Sonntag, 16. August 2009

Mirko Tag 161: Sonne, Strand und Sonnenbrand.

Da ich im dritten Stock unterm Dach wohne, sie Fenster offen stehen
und die Klimaanlage irgendwie auf 32 •C eingestellt ist, wache ich
nicht unbegründet am frühen Vormittag sehr geädert auf. Und zwar
hungrig. Aber hier in der Gegend gibt es ja nichts, außer das
Fischrestaurant. Mein Frühstück fällt also in der Luxusvariante aus,
das gleiche wie vorgestern.
Dann zum Strand. Ja, Mama, ich habe mich eingecrèmet. Und nein,
natürlich schwimm ich nicht zu weit raus, die Strömungen. Das Wasser
ist eigentlich ganz nett, keine Brühe, wie in Shanghai, eher wie die
gute Nordsee, allerdings muss man dazu erst den ersten Müllgürtel
durchqueren.
Am Strand widme lese ich. Hört, hört. Oder ich schlafe. Oder ich
beobachte die einzigen anderen Gäste neben mir, die ab und an mal
aufkreuzen. Das sind dann Hochzeitspaare, ganz in weiß, die jetzt
kitschige Bilder direkt am Wasser machen wollen. Ich hoffe, sie werden
nach der Hochzeit gemacht denn sauber bleibt die Kleidung bestimmt
nicht. Und wenn ich "ganz in weiß" sage, meine ich das auch so:
Brautkleid weiß, Braut ganz weiß geschminkt, Bräutigam ganz in
weiß. Bei allen zehn Paaren sieht das so aus.
Egal, ob ich nun lese, schlafe oder beobachte, ich tu es zu lange. Zu
lange, als dass die Sonnencrème Joh weiter Schutz böte. Und so werde
ich rot. Besonders in den Kniekehlen. Aber egal, wie wir alle wissen,
wird das braun. Später. Erstmal tut es leicht weh.
Um sieben bin ich mit Yiva verabredet, meiner heutigen Reiseführerin.
Sie lässt mich wegen des zu langsamen Busses eine halbe Stunde warten,
aber seit Theresa kenne ich das ja. Während ich da also so stehe,
umkurven mich drei kleine Halbstarke auf ihren Gelenk-Skateboards. Sie
rufen mir abwechselnd etwas zu und amüsieren sich köstlich darüber,
dass ich nichts verstehe. Aber ich verstehe. Und das gebe ihn ihnen zu
spüren, indem ih den Lümmeln an die Ohren packe und zu ihren Müttern
schleife. Sie bekommen alle drei Hausarrest über zwei Tage.
Mit Yiva geht es durch ein paar nette Straßen, etwas essen (sie ist
zufällig Vegetarierin, aber auch sie kann mich nicht umstimmen), an
den Hafen und dann doch wieder in die gestrige Bar. Irgendjemanden
kennt sie dort und so müssen wir nichts bezahlen. Schon wieder eine
Parallele zu Theresa. Und wenn es dann schon halb zwei ist, können wir
ja noch an den Strand gehen und auf denn Sonnenaufgang warten,
gemeinsam mit etwas Bier und Chips. Aber sie hält es nicht durch. Es
wird kalt und Regen kündigt sich an, also geht es dann doch schon um
halb fünf zum Hotel. Heute wird nicht auf mein Klingeln reagiert. Aber
die Hollywood-Schaukel ist ja auch besonders gemütlich und so schlafe
ich dort, bis man mich um sieben hereinbittet.

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