Mittwoch, 16. Dezember 2009

Tag 290: Langer Sonntag.

Nach einem ruhigen gestrigen Tag kann man heute früh aufstehen, um halb neun, um's genauer zu sagen. Für einen Sonntag nicht schlecht. Aber was fängt man mit so einem Tag an?
Zunächst gehen Denis und ich Bilder drucken. Ein Foto in Standardgröße kostet 1 Yuan, das etwas größere soll aber gleich 3,50 kosten. Also nein, das wollen wir nicht. "Der niedrigste Preis ist 2,50," wird uns dann schnell mitgeteilt, ohne dass wir überhaupt erst angefangen haben zu handeln. Wir kriegen sie auf glatte 2 Yuan runter.
Essen darf sein und eigentlich bräuchten wir mal wieder Schuhe, drum sitzen wir wenig später in einem fahrbaren Untersatz zum Garagenverkauf, in der ein Fälscherschuppen nach dem anderen sitzt und Markenware mit richtigen oder falschen Schriftzügen verkauft, aber keinen Hehl darum macht, dass sämtliches, was man hier erwerben kann, garantiert nicht echt ist. Und so haben sie auch gar kein Argument dafür, warum ich für ein Paar Schuhe 230 Yuan ausgeben soll, wenn sie letztendlich doch auch für 150 Yuan über den Tresen gehen können. Ich gebe dem Paar ein paar Wochen und werde dann wohl feststellen, abermals, dass sich Markenware qualitativ doch bewehrt. Zu den Schuhen gesellen sich noch Socken, Stifte und DVDs in unserem Beutel.
Abends treffen wir uns beim Inder. Öfter mal was neues. Anschließend reagiere ich wieder allergisch, kann aber immer noch nicht ausfindig machen, ob das an bestimmten Gewürzen liegt oder am Bier. Ich hoffe stark auf ersteres.
Der Inder befindet sich bei der großen Wildganspagode in einer Barstraße, sodass es fahrlässig wär, nach Nahrungsaufnahme gleich den Heimweg anzutreten. Zwar werben vor fast jeder Bar Leute mit den Worten "You want bar?" für ihre jeweilige Lokalität, letztendlich betreten wir aber mit der Sunset-Bar die einzige ohne Marktschreier.
Leider gibt es das gute Satobacher-Bier nicht mehr, aber dafür anderes, zu sehr guten Preisen. Es lässt sich theoretisch auf den Sofas lange aushalten, aber dann fängt man an, Musik aufzulegen. Zunächst sehr laut, was sich bei schlechteren Boxen nicht gerade gut anhört, anschließend steigt man schnell auf Schnulzen um. Chinesische Männer sind davon begeistert, weil sie zum Mikro greifen und mitsingen und so ihre ganzen Gefühle zum Ausdruck bringen können, aber für uns ist das nichts.
In Hannas Geburtstag feiern wir also daheim rein, neben einigen Kleinigkeiten bekommt sie von Cathrin und Lukas ihren Traummann in Form eines Kuchens gebacken. Es ist von Vorteil, wenn man mit Cathrin eine Verpackungstechnikerin zur Verfügung hat, die aus einfachsten Dingen Kuchenformen basteln kann.
Es ist recht spät, als ich im Bett lande. Viel gab's heute zu tun und das alles am zweiten Tag der Ferien.

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