den Alkohol abgesehen haben.
Und tatsächlich, das Bier dort konnte man sich schon günstiger reden/trinken, als es womöglich am Ende war. Wir besuchten also am Abend ein paar Bars und verköstigten ein, zwei Bierchen, dazu einen günstigen Cocktail und gingen bereits um halb eins zurück um zu schlafen.
Die Nacht war allerdings eher eine Qual, denn der Ventilator brachte nichts und durch das geöffnete Fenster drang auch nichts ein. Während meiner Träume verfestigte sich in meinem Kopf die Theorie, der Ventilator würde die warme Luft immer wieder von der kalten trennen und somit einen Austausch unmöglich machen und überhaupt träge er zu einer Verkühlung bei. Also schaltete ich ihn ab, trotz Protestes von Torben. Aber gut, auch diesmal siegte er wieder gegen seinen Krüppelbruder.
Der darauffolgende (ganze) Tag war eher unspektakulär. Rijeka hat nicht viel zu bieten, außer Hitze. Aber einen Strand suchte man vergebens, trotzdem Rijeka am Meer liegt. Stattdessen gibt's einen hässlichen Hafen, viele dichtbefahrene und laute Straßen und Gulli-Gerüche. Also verbrachten wir den Tag mal hier, mal da, mussten zwischendurch ins Internet-Kaffee und noch einen Flug buchen, nämlich von Stuttgart nach Hannover zurück. Da das Internet aber nicht so fortschrittlich war, konnte es die letzte entscheidene Seite nicht öffnen und wir waren umsonst da.
Zwischendurch aßen wir noch etwas beim Subway (wirklich typisch kroatisch!) und setzten uns am Ende in nen Park, leerten ein paar Büchsenbierchen und warteten darauf, bald in einer Kneipe Werder zu gucken. Auch das war recht nett, wir gewannen, die glatzköpfigen kroatischen Fans vor uns erwiesen sich als weniger fanatisch, als befürchtet und nach ein paar weiteren Bierchen ging es durch die Stadt in einen nahegelegenen Park mit Bäumen, den wir vorher auf ner Karte ausfindig gemacht hatten. Dort wollten wir uns schlafen legen. Ein kleines Museum in diesem Park bot einen netten Eingangsbereich, den wir sofort nutzten. Ich breitete eine Decke aus und lag mich auf sie. Torben wollte sich lieber drunter legen. Sicher, die vorherige Nacht hatte ja auch gezeigt, dass man in Kroatien des Nachts öfter mal erfriert. Letztendlich sahen wir am morgen, dass er eigentlich gar keine Decke mehr hatte, sondern nur aufm Beton lag, aber es schien ja nicht gestört zu haben. Um kurz vor sechs klingelte der Wecker, mittlerweile liefen auch der ein oder andere Mensch an uns vorbei. Auf dem Weg zum Bus begrüßten wir noch unsere unmittelbaren "Nachbarn" vom Polizeirevier und um halb sieben ging der Bus Richtung Krk zurück.
Dort in der Schlange beim Check-In waren wir die fünften. Und mussten trotzdem über zwanzig Minuten warten. Ich frage mich bis heute, ob wirklich alle rechtzeitig im Flieger saßen, oder ihn wegen des Check-Ins verpasst hatten. Unsere letzten Kunas investierten wir schnell noch in das ein oder andere nichtalkoholische Getränk und freuten uns, irgendwann im Flieger zu sitzen.
In Stuttgart angekommen freuten wir uns über nette 12°C, allerdings mit Sonnenschein, bestiegen die S-Bahn und fuhren gen Uni. Dort in die HdM, schnell den Rückflug für den Nachmittag gebucht und in meine Butze, Briefkasten leeren. Erfreulich war das, neben den ganzen Spiegeln fanden sich ein paar Postkarten an und nur eine Rechnung, da war ich erleichtert. Danach schickte ich Torben mit Rad zum Einkaufen, ich bevorzugte die Dusche. Wir stanken erbärmlich.
Frisch geduscht verputzten wir schnell unsere Pizza und legten uns schlafen. Um fünf ging der Flug, für halb vier stellten wir uns den Wecker. Widerwillig standen wir gegen vier auf, mussten noch abwaschen und dann zur S-Bahn. Dort kamen wir um zehn nach vier an, verpassten natürlich die Bahn und weil das Streckennetz Stuttgart so toll ist, mussten wir ne Viertelstunde auf die nächste Bahn warten, die auch irgendwie noch langsamer zu fahren schien, als sonst.
Aber gut, um zwanzig vor fünf kamen wir im Flughafenschacht an, genau wie geschätzte tausend andere, die sich alle mit großen Koffern auf vor der einzigen Rolltreppe einreihten. Sie übersahen zum Glück den Aufzug dahinter, wir nicht und so kamen wir relativ schnell nach oben.
Eine nette Dame von TUIfly schickte uns zu einen ganz leeren Schalter, damit wir schnell durchkamen. Doch dort wurde mir aber mitgeteilt, dass man mindestens ne halbe Stunde vor Flug einchecken müsste, das wär jetzt zu spät. Nach etwas Überzeugungsarbeit akzeptierte die Pfeife hinterm Schalter dann doch, meinen Ausweis zu nehmen und kurz Kontakt mit den Leuten vom Flieger aufzunehmen. Kein Problem sei das, wir müssten nur schnell machen. Alles klar, der Herr gab meine Daten in den Computer ein und sah dann, dass wir gar nicht gelistet waren. Prima. Eine Buchungsbestätigung konnte ich an der HdM auch nicht ausdrucken, hatte somit nichts in der Hand. Ein leichtes Grinsen konnte ich im Gesicht des blöden Schaltermenschen erkennen, als er mir mitteilte, der nächste Flug würde frühestens am nächsten Morgen gehen aber für diese komischen Studententickets sowieso nicht. Cool bleiben, oeRque.
Am Informationsstand von TUI fragten wir also artig nach dem nächsten Flug und ob wir dort buchen könnten. Nein, das ginge nur online oder telefonisch, was aber schweineteuer war. Aber unten gäbe es Internet. Also gut, runter. Toll, dass der Flughafen über Wireless-Lan verfügt. Nur blöde, wenn man keinen Computer dafür dabei hat. Und das dann auch noch als "Internet" zu bezeichnen.. Naja, wir sind schleunigst wieder hochgelaufen um an den tollen Internet-Computern für den Online-Check-In mal zu gucken, was man da noch machen kann. Und siehe da, wir konnten uns einloggen. Der nächste Flug für uns wäre aber erst Sonntag gewesen. Viel zu spät, heute haben wir nämlich Mannschaftsessen und im Hinterkopf war ja immer noch das viel zu teure Parkhaus von Hannover. Aber dann sah ich es: Unter Buchungsübersicht war deutlich einzusehen, dass der Flug für heute nach Hannover wohl gebucht war für uns und die Bestätigung konnte ich widererwartens sogar hier ausdrucken (normalerweise können die TUI-Computer nämlich nichts, haben kein Papier, stürzen ab oder die Tastatur ist so kaputt, dass man oft mit nur einer Taste gleich drei weitere mittippt). Währenddessen kam die nette Dame wieder zu uns und frage, ob alles in Ordnung sei. Mit Schweiß auf der Stirn, unter den Achseln und in den Augen, was aber eher einer Träne glich und verweinter Stimme (weil noch außer Puste vom Treppenlaufen) brachte ich ein "Nein, nichts ist in Ordnung" hervor und erzählte die Story, dass wir nicht gelistet seien, obwohl ich jetzt einen Beweis hätte. Und die nette Dame wurde immer noch netter, ließ einen extra Schalter für uns eröffnet, bestätigte, dass sie uns shcon vor ner Stunde hier gesehen hätte, was ich schleunigst etwas runterkorrigierte (wegen des Gewissens.. ich kann so schlecht lügen) und auf ne Dreiviertelstunde brachte. Mittlerweile war es 16:53 und wir hatten noch sieben Minuten Zeit und auch der neue Mann am Schalter tippte uns schnell noch rein und die nette Frau funkte mit den Leuten vom Flieger und der Kontrolle, durch die wir ja auch noch durchmussten. Der blöde Mann vom Schalter gegenüber hatte zum Glück gerade Pause, konnte mit all dem nicht konfrontiert werden. Um 16:58 oder so wurde uns mitgeteilt, dass wir so schnell wie möglich zum Tor 333 sollten, dort würde schon auf uns gewartet und so. Alles klar, der Krüppel rannte also, so schnell er konnte, schmiss seinen Rucksack auf das Band zum Scannen, seine Krücken hinterher und vergaß natürlich das Portmonnaie. Das war aber nicht der Grund für's Piepen nachher, sondern vielmehr meine Schiene am Knie. Aber ich dachte mir nichts dabei, schließlich hatte ich den Krüppelbonus und wurde noch nie weiter kontrolliert, sondern wohl als einziger Passagier einfach so weitergewunken.
Nur diesmal war da so ein neunmalkluger Aufpasser. So einer, der bestimmt früher in der Schule immer gemobbt wurde. Klein und etwas pummelig. Und jetzt hatte er endlich mal etwas Macht und konnte sie ausspielen. Er ging mit seinem Handscanner meinen ganzen Körper ab, fand natürlich das Portmonnaie, ließ es nochmal durchlaufen und meinte, ich solle bitte mitkommen in die "Kabine". Schlimmstes befürchtete ich, er sah nämlich etwas gereizt aus und dann sind solche Leute bestimmt zu allem bereit. Und auch von meiner Aussage, dass geplante Abflugszeit gerade JETZT sei, brachte ihn nicht von der Maßnahme ab. In der Kabine wurde die Tür säuberlich verschlossen und ich sollte mich hinsetzen. Gründlich wurde ich nochmal abgescannt und dann betouchte er erst die Schiene und später das Bein. Sie machten nur ihren Job, sagten sie.
Gefunden hat die Nase natürlich nichts, was seine Maßnahmen gerechtfertigt hätten und somit wurde ich noch ziemlich schnell entlassen. Torben hatte derweil all meine Sachen bei sich aufgeladen und es konnte weitergehen. Auf halben Wege fiel ihm aber auf, dass er meine Jacke verloren hätte und ich hatte es nicht gesehen, trotzdem ich hinter ihm war. Er ist also schnell zurück und fand sie zum Glück. Und dann trafen wir endlich am richtigen Schalter ein, wurden als Familie Segelken begrüßt und konnten im Tunnel verschwinden. Ich freute mich bereits auf das erleichterte ironische Klatschen der anderen Passagiere, die nur auf uns gewartet hatten. Aber Pustekuchen. Natürlich waren noch längst nicht alle im Flieger und somit konnten wir auch noch etwas warten.
Verschwitzt war ich schon wieder. Und ich stank erbärmlich. Da passte es ja perfekt, dass wir nur noch B-Plätze bekamen, also in der Mitte zwischen fremden Leuten saßen. Sie tate mir leid. Zum Glück konnte ich mir eine Jacke überziehen und der Flug war nicht zu lang und Klagen kamen mir auch nicht. Auch nicht von der rothaarigen alten Hexe neben mir, die sich beschwerte, dass sie kein Getränk bekäme, obwohl das irgendwo im Internet dabei stand. Prima, für eine Dreiviertelstunde Flug braucht man auch garantiert was zu trinken. Gut, Leute wie ich, die ihre ganze Flüssigkeit durch irgendwelche Poren verloren haben, die können das gebrauchen, aber doch nicht sie. Aber gut, wir haben's überlebt und am Ende kamen wir heil in Hannover an und auch das überteuerte Parkhaus konnten wir bezahlen, wenngleich wir auch erst wieder durch den halben Flughafen laufen mussten, bis wir einen Geldautomaten fanden.
Zuhause angekommen, konnten wir sofort einen ersten Schritt in Richtung gepflegte Zivilisation feiern; Wir hatten endlich wieder einen Wasserhahn, wenngleich er auch aus dem Bidet kam. Und wir haben jetzt auch einen Duschkopf - der war bitter nötig.

Nun, jetzt habe ich wieder zu weit ausgeholt und keine Lust mehr weiter zu schreiben, aber mehr gibt es auch nicht.
Nächste Woche ist wohl Palermo dran. Das hatten die Schwuchteln ausm Hinflug nämlich empfohlen.
Ich möchte hiermit auch nochmal deutlich darauf hinweisen, dass ich nichts gegen Homosexuelle habe, lediglich gegen diese ganz warmen Brüder. Ist das politisch korrekt?

Montag, 27. August 2007

Schwere Geburt

Es war eine schwere Geburt, aber ich hab's jetzt endlich geschafft; Wir haben uns entschieden, morgen zu keinem der vier Zielen zu reisen, trotzdem ich Palermo eigentlich schon gebucht hatte (war eigentlich von allen das lohnendste). Stattdessen werden wir nun nach Rijeka reisen, dort zwei Nächte bleiben, Donnerstagmorgen nach Stuttgart reisen und am selben Tage abends wieder nach Hannover zu fliegen.
Diese blöde Planung hat mir einen ganzen Abend geraubt und ich konnte nicht lernen -> Die Reise muss sich also lohnen.

Sonntag, 26. August 2007

Stuttgart + Ziel X

Torben und ich werden am Dienstag vor unserem Erdgeschoss fliehen. Es ist ja nicht auszuhalten. Trotz angeblichen Fortschritts fehlen uns mehr lebensnotwendige Einrichtungen, als je zuvor. Das Klo haben wir noch. Und ja, es ist auch schön gefliest, das alles. Und bei Kälteeinbruch hätten wir da sogar ne Fußbodenheizung. Ja, ist prima. Dafür hätten wir bei Kälteeinbruch aber auch nur noch fließend Wasser aus der Klospülung, da der Wasserhahn draußen, unsere sonst einzige Wasserquelle, garantiert auch mit einfrieren würde.
Herd und Backofen sind jetzt auch genauso wie der Rest der Küche herausgerissen, Teller würden nur noch für ein paar Tage reichen, danach wären sie dreckig und wegen o.g. Wassermangels unsäuberbar. Einen Kühlschrank haben wir noch. im Wintergarten. Den erreichen wir aber nur, noch von außen, also indem wir erst das Haus durch die Haustüre verlassen und irgendwie durch eine Wintergartentür wieder hineintreten. Das alles ist so, weil wir in einer Woche (!) Parkett gelegt bekommen. Und das braucht auch mindestens drei Tage, bis es begehbar ist.
Das sind doch tolle Aussichten. Wer freut sich nicht über Parkett, auch wenn man keine Küche und kein Waschbecken hat?!
Eben.
Deshalb fliehen wir jetzt. Also besser gesagt am Dienstag. Ich hol den Prachtbuben zu mir nach Stuttgart. Da bleiben wir aber wohl nur einen halben oder einen ganzen Tag, gehen kurz bei Ikea shoppen und fliegen dann weiter.
Aber wohin, das wissen wir noch nicht genau. Entweder geht es nach Paris, Neapel, Palermo oder Thessaloniki. Wir können uns noch nicht ganz entscheiden, weil alles so seine Nach- und Vorteile hat;
Paris ist schön, aber wir waren schon je zweimal dort und außerdem ist es verdammt groß und teuer.
Neapel ist, ich zitiere meine Chinesin: "complicated, schoen aber dreckig", also kriminell, unübersichtlich, aber es hat auch seine schönen Seiten.
Palerm ist bestimmt schön, noch südlicher und auf Sizilien. Und das ist vielleicht auch nicht gerade so toll. Die Mafia macht uns nämlich schon ein wenig Angst!
Thessaloniki hat schöne alte Gebäude und ist heiß. Aber wahrscheinlich gerade zu heiß und das wohl von allen Seiten..

Nun werde ich mal wieder eine Abstimmung machen lassen und mich dann nach euch richten, wo ich hin soll. Vielleicht entscheide ich es aber auch über euren Kopf hinweg.

So long - oeRque

Dienstag, 21. August 2007

Stockholm

Wir sind aus Stockholm zurück und haben's überlebt!
Am Sonntag sind der Torben, der Paul und ich verdammt früh um acht Uhr aufgestanden und haben uns auf den Weg nach Hannover gemacht, um von dort den schönen Norden Europas mit dem Flugzeug zu erreichen. Gleich am Flughafenkamen mir aber Zweifel, ob ich mitfliegen sollte, denn ich hatte mich in die schöne Grit vom Eiswagen verliebt. Und sie sich, glaube ich, auch in mich. Beruhigt durch das Argument, dass ich in nächster Zeit öfters auf diesem Flughafen verkehren würde, stieg ich dann aber doch ins Flugzeug und beschloss, ihr noch einen Brief zu schreiben. Dieser wurde auf dem Rückflug auf eine Kotztüte geschrieben und später dort, wo einst der Eiswagen stand (gestern Abend nicht mehr, weil es zu spät war) niedergelegt. Jetzt warte ich heute auf eine Antwort, aber solange kann ich ja über den Ausflug berichten.
Also am Sonntag sind wir am frühen Nachmittag in Stockholm gelandet, haben dort einen viel zu teueren Bus genommen und mussten ne dreiviertel Stunde fahren, bis wir die City von Stockholm erreicht hatten. Dort angekommen schlenderten wir erstmal durch die Stadt, besuchten auf dem Büchermarkt den Stand von Scientology und einen McDonald's. Schon dort ist uns aufgefallen, dass es verdammt viele hübsche Schwedinnen gibt. Ich weiß nicht, was die auf ihrer Halbinsel so tun, Rassentrennung oder so, aber so viele Hobby-Models auf einen Haufen findet man selten. Selbst die Bedienerinnen beim Mäcces sahen bezaubernd aus und waren selbstredend alle blond. Und dick behupt. Und diese Beobachtung zog sich wie ein roter Faden durch unseren gesamten Ausflug. Großartig.
Nach einem ausreichenden Essen machten wir uns weiter auf den Weg durch die Stadt, um mal zu schaun, was es hier überhaupt gab. Die Vorbereitungen waren nämlich eher ungenügend. Bei Wikipedia hat man sich mal schnell einen Überblick auf die Sehenswürdigkeiten verschafft, ohne einen Plan zu haben, wo sie denn stünden. Und Hotels.. ja, da haben wir gelesen, dass es irgendwo eine sehr günstige, aber gute Absteige in City-Nähe geben sollte. Es sollte aber auch beim "irgendwo" bleiben.
Irgendwie sind wir eher durch Zufall beim holländischen Reichstag angekommen und öffneten uns im anliegenden schönen, wenn auch kleinen Park eine leckere Dose Duty-Free-Holsten. Naja, lass es zwei Dosen gewesen sein. In diesem Park bei schönem Wetter gefiel es uns auf der Parkbank, umgeben von windschützenden Buchenhecken so gut, dass wir uns vornahmen, auch hier die Nacht zu verbringen. Das Wort "Parkhotel" bekommt glatt eine ganz neue Bedeutung!
Nach diesem Entschluss gingen wir zurück durch die Stadt, beguckten so dies und das (nichts weltbewegendes), aßen irgendwann zu Abend im Pizzahut und gingen danach wieder in die Stadt. Diese leerte sich rasch und die Suche nach einem Tanzlokal oder einer belebten Bar, in der wir zumindest die Hälfte der Nacht mit Spaß schnell vertreiben wollten, wurde aussichtslos. Schöne Schwedinnen liefen nicht mehr rum, es wurde sehr ruhig und so begab es sich, dass wir uns einfach an die Kreuzung der Hauptstraße, die die Fußgängerzone kreuzte und zweispurig war, auf eine Bank setzten, ein paar weitere Dosenbiere, diesmal die mit wenig Alkohol behafteten Carlsbergs, tranken und zur Ablenkung darum wetteten, welches Auto schneller nach der Ampel davon kommt.
Prima war das.
Um eins machten wir uns dann zurück nach"Hause", doch da kamen wir erstmal nicht an. Ein paar Seitenstraßen vorher war doch noch was los. In einer Bar war so eine tolle Feier, zwölf Stunden Rave-Musik oder so waren angesagt. So ne komische Musik, dessen liebe Hörer auch gerne mal Pillen einschmeißen oder so. Zumindest sind die Klischees so.
War aber besser als nichts. Leider standen wir nicht auf der Gästeliste, aber weil das ganze ja auf ner Terrasse stattfand, konnte man auch auf der anderen Straßenseite auf einer weiteren Parkbank seinen Spaß haben. Wir lauschten dieser komischen Musik, Torben besorgte im SevenEleven-Laden, der 24 Stunden aufzuhaben scheint, noch ein paar Bierchen und wir beobachteten die Gäste. Die waren auch irgendwie recht stark angeheitert, redeten etwas mit uns oder gaben einfach ihren Mageninhalt in unserer Nähe preis. War auch schön. Bald darauf sollte es aber ins Hotel gehen.
Dort angekommen mussten wir feststellen, dass der makellos grüne Rasen nur so makellos grün war, weil er desnachts gesprengt wird. Unsere eigentlich auserkorene Bank wurde auch vom kühlen Nass erwischt, so dass wir eine andere in einer anderen Nische nehmen mussten. Aber die war auch verdammt bequem. Paul hatte glücklicherweise von seiner ehrenwerten Mutter eine Decke mitbekommen und somit bekamen wir auch die nötige Wärme gespendet. Herrlich, wie gut man unter solchen Umständen doch schlafen konnte. Und wir schliefen ein. Und wir träumten.
Für zehn Minuten. Dann raschelte es auf einmal bedenklich und eher wir uns versahen, rissen wir schnell unsere Decke über den Kopf. Der für unsere Bank zugeteilte Gartensprenger beschloss sich nämlich dann auch mal, anzuspringen, während die anderen ausgingen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als unsere trockene Bank in die andere, ursprüngliche Nische zu tragen. Aber seitdem war nichts mehr so bequem, wie zuvor. Dauernd tropfte von der Hecke noch etwas auf unseren Kopf, dieselbige war nicht dicht genug, um unsere Rucksäcke, die als Kopfkissen fungierten, zu halten und die Bank, auf die wir unsere Füße legen wollten, war auch zu nass.
Nach ner viertel Stunde entschied ich, dass es so nicht weitergehen konnte und machte einen kleinen Spaziergang, um eine neue Schlafstätte zu finden. Negativ.
Somit wanderte ich durch nachts einsam und verkrüppelt durch die Straßen, während Torben und Paul sich weiterhin in den Schlaf quälten und es anscheinend auch schafften. Stockholm bei Nacht ist aber auch toll. Man sieht die Ratten vögeln, die partylustigen Damen kreischen und in den Fluss (oder sind das in Stockholm jetzt alles Seen?!) reiern, die tolle Gendarmerie um drei Uhr erscheinen und losjoggen, ohne dass sie mich Penner beachteten.. Prima.
Ehe ich mich versah, war es auch schon fünf oder so und die Sonne ging auf. Eine wahre Wohltat, da meine Füße schon recht kalt waren.
Die Sonnenstrahlen einfangend lehnte ich mich gegen eine Statue und fand noch zwanzig Minuten Schlaf, dann fanden auch Torben und Paul mich. Wir tranken ein Frühstücksbierchen (Das klingt jetzt insgesamt nach sehr viel Bier, aber das war es gewiss nicht. In echt!), aber die beiden Buben konnten auch hier auf irgendwelchen Baumaterialien toll in den Schlaf finden. Prima, ich war wieder alleine und durfte den Blicken der Leute, die auf dem Weg zur Arbeit an uns vorbeiliefen, aus Scharm ausweichen.
Gegen sieben konnte ich die beiden aber endlich wach bekommen und dazu bringen, frühstücken zu gehen.
Natürlich hatte nichts auf und somit fanden wir wieder nur im McDonald's unsere Nahrung. War aber auch nicht schlecht, weil dort wenigstens wieder hübsche Schwedinnen auftauchten. Nach anderthalb Stunden dort rumgammeln konnten wir uns aufrichten und sind wieder zu unserer Wettbank gelaufen. Torben schnappte sich gleich eine ganze und ist eingenickt, Paul und ich haben lieber im sitzen so getan, als wenn wir uns nur kurz ausruhen würden (in Wirklichkeit sind wir aber auch eingeschlafen, während die Massen an uns vorbeiliefen. Es war jetzt aber nicht so schlimm, weil es da wirklich viele Bänke gab und um uns herum viele so taten, als würden sie sich nur kurz ausruhen).
Die Sonne verbrannte uns in dieser Zeit leicht das Gesicht, was aber nicht schlimm war. Torben haben Paul und ich einfach mal da liegengelassen und wir sind haben die weitere Umgebung erkundet. In einem Schaufenster fanden wir ein Bild von Stockholm von oben und schmiedeten Pläne, was wir mit mir Krüppel denn so erreichen könnten und noch machen wollten.
Insgesamt haben wir uns dann noch dies und das angeguckt, das Stadthaus, ein paar Kirchen, nette Gassen, wieder den Pizza Hut zum all you can eat und Frauen angucken. Das ganze übrigens mit Torben, dem das Leben als Penner aber wohl am meisten gefallen zu haben schien.
Am Ende waren wir erstmal froh, wieder im Bus zu sitzen. Auch wenn dieser keine Klima hatte, konnte man ganz gut schlafen. Und laufen konnte ich auch nicht mehr wirklich, was aber weniger am Knie oder den Füßen, als vielmehr an meinen Händen lag, die langsam verkrampften vom Festhalten der Krücken und bis heute leicht wehtun.
Am Flughafen in Hannover angekommen, legte ich die besagte Kotztüte ab, denn auch die große Anzahl an Schönheiten in Stockholm konnten mich nicht von den Gedanken an Grit abbringen.
Bei den ehrenwerten Großeltern, die irgendwie noch wach waren, bekamen wir noch widerwillen ein Brot geschmiert, oder zwei, oder drei und ein Bierchen sowie eine Toilette. Das war nämlich wichtig, weil der Papa uns per Telefon mitteilte, dass wir unseres wegen neuen Fußbodenbelags nicht benutzen dürften. Und nächste Woche dürfen wir nicht die Küche benutzen. Und das, wo die Großeltern nicht da sind..
Ich glaube, da verreisen wir wieder. Besser ist das.

Fotos und Videos folgen noch irgendwann, ich muss jetzt weiterschlafen.

Mittwoch, 15. August 2007

oeRque goes Europa

Ich werde meinen Ferien jetzt doch noch einen Inhalt geben in Form eines kleinen Europa-Trips. TuiFly macht's möglich (klick drauf und so)! Somit werde ich mit Torben und voraussichtlich Paul und wer sonst noch will und kann jeweils ein All you can fly-Ticket für 2oo Euronen mal ein paar Städte unseres schönen Kontinents besuchen. Stockholm, Newcastle, Porto, Venedig, Rom, Thessaloniki, zwischendurch immer wieder Stuttgart zum Briefkasten leeren und vielleicht noch ein paar andere Städte (wahlweise auch als Ersatz für die genannten, siehe auch Karte, was sonst so möglich ist) sind vorgesehen, jeweils so zwei Tage.
Den Schlaf holen wir uns im Flugzeug oder im McDonald's oder so. Spontanität wird wichtig sein.

Ich für meinen Teil bin aufgeregt.

Und wie!

oeRque

Ps.: Vorgenommen haben wir uns, in jeder Stadt einen Tanz, einen Gegenstand oder sonstwas immer wiederholt auf Foto oder Video festzuhalten (so wie der hier). Ich werde morgen eine Umfrage starten, um herauszufinden, was ihr sehen wollt. Ich liebe mich.

Dienstag, 14. August 2007

Mein Leben...

Ich würde euch gerne mehr aus meinem Leben schreiben, aber es bringt nichts. Ich habe einfach kaum einen Inhalt. Gut, drei Mal die Woche darf ich zur Krankengymnastik. Für jeweils ne halbe Stunde was für's Beinchen tun, das sind meistens die Highlights des Tages. Ansonsten telefonier ich ab und zu nochmal mit den Großeltern, um ihnen zu erklären, warum ich am nächsten Tage mal darauf verzichten möchte, ihr (wirklich leckeres) Essen ausfallen zu lassen. Der eigentliche Grund ist, dass uns (Torben und mir) sonst nicht zugetraut wird, selbstständig zu leben und so.
Okay, so wirklich klappt das auch nicht, weil Torben immer bis drei Uhr im Bett liegt und Unterschichtenfernsehen schaut. Wie ich die Zeit so lange überbrücke, kann ich gar nicht so genau sagen. Und ich hab alleine auch keinen Bock, bzw bin auch nicht so fähig, in diesem Rohbau einer Küche mir alleine etwas zu Essen zu machen. Zum Glück gibt's ab und zu noch McDonald's. Oder die Reste von Oma, die wir immer mitbekommen. Heute haben wir es allerdings tatsächlich mal geschafft, Spachtelmasse zuzubereiten. Die Handwerker waren ganz schön neidisch, glaub ich.
Meine Bewegung schränke ich ebenfalls auf ein Minimum ein, damit die Schweißdrüse außer Betrieb bleibt und ich nicht jeden Tag das Bedürnis hab, mich zu duschen. Der Weg zu den Großeltern ist nämlich doch lästig. Leider habe ich meistens aber doch das Bedürfnis und das ist wohl auch besser so.
Sonst sind die Highlights noch, wenn die ehemaligen Erziehungsberechtigten zum Eisverzehr laden. Oder wenn.. nee, sonst gibt es nicht viel.

oeRque

Mittwoch, 8. August 2007

Duuschen

Hach, heute ist ein guter Tag. Das erste Mal seit zwei Wochen konnte ich eine Dusche genießen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich vor der einzigen Spüle im Haus, nämlich in der Küche am großen Küchenfenster stand und mit einem oder zwei Waschlappen versuchte, den Dreck von meinem Körper zu kriegen.
Gestern dann kamen die erlösenden Worte des Arztes. Nachdem die Fäden gezogen wurden, sollte ich noch ca 24 Stunen warten, bis ich Wasser an die Wunde lasse.
Gut, insgesamt habe ich nur 20 Stunden gewartet, aber da ich gerade bei meinen Großeltern zum Essen war, bot es sich zwangsläufig an, auch gleich unter die Dusche zu hüpfen.
Es war ein Gedicht, das warme Nass auf meine Haut prasseln zu spüren. Und weiß Gott, es glich schon an Magie, wie die einst durchsichtigen Tropfen in denen sich das Licht brach auf ihrem Weg über meinen Körper nach unten immer dunkler und opaker, am Ende fast schwarz im Ausguss verschwanden.
Göttlich.
Jetzt bin ich wieder rein und trau mich unter Menschen. Ein tolles Gefühl.

Freitag, 3. August 2007

KATZE

Nun bin ich wieder zuhause und habe gleich eine Sorge weniger. Unsere Katze. Die bettelt bei mir garantiert nicht mehr nach Futter und das ist herrlich. Stattdessen tyrannisiert er Torben, sofern ich nicht in der Nähe bin.
Das alles begab sich vorgestern. An meine Gehhilfen hat sich das Tier fast gewöhnt, da stand es vor der Katzenklappe zum "Badezimmer" (ist dessen Namen immer noch nicht würdig). Ich musste auch auf Klo und wollte somit die Klinke der Tür herunterdrücken. Da diese aber nicht wirklich fest sitzt und immer weiter von der Halterung rutscht, je öfters man sie betätigt, entglitt sie meiner Hand und fiel direkt auf des Katers Kopf. Jaulend ist dieser dann in den Wintergarten geflüchtet, wo ich hinterher bin.
Mich erspähend geriet das Tier in Panik und sprang an die Scheiben, um zu flüchten. Vergebens. Ich bin dann zur Haustüre gegangen um hier eine Fluchtchance anzubieten. Allerdings schlich sich Ginger schnell an mir vorbei und raste die Treppe hoch, wo er den Rest des Tages unter Torbens Bett schmollen sollte.
Seitdem jault er nur, wenn er mich wieder rumtrampeln hört. Wie Torben es treffend formulierte: "Hinter jeder Ecke und hinter jedem Geräusch vermutet Ginger den fiesen Cyborg mit dem dicken Arsch, einem manuellen und einem pneumatischen Fuß und 2 Handfeuerwaffen".

Prima.

Mittwoch, 1. August 2007

Kreuzbandstory

Nach einer Woche Krankenhaus mit allen Höhen und Tiefen bin ich jetzt endlich wieder entlassen und kann zuhause rumgammeln, mich von einer viel zu sorgenvollen Großmutter bekochen lassen und die Ladys mit viel gespieltem Leid in meinen Bann ziehen.
Großartig.
Alles fing letzte Woche Montag an, als ich zur Voruntersuchung durfte. Unwissend, wie ich war, parkte ich auf dem eingezäunten Parkplatz direkt vor der Klinik, der gleich mal doppelt so teuer war, wie der andere Besucherparkplatz daneben. Somit durfte ich nicht nur drei Stunden im Krankenhaus verweilen, bis alles durchgecheckt war, sondern auch noch einen Wucherpreis von fünf Euronen dafür hinblättert.
Zwischendurch wurde mir Blut abgenommen, nochmal das Knie durchgecheckt und mir die beiden Narkose-Möglichkeiten erklärt. Vollnarkose wollte ich ja, aber nachdem ich gehört habe, dass ich davon Halsschmerzen bekommen könnte, weil sie mir zwischenzeitlich ein Schlauch in den Rachen schieben würden, hab ich mir nochmal die Sache mit der Spinal-Dingens, also der Wirbelsäulen-Narkose angehört.
Der Arzt blühte da vollkommen auf, war sehr begeistert von dieser Variante, er würde die auch immer nehmen (da frag ich mich, ob er so verletzungsanfällig ist oder sich gerne mal betäuben lässt) und man dann auch erstmal nach der OP direkt keine Schmerzen verspüren und so weiter. Man bekommt nur eine kleine Spritze in den Wirbelsäulen-Wasserkanal. Nur wenn sie das Rückenmark treffen würden, wär ne Lehmung sehr wahrscheinlich... egal, die nehm ich doch. Seit meiner Zahnarztstory bin ich eh davon begeistert, bei OPs live dabei zu sein.

Als ich Mittwoch ankam, dachte ich, ich würde maximal zwei Tage bleiben, weil mir die Ärzte Hoffnung machten, dass das Kreuzband noch zu gebrauchen war und nur etwas zusammengeflickt werden müsste, weil ich mich ja ansonsten sehr gut bewegen könnte und so. Später sollte sich herausstellen, dass es nur anderen Innen- und Außenbänder zu verdanken gewesen sei, weil diese so schön straff waren. Und natürlich, weil ich so muskuliert bin, nahm ich an.
Es ging dann auch recht schnell. Als ich meinen Schrank gepackt hatte, kam eine der reizenden Schwestern und meinte: Ausziehen. "Lady!?" erwiderte ich, aber mir wurde zugesichert, dass ich die Unterbüchse anbehalten dürfte. Sie tat mir leid.
Die Beruhigungstablette nahm mir sämtliche Aufgeregtheit und mit geiler Kopfbedeckung und diesen tollen OP-Hemden, die hinten offen waren und bei jedem Aufstehen einen Blick auf meinen Rücken und meinen geilen Arsch freigaben bedeckt ging es dann mit meinem Bett zum Narkose-Machen.
Meine chronische leichte Angst vor Spritzen hatte ich eigentlich schon überwunden, seit ich mir am Tag zuvor die Thrombose-Spritze selber setzen durfte. Aber im Narkose-Raum hieß es einfach mal "Jugend forscht" und ein Arzt-Gehilfe kam zu seinem großen Tag. Ich attestierte ihm eine hervorrangende Leistung, auch wenn er erst nach einigen Kontakten der Nadel mit meiner Wirbelsäule und anderen Knochen beim sechsten Versuch den richtigen Kanal fand. Aufbauen muss man die Leute ja, sonst haben sie ein Leben lang Angst davor.
Im OP-Saal bekam ich an meine Linke einen Monitor gestellt. Fernsehen. Geil. Ab Bauchnabel abwärts war alles betäubt und über selbigen wurde mit einem Gestell und einem Handtuch eine kleine Wand gebildet, damit ich nicht ganz auf den Doktor gucken konnte. "Endlich mal wieder richtige Männer-Beine," war der passende Kommentar zu meinen voluminösen, muskulierten Schenkeln. Und dann ging es auch schon irgendwie los, ohne dass ich was bemerkte. Der Monitor erleuchtete, allerdings war noch alles recht rot verschwommen. Nach und nach wurde klare Flüssigkeit ins Knie gepumpt und das Blut, das seit dem Unfall die Schwellung bildete, abgepumpt. Schnell erkannte man alle möglichen Knochen im Knie, die Sehnen, Bänder und so weiter. Mit einer Art Stemmeisen wurden die Gelenkteile auseinandergedrückt, sodass wir weiter mit dem Lichtleiter zu den Kreuzbändern kamen. Es war eine richtig schöne, kleine Erlebnistour durch den eigenen Körper. Großartig. Wie in einer Unterwasserwelt. Das hintere Kreuzband sah fabelhaft aus, aber beim vorderen stockte mir der Atem. Das war alles andere als ein Kreuzband. Das war zerfleddert wie sonstwas, glich einer Seeanemone und von einer klaren Struktur war nichts mehr zu erkennen. Mein Traum von einer kurzen OP mit leichtem Eingriff war vorbei, jetzt musste der Doktor ganze Arbeit leisten.
Der Raum, in dem ich lag, füllte sich immer mehr mit Menschen. Der Narkose-Lehrling, ein paar Arzthelfer, die über's Wochenende redeten, ein paar Schwestern, die aber älter wirkten, trotzdem ich sie unter Mundschutz und Kopfhaube kaum erkennen konnte. Zudem sprachen sie von ihren Partern, was mein Vorhaben, eine von ihnen anzubaggern, auf Eis legte.
Nun gut, der Onkel Doktor erklärte mir die weitere Vorgehensweise. Altes Kreuzband raus - Löcher bohren - Knie aufschneiden - Patellasehne (mittleres Drittel) rausnehmen (mit Knochen) - reinsetzen - zunähen - fertig.
Alles klar.
Mit einer kleinen Zange, die der Doktor durch den bleistiftdicken Tubus behutsam ins Knie einführte, begann er, das Kreuzband herauszureißen. Schien schwierig zu sein, zumindest bewegte sich mein Körper mit jedem Rupfen mit. Aber ich merkte ja nichts. Als er irgendwann nur noch abrutschte, war schwereres Gerät vonnöten. Also griff er zu einer Art Häckselmaschine, die diese Anemonen-Arme abknabberte und gleichzeitig absaugte. Putzig sah das aus.
Dann war Ruhe, der Doktor zog die Sonde wieder raus und der Monitor wurde für einige Zeit dunkler. Zwischendurch pampte man die Helfer an, die es nicht fertigbrachten, den Monitor, bzw die Sonde, ganz auszuschalten. Ich konnte nämlich bei genauem hinsehen auf dem Monitor noch den Doktor arbeiten sehen. Warum er so ein Geheimnis daraus machen wollte, wusste ich nicht.
Irgendwann wurde es laut und einige Vibrationen gingen durch meinen Körper. Man hatte mein Knie aufgeschnitten, die Patella-Sehne freigelegt und gerecht aufgeteilt und begann nun, diese mit jeweils etwas Knochen vom Schienbein und von der Kniescheibe herauszulösen. Mit Säge und Meißel.
Anschließend musste man Löcher bohren, mittem im Knie. Das allerdings blind, der Doktor sah auf dem Monitor lediglich, wo er hineintreffen sollte, aber nicht wo. Dazu bediente er sich eines Metallrings, durch den er treffen sollte. Die ersten zwei Versuche gingen knapp vorbei, der dritte saß aber perfekt. Sah ganz schön groß aus, der Bohrer. Ich sollte aber erfahren, dass das gar nicht der richtige war. Wenig später war es wieder laut und ein doppelt so großer Bohrer folgte, dieser machte auch ganz schön viel Knochenmark-Spähne. Dieses Kostbare gut wurde sogleich eingesammelt, es sollte die Löcher in Schienbein und Kniescheibe stopfen.
Um die Löcher zu kontrollieren, wurde noch ein Röntgenfoto geschossen und eine der netten Helferinnen deckte meinen Schritt mit der schweren Bleischürze. Und da da jetzt ne ebene Fläche bestand, konnte man gleich noch mehr Sachen ablegen. Zwischendurch erschrak ich noch einmal kurz bei dem Gedanken, dass ja wegen der Betäubung meine Schließmuskeln gar nicht mehr funktionieren würden, aber ich war zum Glück nüchtern und es herrschte kein zu großer Durck. Ich wollte trotzdem mal kontrollieren gehen und fragte mich sofort, warum die Mulbinden oder so unter die Schürze gelegt haben, bis mir einfiel, dass das ja nicht umsonst "Weichteile" heißt. Ganz schön übel. Und dann lag auch noch mit dem vollen Gewicht die Schürze auf sämtlichen lebenswichtigen Männerorganen.
Nach der OP tat das ganz schön weh..
Nun gut, die Röntgen-Bilder waren anscheinend zufriedenstellend, es konnte weitergehen. Jetzt ging es daran, die Knochenstücke in die etwas kleiner geratenen Löcher zu schlagen und zu verkeilen. Wieder vibrierte mein Körper bei jedem Schlag aber das alles ging ziemlich reibungslos. Perfekt eingelocht. Jetzt noch ein paar Beugübungen und schwupps konnte zugenäht werden.
Das unbequeme Liegen auf dem Rücken machte mir mittlerweile im Steiß bereich ein paar Probleme und ich versuchte, mich irgendwie anders zu legen. Ganz schön scheiße, wenn die Beine nicht funktionieren, also versuchte ich es mit Ruck, wobei der Arzt in Panik geriet, da mein Bein wohl nicht gerade sicher auf dem Tisch lag. Aber solange ich nichts merkte, war mir das egal.
Nach anderthalb Stunden war der Spaß vorbei, ich kam ins "Aufwachzimmer", wo ich mit Abstand der munterste war. Zwischendurch kam der dort zuständige Arzt und bespritze mich am Oberkörper mit Desinfektionsmittel. "Ist nass und kalt, nä?". Ach was. Ich glaube, er wollte das tun, um zu testen, wie weit die Narkose jetzt raus wär, wurde aber bei jedem Versuch vom Telefon unterbrochen wurde.
Auf dem Weg später in mein Zimmer entstand eine hitzige Debatte mit einer Krankenschwester, die meinte, ich sei zu schwer. Meine Argumente waren aber viel überzeugender, glaub ich und sie sah es ein.
Nach drei Stunden aufm Zimmer kamen die Schmerzen, aber als echter Mann hält man die ja aus. Ich habe Tablette bekommen. Trotzdem ich so lange wie möglich dem Druck stantgehalten habe, musste ich irgendwann auf's Örtliche. Der Kreislauf war aber noch nicht so in Ordnung und so begab es sich, dass die Schwester, mich klitschnass und schneeweiß erblickend, sofot mit den Worten "Na jetzt aber schnell, ich kann sie nicht halten," ins Bett schickte. Was soll das denn heißen? Sie war jetzt auch nicht viel schlanker als ich. Das war ja rüde, wie sie mich behandelte. Aber die Wogen sollten sich glätten. Für die darauffolgende Nacht wurde mir so eine tolle Ente angeboten. Seit meiner Zeit als Zivi war ich fasziniert von diesen Taschentoiletten. Ich nahm sie dankend an und füllte sie desnachts so um drei Uhr fast ganz. Ein tolles Gefühl, das ich nie vergessen werde.
Die Tage im Zimmer waren nicht soo spannend. Ich habe ein ganzes Buch durchgelesen, das sagt wohl viel über meine Langeweile aus. Ansonsten hab ich gegessen oder geschlafen. Schlaf musste ich aus der Nacht nachholen, da ich zwei sehr starke Sägewerke neben mir hatte.
Ab und zu kam die Krankengymnastin. Sie war sehr schön und fachkundig. Ich verliebte mich spontan in sie. Die zwanzig Minuten pro Tag mit ihr vergingen viel zu schnell, wir konnten unsere Beziehung nicht sonderlich vertiefen. Mit viel Liebe bog sie mein Bein, ließ am Ende die Beinmaschine heimlich in meinem Bett, so dass ich schneller auf die 90° Beugung kommen konnte und warf mir auch sonst verführerische Blicke zu. Spätestens am letzten Tag, dem gestrigen Dienstag, als ich mich auf den Bauch legen sollte und sie aus dieser Position meine Beine beugte, sich dabei auf meinem hübschen hintern abstützte - da sie zu früh kam, lag ich nur in körper betonender Boxer-Shorts da - kam der Moment, in dem sie sich auch in mich verliebte. Aber es war zu spät. Wir mussten uns trennen.
Ich werde sie vermissen.
Der Arzt kontrollierte mich dann gestern ein letztes Mal, tastete alles ab. Es schien ihm zu gefallen, in dem entstandenen Loch der Kniescheibe rumzudrücken. Von den am Ende schnell erreichten 90° (tagszuvor waren es lediglich 65°) war er begeistert, sprach dann aber davon, dass die Weichteile noch zu sehr geschwollen seien, einen Tag sollte ich noch brauchen. "Der Arsch," dachte ich. Dann war wohl doch der das mit der Bleischürze.
Nun, heute kam ich raus. Zum Glück, konnte ich sagen, da ich meine Nachbewohner kennenlernte. Zwei Herren, alt, mit wenig Hirn aber viel Redebedarf. Binnen zwanzig Minuten kannte ich die ganze Krankengeschichte des einen.
Nach dem Sektfrühstück, in dem alle Schwestern sehr betrübt dreinschauten (es sind meinetwegen selbst die gekommen, die sonst nicht arbeiten mussten), verabschiedete ich mich und jetzt lieg ich zuhause. Auf meinem Zimmer. Und unten werden wieder Wände eingehauen.
Vielleicht sollte ich meinem Kreuzband wieder etwas antun, dann hab ich wenigstens wieder den ganzen Tag Ruhe, viel TV und Essen, dass meiner Figur mal wieder gut tun könnte.

so long. oeRque

Ps.: Insgesamt verging die Zeit allerdings verdammt schnell, unter anderem deshalb, weil mein Bruder, der Prachtbub, mich fast täglich besucht hat und mir Liebe, Trost und viel Essen gespendet hat. Dafür möchte ich ihm rechtherzlich danken!