Freitag, 11. September 2009

Tag 194: Deutsche Musik.

Unser "Lichtempfindliche Materialien"-Prof ist heute sehr verzweifelt, als wir, alle, wohl aus Rücksichtsnahme auf gewisse andere, langsamere Kommilitonen unter uns, zwei Minuten nach Beginn der Vorlesung noch nicht im Raum sind. Bzw. er ist schon vorher sehr verzweifelt, denn zwei Minuten nach Beginn werde ich schon von unserer Betreuerin angerufen, wo wir denn bleiben. Letztendlich ist aber alle Aufregung umsonst, denn er entlässt uns am Ende 20 Minuten früher.
Laut Internet und Szene-Magazin legt heute ein deutscher DJ in einer Bar auf. Und da muss man ja hin, als Landsmann. Dort erscheinen wir sogar pünktlich, trotzdem wir den Bus nehmen. Leider wird uns nur dort gesagt, dass das Konzert wegen einer Privatfeierlichkeit (sehr privat, es ist kein Gast da) ausfallen muss. Armer DJ, ist nur wegen des Konzerts gestern hier hergekommen und fliegt morgen schon wieder weg. Er steht dann auch so verloren vor der Türe. Und da können wir ihn ja nicht einfach stehen lassen, sondern wir nehmen ihn einfach mit in die Moonkey-Bar und mit etwas Glück darf er ja dort seinen Computer anschließen.
Darf er. Aber nur für zwanzig Minuten, weil danach vier andere Bands spielen wollen. Bis er kommt, laufen hauptsächlich langsame Schnulzen. Mir tun die Chinesen etwas leid, die vielleicht gerade wegen dieser Musik gekommen sind, denn nun schallt ihnen gutes Dark-Urban-Electro-Gedöhns um die Ohren, laut und mit gutem Bass. Und dann kommen wieder Schnulzen.
Wir werden hier also nicht alt, auch der DJ entpuppt sich, trotz guter Musik, als abgedrehter Veganer-Freak mit sehr speziellen Weltansichten. Draußen treffe ich noch unseren ehemaligen Chef, aber dann geht es artig und zu normaler Uhrzeit ins Bett.

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