In China ist das Wetter manchmal so, wie man es sich daheim auch gerne mal wünscht: Vorm Wochenende regnet es, währenddessen ist es schön und danach regnet es wieder.
So auch heute, wie ich beim Aufstehen feststelle. Lukas wird geweckt (nachdem sein Wecker es, abermals, auch nach einer dreiviertel Stunde Musik nicht schafft) und nachdem ich aus dem Bad komme, frage ich ihn, ob ihm aufgefallen ist, dass wir wohl mit dem Taxi fahren. Hat er, da ich ihm ja auch den tollen Hinweis gegeben habe. Ich verstehe nicht, aber es ist mir auch erstmal egal. Erst etwas später merke ich, was er meint: sein ganzer Türrahmen ist nass und es tropft alle halbe Minute auf den Boden. Nein, das war ich nicht. Aber es geht trotzdem erstmal zur Arbeit.
Wir arbeiten jetzt nicht mehr richtig und haben auch kein schlechtes Gewissen, wir kümmern uns lieber, wenn auch recht halbherzig, um unseren Praktikumsbericht. Außerdem wollen wir mal den anderen Praktikanten die Chance geben, sich zu beweisen, nachdem uns schon öfter gesagt wurde, dass die deutschen und japanischen Praktikanten die besten sind. Hört, hört, mal gute Worte über die Japaner.
Wenn wir gerade mal nicht am schreiben sind, reden wir und zwar mittlerweile mit jedem. Und wir spielen vorm Verlassen der Räumlichkeiten gerne an der Klima-Anlage rum, sie pustet dann 30 °C warme Luft anstatt 17 °C kalte hinein. Und es ist erstaunlich, wie lange es dauert, bis jemand es merkt. Und um 18 Uhr komme ich zu meinem Highlight des ganzen Praktikums: Ich darf die Feierabend-Klingel drücken und somit vielen Menschen eine Freude machen.
Der Abend ist dann von ein paar Tiefschlägen geprägt: Ich kann mein Handy anscheinend gar nicht umtauschen. Das geht wohl gar nicht. Hier ist man froh, wenn man etwas los ist. Dann hat es nicht aufgehört zu tropfen. Mittlerweile an drei Stellen. Und der Putz löst sich langsam. Bald haben wir vielleicht einen Durchbruch zu Philipps Wohnung oben. Und dann will ich die heute erfassten Praktikumsberichtdaten vom USB-Stick holen und darf feststellen, dass dieser virenverseucht ist.
Schön ist das nicht!
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