Montag, 8. Februar 2010

Tag 347: Kurzzeitige Einsamkeit.

Nachdem ich gestern recht entspannt nach Xi'an zurückgereist bin, den Bus zum Glockenturm genommen habe, bestieg ich nicht sofort ein Taxi. Denn beim Wohnheim erwartet mich sowieso nichts und niemand mehr. Alle haben spätestens heute das Weite gesucht. Ich bleibe zurück. Als einziger. Drum suchte ich lieber einen Platz auf, dan den es noch Menschen gibt, die mich und vielleicht den ein oder anderen Yuan-Schein aus meiner Tasche wertschätzen, bei Bambi. Hier spür ich noch etwas Liebe und Geborgenheit.

Aber die Nacht über bin ich einsam und alleine. Am Morgen bin ich einsam und alleine. Am Mittag bin ich einsam und alleine. Dann wähle ich ein paar Tasten meines Mobilfunktelefons. Jojo ist noch in der Stadt. Wenn auch am anderen Ende. Aber wir können uns gerne in der Kalligraphiestraße treffen, ich brauche nämlich noch ein paar Sachen für die Heimat.

Aber als ich hier eintreffe, wird mir angst und bange. Denn die Shops sind im Begriff zu schließen. Wie viele in der Stadt. Denn bald ist Frühlingsfest und so langsam fahren alle, die nicht im Dienstleistungsbereich tätig sind, in die Heimat, die meistens außerhalb der Stadt liegt. Und ich bin noch zehn Tage in der Stadt. Befürchte, dass ich mich fühlen werde wie Will Smith in "I am Legend", mit dem Unterschied, dass ich nicht einmal einen Hund habe. Dafür sowas wie Zombies, die Kreaturen im Dorf.

Jojo kann auch nicht so lange bleiben. Ab dem späten Nachmittag bin ich wieder einsam und alleine. Am frühen Abend bin ich wieder einsam und alleine.

Zum Glück kommt morgen Mini wieder vorbei. Aber bis dahin? Nein, einsam und alleine will ich nicht bleiben, drum setze ich mich wieder zu Bambi an die Theke, spüre etwas Liebe und Geborgenheit.

Für einen Tag kann man das ertragen. Aber für ein Leben wär das nichts für mich.

1 Kommentar: