Montag, 18. Mai 2009

Kampf Rind gegen Kleintier. Ein Verlierer. Ich.

Gegen manche Naturereignisse kann man nichts machen, sie passieren einfach. Man darf auch nichts dagegen unternehmen, denn sonst würde man Gott spielen.
Heute ist so ein Tag, bei dem ich schon während des Schlafes in den frühen Morgenstunden bemerke, dass ich mich höheren Gewalten auszusetzen habe. Und ich muss sie über mich verwalten lassen, denn so will es das ungeschriebene Gesetz.
Ja, bereits um sechs Uhr merke ich, dass etwas nicht stimmt. In mir brodelt es. Etwas, was jetzt schon länger tief in mir ist und nunmehr ans Licht drängen möchte. Ein innerer Kampf.
Der heutige Sonntag steht im Namen des Kampfes zwischen dem Rind in Form eines Steaks und einer kleinen Armee aus dem Bündniss von Skorpionen und kleinen Raupen, die ihres Lebensraumes, dem Cocon, der ihnen die Chance geben sollte, zu einem wunderschönen Schmetterling heranzureifen, beraubt wurden. Das Schlachtfeld ist mein Magen.
Das dicke, behäbige Rind mag zwar gegen eine kleine Streitmacht der exotischen Kleintiere ankommen, nicht aber gegen die ganze Armee. Eine Stunde gelingt es ihm, sich zu wehren, aber um sieben Uhr Ortszeit ergreift der große, mutlose Teil, die Flucht und sucht schleunigst das Weite. So gut wie unverdaut. Welch eine Schande für das Rind. Auch die kleine Nachhut, die eine Stunde später das Schlachtfeld Magen durch den geheimen Weg Speiseröhre verlassen kann, ändert nichts am Ausgang.
Wer nun glaubt, der Krieg wäre vorüber, der hat falsch gedacht. Denn die Territoriumssäuberung beginnt erst jetzt.
Kurz und knapp: das in diesem Hotel nicht gerade schöne Badezimmer ist für den Morgen mein bester Freund, bis es durch das im Kaufhaus abgelöst wird. Statt den schönen Sommerpalast zu besuchen, erfrage ich mir den Weg zur Apotheke. Das Essen der leckeren japanischen Nudelsuppe entpuppt sich zum Geduldsspiel, da das Visum für den Magen sich als genauso schwierig gestaltet, wie damals unseres für China. Und anstatt mich auf die Heimkehr zu freuen, habe ich panische Angst vor der dreizehnstündigen Zugfahrt in einem schaukelnden Zug bei östlichem WC, benutzt von 200 weiteren Passagieren.
Glücklicherweise helfen die Tabletten und ich schlafe tatsächlich sehr gut in meiner Koje. Ich sterbe vor Hunger, gleichzeitig schaff ich aber nur etwas Reis und Bananen und viel Cola.
Dennoch steht eins Fest: Nicht das Rind, dass jetzt vor Freude juksend in einem Pekinger Kanal badet, ist der wahre Verlierer, sondern ich, Mirko.

2 Kommentare:

  1. Haha, war so klar!!!
    Das musste früher oder später doch passieren!!!

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  2. Oerque! Ich bin untröstlich! Hier tut sich ja gar nichts mehr! Was soll ich denn nun mit meiner neu gewonnenen Freizeit anfangen? Ich denke ich werde sie im Urlaub in der Türkei totschlagen, doch wenn ich wieder da bin hat sich hier doch wohl etwas getan?! :D

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