Meine Lieblingsprofessorin, Fräulein Ai, muss und heute leider vertrösten, ihre Vorlesung fällt wegen Besuchs aus. Und dann kommt auch noch der Anruf, dass wir morgen keine Vorlesung haben, stattdessen haben wir Freitag einen Laborversuch. Wir haben also sehr viel Zeit, sogar noch mehr, da wir abends nicht früh schlafen gehen müssen.
Ich schließe mich also heute mal Lukas und Cathrin an und gehe zum Taekwondo. Zwar laufe ich am Anfang beim Sprint zum Warmmachen allen davon, da meine Beine die längsten sind, bei den Dehnübungen versag ich aber total, selbst die Damen mit einer Körpergröße von etwas mehr als 1,50 Metern können ihr Bein höher heben, als ich. Es gilt in Zukunft, meine Bänder auszuleiern.
Nach zwei Stunden Training könnte ich dann auch eigentlich ins Bett, aber was wäre ich für ein Student, der, trotz eines freien Donnerstags daheim bliebe? Also treffen Thomas, Philipp und ich uns mit Wels und zwei seiner Freunde in der Stadt bei einem sogenannten Bad KTV. Wir wollen schließlich am Ende nicht sagen, wir hätten in China nichts ausprobiert. Dies ist eine Karaoke-Bar mit gewissen Extra-Leistungen. Da wir nämlich nur Herren der Schöpfung sind, werden uns, gegen kleinen Aufpreis, ein paar Damen zur Seite gesetzt. Diese haben dann die Aufgabe, die gekauften Getränke selber wegzutrinken und etwas mit ihren Reizen zu spielen. Da ich aber sehr müde bin, fallen mir diese Reize nicht wirklich auf und die beiden Damen tun mir fast ein wenig leid, dass wir alle recht wenig Interesse an ihnen zeigen, so sehr sie sich auch bemühen. Eigentlich warten wir nämlich auch nur auf die Frau, die für uns tanzt, ein wenig unbekleideter. Wels sagt, das müsste man mal mitgemacht haben. Sie ist aber nicht im Hause. Und auch per Telefon kann sie nicht erreicht werden. Wir werden also ein wenig hingehalten, bis wir erfahren, dass das ganze ja eigentlich auch illegal ist und momentan die Kontrollen etwas schärfer seien.
Das Bier ist also weggetrunken, die Dame kommt nicht und die Klimaanlage funktioniert auch nicht, das sind genug Gründe, um die Lokation zu wechseln. Im 1+1 waren wir schon länger nicht mehr. Und hier tanzen dann auch tatsächlich Frauen. Aber sehr lange bleiben wir nicht, da uns einfällt, da der Donnerstag ja für den Praktikumsbericht reserviert ist.
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