Mittwoch, 23. September 2009

Tag 205: Schäbiger Samstag.

Mit der gesunden Stimme eines Rockers, versoffen, verraucht und kratzig erwache ich. Und solange die Stimme noch im Arsch ist, sehe ich keinen Grund, jegliche Körperhygiene zu betreiben, ein Frühstück ist aber gerne drin.
Ich schlüpfe also in die Kleidung unserer gestrigen Bustour und gehe auf den Flur in der Hoffnung, jemanden mit etwas Essbarem zu finden. Cathrin und Nadine geht es ähnlich, wie mir, Cathrin und ich werden also zum Laden geschickt, während Nadine Eier kocht. Zum vierten Mal in Folge regnet es auch diesen Samstag, unser Weg zum Supermarkt ist also gespickt mit Pfützen. Und wenn man dann schon Klamotten trägt, die auf die Waschmaschine warten und dazu Flipflops aus Schaumgummi - dann ist es jawohl legitim, dass man nicht jedem kleinen See auf dem Weg ausweicht, sondern mit viel Freude und Schwung in sie hineinspringt.
Auf dem Grund der letzten Pfütze vor unserem Haus befindet sich viel Dreck, wie mir kurz nach dem Aufkommen bewusst wird. Da ist es aber schon zu spät, denn sämtlicher Schlamm wurde mit hochgewirbelt und hat sich, dank meiner O-Beine, an der Innenseite der Oberschenkel, an den Unterschenkeln und sogar im Gesicht verteilt. Volltreffer. Aber immer noch kein Grund zum Duschen, erstmal Frühstück. Und dazu ein Konterbier.
Vom Frühstückstisch erheben wir uns erst einmal nicht. Draußen ist es grau, die Wohnung ist dunkel, Kerzen spenden uns Licht, während wir irgendwelche Quiz' aus Frauenzeitschriften durchgehen.
Bei der Kombination von Kerzen und Langeweile entstehen manchmal komische Dinge. Zumeist verschafft zunächst das Wachs Abwechslung, sei es zu Figuren geknetet, oder masochistisch in heißer Form über Finger und Hände gekippt. Finger und Hände sind aber auch schnell langweilig, wie wär's also, wenn man mal einen Bauchnabel damit füllt?
Das ist nichts besonderes. Besonders wird es erst, wenn es dann getrocknet ist. Und wenn einem dann auffällt, dass dieser Bauchnabel ja behaart ist. Nun gut, ein beherzter Ruck von Cathrin sorgt dafür, dass er es jetzt nicht mehr ist.
Wir schauen noch die Video-Aufnahmen des gestrigen Abends und einen Film an, dann ist es auch schon wieder Zeit für das Bett. Der Konterkoffer ist schließlich auch leer und nach einem Aufbäumen des Körpers gegen die Trägheit sieht es heute nicht mehr aus.
Wer sich nun fragt, wo das heutige Fußballspiel geblieben ist: Aus weiser Voraussicht haben wir es abgesagt.

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