Dienstag, 17. März 2009

Tag 19: Shopping

Nach dem Mittagessen, was wegen der Gemütlichekeit in letzter Zeit immer mehr aus wahlweise Mensa oder Chickenburger plus Nudelsuppe aus dem Supermarkt (in dem wir wahrscheinlich die besten Kunden sind) besteht, soll es mal wieder kurz in die Stadt gehen. Eigentlich brauchen Denis und ich nur ein Mobilfunktelefon, mit dem per SMS auch chinesische Zeichen versenden kann und wegen des anhaltenden Traumwetters und der versagenden Waschmaschine noch das ein oder andere T-Shirt. Da wir jenes während des Unterrichts bereden, bekommen die anderen Herren nur etwas von Einkaufen mit, von dem sie nicht abgeneigt sind und schwupps sind wir eine große Gruppe auf Shopping-Tour. Da wir oft schon mit dem Bus drübergefahren sind, steht das Ziel, die große Oststraße (kurze Erklärung: in Xi'ans Innenstadt gibt es eine große rechteckige Stadtmauer und aus der Mitte einer jeden Mauerkante entspringt eine große Straße, also insgesamt vier, die ein Kreuz bilden in deren Mitte sich der große Glockenturm (wer ihn nicht kennt -> nachlesen (oh weh, jetzt benutze ich eine Klammer in der Klammer in der Klammer...)) und die Straßen sind, weil man so einfallsreich ist, einfach nach der jeweiligen Himmelsrichtung benannt, in der sie vom Glockenturm aus liegen. Irgendwie ist diese Erklärung doch nicht so kurz...), bereits fest.
In dieser sammeln sich aufgrund der Lage fast ausschließlich die großen Markennamen an, so gibt es allein je fünf Adidas und Nike-Stores und ähnliches. Eigentlich recht schnell finde ich was zum Anziehen und eine Sonnenbrille, allerdings kommen Luke und Philipp auf den glorreichen Einfall, dass sie noch Schuhe gebrauchen könnten. Leider wird man mit ihrer Schuhgröße, 45 bzw. 46 hier als fehlgebildet oder so eingestuft, denn ab 44 enden die Größen. Eigentlich frage ich mich, warum erst ab da, denn die 4 steht hier eigentlich für den Tod (hört sich so ähnlich an) und zweimal das ganze... allerdings mögen sich negativ (=Tod) und negativ ja einfach aufheben. Das mit der 4 geht sogar soweit, dass man uns beim Stärkungsmal im Dico's nicht viermal das gleiche Menu geben will, aber gut, ich schweife ab.
Wir suchen also in fast jedem Laden nach geeigneter Fußbekleidung, stets ohne Erfolg. Und wenn ich jeden sage, meine ich auch jeden. Auch, wenn jedes zweite Geschäft Schuhe im Sortiment hat.
Um sieben stellen wir also fest, dass wir die Straße immer noch nicht ganz geschafft haben, geben es aber auf. Im Buchladen kaufe ich noch einen handlichen Wörterbuch-Computer und, aus schlechtem Gewissen meiner Branche gegenüber, noch ein Handwörterbuch aus bedrucktem Papier. Und ein Handy, ein recht schlichtes, finden wir auch. Und was findet der Lukas? Der Lukas findet nichts. Und läuft trotzdem die ganzen fünf Stunden mit uns mit.
Abends statten wir dem Tischtennis-Feld mit Schlägern bewaffnet einen Besuch ab. Jojo nimmt stellvertretend öfters mal das Kompliment auf, dass wir handsome und sowas sind (很帅, auf Chinesisch), aber ich bleibe schüchtern, klar. Dennoch lassen wir ein paar Damenherzen höher schlagen, indem Denis und ich Partnertausch machen. Also rein tischtennistechnisch.
Jeden Tag eine gute Tat!

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