Sonntag, 22. März 2009

Tag 23: 很帅

Endlich darf nach zwei Wochen mal wieder ausgeschlafen werden. Eigentlich eine Wohltat, aber das mit dem langen Schlaf habe ich nicht mehr so drauf, sieben Stunden langen. Irgendwie.
Es ist noch keiner um elf Uhr wach und so bereite ich das Frühstück vor. Jenes wird etwas ausgedehnter und so stellen wir um drei fest, dass erstmal um viere Fußball-Training stattfindet und eigentlich noch die Bude geputzt werden müsste, da abends ja die Party steigt.
In Rekordzeit wird also die Küche ausgemistet, sortiert und gründlichst gesäubert, der Rest der Wohnung wird auch erledigt. Dann Fußball. Soll eigentlich nicht so lange dauern und nicht so hart sein, da morgen, am Sonntag, ja noch ein Spiel stattfinden soll.
Denkste. Nach dem einstündigen Training folgt noch ein komplettes Spiel (da der Kader 23 Köpfe groß ist, geht das ganz gut). Wir lernen dabei unseren Coach kennen. Ich glaube, dieser muss unbedingt seine Autorität unter Beweis stellen und mäkelt bei jeder Übung wegen jeder Kleinigkeit an uns Deutschen rum. Denn schlecht sind wir eigentlich nicht.
Das Training endet also gegen sieben. Dumm nur, dass wir abhängig vom Wochentag den Beginn der Feierlichkeit variierten, von 21 auf 18 auf 19 Uhr, und somit die ersten Damen schon um sechse vor verschlossenen Türen stehen, aber so schlau sind und sich denken, dass sie mal am Sportplatz nachgucken können.
Der Abend verläuft feucht fröhlich. Es kommen hauptsächlich Chinesinnen. Klar, es gibt ja auch Deutsche zum Anfassen. Gegen elf kommt mal ein Nachbar nach oben und bittet, etwas leiser zu sein. Da dies nicht unbedingt unser angestrebtes Ziel ist, nutzen wir unseren Luxus und verlagern das ganze nach oben zu Hanna und Nadine in die Wohnung. Das hat nicht nur den Vorteil, dass kein Nachbar mehr kommt, sondern auch, dass es nicht unser Bad ist, das mit Pizza-Resten aus dem Bäuchlein eines Gastes gesprenkelt wird.
Trotzdem die Wohnheime eigentlich um halb zwölf die Pforten schließen, bleiben noch erfreulich viele bis nach Mitternacht bei uns. Sie würden schon mit dem Pförtner reden können. Sagen sie. Vielleicht fahren sie auch einfach nur in eine der vielen Karaoke-Bars und mieten sich dort einen Raum, um zu schlafen. Zumindest soll das hier Gang und Gebe sein.
Gegen drei finde ich auch den Weg ins Bett, erstaunlich fit sogar.

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