Sonntag, 23. August 2009

Tag 175: Wieder alleine(?)

Mirko Tag 175: Wieder alleine(?)
Torben und Toni sind letzte Nacht aufgebrochen, zurück geht's ins gelobte Heimatland. Und ich bin wieder alleine. Aber bin ich das wirklich? Nein, das war ich im Urlaub noch nie, glaube ich. Der Grundstein dafür liegt heute darin, dass ich unsere Luxusabsteige verlasse und 50 Hausnummern weiter in der selben Straße ein Vierbettzimmer im Hostel beziehe. Und da spann ich erstmal den ganzen Tag aus. Lesen, schlafen und leider, mangels Klimaanlage, auch schwitzen. Gegen acht Uhr abends wird es laut, da die beiden Südamerikaner, die ebenso den Nachmittag verschlafen haben, von den Damen ihrer Freundesgruppe geweckt werden. Nach kurzem Smalltalk und beschnuppern fällt dann der entscheidende Satz: "Hey German Guy, you should join us making Party." Eigentlich wollte ich ja mal einen ruhigen Abend verleben. Aber beim Hundeblick des Nicaraguas werde ich dann doch schwach und schon sitze ich mit der bunt gemischten Gruppe internationaler Studenten aus HongKong im Taxi auf dem Weg in den Sky-Club. Man kann diesen Club umsonst betreten und dann für jedes Getränk einzeln teuer zahlen, oder man zahlt umgerechnet acht Euro und hat dann den ganzen Abend freie Getränke. Zudem erhält man ein pinkes Armband, damit alle wissen, dass man für lau säuft. Wir nehmen das Angebot an. Wegen des pinken Armbands.
Qualität steckt nicht gerade in den freien Getränken und so schmeckt weder Bierchen noch Mischgetränk wirklich. Wenn es hoch kommt, habe ich am Ende gerade mal meinen Eintritt rausgetrunken. Ich besinne mich also voll und ganz auf meine Stärken: Tanzen. Und beobachten. Und heute beobachte ich, dass ich mit kurzer Leinenhose und T-Shirt ziemlich underdressed bin. Denn vor allem die chinesischen Frauen sind aufgebrezelt wie auf einem Galaabend. Aber was soll ich machen? Mit meinen Haaren versprühe ich schon genug Glamour. Und ich trage ein pinkes Armband. Sie nicht.
Ich beobachte des weiteren, dass es zwei Tanzflächen gibt. Und zwar, weil die Chinesinnen sich nicht wirklich gerne mit den Ausländern mischen. Sie tanzen also langsam und gesittet im Mittelgang, alle in Reih und Glied nebeneinander mit Blick zur Tanzfläche. Und auf der ist dann der Rest der Welt zu finden. Im Vergleich tanzen diese wie Barbaren, wild und freudig mit regem Interesse am interkulturellen Austausch in jeglicher Hinsicht.
Ich tanze irgendwo dazwischen. Alleine (?).

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