Mittwoch, 22. Juli 2009

Tag 141: Biermesse.

Mirko Tag 141: Biermesse
Heute ist der letzte Praktikumstag. Wir arbeiten ein letztes Mal so richtig überhaupt nicht. Sondern wir begeben uns auf Abschiedstournee durch die Abteilungen und sammeln Unterschriften auf unserer Arbeitskleidung. Da wir gestern auf Denis und Philipps Wunsch hin (sie kamen verfrüht von ihrem Praktikum bei Hongkong zurück) noch bis spät bei Theresa im Club waren, kommen wir zudem gut zu spät, machen diesen Fauxpas aber mit der Verteilung von 95 Eis wieder gut. Das lassen wir uns ganze 10 Euro kosten. Papa, also Chefe, den wir bisher in der Midlife-Crisis wähnten, da er viel gestresst war und uns wenig beachtete, zudem das Rauchen anfing und sehr wortkarg in Bezug auf seine Frau war, ist sichtlich gerührt und umarmt mich gleich fünf Mal. Und dann ist es auch schon drei Uhr, Zeit, Feierabend zu machen. Was sollten sie auch dagegen tun? Mich rausschmeißen?
Ich komm keine Minute zu spät, denn da der Rest heute größtenteils frei gemacht hat, wollen wir möglichst früh bei der Biermesse auf dem Messegelände sein. Dort angekommen zeigt sich, dass die hiesige Überbeschäftigung (pro Kunde ein Arbeiter) nicht unbedingt das beste sein muss, da man beim Hauptreingang nicht weiß, was am Nebeneingang los ist. So wird uns zunächst erzählt, es gäbe keine Karten mehr und wir haben Glück, dass unser Taxi auf dem Weg zurück den Nebeneingang passiert, wo sehrwohl noch Einlass gewährt wird. Und so kommen wir dann doch noch zu unserem Glück in Form vieler Weizenbiere (acht von zehn ausstellenden Biersorten sind Deutsch). Und da es für die Einheimischen immer wieder ein Highlight ist, sich mit Deutschen im Wetttrinken zu messen, müssen wir die wenigsten Getränke selber bezahlen. Zudem gewinn ich immer, Mama und Papa dürfen stolz auf ihren Prachtbuben sein. Neben deutschem Bier gibt es noch gutes deutsches Essen, aber das wird vollkommen überbewertet. Ich wage heute mal einen Selbstversuch und gebe vor, kein Englisch zu sprechen. Eine gute Erfahrung, da ich dennoch, erst recht mit steigendem Pegel, ne ganze Menge zu verstehen scheine. Es ist nur etwas nervig, das ganze durchzuziehen und die anderen als Übersetzer herzuziehen, wenn ich mal etwas nicht verstehe und die Damen und Herren auf Englisch umschwenken. Nach sechs oder sieben geexten Weizen kann ich von Glück reden, dass die Blase mich vom Tisch einer Gruppe Geschäftsmanner wegtreibt, da jene meinen, es wär jetzt Zeit für Schnaps. Und den kann ich nicht unbedingt gebrauchen. Lukas auch nicht, er trinkt aber trotzdem und was er davon hält, zeigt er in Form einer Schweinehaxe. Später platziert er die leere Shnapsflasche versehentlich an meiner Stirn, die dann eine schöne Beule ziert. Nachdem er mich letztens schon in eine Hecke geschubst hat, da er seine Kraft unter- und meinen Gleichgewichtssinn überschätzt hat, kann ich mich wohl glücklich schätzen, morgen ohne ihn Richtung Japan zu verschwinden. Wer weiß, wozu er noch fähig ist.

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