Freitag, 15. Januar 2010

Tag 320: More handsome.

Heute beginnt meine Heimreise gen China, die etappenweise erfolgt und knapp 50 Stunden dauern wird. Zunächst besteige ich einen Katamaran. Aus Erfahrungsberichten bin ich gewarnt, dass bestimmt die Hälfte der Passagiere kotzen müsste wegen der Geschwindigkeit und dem Wellengang. Heute ist aber alles ruhig. Ich ärgere mich nur, dass gerade ich scheinbar wieder den kältesten Platz unter der Klimaanlage eingenommen habe. Aber die Tortur dauert nur zwei Stunden.
Nach einer Stunde Pause am Piergeht die Reise mit einem Bus weiter. Dieser ist bequem, sauber und nicht zu unterkühlt. Ich bin dankbar darüber. Während der folgenden sieben Stunden werden zudem drei Filme abgespielt, leider immer nur immer von einer Bodenschwelle bis zur nächsten - oder eben nicht, wegen Wackelkontakt zwischen DVD-Spieler und Fernseher. Aber die Filme kenne ich bereits. Alle FSK 16, meine minderjährigen Mitreisenden sind umso begeisterter.
Nach zehn Stunden entspannter Reise (mittels Flugzeug wär es erfahrungsgemäß bestimmt nur geringfügig kürzer und deutlich stressiger) erreiche ich Bangkok, schon wieder, beziehe das selbe Hostel wie Anfang des Jahres, allerdings das deutlich einfacher eingerichtete Vierbettzimmer.
Anschließend will ich zur viel belebten Khaosan Straße laufen, wegen der vielen Ratten auf dem Weg nehme ich dann aber doch ein Tuk Tuk. Zumal ich den Fahrer von 100 auf 40 Baht runterhandeln kann.
Ich spüre, dass ich heute in Handellaune bin und ergatter ein vermeintliches Schnäppchen nach dem anderen, zumeist in Form von Kleidungsstücken. Wie ich die später alle nach Deutschland kriegen soll, die Frage stell ich mir garnicht erst.
Während ich an einem Stand die dortige Kollektion durchstöber, werde ich von einer jungen Dame unterhalten. Ich sei schon sehr handsome, aber sie könnte mich more handsome machen. Ich frage mich, wie das gehen soll und gebe ihr einfach mal einen Versuch. Nach fast zwei Stunden Prozedere, viel Reißen und Rupfen an meinen Haaren und dem damit verbundenen Verfilzen jener sitze ich zu guter letzt mit vielen kleinen Antennen auf dem Kopf da. Hatte ich zuletzt zur Konfirmation so. Kann man rauswaschen, sagt sie. Glaub ich noch nicht dran. Und will ich vielleicht nicht. Schließlich bin ich jetzt more handsome.




Achja, und rasiert habe ich mich auch schon länger nicht mehr.

1 Kommentar:

  1. So entstellen sich die (vermeintlich) schönsten Männer mit Bärten: Brad Pitt, George Clooney ... Und jetzt auch du. Na ja, einen wirklich schönen Menschen entstellt ja nichts, sagt das Sprichwort.

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