Dienstag, 29. Dezember 2009

Tag 304: Humor in China.

Humor ist eins meiner Hobbys, wenn ich unter Chinesen bin, kommt er leider oftmals zu kurz. Das liegt grundsätzlich an der unterschiedlichen Auffassung, was lustig ist und was nicht. Chinesisches ist meistens nicht lustig. In meinen Augen. Mein Witz ist auch unlustig. In chinesischen Augen.
Chinesische Witze handeln oft über sie selbst und ihre eigene Not, um ihr Leiden und ihre Situation erträglicher zu gestalten. Ohne dieses Hintergrundwissen bringe ich zumeist nur ein müdes Lächeln zum Ausdruck. Außerdem liebt man es, mit Einzeilern zu hantieren. Diese Einzeiler bestehen aus vier Zeichen, die den Titel oder den Inhalt eines Witzes oder einer Geschichte darstellen. Das Wissen über den Inhalt diese Geschichten sollte gegeben sein, sonst bringt das ganze nichts. Der Chinese an sich spielt beim Hören dieser Redewendungen kurz die ganze Geschichte im Kopfe ab und lacht dann.
Mit dem hiesigen Humor komme ich also nicht wirklich klar, meine Ironie und meinen Sarkasmus kann ich aber auch niemandem weiterbringen. Als Denis und ich beispielsweise vor einiger Zeit einen Frisör betraten und gefragt wurden, ob wir zum Haareschneiden da seien (für was denn sonst?), habe ich geantwortet: "Nee, wir wollen hier Bahntickets kaufen." Daraufhin wurde ein Sonderkommando von Frisören zusammengetrommelt, die nun eifrig diskutierten, wo denn die nächste Bahnticket-Verkaufsstelle sei. Es bedurfte einiger Aufklärungsarbeit, dass Haareschneiden völlig reicht, aber verstanden haben sie es wohl nie.
Da mir weitere Beispiele momentan leider nicht mehr einfallen (obwohl es derer viele gibt), beende ich vorerst diesen Beitrag mit einem Witz chinesischer Natur:
Einem Eisbären war langweilig. Also fing er an, sich die Haare rauszureißen. Irgendwann hatte er keine Haare mehr am Körper. Da war dem Eisbären kalt. (im Internet aufgegriffen)

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