Jojo will's echt wissen. Erst ruft er mich um zehn Uhr an, nach drei Stunden Schlaf. Obwohl er nur schräg über mir pennt. Und sein Grund für den Anruf ist nichtig. Zwei weitere Stunden später klopft er an die Tür, er braucht Klebeband. Und oben ist bereits wieder ordentlich Party mit Musik und so. Auch die zwei Damen von gestern tümmeln sich dazwischen rum, freudig schnatternd, anscheinend überhaupt nicht müde, ob Torbens epischer Leistung der vorangegangenen Nacht.
Dennoch muss ich sie rausschmeißen, denn nach diesmal keinem Frühstück, selbst die Eier sind alle, fahren wir mit Jojo zum Südtor. Torben ist sehr angetan von dem Wort Jiaozi (eines derer Wörter, die er gelernt hat und somit andauernd schreit) und somit wollen wir ihm zeigen, um was sich dabei handelt, nämlich um chinesische Maultaschen.
Das Restaurant hat aber leider noch geschlossen, so mitten am Nachmittag, also landen wir wieder im Lele. Aber da ist das Essen ja auch fast unschlagbar. Danach geht's in die Kalligraphie-Straße, wo Jojo traditionell für unseren Besuch Stempel mit den chinesischen Namen anfertigt. Im Moslem-Viertel gibt es später Baozi, die Jiaozi gleichen (somit ist auch das für Torben abgehakt) und am Ende begleiten uns noch Michelle und Audrey, als es zur großen Wildganspagode geht, wo die Wasser- und Licht-Spiele leider kurz vor unserer Ankunft beendet sind. Nach einstündiger Odyssee finden wir noch eine Bar, die geöffnet hat, trinken ein Paulaner (sprich: Paoloooonääääee) und landen frühzeitig, um elfe, zuhause.
Das ist auch bitternötig, denn ich muss die Sachen sortieren, die ich den Dreien mitgeben möchte, damit sie ihre 30 kg Gepäck vollkriegen und ich keinen Aufpreis zahlen muss, da mir nur 20 kg gestattet sind. Außerdem soll Lukas bei seiner Rückkehr aus Indien nicht ein komplettes Chaos in der Wohnung erwarten, was bei drei Schlafgästen nicht verwunderlich ist, also mach ich noch etwas Klarschiff. Also naja, wenn Lukas das liest, wird er sich fragen, wo da Klarschiff sein soll, aber es sieht schon besser aus als vorher.
Am Ende ist es doch wieder drei. Zum Glück erst, denn würde ich erst eine halbe Stunde später einschlafen, würde der Wecker mitten in meiner Tiefschlafphase nach eineinhalb Stunden klingeln. Um fünf geht es dann zum Flughafen und von dort nach Qingdao.
Erholsam ist die Woche mit denen garantiert nicht, aber wert ist sie es allemal.
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