Heute darf ich endlich meine Rache für schlaflose Wochenend-Morgende ausüben. Da Denis und ich von einer Horde Fußball-Legasteniker, die sich bereit für ein Match sehen, vom Sportplatz vertrieben werden, müssen wir unsere überschüssige Energie an anderer Stelle abbauen. Diese Stelle befindet sich direkt vor unserem Haus wieder, wo wir wahllos gegen Wände und Gegenstände schießen, was einen atemberaubenden Hall verursacht. Gerade habe ich meine Hoffnung, dass jetzt gerade jemand schlafen möchte, ausgesprochen, da öffnet sich schon ein Fenster und eine Nachbarin übersetzt mit launischer Miene meinen gerade ausgesprochenen Wunschgedanken. Ich glaube, Denis' Frage, warum man denn jetzt schläft, hat uns nicht gerade beliebter gemacht.
Kurz darauf steht Grillen auf dem Tagesplan. Zusammen mit den Chinesen, wird uns mitgeteilt. Auf dem Mensa-Dach. Natürlich trage ich den Grill zunächst zur falschen Mensa und als wir dann auf der richitgen angekommen sind, kommt ein Prof, der Schirmherr für die Aktion zu spielen scheint, und sagt, es sei zu gefährlich. Na klar, wir ziehen lieber vom durch und durch steinigen Dach auf die nicht gerade nasse Wiese gegenüber, das ist sicherer. Von den anwesenden Chinesen kennen wir komischerweise nur einen Bruchteil. Da es anscheinend sonst zu viele sind, wurden nur Chinesen geladen, die auch im Deutsch-Club tätig sind. Und dann wird noch der Englisch-Club eingeladen. Und alle Master-Studenten. Der angedachte Effekt, dass wir dann etwas mehr mit unseren eigentlichen (sehr scheuen, bzw. sehr strebsamen) Austauschstudenten zu tun haben, bleibt also vollkommen aus.
Das ganze ist aber dennoch sehr gut, zumal man hier immer kleine Streifen Fleisch grillt, sodass der Sättigungsfaktor sehr gering bleibt und man über fünf Stunden etwas essen kann. Auch unsere gemachten Nudelsalate kommen an.
Nur nicht bei dem Hund, der neben uns an einem kleinen Häuschen angebunden ist. Dieser darf sich über Magenprobleme beklagen, weil die ganzen Gewürze vielleicht nicht unbedingt für Vierbeiner gedacht sind.
Fünf Stunden frische Luft zollen leider ihren Tribut, sodass unser Plan, um neun in die Disco zu gehen (weil wir ja jetzt schon sehr lange nicht mehr dort waren) aufgrund von Müdigkeit verfällt.

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