Dienstag, 25. August 2009

Tag 177: Urlaubsende.

Xi’an – Peking: 1100 km
Peking – Shanghai: 1250 km
Shanghai – Tokyo: 1800 km
Tokyo – Kyoto: 500 km
Kyoto – Nara: 50 km
Nara – Osaka: 30 km
Osaka – Shanghai: 1600 km
Shanghai – Hangzhou: 180 km
Hangzhou – Ningbo: 160 km
Ningbo – Xiamen: 840 km
Xiamen – Hongkong: 1400 km
Hongkong – Guangzhou: 140 km
Guangzhou – Qingdao: 2200 km
Qingdao – Shanghai: 780 km
Shanghai – Xi’an: 1400 km
All diese Distanzen machen ergeben eine Strecke von 13430 km, die ich in den letzten Wochen zurückgelegt habe. Was bin ich doch rumgekommen! Und schön war’s. Aber es ist auch angenehm, jetzt endlich wieder eine Konstanze zu haben und nicht nur aus dem (kaputten) Rucksack zu leben. Und dass das Lotterleben mal aufhört ist auch ganz wichtig. Streng genommen werde ich jetzt wahrscheinlich erstmal einen kleinen Jetlag durchleben, denn meine innere Uhr dürfte sich so sechs Stunden hinter der Zeit und dem Tagesrhythmus befinden, der mir in Xi’an wieder bevorsteht.
Vorbei ist also erstmal die Zeit, in der man abends erst spät losgeht, am frühen Morgen wiederkommt und dann bis zum Mittag schläft, um am Nachmittag appetitlos ein Frühstück reinzuprügeln. Ab spätestens übermorgen zählt wieder eiserne Disziplin.
Aber erst ab übermorgen. Denn da wir nun fast alle (die Ausnahme bildet Philipp, der noch in Shanghai steckt) in Xi’an eingetroffen sind und dazu noch die Familien und Freunde von Lukas, Nadine und Hanna vor Ort sind, was eine stolze Anzahl von 18 Deutschen hervorruft, sollten wir uns dem hiesigen Volke noch einmal im ganzen präsentieren.
Und so geht es abends ins KTV. Ich habe mich besonders herausgeputzt, denn ich trage ein quietschgelbes Hemd, auf dem Kühe und Bierkrüge so wie die Aufschrift „Beer“ zu lesen ist, das ich in der Brauerei in Qingdao gekauft habe, weil es einfach so stillos ist, dass es schon wieder toll aussieht, dazu trage ich meine Pinke Hose, auf der sowas wie Tiger drauf sind und das chinesische Wort für „hübsch“, dazu habe ich weiße Socken an, die aber nicht mehr weiß sind, weil ich sie einst mit einem roten T-Shirt gewaschen habe, und somit schön rosé schimmern und da das noch nicht genug ist, finde ich zum Glück noch Cathrins bunten Chucks in unserer Wohnung. Die sind zwar ganz neu und eigentlich noch zu klein für meine Füße, aber da muss ich durch.
Der Taxifahrer lacht mich aus. Zweimal. Also er würde nicht zugeben, dass er über mich lacht, aber ich spür das ja. Das ist mir aber egal. Ich seh toll aus und das weiß ich und ich spüre auch viel Rückendeckung in unserer Gruppe.
Leider verschwinden später auch die Damen in der Disco, als ich sie antanze. Oder es versuche. Sie kommen aber irgendwann wieder, weil mein Tanzstil zur Kleidung passt und es so insgesamt wieder stimmig wirkt.
Ich bin am Ende der letzte auf der Tanzfläche. Das wollte ich so, weil ich das im Salsa fast immer bin. Anschließend gibt es noch frittiertes Fleisch in frittiertem Brötchen mit scharfer Soße von der Straße. Anschließend haben wir mal wieder einen typischen Taxifahrer. Er weiß natürlich nicht, wo unsere Uni liegt. Und deshalb will er nicht losfahren, sondern so lange in seinem Gehirn kramen, bis ihm eine Erleuchtung erscheint. Die kommt. In Person von mir. Ich geleite ihn und Hanna, ihre Schwester und ihre Freundin sicher durch den Straßen-Dschungel Xi’an.
Mit Hannas Schwester Verena spring ich dann noch in die Hecke. Das haben Thomas und ich schon mal gemacht. Damals war die Hecke weich und wir haben über Monate ein schönes Loch als Andenken erkennen können. Das ist leider jetzt zugewachsen und muss erneuert werden. Leider hat die Hecke an Kraft gewonnen. Wir springen, aber am Ende liegen wir oben auf. Auf ziemlich spitzen Ästen und Dornen. Das war ein Schuss in den Ofen. Das raus klettern schmerzt am meisten.
Es ist halb sechs. Aber es ist ja auch noch ein typischer Ferientag. Aber Akklimatisation sieht anders aus.

6 Kommentare:

  1. Oerque, du bist einfach abgemagert und wiegst nicht mehr genug um gegen die Hecke bestehen zu können!

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  2. Wahrscheinlich hast du Recht! Aber da ich doch so dürr bin.. müsste ich nicht einfach durchrutschen, ohne Schaden anzurichten?

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  3. Warten wir es ab, vielleicht ist dies zum Ende deines Aufenthaltes der Fall!

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  4. Was sehr schade wär. Es ist harte Arbeit, das alles wieder raufzufressen.
    Und teuer.

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