Dienstag, 17. März 2009

Tag 19: Shopping

Nach dem Mittagessen, was wegen der Gemütlichekeit in letzter Zeit immer mehr aus wahlweise Mensa oder Chickenburger plus Nudelsuppe aus dem Supermarkt (in dem wir wahrscheinlich die besten Kunden sind) besteht, soll es mal wieder kurz in die Stadt gehen. Eigentlich brauchen Denis und ich nur ein Mobilfunktelefon, mit dem per SMS auch chinesische Zeichen versenden kann und wegen des anhaltenden Traumwetters und der versagenden Waschmaschine noch das ein oder andere T-Shirt. Da wir jenes während des Unterrichts bereden, bekommen die anderen Herren nur etwas von Einkaufen mit, von dem sie nicht abgeneigt sind und schwupps sind wir eine große Gruppe auf Shopping-Tour. Da wir oft schon mit dem Bus drübergefahren sind, steht das Ziel, die große Oststraße (kurze Erklärung: in Xi'ans Innenstadt gibt es eine große rechteckige Stadtmauer und aus der Mitte einer jeden Mauerkante entspringt eine große Straße, also insgesamt vier, die ein Kreuz bilden in deren Mitte sich der große Glockenturm (wer ihn nicht kennt -> nachlesen (oh weh, jetzt benutze ich eine Klammer in der Klammer in der Klammer...)) und die Straßen sind, weil man so einfallsreich ist, einfach nach der jeweiligen Himmelsrichtung benannt, in der sie vom Glockenturm aus liegen. Irgendwie ist diese Erklärung doch nicht so kurz...), bereits fest.
In dieser sammeln sich aufgrund der Lage fast ausschließlich die großen Markennamen an, so gibt es allein je fünf Adidas und Nike-Stores und ähnliches. Eigentlich recht schnell finde ich was zum Anziehen und eine Sonnenbrille, allerdings kommen Luke und Philipp auf den glorreichen Einfall, dass sie noch Schuhe gebrauchen könnten. Leider wird man mit ihrer Schuhgröße, 45 bzw. 46 hier als fehlgebildet oder so eingestuft, denn ab 44 enden die Größen. Eigentlich frage ich mich, warum erst ab da, denn die 4 steht hier eigentlich für den Tod (hört sich so ähnlich an) und zweimal das ganze... allerdings mögen sich negativ (=Tod) und negativ ja einfach aufheben. Das mit der 4 geht sogar soweit, dass man uns beim Stärkungsmal im Dico's nicht viermal das gleiche Menu geben will, aber gut, ich schweife ab.
Wir suchen also in fast jedem Laden nach geeigneter Fußbekleidung, stets ohne Erfolg. Und wenn ich jeden sage, meine ich auch jeden. Auch, wenn jedes zweite Geschäft Schuhe im Sortiment hat.
Um sieben stellen wir also fest, dass wir die Straße immer noch nicht ganz geschafft haben, geben es aber auf. Im Buchladen kaufe ich noch einen handlichen Wörterbuch-Computer und, aus schlechtem Gewissen meiner Branche gegenüber, noch ein Handwörterbuch aus bedrucktem Papier. Und ein Handy, ein recht schlichtes, finden wir auch. Und was findet der Lukas? Der Lukas findet nichts. Und läuft trotzdem die ganzen fünf Stunden mit uns mit.
Abends statten wir dem Tischtennis-Feld mit Schlägern bewaffnet einen Besuch ab. Jojo nimmt stellvertretend öfters mal das Kompliment auf, dass wir handsome und sowas sind (很帅, auf Chinesisch), aber ich bleibe schüchtern, klar. Dennoch lassen wir ein paar Damenherzen höher schlagen, indem Denis und ich Partnertausch machen. Also rein tischtennistechnisch.
Jeden Tag eine gute Tat!

Tag 18: Hauptsache weiß?

Da heute nicht viel außer dem Gewöhnlichen ansteht, versuche ich mal das hiesige Schönheitsideal auseinanderzufröbeln.
Und zwar gilt, wie wahrscheinlich bekannt, die Hautfarbe weiß als vollkommen schön. Ich befürchte, der jetzt ausbrechende Sommer wird viele Damen in Verzweiflung treiben und zu anderen Mitteln als nur dem Fernbleiben der Sonne führen. So bekamen wir am Samstag während der Stadtbesichtigung zum Beispiel eine Reissuppe zu Essen. Sie wurde als "ein bisschen süß und ein bisschen sauer" angepriesen, war im Endeffekt aber nur süß und recht unlecker. Sie glich eher einem Müsli, allerdings auch nur einem schlechten und mit Wasser statt Milch. Zum Mittagessen also für uns sehr unangebracht. Anstandshalber löffelt man aber natürlich dennoch und behauptet, dass es "ein bisschen gut schmeckt". Während des Essens stellte sich dann aber heraus, dass zwei der Damen diese Suppe auch nicht mögen, aber sie ist gut für die Gesundheit und vor allem die Haut. Aber nicht für eine reine, gesunde Haut, sondern sie lässt jene anscheinend weißen. Diese Tatsache bewegte mich dann dazu, doch den Löffel beiseite zu legen.
Auffällig ist auch, dass man auf offiziellen Passfotos die Personen oft gar nicht wirklich erkennt, da jeder ausgebildete Fotograph dazu angehalten ist, im Photoshop noch einmal die Sättigung der Hautfarbe deutlich herunterzusetzen, sodass auf vielen Bildern (auch bei unseren Damen) ein Geist zu sehen ist.
Überhaupt gelten wir hier schon als sehr schön, weil wir ja so weiß und so groß sind und so große Augen haben und unsere Haare nicht schwarz sind. Des öfteren bekommt man von fremden Leuten ein "You are handsome" entgegengeschmettert. Ich bin dabei, mir eine passende Reaktion auszudenken, denn zumeist erstarre ich ob dieser direkten Komplimente und suche das Weite. Ich bin nunmal sehr schüchtern, klar.
Weiß gilt aber anscheinend nicht überall als schön. Unsere Waschmaschine beispielsweise spuckt weiße Kleidung dreckig, zum Teil schwarz wieder aus. Ein T-Shirt und ein Pullover sind dem gefräßigen Gerät schon zum Opfer gefallen. Ist der Neid eines Konstrukteurs, der wusste, wohin die Maschine geht, Schuld daran? Umgekehrt wird schwarze Kleidung übrigens blass, also zu einem unschönen Grau. Ich sehe mich gezwungen, morgen shoppen zu gehen.
Ebenso als schön gilt, zumindest für die Damen der Schöpfung, möglichst schlank, in meinen Augen aber eher mager zu sein. Nicht unbedingt mein Geschmack, wenn vor einem nur Striche in der Landschaft umherlaufen. Freitag haben wir Jojos Freundin, auch diesem Schönheitswahn verfallen (erfolgreich, denn sie hat ja jetzt einen Mann) gefragt, ob sie Hunger hätte und warum nicht. Natürlich wollte sie Gewicht verlieren. Arme Damen, wissen ihr gutes Essen gar nicht zu würdigen!
Allerdings glaube ich auch, dass es vielleicht ein bisschen Propaganda ist, da bei der Menschenmenge hier auch mal die Nahrung ausgehen könnte. Zu dieser Vermutung treibt mich, dass vor unserem Supermarkt beispielsweise zwei Waagen stehen, die einfach mal mindestens 5 kg zum realen Gewicht hinzufügt. Eine der nächsten meiner Aufgaben wird es sein, diese Waagen zu remanipulieren.

Zu heute:
Der Tag verläuft normal; Vorlesung, Essen, einen freudigen Mittag verleben, Bolzen. Dann gehen Denis und ich zu Jojos Kalligraphie-Kurs, den er einfach mal jeden Montag-Abend gibt. Es werden Steinstempel hergestellt, fein.
Anschließend gehen wir in die Mensa und bekommen Reste. Jedes Mal, wenn ich diese Lokalität betrete, frage ich mich, wie man nur so essen kann; sämtliche Tische sind verschmutzt und mit Lebensmitteln übersäht und anscheinend ist das normal. Und seit jetzt weiß ich; es geht einfach manchmal nicht anders, denn auch wir hinterlassen unseren Tisch sensationell dreckig.
Auf dem Rückweg schauen wir den anderen Deutschen auf dem beleuchteten Ping-Pong und Badminton-Platz zu und geben unsere schlauen Kommentare ab.
Um Punkt halb elf geht hier das Licht aus. Klar, die emsigen Studenten gehören ins unbequeme Bettchen (Bettdecke auf Spanholzplatte) im Sechsbettzimmer im jeweiligen, nach Geschlechtern getrennten, Wohnheim.
Auch wir gehen, gucken noch einen Film und schlafen ein. Ob unseres Luxus' verspüre ich mitunter ein schlechtes Gewissen.

Sonntag, 15. März 2009

Tag 17: Aus Winter mach Sommer.

Endlich bekomme ich eine Nacht lang mal wieder eine menschenwürdige Portion Schlaf. Von zwei bis elf. Immerhin neun Stunden, deutlich mehr als die letzten Wochen.
Trotzdem fühle ich mich ziemlich matt, raffe mich aber auf und ziehe Sportklamotten an, da ich ja den Chinesen von gestern versprochen habe, heute mit ihnen Fußball zu spielen. Lukas und Denis lassen sich noch nicht wecken, also gehe ich alleine zum Sportplatz. Ich bin positiv überrascht, dass sie es mit dem Spiel und der Mannschaft ernst meinen. Ca. zweimal 20 Chinesen je einheitlich gekleidet mit (vielleicht nicht ganz originalen) Trikots großer europäischer Teams mit einheitlicher Bepflockung heißen mich Willkommen und ich bekomm das Dress eines Auswechselspielers. Schließlich bin ich europäisch und die große heißersehnte Nachwuchshoffnung.
Einen Schiedsrichter gibt es auch und so geht es recht zügig mit der ersten Halbzeit los. Ich zolle schnell der knallenden Sonne Tribut, sowie der Tatsache, dass ich so gut wie nichts gefrühstückt und getrunken habe. Wasser habe ich auch keines mitgenommen, aber ich gebe mein Bestes.
Zur Halbzeit muss ich leider gehen, da wir abermals ein Treffen wegen unseres Projekts haben. Denis und ich machen unsere Präsentation fertig und lassen diese am Abend von unseren chinesischen Gruppenmitgliedern (drei höchstpatente junge Damen) vortragen.
War es Freitag noch ziemlich kalt (Winterjacke und Pullover waren schon angebracht), so ist es heute verdammt warm. Kurze Klamotten sind angebracht, das ist doch auch mal fein. Ich wundere mich über den Klimaaufschwung, bis ich auf's Datum gucke und feststelle, dass die Chinesen Recht hatten: Am 15.3. beginnt der Frühling, dann wird es endlich warm. Die Heizung geht ja nun auch nicht mehr.
Wir machen heute abermals die Erfahrung, dass der Sonntag ein ganz normaler Werktag zu sein scheint. Nicht nur, dass normale Vorlesungen abgehalten werden, auch der Supermarkt wird neu beliefert. Ich glaube, sie haben für diese Woche etwas mehr Bier bestellt, dieses Mitdenken ehrt sie. Wir bedanken uns.
Jenes Trinkprodukt muss jetzt noch eine Stunde lagern, solange wir Zeichen lernen. Dann begeben wir uns zu Philipp in die Wohnung und hoffen, dass Werder gegen Stuttgart übertragen wird.
Die morgen beginnende Woche düfte also wie üblich recht müde verlebt werden, aber was soll man machen?!

Samstag, 14. März 2009

Tag 16: Interkultureller Austausch.

Wie am Vortag geplant, treffen wir uns bereits um neun Uhr im Deutschclub der Uni. Dass es erst nach drei Uhr ins Bett ging, interessiert keinen.
Per Zufallsprinzip werden die Gruppen und das zu bearbeitende Thema eingeteilt; Ich habe Glück und darf mit Denis und drei reizenden Damen losziehen. Das ganze geht ins muslimische Viertel und somit auch in die große Moschee. Letztere ist schon über 1250 Jahre alt, hat 70.000 Mitglieder, besteht aus mehreren Teilen und ist nett anzuschauen. Ich könnte jetzt noch mehr Fakten auspacken, aber ich empfehle lieber den Wikipedia-Artikel oder eine eigene Besichtigung.
Beim Verlassen dieser Moschee geht es durch eine kleine Gasse mit Souvenir-Shops. Prima ist, dass gleich neben den Büchern mit Maos Reden (in vielen Sprachen) ein Kartenspiel mit Sadam Hussein als Cover zu finden ist.
Heute erkennt Denis schnell, dass sich vieles Wiederholt. Folgenden Satz mag ich sehr: "oeRque, hier muss man eigentlich mit Scheuklappen durchlaufen und darf sich nichts angu... oh guck mal, ein iPod!". Paradox erscheint, dass zwar in keinem Restaurant (von denen es in diesem Viertel viele gibt) Alkohol ausgeschenkt werden darf, man kann aber überall Flachmänner ergattern.
Mittags geht's in ein Restaurant. Wie üblich werden Ausländer lieber in den zweiten Stock verfrachtet. Ich weiß nicht, ob es verpöhnt ist, Westler zu bedienen oder was das für einen Grund mit sich trägt. Ich weiß nur, dass ich dieses Restaurant wahrscheinlich nicht mehr aufsuchen werde. Überall ist es sehr verschmutzt, die Kellnerinnen sind unfreundlich, ungepflegt und lieben es, in der Nase nach Öl zu bohren. Die Einwegstäbchen sind schmutzig, man möchte uns aber keine neuen reichen. Und das Essen ist auch nicht gerade die höchste chinsische Küche.
Da wir überpünktlich mit unserem Programm fertig sind, fahren wir noch in einen kleinen Freizeitpark, der auf dem Rückweg liegt. Hier gibt es Attraktionen für Jung und Alt und ich komme dem Wunsch einer unserer Begleiterinnen nach, mit ihr in eine Art 'TopSpin' zu gehen. Ich habe Angst, da alles sehr klein bei dieser Maschine ist und die Kopflehne ungefähr bei meinem Nackenansatz aufhört. Der Helena erschien ähnlich zu gehen, denn sie fängt schon vor der Fahrt an zu weinen. Ich würde sie gerne trösten, habe aber selber so meine Probleme, da ich meine Hosentascheninhalte drohen, sich zu verabschieden. Zudem kommt das Motto 'klein aber fein' zum Vorschein, denn die Maschine ist schon sehr heftig und am Ende ist mir etwas schlecht.
Somit geht es auch direkt danach zurück zum Campus. Jetzt müssen wir noch einen Vortrag vorbereiten und das, obwohl alle müde sind.
Gegen 18 Uhr dürfen die Damen Feierabend machen, Denis und ich versprechen, alles fertig zu machen. Allerdings nutzen wir lieber das heutige sehr sehr gute Wetter und die letzten lichtspendenden Sonnenstrahlen, um zu kicken. Wir scheinen auf Anhieb sehr fähig auszusehen, denn noch bevor wir anfangen, kommt eine Gruppe auf uns zu und möchte gerne eine halbwegs feste Mannschaft für die Wochenenden mit uns bilden. Morgen um zwölf haben wir anscheinend unser erstes 'Spiel'.
Glücklicherweise haben wir bei Jan aushandeln können, das morgige Treffen von 10 Uhr auf 13 Uhr zu verschieben. Ansonsten haben wir ja gar keine Chance, auszuschlafen.
Ich bin gespannt, was der heutige Abend noch so mit sich trägt. Fakt ist, dass es kein Bier geben wird. Naja, eins vielleicht.

Tag 15: Kalligraphie und andere Künste.

Unser Sprachkurs ist bereits nach zwei Stunden früher als sonst beendet, denn es gilt das Wochenende zu besprechen. Jan, von der Robert-Bosch-Stiftung geschickt und ein guter Kumpane unsererseits, hat den Auftrag, den interkulturellen Austausch zu fördern und will dies in Form einer Besichtigungstour in kleinen gemischten Gruppen machen. Bis zum Mittag stellen wir uns alle vor, durchforsten das Thema "Kultur", versuchen, die Gruppen einzuteilen etc. pp.. Das ganze soll dann Samstag stattfinden.
Die Mensa schmeckt wieder gut, dann geht es wie versprochen in die Kalligraphiestraße, in der Jojos Onkel einen Laden hat in dem Jojo ab und zu arbeitet. Die Straße besteht aus vielen kleinen Geschäften rund um die Kalligraphie (wer hätte es gedacht) und ab und zu mal ein paar Touristenfallen. Eigentlich ist es recht interessant, allerdings wiederholt sich alles alle paar Geschäfte und lediglich Denis findet doch überall noch was neues interessant, was mitunter anstrengend sein kann, aber die Neugierde sei ihm gegönnt und so verbringen wir geduldig mehr Zeit, als eingeplant.
Anschließend teilt sich unsere Gruppe auf; es geht entweder nach Hause oder zum Einkaufen oder zum Frisör. Denis und ich entschließen uns für letzteres und werden im nächstbesten (natürlich vorher ausgeguckt) Salon Willkommen geheißen. Natürlich das ganze ohne Wörterbuch, bzw. Fachvokabular (Worte wie 'kurz' und 'Milimeter' erscheinen recht stupide, sind im Chinesischen aber dennoch eine Herausforderung) und die Buben mit den Scheren in der Hand können auch kein Englisch. Es läuft dennoch ganz gut, wir werden fürstlich bedient. Zweimal haarewaschen plus einem Schnitt mit peinlicher Genauigkeit (bei mir war es mehr als eine halbe Stunde Milimeterarbeit) gab es für 25 Yuan. Nur mal zum Vergleich; Eine Kugel Haägen Dasz am Glockenturm, die wir uns zuvor gönnten, kostet 28 Yuan...
Insgesamt bin ich sehr zufrieden, auch wenn nicht so viel abgekommen ist, wie ich versuchte klarzumachen. Und ein globales Problem habe ich festgestellt; Kein Frisör schafft es, meine Haare nach meinem Geschmack zu stylen. Zwar wird stets eine Unmenge an Pomenade-Fluid aus der Tube gepresst, jedoch erreicht nur ein Bruchteil davon meinen Schopf, der Rest geht zumeist zurück ins Handtuch. Auch dieses Mal wird die Haarspraydose einen Meter entfernt von mir entfernt gehalten und mithilfe eines Föns in meine Richtung getrieben. Das meiste dürfte mein Nachbar abbekommen haben.
Auf dem Rückweg kaufen wir nochmal das Getränkeregal des Supermarktes leer. Diese Kunde verbreitet sich leider sehr schnell, dass abends unsere Bude voll ist und ca. 50 Dosen über den imaginären Tresen gehen. Unser Kühlschrank ist jetzt wieder leer, der Dosenhaufen nimmt hingegen eine beachtliche Form an.

Donnerstag, 12. März 2009

Tag 14: Lichtblicke

Gestern Abend kam Denis auf die glorreiche Idee, heute einfach mal gleich mit dem ersten Weckerklingeln aufzuwachen um dann genug Zeit zum Frühstücken zu haben und dennoch pünktlich zu kommen.
Und es klappt auch gut. Zumindest bei Luke und mir, sodass wir Baguettes aufbacken, Kaffee machen (leider nur Instant-Gedöns -> sollte man mir ein Fresspaket schicken wollen, so bitte an normales Pulver, Käse und Nutella, bzw. auch andere Schokolade denken) und Eier im Wasserkocher kochen. Als Eierbecher fungiert eine aufgeschnittene Klopapierrolle. Hunger macht erfinderisch, selbst am frühen Morgen.
Draußen scheint zur Abwechslung mal die Sonne, zumindest ist sie etwas besser zu erkennen, da der gestrige Regen die Luft etwas gereinigt hat. Ein bisschen blöd ist, dass der so sehr herbeigesehnte Regen einfach nicht so recht abfließen kann.
Am späten Nachmittag kommt unsere Betreuerin zu Besuch, um uns abermals Kohle abzunehmen, für Zusatzversicherung, die anscheinend ein Muss ist. Jetzt habe ich meine normale Krankenversicherung, eine Zusatzversicherung aus Deutschland und eine von hier. Eigentlich kann mir jetzt nichts mehr passieren, nehme ich an.
Im Schlepptau hat die gute Dame noch Jojo, einen Studenten, der schon etwas von den Generationen vor uns geprägt ist. Er kündigt nach ein paar Sätzen an, dass es öfter mal passieren könnte, dass er zu lange da bleibt und bei uns nächtigen muss, da sein Wohnheim ab zwölf Uhr abgeschlossen wird. Er kennt die Vorzüge von abendlichen Aktivitäten in Clubs, von Bier und einer guten Dusche. Er würde unsere auch gerne ab und zu mal in Anspruch nehmen.
Cooler Typ!
Morgen gehen wir mit ihm in die Kalligraphie-Straße, in der er ab und zu auch arbeitet. Mehr dazu dann, man möge es kaum glauben, morgen.

Edit: Foto unseres Fernsehtisches samt Multimedia-Anlage. Auf dem Fernseher unsere Eierbecher.

Mittwoch, 11. März 2009

Tag 13: günstig²³

Heute Nachmittag wird mal nicht Bubu gemacht, sondern es verschlägt uns mal wieder in die Stadt. Denis Gaskarte wird aufgeladen, ich besorge für unsere Wohnung noch ein Lautsprecher-System und weil ich schonmal da bin noch einen DVD-Player (bei alten ist die Fernbedienung kaputt, was die Spracheinstellungen unmöglich macht) und das ganze für etwas mehr als 30 Euro. Das ganze geht durch zwei und somit habe ich das gezahlt, was in der guten Heimat für eine DVD über den Tresen geht. Und die Qualität lässt sich echt sehen, bzw. hören.
À propos DVD: Weil Shopping so schön ist, fahren wir noch zu einem anderen Markt, an der sich, jeweils in Garagengröße, Elektronik-Shop und Edelboutique (den Modemarken nach zu urteilen) abwechseln. Im ersten gibt es günstig DVDs. Maximal einen Euro blättert man pro Film hin. Ich wundere mich über diesen Preis, schiebe es aber mal darauf, dass sich alles nur in einer Plastik-Hülle zu finden ist, wobei die Papp-Verkleidung mit vorhanden ist, die nötige Plastikhülle aber nicht. Diese, so schätze ich, kann man für den fehlenden Restbetrag (also acht bis 14 Euro, wenn ich nach deutschem Standard-DVD-Preis ausgehe), zusätzlich erwerben. Aber diesen Luxus schenke ich mir.
Philipp kommt auf die Idee, dass das alles vielleicht nur Kopien sind, aber ich glaube ihm nicht. Ich glaube, die haben was gegen Fälschungen, zumindest werden unsere Geldscheine kleinlichst genau auf deren Eigenschaften überprüft.
Zuhause muss ich leider feststellen, dass meine DVD-Sammlung der ersten drei Staffeln meiner Lieblingsserie 'How I met your Mother', die immerhin das vierfache der oben genannten Summe kosteten, lediglich die Aufnahmen aus dem amerikanischen TV enthalten, aber bestimmt ist das auch in echt so.
Die restlichen 15 Filme, die wir uns zulegen, scheinen voll und ganz in Ordnung zu sein.
Auf dem Rückweg mit dem Taxi sehen wir ein Möbelcenter, nur maximal einen Kilometer von uns entfernt. Und es ist noch größer als das vom dritten Tag. Hätten wir das früher gewusst, hätten wir uns damals einen langen Trip quer durch die Stadt gespart und unsere Möbel (Fotos hierzu gibt es morgen) wahrscheinlich schon früher erhalten.
Zudem stellen wir fest, dass es das erste Mal hier regnet. Und nicht nur das erste Mal, seit wir hier sind, sondern das erste Mal im gesamten Winter.
Mit etwas Glück ist morgen die Luft gereinigt. Darauf hoffend gehe ich jetzt schlafen. Ohne Schlafsack, dafür mit eigenem Kopfkissen. Jenes ist übrigens so teuer, wie unser DVD-Player.

Links: Blick aus meinem Fenster. Rechts: Blick über Xi'an. Halbwegs. Weit kommt man nicht.
Insgesamt: Hoffend auf gesättigtere Farben nach dem luftsäubernden Regen.

Dienstag, 10. März 2009

Tag 12: Lieber mal ne zweite Meinung bilden.

Es kehrt langsam Alltag ein und somit habe ich für heute nicht viel zu berichten. Außer, dass ich das erste Mal in der eigenen Bude heiß duschen konnte (am ersten Tag hielt ich es, verschwitzt von der Reise, nicht aus und nutzte das eiskalte Wasser).
Und wir probieren, entgegen den Warnungen unserer chinesischen Kommilitonen mal die Mensa aus. Also nicht die Mensa, sondern eine von vier großen, die an die Stuttgarter Mensa locker heranreichen. Das Essen sei dort schlecht und niemand würde hingehen. Dafür ist es dann aber doch recht voll und es schmeckt vorzüglich. Man bekommt an verschiedenen Schaltern nahezu jede traditionelle chinesische Speise und das alles verdammt günstig. Für neun Yuan erhalte ich mein Mittagessen und, weil ich aus Versehen was falsches bestellt hatte, ein Abendbrot für drei Leute zusammen.
Am Nachmittag sind Lukas und ich fleißig, also zumindest tun wir so. Wir lernen Vokabeln und schauen nach möglichen Praktikumsplätzen. Zwar wurde uns in Deutschland gesagt, es wäre zu viel Stress, wenn man für nur drei Monate noch einmal hier umziehen würde und man wäre enttäuscht, wenn man die von der Uni rausgesuchten Plätze in Xi'an nicht annehmen würde, aber wie der Titel erwähnt, sollte man auch hier lieber eine zweite Meinung anhören. Und diese besagt, dass es hier nicht viel spannendes gäbe und man sollte, wenn möglich, doch was anderes finden.
Am Abend schließen wir zu viert unsere Computer zusammen und spielen schöne alte Ballerspiele.
Anschließend kommen wir zu der Erkenntnis, dass wir morgen wieder neues Bier kaufen sollten. Glücklicherweise haben wir im Supermarkt schon den Platz gefunden, wo sie die 12er-Träger lagern.

Montag, 9. März 2009

Tag 11: Gesundheitszeugnis. Abermals.

Als ob wir nicht schon genug Nerven und vor allem Geld in Deutschland beim Basteln unseres Gesundheitszeugnis, das Bluttests, Lungenröntgen und andere Untersuchungen bedurfte, liegen lassen, so bekamen wir bereits letzte Woche die Hiobsbotschaft, dass man uns hier die Richtigkeit jener Unterlagen nicht direkt abkauft. Es fehlen vor allem ein roter, runder Stempel mit einem Stern drin (den man hier überall findet; selbst auf Werbeplakaten muss er backen), auf sämtlichen Papieren und Fotos und da das ganze nicht von einem staatlichen Doktor gemacht wurde, sei das meiste sowieso nichts wert.
Also geht es heute in aller Herrgottsfrühe um halb acht Richtung staatlichen Doktor, der letzte Woche schon unsere Unterlagen einsehen durfte. Die Fahrt dahin ist bereits ein Abenteuer, da wegen des Berufsverkehr deutlich mehr fahrbare Untersätze unterwegs sind und das Chaos noch viel größer erscheint. Aber: Alles hat irgendwie sein System und es passiert mal wieder nichts.
Schön anzusehen sind die Menschen, die im Park TaiQi machen oder einfach mal im (mehrspurigen) Kreisverkehr um die begrünte Verkehrsinsel joggen. Sind ja Pflanzen, die geben Sauerstoff und der verdrängt mit Sicherheit sämtliche Abgase.
Beim staatlichen Arzt wartet bereits eine große Menschenmenge, bislang noch ordentlich in Reih und Glied in zwei Schlangen, eine führt zur Rezeption, die andere zur Dateneinlesung und gleichzeitigen Kasse. Die Eingangstür verfügt über keine Schlösser (wahrscheinlich werden nachts Ketten davorgelegt) und es zieht kalt rein. Aus der Rezeption kommt ab und zu jemand mit einer Wanne Wasser gelaufen, die er auf den Hof kippt. Im Eingangsbereich lagern staubige große Boxen, deren Inhalt mir nicht bekannt ist. Steril ist was anderes, aber wenn es hier so viele Einwohner gibt, kann das alles ja nicht so verkehrt sein. Ich ärgere mich, dass ich meine Kamera nicht dabei habe.
Leider wird zuerst gedacht, dass das Ende der Schlange hinter dem letzten Chinesen zu finden ist. Somit geht es für uns nicht direkt vorwärts. Irgendwann kommt der Herr Doktor und sorgt dafür, dass wir nur noch die Blutuntersuchung nachholen müssen und somit können wir alle schnell an der Schlange vorbei in den ersten Raum. Er wimmelt vor Menschen (die, wie es häufig beim Arzt ist, bestimmt nicht ganz gesund sind) und es riecht. Und das nicht gerade angenehm.
Wir werden unsere 23 Euro los, nachdem nochmal ein Foto von uns gemacht wurde. Wie war das mit dem Big Brother...? Anschließend geht es ein Stockwerk höher, wo ein ziemlich gelangweilter Doktor in Akkordarbeit mit einem Gummischlauch einen Arm nach dem anderen abbindet und die Nadel in eben jenes Körperglied rammt. Viele schreien auf oder fallen in Ohnmacht. Ich nicht, denn ich bin cool.
Und das ist's dann auch schon. Sogar Lukas, der das ganze Programm nochmal machen muss (weil der Horst in Frankfurt sein Original abgeben lassen hat, ohne ein Duplikat zu basteln), ist fertig. Man sah ihn zuvor nur von Raum zu Raum huschen, nur einmal hakt es, als er beim Röntgen nach einem berechtigten Lendenschurz bittet. Gibt es nicht, ist aber ja auch egal. Ist ja nur unsichtbare Energie.
Die obligatorische Vorlesung wird heute also verschoben und geht über die Mittagspause hinaus. Wir wollen nicht schon wieder einen im Supermarkt erworbenen Chickenburger plus eine Instant-Nudelsuppe essen, also gönnen wir uns für 20 Cent ein gutes, reichhaltiges Essen von der Straße. Natürlich, um Krankheiten zu vermeiden, 素的,also fleischlos. Es schmeckt prima.
Viel spannendes gibt es über den heutigen Tag nicht zu sagen. Und krank, trotz des Arztes, fühlt sich auch noch niemand.

Sonntag, 8. März 2009

Tag 10: Sonntag = Putztag?

Kurze Antwort: Nein. Zwar wird es mal wieder Zeit, dass in unserer Wohnung aufgeräumt wird, aber letztendlich raffen wir uns doch nicht auf. Wir gehen lieber mal wieder Fußball spielen. Oder gucken eine DVD (da unsere Vorgänger uns einen guten Haufen davon hinterlassen haben.
Fußball war wieder sehr gut, wir durften sogar auf Anhieb bei einer reinen Chinesen-Gruppe mitspielen. Technisch sind sie recht in Ordnung, aber im Zusammenspiel haben sie ihre Probleme. Und in der Länge ihrer Beinchen auch. Lukas, Denis und ich sind dagegen richtige Kampfmaschinen mit langen Gliedmaßen, mit denen sie noch an jeden Ball kommen und Tempo aufnehmen können. Aber dafür kann ja niemand was.
Nach dem erfolgreichen Kick gehen wir verschwitzt und mit komischen, da ungemachten Frisuren in den Campus-Supermarkt und ernten seltsam viele Blicke. Es fällt auf, dass heute Weltfrauentag ist; selten habe ich bisher so viele weibliche Geschöpfe hier erspähen können.
Abends treffen wir uns mit Jan, der von der Robert-Bosch-Stiftung geschickt wurde, um hier Deutsch zu unterrichten, und seinen Schülern zum gegenseitigem Beschnuppern. Auf unsere Frage, was sie am Wochenende stets zu tun gedenken, erhalten wir die ernüchternden drei Worte 'lernen, schlafen, essen'. Vielleicht noch etwas Sport, aber das ist scheinbar das höchste der Gefühle.
Ich sehe mich beauftragt, eine gewisse europäische Feierkultur zu importieren und zu vermarkten.
Hierfür sollte ich mich jetzt ausruhen und schlafen gehen, denn morgen geht es früher raus, als sonst; um halb acht werden wir abgeholt und zum Arzt chauffiert, da man unser in Deutschland für viel Geld erworbenes Gesundheitszeugnis mangels runden, roten Stempels (mit Stern in der Mitte), anzweifelt. Zudem muss anscheinend sämtliches in einer staatlichen Einrichtung überprüft worden sein. Wie das ganze dann ausgeht und ob wir es zumindest schaffen, dann nachmittags mal pünktlich beim Unterricht zu erscheinen, lest ihr morgen.

Tag 9: Einfach mal nix tun.

Die Party des Vorabends oder viel mehr das Bier, das nicht unbedingt dem Reinheitsgebot entspricht, zeichnen sich heute, am Samstag, deutlich in unserem Gemüt ab. Man möchte den ganzen Tag am liebsten nur schlafen, um das leichte Schädelbrummen (trotz nicht zu hoher Gerstensaftmenge) zu unterdrücken.
Das geht leider nicht. Denn bereits gegen elf klingelt es und unsere Möbel sind da. Und nicht nur, dass Lukas und ich unsere beiden Matratzen und den schweren Fernsehtisch bis in den vierten Stock tragen müssen, nein, die Damen stellen sich auch noch so dumm mit ihren beiden noch viel schwereren Sofas an, sodass wir uns gezwungen sehen, auch diese in den fünften Stock zu hieven. Und das alles in so einer Herrgottsfrühe!
Dieses kurzzeitige Aufbäumen des Körpers verkraftet der Kreislauf noch nicht so richtig, so dass man danach bis zum Nachmittag weiterschläft und den ganzen Tag müde bleibt.
Viel geht an diesem Samstag dann auch nicht mehr. Wir versuchen, Pizza zu bestellen. Nachdem bestellt und auch die Adresse geklärt ist, fällt dem Lieferdienst auf, dass es 不太舒服, zu ungemütlich, da zu weit zu uns ist. Es gibt also Spaghetti mit Tomatensoße, die wir mit zehn Chili-Schoten verfeinern. Ich mache meinen Laptop platt, weil er durch das recht unsichere Internet sehr mitgenommen zu sein scheint. Gegen halb elf geht es zu Philipp in die Wohnung, wo als einziges mehr als drei Fernsehprogramme gezeigt werden. Ich habe Glück und auf dem Sportkanal wird das ganze Werder-Spiel live gezeigt. Ich habe Pech, denn ich sehe keine Tore.
Anschließend rüste ich meinen Laptop wieder und es ist abermals erst vier Uhr, als ich mich auf meine neue Matratze lege und einschlafe.

Tag 8: Wir haben Wasser. Überall.

Wir sind das erste mal überpünktlich beim Chinesisch-Unterricht, die Bitte hat also gefruchtet. Leider liegt unser Raum direkt gegenüber den Toiletten, die unglücklicherweise anscheinend nur selten gereinigt werden, oder, was vielleicht wahrscheinlicher ist, die Putzkräfte gegen die Masse von Menschen, die dort ein und ausgehen, einfach nicht ankommen. Blöd ist zudem, dass die Türen stets geöffnet sind. Dadurch kann man nicht nur direkt vom Gang direkt auf die Pissoirs und deren Benutzer starren, nein, auch ein penetranter Autobahnraststättenentledigungshäuschengeruch flutet den Flur und gelangt bisweilen auch in unseren Unterrichtsraum. Zum Glück wird im ganzen Unigebäude nicht geheizt. Man möge sich einmal vorstellen, wie sich das ganze bei warmen Temperaturen verteilt. Bisher sitzen wir stets in Jacke bei gefühlten 15 °C.
À propos Wärme: Uns wird stets beteuert, dass wir nur noch bis zum 15. März warten müssen. Denn an diesem Tag werden die Heizungen alle abgestellt und der Frühling beginnt. Dies sei so sicher wie das Amen in der Kirche. Nun frage ich mich, ob vielleicht der Staat für das Wetter verantwortlich ist.
Das Mittagessen bringt abermals eine Instant-Nudelsuppe mit sich. Diese wird vor der DVD 'Spiderman 3' verputzt. Da unsere Fernbedienung nicht funktioniert, lässt sich die Sprachauswahl leider nicht ändern und der Spannungsfaktor des Films wird durch das Chinesisch heruntergesetzt. Das Gehirn fährt runter und öffnet lediglich den Sinneskanal für bewegte Bilder. Dies ist recht anspruchslos und so kommt es unter den Zuschauern, Lukas, Denis und mir zum gemeinsamen Bubumachen.
Um drei klingelt der Gasmann. Mal wieder. Er findet heraus, dass alle unsere Heizungen aufgedreht sein müssen, sonst kann es keinen Druck geben. Nach nur wenigen Minuten haben wir also einen funktionierenden Boiler und heißes Wasser. Während nun aber die Quittung geschrieben wird, fällt unter dem Sofa eine große Wasserlarche auf. Natürlich stammt sie von einer undichten Heizung. Sofort wird diese also zugedreht und das mit dem warmen Wasser hat sich abermals erledigt. In den nächsten Tagen kommt ein Klempner.
Mithilfe von Frank, einem anderen Chinesen, bestellen wir Fässer mit zum Verzehr geeignetem Wasser. Er guckt uns ungläubig an, als wir gleich zwei der 19-Liter-Behältnisse haben wollen, aber er stimmt zu. Unsere Bestellmenge wird dadurch bestätigt, das bereits zwei Tage später das erste Fass fast leer ist. Man muss uns also für große Trinker halten.
Abends sind wir von einem unbekannten Amerikaner eingeladen. Er studiert hier Chinesisch und hat es sich zur Aufgabe gemacht, fast jede Woche einen anderen Club in der Stadt anzumieten, zu der dann hauptsächlich Amis und Europäer eingeladen sind. Dieses Mal findet sie im 28. Stock in einer, wie soll man es nennen, Bar statt. Diese verfügt über Playstation, Billiard, einen professionellen Mahjong-Tisch und sämtlichen Boxuntensilien samt Ring. Zudem gibt es für drei Euro den ganzen Abend freies Bier. Das lob ich mir doch. Dieses Angebot kommt leider Heinrich, dem Mongolen, nicht zugute, da er in den Ring steigt und zum Kampf auffordert. Schnell ist ein Gegner gefunden und Heinrich läuft wie ein Berserker auf sein vermeintliches Opfer zu. Er holt aus und schlägt zu. Sein Gegner macht einen Schritt zur Seite und Heinrich knockt sich selber aus und fliegt mit viel Schwung gegen die Wand an der einen Seite. Dennoch steht er wieder auf. Nachdem sich diese Prozedur dreimal wiederholt, gibt sein Genger auf. Es ist besser so. Für Heinrich.
Auf dem Rückweg bescheißt uns der Taxifahrer, indem er so tut, als kenne er den Weg nicht. Statt 15 bezahlen wir 35 Yuan. Dennoch ist er so nett und kehrt nach unserer Ablieferung nochmal um und gibt Denis sein Handy wieder, das er auf dem Beifahrersitz vergaß.
Guter Mann von Welt!

Donnerstag, 5. März 2009

Tag 7: Deutsche Tugend?

Wir kommen heute, zumindest teilweise, zum dritten von vier Malen halbwegs verspätet zum Chinesisch-Kurs. Es ist ungewollt, aber die zu kurze Entfernung zwischen Wohnheim und Deutschclub-Raum scheint die Pünktlichkeit, eine geschätzte deutsche Tugend, wohl oder übel zu verhindern. Und da Deutschland auf Chinesisch 德国, also Land der Tugend, heißt, befürchte ich, dass bei weiteren Verstößen ein neuer Name für das geliebte Vaterland gefunden werden muss.
Darum werden wir auch am Nachmittag angehalten, in Zukunft etwas mehr auf die Zeit zu achten. Und wir sollen uns 中国好朋友, gute chinesische Freunde suchen.
Denis Lukas und ich gehen hier mit gutem Beispiel voran. Wir fahren zuerst in die Stadt und kaufen uns, rein auf chinesisch, Fußballschuhe (für den Kunstrasenplatz im Stadion, 200 m von unserer Butze entfernt). Und als wären 25 Euro nicht schon zu wenig verlangt, so wird uns klar gemacht, dass beim Kauf eines Paares das zweite dazu geschenkt wird.
Wir sagen dazu nicht nein und frönen unseren Lieblingssport. Da die anderen Studenten nicht wirklich mit uns spielen wollen, kicken wir erst nur zu dritt, bis irgendwann die Scheu überwunden ist und eine achtköpfige Horde gesellt sich dazu. Wir lernen schnell die wichtigsten Fußballbegriffe, sie beweisen uns mit 'Heidelberger, Heidelberger'-Rufen, dass sie auch des Deutschen mächtig sind und am Ende sind wir richtig gute 中国好朋友。Leider sind diese Knaben erst acht Jahre alt.
Weitere Erkenntnisse des Tages: Der dritte Klempner sieht ein, dass unser Boiler kaputt ist. Er kommt morgen oder an einem anderen Tag wieder. Dies ist aber nicht schlimm, da, obacht, erstmals die Sonne rauskam und sich ganz zeigte (ansonsten ist durch die diffuse Lichtstreuung der Fremdkörper in der Luft der ganze Himmel grell und man muss die Sonne, trotzdem keine Wolken da sind, lange suchen) und es wird warm.

Hier nun noch einige Bilder.



Eingangsbereich und Hinterlassenschaften der Vormieter (hinter meinem Bett)


Links: Unschöne Wohnung. Rechts: Gegenmaßnahme (Ratespiel: Wo ist Luke?)


Es lässt sich aushalten.


Links: oeRque ist ein Riese. Rechts: Logistik pur!

Mittwoch, 4. März 2009

Tag 6: Trautes Heim, Glück allein

Zum heutigen Tag gibt es nicht viel zu erzählen. Um sieben Uhr klingelt der Wecker nicht, da die flasche Funktion eingestellt ist. Glücklicherweise ertönt aus den Lautsprechern aus dem Campus immer ein unverständliches Gedudel, laut und fremd, sodass man dennoch mit nur einer Viertel Stunde Verspätung erwacht.
Der Blick aus dem Fenster zeigt nicht viel; Grau über Schwarz. Der Himmel zeigt noch immer keine Sonne, da es seit mehr als einem Monat nicht mehr geregnet hat, wie wir erfahren. Somit ist er grau und die sonst farbgleiche Straße ist schwarz, voller chinesischer Haarpracht. Der Strom der wissbegierigen Studenten droht über den ganzen Tag hinweg nicht abzubrechen. Sollte mein Wecker morgen funktionieren, nutze ich die Viertel Stunde, die ich heute irgendwie noch raushole, um ein dieses Bild festzuhalten.
Um acht Uhr haben wir Sprachkurs, dieses Mal (immer Mittwochs und Freitags) geht's um Aussprache, den Rest der Woche um Grammatik. Es ist ein Lichtblick, denn da die Professorin gut und nicht zu schnell spricht, versteht man fast alles. Mindestens im Zusammenhang. Trotzdem hängen wir durch. Der Jetlag.
Um zwölf Uhr haben wir schon Feierabend. Es geht in die Wohnungen und der Hauptteil schläft. Lediglich Arne, Philipp und Thomas wagen sich in das Möbelcenter, das der Rest bereits Sonntag aufsuchte. Im Gegensatz zu uns können Ihre Möbel sofort geliefert werden. Und im Gegensatz zu mir bekommt der Fahrer 10 Yuan für seine Dienste als Schlepper.
Der Abend ist nicht der Rede wert.
Was wir noch erfahren: Ein hiesiger Student ist mit dem aus der Heimat nicht zu vergleichen. Mein Studentenleben bestand bisher aus 60 - 70 % Spaß und dem Rest aus Lernen (Zahlen schwanken je nach Phase des Semesters). Hier ist man am Anfang des Semesters und man besucht Vorlesungen von 8 bis 21 Uhr. Anschließend schleppt man sich in die Bibliothek und resümiert das Gelernte.
Zum Glück bin ich so ein Brain und habe ab mittags Feierabend.

Dienstag, 3. März 2009

Tag 5: Internet? Internet!

Heute gelingt der Durchbruch. Zum Einen erwachen wir in einer sauberen, wenn auch kalten Wohnung, zum Anderen erfahren wir nach dem Chinesisch-Kurs (der wegen Jetlag-Erscheinungen abermals verkürzt wird), dass unser Internet endlich funktioniert. Freudentaumel, Jubelgeschrei, Heiterkeit.
Der Luxus kann zunächst nur kurz genutzt werden, da eigentlich der Uni-Bus bestellt ist, um zur Metro zu fahren (neben der noch ein Möbelmarkt steht, die Teppiche...). Bus kommt nicht. Zudem haben wir zunächst keine Metro-Karte dabei, nachdem diese geholt ist, fällt auch der Mangel an Stadtplänen auf. Auf dem Rückweg fällt zum wiederholten Male die plätschernde Regenrinne auf (dabei hat es hier noch nie geregnet, seit wir da sind). Vor der Tür steht schon ein Chinese, der mir irgendwas erzählen will. Aber ich verstehe nur Chinesisch. Ich öffne die Tür und er erzählt mir irgendwas von Heizung und Wasser. Muss also unser Techniker sein, aber wir haben ja keine Zeit. In dem Gespräch werden mir seine Gesiken klar; er zeigt mir den Verlauf des Wassers an, rauf und runter. Es macht Klick und ich kapiere, dass wir wohl einen falschen Hahn geöffnet haben bei dem Versuch, Druck auf unseren Boiler zu bekommen. Somit geht das Wasser von unten zu unserer Wohnung von dort auf's Dach und in die Regenrinne, durch die es wiederum den Weg nach unten findet und in einer großen, den Abhang Richtung Campus runterlaufenden Pfütze mündet. Ich hoffe, Wasser ist hier nicht teuer. Zudem explodiert Lukas vor des Handwerkers Augen noch der Boiler, da auf einmal doch ein Überdruck herrscht und das heiße Wasser einen Ausweg sucht. "Ni bu hui blabla" ("Das kannst / darfst du nicht") flucht der Fremde. Er hinterlässt uns seine Nummer mit der Bitte, jetzt alles auszulassen und wir sollen ihn morgen anrufen, wenn wir Zeit haben.
Anschließend fährt nur die eine Hälfte zur Metro, unsere Hälfte nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel (die immer noch abenteuerlich sind), um 'nur mal kurz' zum Walmart zu kommen. Hier verbringen wir knapp vier Stunden. Wir kaufen einen großen Biervorrat (durch welchen ich heute die Zeit finde, zu schreiben, da ich ja nicht zum Supermarkt muss) und ich überlege, eine der Wasserschildkröten zu kaufen. Sie dienen eigentlich zum Verzehr, allerdings könnte sie auch in unserem Bad überleben, da dieses mangels Duschkabine sowieso (sobald wir warmes Wasser haben) häufig unter Wasser steht. Diesen Gedanken hebe ich mir für später auf. Und dann bringen Lukas und ich ihr Kunststücke bei, gehen damit auf die Straße und verdienen eine Menge Schotter.
Zwischen Walmart und Pizzaessen will ich mir schnell im Elektroshop nebenan eine Digitalkamera kaufen. Diese sind leider im Gegensatz zu den Vorstellungen leicht teurer, als in Deutschland, aber ich brauche ja sowieso eine. Leider kann man in China nicht schnell eine Kamera kaufen, da die Belegschaft hier überfreundlich ist. Nach dem Bezahlen nehme ich das teure Gut entgegen und darf kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Mir wird gezeigt, wie alles funktioniert. Und weil ich so toll aussehe und ihre Sprache ein wenig spreche, wird mir einfach so noch ein Ersatzakku, eine Speicherkarte und eine Kameratasche geschenkt. Zudem fädeln sie zu dritt das Band (ihr wisst schon, was für eins) in die kleine Öse. Toller Service. Allerdings warten ja auch die anderen.
Der Abend geht für's Bloggen drauf.
Lukas und ich verständigen uns nur noch über ICQ, obwohl wir überlegen, dass telefonieren ja fast genauso günstig, aber viel persönlicher ist. Nun wollen wir aber erstmal die neuere Technologie nutzen und prosten uns gerne in schriftlicher Form zu.
Ich mache jetzt noch ein paar Bilder von der Wohnung und sage "Gute Nacht!". Denn hier ist es schon spät und morgen zählt die Ausrede mit dem Jetlag nicht mehr.

Die ersten Tage

Die ersten Tage in China sind rum und bisher war es eine schwere Geburt. Ich werde in Zukunft versuchen, so oft wie möglich zu berichten, kann aber nicht versprechen, dass das mit dem Netz so stabil läuft. Aber was will man für zwei Euronen im Monat auch erwarten?

Tag 1: Anreise
Nach ca. 20 Stunden Reise (Bremen-München-Peking-Xi'an) kommen wir am Freitag zu sechst am Flughafen Xi'an an. Während des Fluges sieht man nicht viel, es geht über Sibirien, die Mongolei und einen Teil Chinas, der einer Wüste gleicht. Peking ist riesig aber steht in einer großen Wolke. Am Flughafen des Zielortes warten schon sehnlichst fünf chinesische Studenten mit dem Universitätsbus auf uns. Das Kofferschleppen hat ein Ende und es geht noch ca. eine Stunde einmal quer durch die Stadt. Die ersten Eindrücke sind toll: Es herrscht weder Rechts- noch Linksverkehr, sondern Universalverkehr. Mangels Straßenmarkierung stehen dir mal eine, mal vier Spuren zur Verfügung, überholt werden darf von jeder Seite, wer blinkt ist ein Weichei. Die Straße teilen sich neben dir alte LKW, viele Taxis, ein paar Mopeds, Rikschas, abenteuerlich bepackte Fahrräder und Fußgänger. Letztere natürlich gänzlich unbeleuchtet, aber da es bei der Vehikelmenge sowieso recht langsam vorangeht, erkennt man sie trotz des dichten Staubs noch rechtzeitig. Hupen und Lichthupen passen sich hervorragend der Umwelt ihren schrill und kitschig beleuchteten Häusern an.
Das Wohnheim, bisher hoch angepriesen, da (gegen Entgelt) von den Vormietern gut ausgestattet, bremst (wahrscheinlich auch bedingt durch die Übermüdung) die Anfangseuphorie zunächst schlagartig. Neben den versprochenen Luxusgütern lagern noch viel Müll und vor allem Staub. Und das überall.
Zur Entschädigung geht's mit den Chinesen erstmal gut und günstig essen. Anschließend wird das erste Mal beim Campus-Supermarkt eingekauft. Das Bier kostet einen Viertel Euro und der Laden soll ab heute Anlaufstation für jeden folgenden Tag werden.

Tag 2: Stadterkundung mit Chinesen
Um elf werden wir von den Chinesen, Lucky und Allen (ihr gewählter westlicher Name) abgeholt. Es geht in die Innenstadt, erste Sachen anschaffen. Es geht, taktischerweise unklug, zuerst zum Walmart. Es gibt viele schöne und viele nicht so schöne Sachen zu kaufen, wir machen von ersteren Gebrauch. Mit einem viel zu schweren Rucksack geht's ins Moslem-Viertel, gute Baozi essen. Es ist hier üblich, dass immer einer die Runde übernimmt. Getrennt bezahlen, wie man es in Deutschland kennt, ist nicht gut angesehen. Also übernehme ich mal die Runde und mit umgerechnet 14 Euro bekomm ich sieben Personen gut satt. Anschließend, noch immer voll beladen, betreten wir ein Mobilfunktelefongeschäft. Ein Studentenausweis sowie 100 Yuan (Wechselkurs ca. 10:1, Betrag dient gleichzeitig als Startguthaben) reichen, um binnen weniger Minuten eine Handykarte zu besitzen und jederzeit erreichbar zu sein.
Der Abend wird damit zugebracht, Sonnenschein in die Stinkbude zu bekommen. Doch dieses Unternehmen soll noch Tage dauern.

Tag 3: Stadterkundung ohne Chinesen
Es ist Sonntag. Der Tag des Herren und der ruhenden Arbeit. Denkt man. Aber in China ticken die Uhren anders und so ist dies ein Wochentag wie jeder andere. Gut für uns. Denn einige WG sind noch so gut wie unmöbliert, was nunmal scheiße ist. Also folgen suchen wir auf dem großen Stadtplan und finden tatsächlich ein "Furniture-Center". Wir hocken im Südosten, jenes Center im Nordosten der Stadt, die knapp 8 Millionen Einwohner fasst. Trotzdem erreicht schaffen wir es mit einmal Umsteigen auf Anhieb. Einfach nur mal, um unser Chinesisch zu testen, fragen wir dennoch hunder Meter davor nach dem Weg. Es klappt.
Nun darf man sich ein hiesiges Möbelcenter nicht wie ein IKEA vorstellen. Vielmehr ist es eine Aneinanderreihung baureifer Behausungen, in denen sich auf kleinem Raum möglichst viele Möbelstücke tummeln. Vor diesen Bauten sitzt zumeist eine Frau, die des Englischen nicht mächtig ist. In der Gruppe sind wir aber stark und so schaffen wir es tatsächlich, zwei Sofas, einen tollen Fernsehtisch und zwei Matratzen (Gesamtmenge) für nur 2000 Yuan zu ergattern.
Zur Belohnung wird nochmal gegessen. Diesmal allerdings mehr schlecht als recht. Dann verirren wir und auf dem Weg zum (anderen) Walmart doch in einen Baumarkt, eigentlich auf der Suche nach Teppichen. Die gibt es nicht, also suchen wir die Toilette. Diese war auch ausgeschildert, die Schilder führen uns aber nur nach draußen und in das luxuriöse Hotel nebenan möchten wir uns nicht wagen. Bis dahin gehen uns die Mitarbeiter (von denen es dort zig mal so viele gibt, wie in einem deutschen Baumarkt) fein säuberlich aus dem Weg. Da Lukas und ich aber die Idee haben, unsere Drecksbehausung wohnlich zu machen indem wir die Wände streichen, suchen wir nochmal besagten Markt auf und gucken nach Farbe. Auf einmal waren wir die große Attraktion und zehn Damen kümmern sich um uns, inklusive einer am Telefon, die als Einzige des Englischen mächtig war, um mögliche Unklarheiten zu klären. Allerdings sind vielleicht auch nicht wir die Attraktion, sondern vielmehr die neue Farbmischanlage, die uns ein herrliches Rot und Grün zaubert.
Natürlich geht der Abend für's Putzen und Streichen drauf. Und einen Gang zum Supermarkt, in dem wir als Exoten nunmehr sehr bekannt sind. Man entschuldigt sich dafür, dass die Stelle, wo sonst unser Lieblingsbier (also das einzig trinkbare) lagert, aufgrund von Lieferschwierigkeiten leer ist. Zum Glück haben wir Reserven.

Tag 4: Gas, Wasser, Heizung, Telefon, Internet, Fotos
Wir haben noch immer kein Internet und Heißwasser und Gas. Dafür ist die Behausung halbwegs sauber, es fehlt noch der Feinschliff und eine Wand. Morgens geht es also mit dem Unibus und unserer Betreuerin nach einem obligatorischen Polizeibesuch in die Stadt. Die Hälfte von uns hat schon Passfotos für alle möglichen Behördengänge, der Rest noch nicht. Diese werden ohne Komplikationen schnell geschossen. Zweite besagte Hälfte hat ebenso noch keine Mobilfunktelefonkarte. Nach vielen Erklärungen und Feilschen um die Nummer fällt der Verkäuferin allerdings auf, dass nur zwei der vier benötigten SIM-Karten auf Vorrat liegen. Somit geht's zwecks Internet unvollrichteter Dinge auf den Campus. Allerdings auch umsonst, da uns erklärt wird, dass der Anschluss schon einst bestellt wird, man wüsste aber nicht wann und von wem und somit könnte man es nicht raussuchen. Zuhause würden sicherlich unsere Identifikationsnummern liegen. Na klar, in dem Chaos.
Damit diese Reise für mich also noch einen Sinn macht, wird kurzerhand noch die Uni besichtigt, in der wir in einem halben Jahr Vorlesungen haben. Und es gibt wieder hervorragendes Essen, da wir Jia, Arnes Freundin, dabei haben, die im Restaurant wieder das beste raussucht.
Nachmittags ist erstmals Sprachkurs, der ab heute vier Stunden täglich angesagt ist. Sechs Wochen lang. Es kann nicht schaden.
Abends: Letzte Streicharbeiten, Feinschliff bei den Säuberungsaktionen. Die Bude glänzt, riecht aber noch nach Farbe. Nach einem Gang (voller Scharm ob des Bedürfnisses nach Bier) zum Supermarkt wird noch ein Film geschaut, dann ab in die Heia.

Angekommen!

Ich bin in China. Endlich. Und nach vier Tagen konnten wir auch glücklicherweise eine Internetverbindung herstellen. Warmes Wasser und ne Heizung lässt allerdings noch auf sich warten.
Ich werde später mehr berichten, dies ist somit nur ein erstes Lebenszeichen.
Aber das hat ja auch was.

Dienstag, 24. Februar 2009

Abschied

Um es auch der Heimat gerecht zu machen, ist heute der gemeine Pöbel aufgefordert, sich in oeRques Geburtshaus einzufinden und eine gehörige Menge an Gerstensaft zu verköstigen.

Dienstag, 17. Februar 2009

Wehleidig

Mit ein wenig Wehmut bin ich gerade dabei, meine Sachen in meiner Studentenbutze zu packen. Sie werden zwar erst am Donnerstag abtransportiert, aber ich brauche die nächsten beiden Tage noch voll zum Lernen, damit in dieser Prüfungsphase wenigstens eine Wissensabfrage ein Lächeln auf mein gestresstes Gesicht zaubert. Denn irgendwas schienen die Profs dieses Semester an uns nicht gemocht zu haben, zumindest waren die Klausuren fast durchweg schwerer zu bearbeiten, als die der letzten Semester.
Aber natürlich sind nicht nur die Lehrkörper Schuld, auch ich habe momentan andere Dinge im Kopf, als mich mit Skripten hinzusetzen. Visum, Arztthermine, Erasmus-Parties (da jetzt jeder Erasmus-Student sich gezwungen sieht, eine eigene Abschiedsparty, selbst am Sonntag, zu zelebrieren) ... Und dafür läuft es dann eigentlich doch ganz gut.
Machen Sie es gut!

Dienstag, 10. Februar 2009

Weil ich's mir einfach nicht merken kann....

.... nutze ich diese Plattform mal kurz, um mir folgendes zu notieren:

Qualitätssicherung heißt auf Chinesisch: 质量保证

An den Brotdieb!

Du gehässiges, gemeines Wesen. Du undankbarer, krimineller Flegel. Du Naseweis, du Schelmenpack. Du erbarmungsloser Mensch ohne Herz!
Gib uns unser Brot zurück.
Es kann nicht sein, dass gutmütige Menschen, wie Jody, Max, Dirk und ich, Desnachts, derweil wir uns an unseren süßen Träumen laben, bestohlen werden von einem Bösewicht wie dir! Du nahmst uns nicht irgendeine belanglose Sache, sondern die wichtigste: Das Brot des Lebens!
Kannst du dir vorstellen, wie es ist, morgens hungrig aufzustehen, mit Schlaf in den Augen langsam unter die Dusche zu trotten, sich auf eine gesunde Mahlzeit zu freuen, die als Grundlage für einen harten Arbeitstag dient?
Natürlich kannst du dir das vorstellen.
Aber kannst du dir auch vorstellen, wie es dann ist, in die Küche zu marschieren, den Tee aufzusetzen, den Tisch liebevoll einzurichten und dann mit Entsetzen, das das Herz in die Hose sacken lässt, festzustellen, dass das von dir für gutes Geld gekaufte Energiepaket namens Brot aus deinem Schrank entwendet wurde? Und nicht nur aus deinem, sondern aus denen deiner Freunde ebenso? Freunde, die dir wichtig sind? Freunde, für die du nun größeres Mitleid als eigenen Hunger empfindest?
Nein, das kannst du nicht. Sonst wärst du zu dieser Wahnsinnstat nicht bereit.
Brotdieb, sofern du das liest:
Nimm es dir zu Herzen!

Samstag, 7. Februar 2009

Kein guter Freitag

Freitage sind normalerweise schön, der gestrige leider nicht.

Ärger um die Partyküche
Zum Leben im Wohnheim gehört, dass jeder nacheinander eine Woche lang den Küchendienst schmeißen muss. Zumindest das klappt bei uns öfters mal ganz gut, so werden die Kochplatten und manchmal sogar der Backofen von Festgebranntem zweimal vom Küchendienstleister befreit. Ein anderes Thema ist der Abwasch, da nehmen wir es nicht so genau, es bildet sich immer schnell ein großer Haufen, der aber zumindest dann verschwindet, wenn eine Party bevorsteht.
Nun kommen aber fast jede Woche noch zwei Damen, die den Küchendienst kontrollieren. Und sofern sie Mängel entdecken, wird ein Zettel geschrieben mit der Androhung, dass sie zwei Tage später wiederkämen, sollte sich nichts gebessert haben, würde eine Putzfirma engagiert und jeder Küchenbenutzer müsste dafür fünfzig Euronen blechen.
Diese Zettel werden nie ernst genommen, da die Beschwerden zumeist lächerlich sind (da die Herdplatten nach einmaliger Nutzung sowieso wieder dreckig sind und die Damen nunmal zur falschen Zeit kommen) und da sowieso nie die Nachkontrolle stattfindet.
Nicht so am gestrigen Freitag. Zur Frühstückszeit entdeckten Max und ich die Damen fast zu spät, konnten aber noch schnell den abzuwaschenden Haufen mit Handtüchern bedecken.
Ein kritischer Blick der Dame reichte, um die Ansage zu machen: "Sie können nächsten Monat mit einer Geldbuße rechnen!". Es kam nicht einmal ein "Guten Morgen." Frech.
Mal schauen, was passiert.

Psychologie psychisch nicht sehr wertvoll
Mittags galt es, die Psychologie-Prüfung zu schreiben. Thema war interessant, mit einer Probeklausur (sowie denen aus früheren Semestern) wurden wir nochmal heiß gemacht, da diese nun wirklich nicht schwer sein. Leider wurden dieses Mal für mich nur mehr oder weniger irrelevante Themen abgefragt. Eine gute Note werde ich nicht erzielt haben.

China scheint uns nicht zu wollen
Immer wieder Stress mit diesen Chinesen. Eigentlich wär mein Gesundheitszeugnis fast abgeschlossen, aber im Labor vergaß man, meine Blutgruppe zu ermitteln. Dafür dürfte ich eigentlich nochmal Geld berappen, jetzt gehen Dirko und ich aber lieber am Montag zum vergüteten Blutspenden. Und mein EKG muss noch gemacht werden, auch Montag.
Was dann noch aussteht, ist das Visum. Recherchiert haben wir, dass dafür nicht jeder selber hinfahren muss, sondern eine Person, beladen mit Reisepässen, Einladungen aus China, Vollmachten und HIV-Testen, vollkommen ausreicht, sofern er oder sie in den Öffnungszeiten zwischen 8h und 12h oder so in Frankfurt (!) aufkreuzt. Diese Infos hatten wir aus dem Internet, zur Sicherheit wollten wir nochmal anrufen, aber ans Telefon ging niemand. Egal, wird schon reichen.
Da Lukas keine Prüfung hatte, schickten wir also ihn los. Aber nur, um dann einen gefrusteten Anruf entgegenzunehmen, dass anscheinend doch ein ganzes Gesundheitszeugnis (das übrigens so spät wie möglich gemacht werden sollte) eingereicht werden sollte. Auf der Homepage der Visa-Macher sei es wohl "eine Fehlinformation".
Prima, jetzt haben wir nicht nur umsonst Spritkosten bezahlt, sondern dürfen auch noch nächste Woche zu den 90 Tacken 30 weitere berappen, da wir das ganze per Eilantrag abschließen müssen.
Natürlich habe ich unlängst eine Beschwerde-Mail geschickt. Allerdings im guten Ton, damit mir nicht noch weitere Steine in den Weg gelegt werden.

Druck

Von vielen Seiten darf ich mir desöfteren mal die Frage gefallen lassen, ob es sich denn lohnt, Druck zu studieren.
Natürlich tut es das! Man schaue sich nur mal um und betrachte, was so alles bedruckt wird.
Sollte all dies aber bald durch kleine Plasma-Bildschirme oder ähnliches ersetzt werden, weil neue Medien schließlich toll sind, so gibt es noch immer eine Marktlücke, in die ich flüchten könnte.
Ich danke Tobi für diesen Tipp:

Freitag, 6. Februar 2009

Prachtbube

Mein Brücderchen, der Prachtbube, hatte eben seinen Körper nicht unter Kontrolle.
Am ZOB furzte er so laut, dass sich alle in seiner Umgebung umgedreht haben.
Zuvor verspeiste er ein Zwiebelmett-Brötchen und trank einen Kaffee.
Im Bus wurde er von den meisten gemieden. Einer fragte jedoch, ob er draußen musizieren wollte. Der Prachtbube konnte verschwitzt und verständnislos nur die Gegenfrage stellen, ob 'Für Elise' nicht erkannt wurde.
Mein Bruder ist ein wahrlicher Prachtbube.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Lerntipps, powerd by oeRque

In meiner momentanen Prüfungsphase habe ich so einige Tipps zum Lernen entworfen. Da ich aber noch keine Ergebnisse meiner letzten Prüfungen habe, kann ich nicht bestätigen, ob sie wirklich helfen.

1. Einzig erlaubte Musik ist Klassik. Und nicht irgendeine, nein, nur die, die Jody empfohlen hat. Folgendes ist zu beachten:
a) Hört nicht über Computer, der gehört aus. Hört über iPod.
b) Habt ihr keinen iPod -> Bildschirmschoner mit Lernaufforderung auf eine Minute einstellen.
2. Trinkt Tee. Aber hier sind zweierlei Dinge zu beachten:
a) Füllt euch eine Kanne ab, dann müsst ihr nicht so oft Wasser kochen.
b) Füllt euren Becher nur zur Hälfte. Der Tee ist immer heiß und wird langsamer leer.
3. Bastelt euch ein schlaues Büchlein, in das ihr das zuvor Gelernte resümiert.
4. Abwechslung muss sein. Gönnt euch abends ein Bier, wahlweise zwei. Am besten geht ihr dazu zum nahegelegenen Bierautomaten, dann schnappt ihr noch ein bisschen frische Luft.
5. Esst euch nicht zu satt, das raubt euch Blut aus dem Gehirn und macht träge.

Montag, 2. Februar 2009

Letzte Events in Stuttgart

Zum letzten Wochenende fanden meine letzten beiden großen Events in Stuttgart auf dem Programm.
Am Donnerstag fand die allsemestrige Media Night auf dem Programm, bei der sämtliche Studiengänge von Druck über Informatik bishin zu den audiovisuellen Medien ihre Projekte vorstellen.
Highlights waren neben Dirks Projekt die Filmproduktionen, die teilweise in 3D waren.

Am Freitag feierte ich in meinen Geburtstag rein. Die Party war sehr gut, zumindest zu den Zeiten, an die ich mich erinnern darf. Gekommen sind neben Torben, Mona und Melanie aus dem hohen Norden, Onkel Holger aus dem Süden auch und meinen Mitbewohnern und Kommilitonen noch viele Leute, die ich eigentlich gar nicht kannte, was aber ja nicht schlimm ist, weil man sie ja kennenlernen kann. Dafür blieben leider viele Erasmus-Leute aus, allerdings mussten die sich auch zwischen ein paar Feiern entscheiden.
Die Etage war also zu den besten Zeiten sehr voll, die Stimmung war gut.
Neben den sieben Blechen Pizza, die wir vorbereitet hatten, gingen noch meine sechs gestellten Kästen Bier plus sämtliche Mitbringsel der Gäste weg und ich darf mich jetzt Pfandmillionär nennen.
Zum weiteren Verlauf des Abends kann ich nicht so viel sagen, da ich noch dabei bin, ihn stückweise vom Hörensagen zu rekonstruieren. Meine Standard-Frage war in den letzten Tagen: "Wie, der war also auch da? Nicht gesehen."
Normal lass ich es ja immer sachte angehen mit dem Alkohol, aber dieses Mal konnte ich mich nicht dagegen wehren, da man als Gastgeber immer ein potenzieller Mittrinker bei den Schnapsrunden ist und oft herzitiert wird. Und wenn man trinkt, kann man nichts essen. Ein Dilemma!
Neben drei Flaschen und zwei Gläsern ging am Abend nix kaputt, es gab keine Schlägereien und es wurde nichts geklaut. Studenten sind also, selbst im Suff, sehr anständige Menschen.
Lediglich der Boden und die Örtlichkeiten auf unserer Etage waren sehr schmutzig. Und trotzdem wir am Samstag schon einmal gewischt hatten, ließ es sich die Putzfrau nicht nehmen, am heutigen Morgen noch zwei Stunden damit zu verbringen, abermals zu wischen und zu putzen. Wir bedankten uns mit zwei Flaschen Wein und einer Tafel Schokolade und hoffen, dass sie uns nicht allzu böse ist.

Fazit des Abends:
- sehr lustig
- meine Schwester schaffte es mal wieder, den Badensern den Kopf zu verdrehen

Montag, 26. Januar 2009

Die Tage sind gezählt...

... in genau einem Monat geht es nach Schina. Zur Feier des heutigen Tages wurde auch gleich die mündliche Prüfung in oben genannter Landessprache durchgeführt.
Ich bin ganz froh, dass ich momentan so viel Stress hab, dass ich gar nicht wirklich über das kommende Jahr nachdenken kann und somit auch keine Panik oder ähnliches bekomme. Allerdings muss ich sagen, dass ich hier in Stuttgart wahrscheinlich nie so viel Spaß hatte, wie im letzten Semester.
Aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.
Drum wird Freitag nochmal gefeiert, es reisen sogar Gäste mit Rang und Namen von sehr weit weg an; mein Bruder und meine Schwester werden sich die Blöße geben und auch mein Onkel ist am Start.
Ich freu mich.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Scheiße!

- ich habe zum dritten Mal in diesem Monat nicht beim Poker gewonnen.
- ich habe den ganzen Tag von früh dunkel bis spät dunkel etwas zu tun.
- es stehen neben normalen Vorlesungen nächste Woche zwei Prüfungen und zwei Vorträge an
- die China-Visums-Scheiße kotzt mich an
- ich musste heute früh aufstehen um einen Arztbesuch wahrzunehmen
- laut Internet hockte der Arzt um die Ecke, hat sich aber irgendwann gedacht, doch weiter wegzuziehen
- mein auf 7h30 gelegter Termin wurde so um eine halbe Stunde verschoben
- meine Ärztin war genauso planlos wie ich und googlete einfach, was für Impfungen ich brauche
- die kosten mich ein halbes Vermögen
- beim Röntgenbild der Lunge wollte sie nicht schummeln, obwohl ich mir größte Mühe gab, eine Lungenentzündung oder Tuberkulose vorzutäuschen
- Jody kommt nicht auf meine Geburtstagsparty
- Alicia ebensowenig

Das ist doch alles eine große Scheiße!

Ich geh schlafen.

Montag, 19. Januar 2009

Freitag, 9. Januar 2009

Zeit für... Musik!

Peter Fox vs. The Ting Tings - Mashup




Mashup Germany - Top of the Pops 2008


Ich verklag die Hochschule!

Die letzten beiden Tage bin ich fünfmal zur Hochschule hin- und zurückgelaufen. Und davon nur einmal erfolgreich, um eine Prüfung zu schreiben. Ansonsten sind meine Vorlesungen ausgefallen. Und jetzt guckt mal nach draußen; da geht man doch nicht einfach so auf die Straße.
Die Hochschule hat es also geschafft; Heute konnte ich nicht hingehen, oeRque ist furchtbar krank. oeRque kann sich kaum vorstellen, dass es jemandem momentan schlechter gehen kann, als ihm.
Ich kann hiermit sagen, dass es verdammt unangenehm ist, wenn in den wegen des Fiebers schmerzenden Gliedmaßen auch noch ein Muskelkater vom Lacrosse steckt.
Für die unbändigen Qualen, die ich jetzt durchleben muss, wäre eine Klage gegen die Hochschule angebracht.
Pfui!

Montag, 5. Januar 2009

aus Braun mach Grün

... dazu nehme man ein Brot und verlasse danach für zwei Wochen das Haus.
Kurz gesagt; ich bin zurück in Stuttgart und zurück an meinem Computer. Zeit, das letzte Jahr und die letzten Tage mal Revue passieren zu lassen.

Januar:
oeRque feiert die ersten Tage zuhause, macht sich beim Fußball das Knie kaputt. Sagt der Stuttgarter Arzt. Der Bremer Profi sagt; Papperlapapp, junger Mann, warten Sie mal ein paar Wochen, bilden Sie Muskulatur und Zack; da ist nix. Er sollte Recht behalten.

Februar:
Prüfung über Prüfung gemeistert. Anschließend ab zum Dirkle nach London.

März:
Verfrüht aus den Ferien zurück nach Stuttgart. Gute Wahl. Der Beginn oeRques Erscheinen auf Erasmus-Partys wo er als Exot geliebt und geschätzt wurde.

April:
War da was? Bestimmt Kükenfest. Und sonst? Erstes Handy des Jahres zerschrottet, im Klo der Verwandtschaft.

Mai:
Frankreich-Austausch. Zweites Handy des Jahres geschrottet, durch einen Schlag im Suff. Resultat: drei geduldig wartende Mitfahrer konnten in Paris nicht aufgesucht werden. Ihre Mitteilungen auf der Mailbox sprachen Bände.

Juni:
DRUPA in Düsseldorf, Beginn der EM, Grillen auf dem Dach, Sommerfeste der Wohnheime.

Juli:
Prüfungsphase. Bis auf eine alle bestanden. Anschließend ein legendärer Freiburg-Besuch. Danach noch ein paar Wochen Stuttgart aus reiner Lust und Laune.

August:
Trotz gutem Wetters den ganzen Tag am geliehenen TV-Gerät gehangen und Olympia geschaut. Bis UlfUlf nach Hause kam. Dann den Barbie-Roller gebaut. Anschließend Besuch beim Buben in Flensburg, am Ende des Monats noch die Hochzeit der ehrenwerten Mutter mit Pappchen gefeiert.

September:
Spontaner 'Kurzurlaub'. Bremen-Venedig-Brüssel-Prag-Brüssel-Stuttgart. Fazit: Sogar, bzw. gerade günstiges Bier und Billigflüge können in der Summe sehr teuer enden. Anschließend verfrühtes Erscheinen in Stuttgart. Erasmus-Partys. Yeah-Baby.
Achja: Werder siegt in der Allianz-Arena 5:2. oeRque war dabei.

Oktober:
Neubildung der Partyküchenbelegschaft. Die bisher aktivste der Partyküchenbelegschaft. Allerdings wurde in diesem Monat die Küche wegen des Cannstatter Wasens und der Entdeckung einiger Clubs in der Stadt noch nicht so zu schätzen gewusst. Kurzer Heimatbesuch zwecks Firmenfeier und Freimarkt-Besuch.

November:
Pfalz-Besuch und Weinprobe mit der Familie. Anschließend viel studiert. Klar. Glühwein-Party in der Küche in Winterkleidung bei geöffneten Fenstern.

Dezember:
oeRque und Kubi fahren nach Karlsruhe. Der Weihnachtsbaum wird gefällt. Und geschmückt. Torben, Kubicek, Freunde vom Dirk; alle erweisen uns die Ehre und kommen zu Besuch. Willkommen im Arsch!

Weihnachten:
Verbracht erst bei der Mutter, zwei Tage, dann beim Vater, bis zuletzt. Sehr besinnliche Zeit. Wenn man denn zur Besinnung kam. Fabulöse Geschenke und leckeres Essen verspeist. Bier und Wein ebenfalls kostenlos.
Silvester waren erst große Pläne bzgl. großer Reisen meinerseits geschmiedet: Zum Dirkle, nach Freiburg oder doch Dänemark? Es wurde Hamburg mit Torben bei Toni dem seine Mudda. Nach gutem Raclette zu dem Cola-Korn serviert wurde ging es auf die Reeperbahn. Alle schafften es bis halb neun wieder zu Toni seiner Mudda bis auf Torben. Er weigerte sich, aufzuwachen und wehrte sich. Ich erreichte ihn via Mobilfunktelefon, als er beim Bahnhof war. Ein wenig säuerlich gönnte er sich ein Herrengedeck im dortigen 'Zapfhahn' und kam 90 Minuten später doch noch an. Das ist mein Bube.
Und jetzt: Lernen, lernen, pupernen. Würde der Kubicek heute nicht schon wieder auf der Matte stehen.

In diesem Sinne: Allen ein frohes neues Jahr.

Freitag, 19. Dezember 2008

Die Partyküche geht nochmal steil...

... für die letzten Male dieses Jahr und eines der letzten Male überhaupt (bald stehen Prüfungen an).
Dazu hat sich extra mein Bruder eingefunden und auch Jakob lässt es sich nicht nehmen, vor dem Heimatbesuch uns abermals zu beehren.
Gestern haben wir Pizza gemacht, fünf Bleche. Was für's Wochenende reichen sollte, ist bereits gestern geleert worden.
Anschließend ging es zur Schräglage, die uns aber nicht mehr reinließ. Anscheinend wegen Überfüllung. 350 von 200 erlaubten waren vor uns da, und der Türsteher gab uns folgende Rechnung: Wenn 100 Leute rauskommen, käme einer von uns rein. Wir waren fünf. Es hätten also 500 Leute rausgehen müssen für unser Glück. Also stünden wir nachher mit einer Minusanzahl an Personen im Laden und so lange wollten wir nicht warten. Wir sind also nur mit dem Shuttlebus, der Bier verkaufte, gefahren, zwei Runden.
Das machte uns sehr viel Spaß.
Jakob dürfte gleich ankommen, mein Bruder versprach, ihn mit Blumen und Bier zu empfangen, leider hat er verschlafen.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Seltener Besuch: Die Polizei

Am gestrigen Samstag durften wir uns erstmals als Verbrecher bezeichnen, bzw. als polizeilich Gesuchte.
Max hatte seine erste Prüfung im Studium geschrieben, Mathe, am Samstag. Natürlich musste dies gefeiert werden und so wurden Dirk und ich um elf Uhr geweckt (nachdem ich vorher bis sechs Uhr Jodys Geburtstag gefeiert habe - er hat Dienstag). Es galt, ein Bier zu trinken und dann eigentlich weiter zu schlafen. Natürlich war der zweite Gedanke Bullshit, da gefühlt der halbe Campus die Prüfung hinter sich hatte und somit zwei Küchen über unserer auch mit Glühwein gefeiert wurde. Dort frühstückten wir eine Pizza und fröhnten unser Dasein als freie Menschen. Zur Abkühlung ging es zwischendurch auf's Dach, auf dem noch genug Schnee lag. Unten am Hang tobten die Kinder, kreischend, schreiend, lachend, weinend. Zwischendrin waren ein paar Väter. Und Mütter. Natürlich konnten wir dem kindlichen Trieb nicht widerstehen, und so ließen zehn junge Männer Schnee zu Bällen geformt vom Dach fallen. Ein Riesenspaß. Nicht jedoch für einen Vater. Dieser kam, als alle, bis auf einer schon wieder in der Küche saßen, auf's Dach und würgte den einzig dort verbleibenden Knaben. Dieser kam anschließend sichtlich schockiert in die Küche und erzählte, was ihm wiederfahren war.
Aus dem Fenster hinaus konnten wir ihn sehen und fragten, was denn los sei. Er würde die Polizei rufen, wenn es noch einmal passiert. Natürlich hatten wir nichts mehr vor. Auf den Satz 'ist doch nur Schnee' reagierte er allerdings so allergisch, dass er die magischen drei Tasten seines Mobilfunktelefons betätigte und davon ging. 'Der blöfft', waren wir uns sicher. Als Dirk und ich dann allerdings kurz in meinem Zimmer waren, sahen wir zwei Beamte in Uniform an meinem Fenster vorbeihuschen.
Natürlich taten wir das, was echte Männer tun. Wir setzten uns auf meinen Boden, verschlossen die Türen und gaben keinen Mucks von uns. Die von oben haben die Gesetzeshüter zum Glück auch frühzeitig gesehen, sodass letztgenannte lediglich eine verwaiste Küche vorfanden. Und da lediglich Unschuldige auf das Klopfen an den Türen reagierten, mussten sie unverrichteter Dinge das Haus wieder räumen.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Rodeln ist nur etwas für echte Kerle...

... deshalb hat Dirk es auch aufgegeben, wegen 'Hand'.
Erst gestern musste ich das Zitat meines Titels wieder am eigenen Körper erleben.
Voraussetzungen waren folgende:
Ca. 20 cm Neuschnee, ein erfolgreiches Lacrosse-Training trotz 'Schulter', zwei Glühwein beim Winterglühen im Allmandring II (hinter unserem Haus), der nötige Mut und genug Material zum Rodeln.
Zack, ging es ab 1 Uhr nachts an besagten Hang, an dem ich schon Schlüssel (erfolgreich) und Kamera (nicht erfolgreich) versenkte, bewaffnet mit Wok, Auflaufform, Tüten, bedrucktem Papier und einem Mensa-Tablett.
Wok ist seitdem nicht mehr aktuell, der bremst zu viel. Auflaufform verhält sich ähnlich. Man braucht für beides wohl anderen Schnee. Tüte ist gut. Mensa-Tablett ebenso.
Auf letztem machte ich meinen letzten Ritt, einen anderen Weg, an Bäumen endend. Ich nahm schnell sehr viel Fahrt auf, fühlte mich großartig, bis ich auf eine ungeahnte Schwelle, eine Schanze, zusteuerte. Diese schleuderte mich in die Luft. Ich drehte mich. Das Tablett zerborste unter meinem beachtlichen Gesäß. Mit einem Knall erreichte ich wieder den Erdboden. Aus den Augenwinkel sah ich nur noch die Bäume näher kommen und merkte; ich muss bremsen. Zack! Mit dem Gesicht voran bohrte ich mich in den Schnee. Ich schaffte es, vor den Wurzeln zu stehen zu kommen, der Preis dafür war eine schmerzende Nase und eine aufgeschlitzte Lippe.
Heute sah ich sehr gut aus, mein Mund besaß die Form eines Schnabels. Natürlich gab ich erst mit einer Schlägerei an, um dann mit der viel härteren Wahrheit auszupacken.
Man nennt mich nur noch 'Insane oeRque'.
Und ja, heute war ich wieder am Hang anzutreffen.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Pimp my Partyküche vol. II

Pünktlich zur Jahreszeit haben die Partyküchen-Mitglieder es geschafft, ihren Raum für Speisen, Getränke und tolle Meetings abermals aufzuwerten.
Samstagnacht zogen bereits Jody, Max und dessen Bruder los, um vom 'Weihnachtsbaumhändler' ein geeignetes Geäst zu besorgen. Ich schlief bereits, durfte aber am Morgen drauf als erster die mit Bierdosen geschmückte Tanne begutachten.
Das Ding nahm allerdings leider den halben Raum in Anspruch, fortan musste in Etappen gegessen werden, bis wir heute einfach alles umräumten, an den Zweigen etwas rumschnibbelten und anschließend das ganze weiter schmückten, allen voran mit abermals Bierdosen (leider in schwarz), den Bügeln von den Flensburger-Flaschen, Watte, irgendwelchem Kitsch aus den Zimmern und selbstgebastelten Sternen, Sternschnuppen und Herzen aus Pappe und Plastik. Zudem wurden zwei der sechs Lampen mit roten Plastiktüten bedeckt (bessere, als zur GLühweinsession), was für ein wunderbares puffiges Licht sorgt.
Zur Veranschaulichung habe ich es mit ein paar Fotos probiert, aber meine alte Kamera bringt es nicht mehr so. Der Baum sieht viel hässlicher aus, als er ist, und das Porträt unserer Küche von außen im Vergleich zu den anderen ist leicht verwischt.
Bitte verzeiht mir jenes.


Mittwoch, 3. Dezember 2008

oeRque will Mitleid...

... denn oeRque hat Schulter. Gezerrt nämlich.
Und dies passierte so: oeRque hat einst im Sommer unwissend einen Barbie-Roller ohne Lenker aus der Stadt mitgehen lassen und ihn anschließend gepimpt. Leider verlebte dieser Roller bisher ein armseeliges Leben im begehbaren Kleiderschrank, bis er bei der letzten Aufräum-Aktion der Partyküche vermacht wurde. Dort trifft er stets auf die pure Begeisterung der Partyküchler und wird auch für kürzeste Wege oder kleine Spritztouren um den Herd genutzt.
Während der erwähnten Eskalation am letzten Wochenende habe ich mir irgendwann gedacht; dieser Roller hat eine weitere Ausfahrt verdient. Mit den Worten; 'Jungs, ich dreh jetzt mal ne Runde', machte ich mich nach draußen und fuhr ein bisschen herum. Es machte riesigen Spaß, doch irgendwann suchte ich eine neue Herausforderung und fand diese am steilen Weg an meinem Fenster vorbei zur Tür. Bremsen wurde vollkommen überbewertet, zu viel Adrenalin. Bremsen brauchte ich auch nicht, das machte das Gitter-Rost am Ende des Weges, das das Vorderrad einklemmte und oeRque über den aufgesetzten Rennrad-Lenker schleuderte, welcher kontrolliert unkontrolliert mit der Schulter voran auf die Pflaster-Steine knallte.
Der Arme.

Sonntag, 30. November 2008

Die Partyküche sagt: Willkommen im Arsch

Es fing mal wieder alles mit einer glorreichen Idee an;
Der Abend soll mit einem gemütlichen Glühwein-Trinken beginnen, dazu gibt es Pizza. Um das ganze in einer angemessenen Atmosphäre zu bewältigen, zieht man sich Jacke, Schal und Mütze, wahlweise auch Handschuhe an und öffnet sämtliche Fenster. Die Lampen werden mit roten Tüten abgedeckt, um ein Puff-Licht zu erzeugen. Aus der Anlage läuft via iPod Weihnachtsmusik. Laut.
Wie vielseitig doch unsere Partyküche ist!
So viel zum Plan. Zur Durchführung und zum Ende des Ganzen möchte ich mich nicht äußern. Noch nicht.


Donnerstag, 27. November 2008

Pimp my Partyküche

Am Freitag und Samstag waren wir sehr kreativ; wir malten einfach mal Bilder.Diese hängen nun in der Partyküche und sollen euch natürlich nicht vorenthalten werden!
Et voilá:




Montag, 24. November 2008

Glück und Unglück gehen Hand in Hand

Die letzten Tage sind bei mir ein Wechselbad der Gefühle;
Fühle ich mich erst beim Rodeln sehr gut und habe Spaß, merke ich sogleich, dass mein Schlüssel verloren gegangen ist. Das Gute hieran war, dass ich bei Dirk auf der Gästematratze schlafen durfte und sogar endlich mal wieder TV zum Einschlafen hatte. Viel zu früh wachte ich dann wieder auf, traf aber sogleich die Hausmeister, die mir schnell helfen konnten. Dies kostete aber wiederum 100 Euro (die ich jedoch wiederbekomme, sollte ich den Schlüssel wiederfinden). Recht 'pünktlich konnte ich also zu meiner Vorlesung gehen, nur um zu erfahren, dass diese heute ausfällt. Zumindest war dann noch ein Frühstück drin. Darauf folgten vier Vorlesungsblöcke Chinesisch, zwischendrin ein kleines Mittagessen (ich musste die kleine Portion nehmen, da ich heute schon zu viel ausgeben musste). Auch machte ich noch einen HiWi-Job klar, den ich wohl Donnerstag antreten werde. Nachdem ich mir beim Abendessen schön ein Messer durch den Daumen rammte (der gefrorene Spinatblock gab nicht nach, dafür aber mein zartes Fleisch), folgte das Höchste aller Glücksgefühle;
Der neue Partyküchler der Woche heißt:

Mirko

Ich hoffe, ich wurde nicht nur aus Mitleid gewählt.
Zur Feier des Tages schauten wir, der Weihnachtszeit wegen, 'Kevin allein zu Haus' auf dem Beamer. Allerdings auch das nur, weil es heute nicht 'Die Simpsons' zur PrimeTime gab.
Weitere frohe Kunde; es hat getaut, morgen finde ich bestimmt meinen Schlüssel.

Meine Lieben, die ihr euch um mich sorgt

Als hätten wir dieses Wochenende nicht schon genug Zeit miteinander verbracht, so habe ich die einmalige Gelegenheit, eine Nacht mit und bei Dirk zu verbringen.
Ja, es ist wahr, ich werde seine Gästematratze in Anspruch nehmen.
Warum, fragt ihr euch jetzt?
Die Antwort liegt auf der Hand (bzw. im Schnee); Ich bin dumm!
Dirk sagt, ich soll nicht so hart zu mir sein, aber es ist doch wahr.
Ich war heute für fünf Sekunden sehr unbedacht. Ich Depp. Ich klingelte alle Mitbewohner raus, um Wok zu fahren. Um es in meiner Tasche bequemer zu haben, nahm ich meinen Schlüssel vom Bund und steckte ihn in die Jogginghose. Der Reißverschluss muss geschlossen sein, sagte ich mir fünfmal.
Zack! Nach der ersten Rodelpartie hinterm Haus deuchtete es mir; Zack! Schlüssel weg. Ein Euro für Max ebenso. Die blöden Chinesen, die Stühle zerstörten um ebenfalls geeignete fahrbare Untersätze zu haben, fanden nur ein Handy.
Ich bin heute der traurigste Mensch auf Erden.
Plus eins! Dirk hat sich an der Hand verletzt.
Aua, es tut echt weh.
Zur Beruhigung trinken wir köstlichsten Kartoffelschnaps von hinterm Eisernen Vorhang. Reingelegt, Smirnoff wird in Italy hergestellt. Und gleichzeitig in London.
Verrücktes Europa!
Schade, dass ein so fantastisches Wochenende so endet.
Und alles nur, weil ich dumm bin.

Ps.: Dirk hat nichts diktiert. Und ich in Klammern Mirko bin Schuld an der Misere, aber ich freue mich schon auf diejenigen Tage, welche.

Gute Nacht.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge (das sind zwei) verabschiede ich mich aus dem Zimmer von nebenan. Sobald ich einen Weg in mein eigenes Gemach wiedergefunden habe, melde ich mich abermals.

Ich.

hund schnee

Freitag, 21. November 2008

Warum...

... zum Henker liegt auf dem Weg in mein Zimmer immer die Partyküche gefüllt mit Menschen, Schnaps und Heiterkeit?
Und warum besitzt sie eine so große Anziehungskraft?

Mittwoch, 19. November 2008

"Guck mal, Mirko...

... da ist dein Bruder! Auch ein Fischkopf!" (Zitat: Denis). Ich habe herzhaft gelacht.

Montag, 17. November 2008

Wer ist der Neue von Sarah Connor?

Und was sagen ihre Kinder dazu?
Ist es Diego, Bremens toller Spielmacher, oder doch eher ihr Manager?
Und wie verkraftet Marc Terenzi die Trennung?

Das sind Fragen, die mich heute morgen bewegen.

Montag morgens beim Frisör

Ich kann allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs nur davon abraten, am Montag morgens kurz nach Ladeneröffnung einen Frisör aufzusuchen.
So bereute ich es, nachdem ich in aller Herrgottsfrühe erwachte, schon beim Betreten des Ladens. Die pure Müdigkeit in Form eines Menschen erwartete mich dort. Die Frisörin tat so, als ob sie telefonierte, dabei blieben ihre Augen jedoch geschlossen. Dennoch vernahm sie mich und ich wurde mit einem Augenverdrehen begrüßt. Mit ein paar Worten wurde ich allerdings gleich auf den Stuhl gebeten. Froh war ich zunächst, als sie fragte, ob das auch mit der Maschine geschnitten werden kann (mit der Schere kann man viel mehr falsch machen!). Jo, die Seiten. Unter 'die Seiten' verstand sie allerdings nur die ersten drei Zentimeter vom Haaransatz nach oben, der Rest wurde in provokativer Langsamkeit doch mit der Schere erledigt.
Als eine nächste Kundin (die einzige nach mir und einer, die unter so ner Trockenhaube saß) den Laden betrat, wurde sie fast schon wieder ausgeladen, da eine Wartezeit von einer 'halben bis dreiviertel Stunde' angesichts der wenigen Klienten sehr übertrieben schien. Die Dame hoffte aber, dass es vielleicht schneller geht und setzte sich erstmal, was meine Dienstleisterin noch mehr dazu anstachelte, langsamer zu sein, damit am Ende sie Recht behielt, was die Zeit betraf.
Fazit: Nach einer halben Stunde in ständiger Angst ob einiger Experimente an meinem Schopfe konnte ich die Bude verlassen, ohne das obligatorische 'darf's noch ein bisschen Gel sein' (wo erst eine halbe Tube teuersten Gels in die Hände geklatscht, übertrieben verrieben um dann minimalst ein paar einzelne Haare zu touchieren, jedoch maximalst beim Händeschütteln an einem weitergegeben zu werden - beim anderen, teuren Frisör nehmen sie übrigens mittlerweile 2 Euronen für den Service, was angesichts des Gelverschleißes irgendwann mal Zeit wurde), dafür aber mit umso mehr losen Haaren in Gesicht und Nacken.
Zum Glück habe ich die Chance, mit meinem Gel das ganze Tag für Tag zu retten, bzw. zu kaschieren.

Montag, 10. November 2008

Partyküchler des Monats Oktober / November

Ich möchte nun erstmals auf dieser Seite den Partyküchler, also meinen Mitbewohner des Monats zu kühren.
Es war ein hartes Kopf an Kopf-Rennen, doch letztendlich hat sich einer durchgesetzt:

JODY

besser bekannt als unser 'geigespielender Franzose'. Nicht nur, dass er uns das ein um das andere Mal den Abend mit tollen Klängen aus seiner Geige versüßt, war ausschlaggebend. Viel mehr, dass, ihm sei Dank, das ganze noch dauerhaft mit romantischem Licht unterstützt wird. Er war es nämlich, der unsere Dunstabzugshaube, die alle 15 Minuten wieder eingeschaltet werden müsste, zu knacken, und das Zeitlimit auf 4 Stunden heraufsetzte. Jetzt können 'wir die ganze Nacht das Licht anhaben' (O-Ton Dirk).
Das Highlight war allerdings, dass er den Hausmeister einst dabei beobachtete, wie dieser an der Zeitschaltuhr der Bierautomaten hantierte. Diese Bierautomaten sind nämlich ab Mitternacht wegen 'Lärmbelästigung' ausgeschaltet.
Kurzerhand sind wir letzte Nacht bewaffnet mit Stuhl und Werkzeugkasten in den Waschkeller geschlichen und haben die Zeitschaltuhr umgestellt.

Aber psst!

Ich hoffe, Jody freut sich über diese Auszeichnung und dass diese seine Julia noch stolzer macht.

Einen verdienten zweiten Platz genießt Dirk, der am häufigsten die ganze Küche saubergemacht hat und auch die Putzfrauen dadurch unterstützt, dass er die Stühle hochstellt, damit sie auch sämtliche Kronkorken unterm Tisch erreichen.
Danke dafür. Kopf hoch. Im nächsten Monat bist du dran. Vielleicht.