Schon letzte Woche sollten wir eigentlich, sofern Zeit da war, zum alten Campus und unsere Wasser- und Stromrechnung bezahlen. Heute wollen wir den Plan auch in die Tat umsetzen. So eine Rechnung ist ja schnell bezahlt. Die steht irgendwo im Computer, zusammengerechnet, man legt nur noch seine Moneten auf den Tresen und verabschiedet sich.
Aber hier muss natürlich alles anders laufen. Hier ist alles unübersichtlich auf ein Papier mit Durchschlag gekritzelt und die Zahlen müssen noch einmal mit irgendeinem Faktor multipliziert und dann per Taschenrechner aufsummiert, wobei es gerne mal zu Tippfehlern kommt.
Während die erste Wohnung, Arne und Philipp, einen sehr schönen Betrag von 230 Yuan für ein halbes Jahr aufweisen, liegt der von Denis' Wohnung bei weit über 1000 Yuan. Denn die gute Dame hat in diesem Fall die Rechnungen für ein ganzes Jahr zusammengezählt, da unsere Vorgänger wohl vergaßen, zu bezahlen. Und gerade die Wintermonate hauen hier rein, was die Preise angeht. Es sei nicht ihr Problem, sagt sie. Wir wohnen jetzt da und würden dementsprechend selbstverständlich für die Rechnungen aufkommen. Wir protestieren.
Also machen wir erstmal mit Thomas weiter. Bei ihm passt der Strom auch nicht ganz, aber er wird entschädigt, indem man ihm sagt, dass die Wasseruhr zu kompliziert abzulesen sei und man ihm dieses deshalb nicht in Rechnung stellen könnte. Er jubelt. Schließlich ist er es, der in seinem Wohnzimmer einen großen Pool stehen hat, den er gerne mal befüllt mit 200 Litern. Allerdings kostet der Kubikmeter kühlen, chlorversetzten Nass' auch nur 29 Yuan.
Thomas erhält seine Rechnung, da sind wir auch schon eine Stunde in dem kleinen Kabuff, das sich Büro nennt. Und eigentlich hätte die Frau schon Feierabend, aber heute will sie wohl nicht. Außerdem stehen mit Denis' Wohnung ja noch drei aus.
Und dann fällt ihr auf, dass Ende September ja sowieso wieder abgerechnet wird und ob es nicht schöner wär, wenn wir dann alles bezahlten.
Mit diesem Einfall kommt sie sehr früh.
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