Was für ein Glück, dass man hier so spontan lebt, sonst wüssten Denis und ich mit dem heutigen verregneten Samstag nicht viel anzufangen.
Ich erhalte um halb elf die Mitteilung, dass wir doch ein Spiel hätten, im zentralen Stadion von Xi'an. Da Lukas es noch in den Beinen hat, sagen die oben genannten Personen spontan zu und ab geht es in die Arena, die über viele Tribünen und eine Leinwand sowie einen qualitativ guten, aber sehr unebenen Kunstrasen verfügt. Leider sind die Tribünen verwaist, die Leinwand ausgeschaltet und der Platz gleicht eher einem Schwimmbad, da er voll und voll mit kühlem Nass benetzt ist.
Der Gegner lässt mal wieder eine Stunde auf sich warten, was mir vorm Captain mal wieder recht gibt, dass wir das nächste Mal bitte auch eine Stunde später erscheinen sollten.
Bereits nach dem Warmmachen laufe ich mit einem mobilen Fußbad herum, das man Schuhe nennt. Das Spiel gleicht einer Wasserschlacht, ist aber eigentlich sehr lustig, bis unser Trainer zur Pause das bis dato gut funktionierende System zerpflückt, wir neue Positionen zugeteilt bekommen, welche dann aber während des Anstoßes noch einmal geändert werden, sodass keiner mehr weiß, wer wo spielt. Wir werden gnadenlos auseinandergenommen und verlieren. Schon wieder. Das geht doch nicht.
Warm duschen, essen und den Abend planen heißt es dann. Arne sagt, es geht um acht Uhr zum KTV (Karaoke) mit einigen Chinesen. So früh, da diese dann rechtzeitig zurück in ihr Wohnheim fahren können und wir die Chance haben, noch weiterzuziehen, anstatt die ganze Nacht im stickigen Raum mit schlechtem Gesang zu versauern.
Um halb zehn treffen wir ein und bleiben länger, als gedacht. Ein wenig müßig ist es, dass schnelle Musik nicht unbedingt die Erfindung der Chinesen ist, sondern eher langsame, melancholische. Ich bin froh, dass Denis und Thomas motiviert sind, zwischendurch noch was rockiges von sich zu geben, sodass ich nicht einschlafe.
Nach einem kleinen Mitternachtssnack bei McD, das hier den Namen Fast-Food-Kette nicht so verdient, zumindest nachts nicht, teilt sich die Gruppe auf. Während die einen auf ein Getränk und eine Runde Billiard noch in die Moonkey-Bar (ist das jetzt ein Schreibfehler und heißt Affenbar oder soll die Übersetzung tatsächlich Mondschlüssel sein?!) geht, zieht es Thomas, Andy und mich noch ins 1+1. Da es schon zu spät ist und viele gegangen sind, haben die Bediensteten leider schon genug Zeit und Platz gehabt, die Tische abzuräumen, sodass mein Trick mit dem Freibier nicht mehr so funktioniert. Es wird nur getanzt und geht dann recht zügig nach Hause.
Eigentlich will ich schon im Bett verschwinden, als Denis noch mit drei Chinesen aufkreuzt. Und dann unterhalten wir uns doch noch bis sechs Uhr.
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warum tust du dir das fußballspielen dort überhaupt noch an? wie wärs wenn ihr einfach auch immer eine stunde zu spät kommt? also insgesamt 2 ja dann^^
AntwortenLöschenIch versuche, hier etwas bewirken zu können.
AntwortenLöschenAber das könnte wohl nur dein Vater!