Da die Wettervorhersage Gewitter ankündigt, nutzen wir mal die öffentlichen Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen. Der Morgen vergeht aufgrund vielen Smalltalks ziemlich schnell und mittags schwenkt das Wetter tatsächlich in Regen um, kurzfristig, bevor es wieder drückend wird. Aber irgendwas liegt da in der Luft, das sich ermüdend auf mich auswirkt. Und dann mache ich es einfach mal einer Kollegin gleich und teste die Oberflächenbeschaffenheit des Tisches mit meiner Stirn. Es ist mir unangenehm, als man mich nach ich weiß nicht wie viel Zeit aus der Traumwelt rausholt (aus der ich nur schwer zu wecken bin), um sich wieder mit mir zu unterhalten, aber da es hier zur Mentalität dazugehört, dass man schläft, wenn einem danach ist (Kunden nutzen oft die Couch in der Firma), schwindet das schlechte Gewissen baldigst.
Sofern ich nicht gute Gespräche führe, nutze ich die Pausen, um Theresas SMS-Anfragen zu beantworten. Sie hat mich schließlich Samstag zuletzt gesehen und es wird mal wieder Zeit. Also will ich eigentlich nach der Arbeit mal kurz auf ein Feierabendbierchen vorbei, um zu gucken, wie mein zukünftiger Club unter der Woche so läuft, aber dann kommt noch ein Kollege dazwischen, der Lukas und mich zum Essen einlädt. Und das kann man ja nicht ausschlagen, also geht es erst mit ihm in eine Fressgasse, es gibt gegrilltes Fleisch. Ausschließlich Fleisch (man möge mir verzeihen, dass ich Magen und Knorpel dazuzähle). Des Kollegen Freundin kommt noch hinzu und es ist recht lustig, zumal wir so gut wie alles verstehen, was sie sagen. Zwar erklärt er uns am Anfang noch, dass er keinen Alkohol trinken kann, weil er ihn nicht verträgt, dennoch lässt er gerne Nachschub an Bier kommen und hält sich selber nur gering zurück. Die Quittung für die fehlenden Enzyme zum Alkoholabbau bekommt er dann prompt, als wir an die frische Luft treten (es ist bereits gegen zehn) und sämtliches verschlungenes Fleisch sich am Fuße eines Baumes wiederfindet.
Anschließend geht es mit einem Taxifahrer, der nicht von der schnellsten Sorte ist (was seine Auffassungsgabe betrifft) für mich in den Nono-Club (während des Essens gab es neun Anrufe, ich sollte mich beeilen) und für Lukas nach Hause. Der Laden ist nicht schlecht besucht, mir werden sechs Bier hingestellt (für einen Preis, für den ich nicht mal drei bekäme, aber wir sind ja Freunde) und einen Obstteller gibt's auch noch geschenkt. Ich bin großzügig und teile alles. Zwischendrin werde ich von anderen Gästen an deren Tische gezogen, um eine Runde Trink-Würfel-Spiel zu spielen. Da ich aber ein Talent dafür habe, wird meine Kehle aber eher selten von ihren Getränken geflutet, auch deshalb, weil ich schon nach kurzer Zeit von einem Kellner gebeten werde, wieder an den anderen Tisch zu gehen, die Theresa erwartet mich. Sehnlichst. Und ein bisschen sauer.
Für einen Mittwoch besteige ich dann ziemlich spät das Taxi, dessen Fahrer erstmal in die andere Richtung fährt und mich sehr verwundert anschaut, als ich ihn frage, wo er denn hin will. Ich geleite ihn dann sicher zum Campus und zum Dank kann er mein Geld nicht wechseln, sodass ich erst hoch in den vierten Stock sprinten muss, um kleinere Scheine zu besorgen.
Dann wird aber geschlafen.

und?
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