Mit dem Christentum hat der gemeine Chinese an sich nicht viel am Hut, drum sollte man meinen, dass auch das Weihnachtsfest ihm eigentlich am Allerwertesten vorbeigehen. Und so ist es auch im Grunde genommen: über die Hintergründe, die Geschichte, Bräuche und Rhiten ist er nur mangelhaft aufgeklärt, was auch nicht verwerflich ist, denn ein offizieller Feiertag ist es hier nicht, man geht der Arbeit nach (aber das tut man sowieso fast jeden Tag), Studenten gehen zur Vorlesung und auch Vorgänger unsererseits mussten vor ein paar Jahren am heiligen Abend zu später Stund noch zwei Prüfungen hinter sich bringen.
Ja, all das zeigt, dass Weihnachten nichts besonderes ist, wäre da nicht die Tatsache, dass die Zeit davor so kitschig ist. Denn, so sehr man auch eine Abneigung gegen einen großen Staat aus Nordamerika hegt, so gerne kopiert man dann doch alles was blinkt und glitzert und anmutig erscheint.
So ist es kein Wunder, das noch mehr blinkende Leuchtreklame in den Straßen steht, überall Weihnachtsbäume aufgestellt sind, zumeist nicht in grün sondern in Silbermetallik, in sämtlichen Schaufenster übertrieben viele Weihnachtsmänner kleben, die Service-Kräfte dazu angehalten sind, Weihnachtsmützen oder Engelsflügel zu tragen und alleausgelutschten Festtagslieder laut rauf und runter gespielt werden.
Es ist bisweilen kaum auszuhalten und ich sehne mich bereits jetzt nach dem 27. Dezember, wobei nicht auszuschließen ist, dass der ganze Kitsch ein Ende nimmt, hat man doch eigentlich mit Weihnachten nicht viel am Hut und weiß bestimmt keine zeitlichen Grenzen.
Nun, ich bleibe somit lieber in meiner Wohnung, höre die Weihnachts-CD vom Crazy Frog, stresse die Nachbarn mit der in der Küche immfort blinkenden bunten Lichterkette, bastel meinen Weihnachtsbaum und schneide Figuren für die Krippe aus dem Buch aus, dass meine Mama mir geschickt hat (Bastel-Krippe zum Ausschneiden und Kleben für Kinder ab 5 Jahren).
Von meinem iPod gesendet
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