
Diese Woche nimmt mit "Chinesische Geschichte" auch endlich die letzte Vorlesung für die erste Hälfte des Semesters (nach der Hälfte wird "Drucktechnische Betriebswirtschaftslehre" durch irgendwas abgelöst) Fahrt auf, da wird es mal Zeit, dass ich ein kleines Resumée ziehe:
- Druckverfahren B: Ein, thematisch, recht einfaches Fach, Stoff des zweiten Semesters (in Deutschland), Zeichen dafür sind hauptsächlich bekannt oder zusammenreimbar. Kein Grund, sonderlich an den Lippen des Profs zu kleben, zumal es nicht wirklich schnell vorangeht und ein Blick auf die PowerPoint reicht, um zu wissen, wo wir sind. Der Prof scheint ein Spaßvogel zu sein, zumindest lacht der ganze Kurs desöfteren mal. Wir schließen uns an, widmen uns zeitweise dann aber doch wieder den Büchern, Playstations, Billiardtischen und dergleichen. Jede zweite Woche treffen wir uns mit dem Prof zum Klären von Fragen. Bisher haben wir keine. Fünf Zeitstunden wöchentlich.
- Drucktechnische BWL: BWL hatten wir auch schon. Dennoch schreib ich hier immer die Folien mit, da sie lange an die Leinwand projektiert werden. Einfach nur, um schnelles Schreiben zu lernen. Ist wichtig für die Prüfungen. Es gibt noch ein paar Probleme mit dem Zeichenverständnis, aber in der ebenfalls zweiwöchig stattfindenen Nachhilfe erübrigt sich das, denn uns wird gesagt, was wichtig ist. Die Fall-Aufgaben, deren Fragestellung über fünf Seiten gehen, sind gewiss nicht wichtig für uns, nur zum Verständnis der Chinesen. Für die ist das immer Hausaufgabe, macht aber keiner. Weil es keiner versteht, glaube ich. Oder alle so faul sind. Das beruhigt einen. Fünf Zeitstunden wöchentlich.
- Lichtempfindliche Materialien: Fach mit viel Chemie. Nicht mein Lieblingsfach. Wurde mir in der Schule auch nicht gerade toll beigebracht. Der Prof unterrichtet uns zweimal die Woche privat im Deutschclub. Also eigentlich wirft er meistens nur PowerPoint-Folien an die Wand, die er noch etwas ändert, bzw. mit englischen Wörtern des Verständnisses wegen ergänzt. Wir schreiben immer brav mit und haben am Ende von drei Stunden meistens einen Krampf in den Händen. Ich schreibe schon schnell, meiner Meinung nach, und vor allem nicht gerade schön, aber Nadine und Arne sind noch viel schneller. Ich weiß nicht, wie die das machen. Streber. Am Ende der Vorlesung gibt es um die acht Fragen zum Abschreiben. Die Antworten kopieren wir dann zuhause aus dem selbst mitgeschriebenem Skript und geben sie die nächste Stunde ab. Obwohl manchmal haargenau das gleiche auf den Zetteln der jeweiligen Studenten steht, bekommen die einen lediglich ein "good" plus Unterschrift und Datum auf das Blatt, andere aber ein "very good" plus Unterschrift und Datum. Nadine hat immer ein "very good". Fünf Zeitstunden wöchentlich.
- Chinesische Kultur: Die Professorin ist keine geringere, als Professorin Ai. Sie war schon unsere Professorin im Intensivsprachkurs für's mündliche Anfang unserer Zeit hier in China. Sie weiß also, wie es um uns und unsere Sprachkenntnisse bestellt ist, spricht (allerdings von Natur aus) recht langsam und deutlich (chinesische Kommilitonen finden sie deshalb etwas langweilig) und ist recht süß. Der Vorlesungsinhalt ist, sofern man das nach einer Woche behaupten kann, recht interessant und Balsam für die Seele, da man bei ihr alles versteht. Das ganze ist eine Privatvorstellung für uns. Vier Zeitstunden wöchentlich.
- Chinesisch: Haben wir noch zweimal wöchentlich, wir hangeln uns im Buch entlang und das ganze läuft etwas schwerfällig, da das Niveau, verglichen mit den Fachbüchern, ziemlich gering ist. In einer Woche schaffen wir eine Lektion mit ca. 40 neuen Vokabeln, die Woche darauf steht dann der Vokabeltest an. Ich bin Spitzenreiter. Jedes Mal 100 Punkte. Bam! In your Face! Ich werde bald dafür plädieren, dass wir etwas mehr ins Eingemachte gehen. Sechs Zeitstunden wöchentlich.
Das macht dann insgesamt 25 Zeitstunden pro Woche, plus Fahrten auf den neuen Campus, plus Vor- und Nachbereitungen, plus Hausaufgaben. Wo bleibt da bitte Zeit zum Leben?
Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir das schaffen.

hört sich doch gut an!
AntwortenLöschenund immer 100 punkte im vokabeltest... respekt!