Donnerstag, 18. Februar 2010

Tag 349: Komplettes Winterchaos.

In Deutschland scheint es einem dieser Tage nicht gut zu gehen; Schnee ohne, dafür Streusalz mit viel Ende. Aber das alles ist nichts im Vergleich zu dem, was Mini und ich heute durchstehen müssen. Wir haben mindestens 3 cm Neuschnee! Das reicht, um die glatten Pflastersteine auf dem Campus zur Lebensgefahr zu machen. Und erst recht, um den Verkehr, gerade um den höher gelegenen Campus, voll lahmzulegen, da lediglich noch was Richtung Stadt runterfahren kann, aber auch nur noch einspurig, da sich ein paar von unten kommende Fahrzeuge für zu stark halten und beim Überholvorgang auf der Gegenfahrbahn dann doh nicht weiterkommen und nur, indem sie sich querstellen nicht wieder runterrutschen.
Aber ich will ja eigentlich auch nicht runter, sondern um sieben Uhr abends endlich mal Frühstück vom Sichuan-Restaurants unseres Vertrauens holen. Aber da habe ich die Rechnung ohne das Frühlingsfest gemacht, denn alle Restaurants neben dem Campus haben geschlossen. Schlimmer noch: das Sichuan-Restaurant hat sämtliches Mobilar in die Mitte geschoben. Entweder machen die ganz zu oder unsere Nachfolger dürfen sich auf ein renoviertes Restaurant und nicht mehr die alte, dreckige Suppenküche freuen. Überhaupt dürfen die sich freuen, da die Tage ein großer Supermarkt aufmacht. Wahnsinn. Wir mussten immer weit raus zum Walmart fahren und die bekommen alles so vor die Nase gesetzt. Überhaupt; als wir ankamen, begann dort schon das Dorf. Jetz kriegt man hier fast alles. Alles.
Aber ich schweife ab.
Ich kriege also nichts zu Essen und gehe den gefährlichen Weg zurück. Sämtliche Restaurants, die wir kontaktieren, weigern sich, oh Wunder, zu liefern. Also werde ich wieder vor die Tür geschickt. McDonald's ist jawohl irgendwie mit dem Taxi zu erreichen.
Ist es auch. Und ich kriege was zu Essen. Und anschließend auch ein Taxi, das sich sogar bereit erklärt, zum Hintertor zu fahren. Zumindest, bis es die Steigung sieht. Und dann ist das Taxometer auf einmal ausgeschaltet, ich ein paar Kuai ärmer und mit einem Byebye vor die Tür gesetzt. Am Fuße des Berges. Den erklimme ich zwar, aber oben angekommen ist das Essen natürlich kalt. Unbefriedigend. Vor allem, wenn es die erste und vielleicht einzige Mahlzeit des Tages ist.
In Deutschland kann man sich also zumindest freuen, mal Streusalz besessen zu haben.

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