So langsam schleicht er sich ein. Langeweile, bedingt durch schlechtes Wetter, das nicht zum Rausgehen einlädt und dauernd ausfallende Vorlesungen, Heimweh, ein ständiges Aufeinanderhocken (teils vergnügliches, teils nicht vergnügliches), das Wörtchen 'Dreck', kalte Wohnungen, etc. sorgen dafür, dass sich so langsam ein Lagerkoller breit macht. Es geht jetzt oft darum, wer mit wem, aber vor allem wer gegen wen wie handelt, bewusst oder unbewusst, und viele kleine Fehler werden groß angekreidet.
Der Autor ist selbstverfreilich freizusprechen von diesem Verhalten, er betrachtet diese Entwicklung bislang noch vergnügt, wenngleich auch mit etwas Sorge behaftet und rät jedem, der sich angesprochen fühlen mag, einfach mal locker durch die Hose zu atmen, vor die Türe zu gehen, sich bewusst zu machen, dass es hier doch eigentlich gar nicht alles so schlimm ist und sich mit der Tatsache, dass es bald nach Hause geht, beruhigen.
Es gibt auch positives zu heute zu berichten, beispielsweise, dass der Gasmann mittags anruft und mich bittet, im Hause zu bleiben. Abends um sieben hocke ich immer noch in der Wohnung, aber es tut sich nichts, also wähle ich selber noch einmal seine Nummer. Mir wird gesagt, mein Anliegen würde weitergeleitet werden und kaum ist das Telefonat beendet, klopft es auch schon an der Türe. Nach einer Minute ist das Problem behoben, es soll anscheinend an einem kleinen roten Schalter gelegen haben. Daran glaube ich aber nicht, haben wir doch selber alle möglichen Varianten ausprobiert, ohne Ergebnis.
Zumindest haben wir jetzt eine warme Wohnung, die hoffentlich ein wenig die Entwicklung zum befürchteten Lagerkoller eindämmen kann.
An die beunruhigten Leser in der Ferne sei gesagt: Keine Panik, der Papa wird das Schiff schon schaukeln.
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