Es war nur zu erwarten, dass alle, Verfasser ausgenommen, mit der kurzen Nacht von halb drei bis halb acht nicht wirklich zurechtkommen. Wie üblich schleppt sich Luke nur sehr widerwillig aus dem Bett, hat dann die gerne verwendeten Verdauungsprobleme als Mitleidserregung und den von mir kommenden Vorschlag, lieber zuhause zu bleiben, im Petto, von oben kommen die Damen runter, recht aufgequollen und nicht auf Späße aus, eher genervt, weil Thomas nicht direkt zur Türe schreitet (obwohl mit ihm gestern noch abgemacht wurde, dass er heute zuhause bleiben darf) und Andy kommt auch nur recht wortkarg (wobei - ist er das nicht immer) aus seiner Bude.
Und ich? Ich erfreue mich wie üblich an diesem neuen Tag, lege Alexander Marcus auf, meine Zunge ist beladen mit Sprüchen, die gerne ins Gehör der anderen dringen wollen, und das ganze nur zu einem Zwecke: Zum Wohlergehen meiner Kommilitonen. Womit wird es gedankt? Mit verschlechterter schlechter Laune, mit Kopf schütteln, mit Augen verdrehen, mit genervtem Gestöhne, mit der Bitte, die, Pardon, ich werde zitieren, 'die Fresse' zu halten.
Aber gut, damit ist jetzt Schluss. Ich bin doch kein Don Quichotte, der gegen die Windmühlen der Griesgrämigkeit kämpft. Ich bin auch nur ein armer Kommilitone, der morgens auch lieber liegenbliebe, aber sich verpflichtet fühlt, auch mal aufzustehen. Ab heute, so nehme ich es mir vor, wird mein Tag auch nur aus einer bösen Miene bestehen, mit dem Hang zur Genervtheit. Ich werde ein Morgenmuffel sondergleichen werden.
Aber heute bleibe ich zunächst noch nett. Ich warte, ein Frühstückssteak verzehrend, sogar mit Lukas die halbe Stunde, bis die Medizin (die er erst nach Aufforderung nimmt) wirkt und er wirklich leer ist. Und dann folgt er mir tatsächlich mit dem Rad zur Arbeit. Und er steht sie durch. Ein Teufelskerl.
Abends möchte ich dann eigentlich früh ins Bett. Aber erstmal müssen wir kochen, gute Schweinesteaks müssen weg. Und dann muss ich mein Handy aufladen, geldmäßig. Wir nähern uns übrigens Mitteilungszahl 2500. Und dann kommt Spätzle. Und dann geh ich doch noch Tischtennis spielen. Und dann kommen noch Bierchen und Frank the Tank. Und als sie gehen, kommt Jojo, und belagert noch meinen Computer. Gerne auch mal länger, weil er fälschlicherweise denkt, dass wir alle nicht bei der Arbeit gewesen wären. Der gute hat nämlich selber erst um sieben Uhr abends den Weg aus dem Bett gefunden. Und dafür, dass er gerade erst aufgestanden ist, ist er verdammt gut drauf.
Wenigstens einer!
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