Tag 318: Nichts tun.
Wir stemmen uns in diesen Tagen gegen das deutsche Naturgesetz und tun einfach mal so gut wie gar nichts. Normalerweise, so ist meine Erfahrung, treibt einem selbst im Urlaub irgendwas tief in uns dazu, nicht lange untätig an einem Fleck zu bleiben, sondern viel zu entdecken und die Zeit zu nutzen.
Heute jedoch nicht. Wir finden unsere Stühle wieder (die waren gesten verschwunden und sind jetzt nicht mehr zusammenklappbar, wahrscheinlich hat die Tauchschule an ihrer Bequemlichkeit Gefallen gefunden und hat sie jetzt verklebt, damit sie nicht mehr ins Handgepäck passen) und platzieren uns am Strand. Lesen, Blog schreiben, ab und an Schnorcheln, vom Felsen ins Wasser hüpfen und die Zeit passieren lassen, mehr steht nicht auf dem Programm.
Gegen Abend finden wir noch ein paar Urlauber, die mit uns Beach-Soccer spielen. Aber eigentlich ist das viel zu anstrengend, außerdem viel zu blutig, da der Sand ziemlich grobkörnig ist und den ganzen Fuß aufkratzt.
Am Abend an den Strandbars beim Lauschen des Rauschens des Meeres und ruhiger Musik mit Blick auf Gischt und Sternenhimmel, bei leckerem Bierchen beklemmt mich ein unbekanntes Gefühl, das mich ganz apart wirken lässt. Ich brauche lange, um herauszufinden, um was es sich handelt und noch länger, um es mir einzugestehen und noch viel länger, um Denis es zuzugeben. nach drei Stunden harten Kampf mit mir selbst kann ich nicht mehr. Ich bin tatsächlich müde. Aber warum? Ich habe doch nichts großartig gemacht, den Tag über. Vielleicht ist das der Grund, warum man sonst immer aktiv sein will. Damit man einen Grund hat, am Abend müde zu sein.
Da es Denis ähnlich ergeht, liegen wir um elf Uhr im Bett und lassen uns die Ventilatorluft ins Gesicht blasen.
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