Heute ändert sich mein Leben in China auf einen Schlag. Ich bin ein gebrochener Mann. Gerade erfreute ich mich noch an der 2800. Mitteilung auf dem Handy und will die runde Zahl mit einem Feierabendbierchen begießen, da war's das dann auch schon mit dem Nachrichten-Sammeln. Mein Handy hat jetzt so viel mitgemacht in den letzten vier Monaten, so viele Kratzer gesammelt, jetzt braucht es noch die wahren Gebrauchsspuren, denke ich mir. Also will ich es nutzen, um das benannte Feierabendbierchen zu öffnen, da uns die Dame keinen Öffner gereicht hat. Leider unterschätze ich den Druck, den man bei der Hebelwirkung aufbringt. Und das war's dann mit dem Display des finnischen Mobiltelefons. Warum muss denn auch ein kleiner Riss gleich das ganze Anzeigebild zerstören? Und warum zählt ein solcher Fehler beim Hersteller und bei der Versicherung stets als Selbstverschulden, wenn doch scheinbar eine Sollbruchstelle eingerichtet ist, um dem armen Mann das Geld aus der Tasche zu ziehen? Denn ich zehre noch von Erfahrungsberichten aus der Vergangenheit: Da konnten Telefone den ganzen Schnickschnack mit Kamera, Internet, Touchscreen, Farbe, Musik und dem anderen Pipapo nicht. Aber eins konnten sie, neben dem Telefonieren: Bierflaschen öffnen. Und zwar reihenweise.
Jetzt bin ich also schon mal mobil kaum erreichbar. Und andersrum kann ich auch hier keinen erreichen. Und um das ganze noch ein bisschen schlimmer zu gestalten, hat man sich in diesem wunderbaren Land dazu entschieden, neben Youtube, meinem Blog und anderen Seiten auch noch Facebook zu zensieren. Allerdings sollte ich vielleicht eher die Uiguren dafür verantwortlich machen. Ich nehme an, die haben angefangen.
Um mal die Damen in der Vorstufe zu testen, wie sie es so mit der Technik haben und weil wir den Bildschirmschoner (ein Aquarium mit tollen Fischen) so gerne mögen, ziehen wir heute in der Mittagspause Maus und Tastatur aus den Rechner. Als wir dann etwas zu spät zurückkommen, hämmert die gute Qu auch schon auf der Tastatur rum. Komischerweise funktioniert die Maus, die hat sie nämlich tatsächlich wieder reingesteckt. Lukas steckt dann mal die Tastatur wieder ein, es funktioniert aber noch nicht, weshalb Qu wieder unter den Tisch krabbelt und noch einmal umsteckt. Dann wird neu gestartet. Es funktioniert wieder nicht. Scheint wohl kaputt zu sein. Dann schauen wir noch einmal nach und holen den Tastaturstecker wieder aus dem Mausanschluss raus. 'Aber das lilane passt viel schöner in das grüne Loch!', protestiert sie.
Sie schweigt, als nach einem weiteren Neustart alles funktioniert.
Um weiter bei Elektronikgeräten zu bleiben: Seit einiger Zeit entsteht beim Fotografieren mit meiner Digitalkamera mit Blitzlicht Rauch nach dem Auslösen. Zwar habe ich bereits nachgeforscht, dass das an Staub auf dem Blitz liegen könnte. Aber das muss morgen, wenn ich sie umtausche, ja kein anderer wissen.
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