Freitag, 6. November 2009

Tag 249: Wintereinbruch.

Chinesisch fällt heute morgen aus. Das ist super. Da kann man sich noch mal voll und ganz vom Wochenende erholen und muss erst um halb zwei vor die Tür. Draußen strahlt die Sonne und die Luft ist kühl und frisch, zumindest vom Fenster her feststellbar.
Draußen auf dem Fahrrad dann allerdings wirkt das ganze doch kühler, als angedacht. Letzte Woche ging es noch mit kurzer Hose und T-Shirt raus, heute aber reicht meine Jacke kaum aus.
Auf dem alten Campus sitzen wir dann im zunächst wohlgeheizten Vorlesungsraum, der aber immer weiter auskühlt, was kein Wunder ist, wenn der Flur zu vier Treppenhäusern führt, die sich jeweils im Freien befinden und somit die Klassenräume von zwei Seiten (mindestens) Außentemperaturen zu spüren bekommen und nur aus Beton bestehen.
Bei Frau Ais Vorlesung wird es dann noch einmal viel kälter, da unser Raum, für über 100 Studenten ausgelegt, nur von zehn einsamen Menschen bevölkert wird. Aber die frostige Stimmung passt zur Vorlesung, denn wir alle sind etwas betrübt, es ist die letzte vor der Prüfung, also auch die letzte Vorlesung von Frau Ai in unserem Leben!
Ich werde sie vermissen, die Professorin, die immer gut gelaunt ist, die immer klar und deutlich spricht, die ihr Haar immer auf eine ganz besondere Art und Weise nach hinten wirbelt, wenn sie sich von der Tafel zurück zu uns dreht, die englische Begriffe immer so aushaucht, dass einem ganz anders wird, die es in jeder Stunde geschafft hat, mich so an ihre Lippen zu fesseln, dass ich alles andere um mich herum vergaß.
Jetzt ist es vorbei. Draußen ist es auch dunkel und frostig und ich sehe mich gezwungen, im Outdoor-Laden neben dem Campus Handschuhe und etwas für den Hals zu kaufen.
Traurig und frierend fahren wir zurück.

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