Trotz nächtlichen Ausflugs und einem noch nicht im geringsten ausgeglichenen Schlafdefizits höre ich heute auf den Wecker und bin eine halbe Stunde pünktlich am Tor (das kriegt man hin, wenn Denis und Luke nicht im Schlepptau sind), besteige mit unserem Captain das Taxi und stehe wenig später endlich mal wieder auf einem Fußballplatz.
Es fängt auch ganz gut an, ich darf spielen, darf ein Tor schießen, aber dann setzt schlagartig eine Müdigkeit ein und bei irgendeiner Bewegung macht einer meiner Lendenwirbel nicht mit. Hatte ich schon einmal. Letztes Jahr zu gleichen Zeit. Ist voll arschig. Ich lass mich auswechseln, setze mich und komm später aus dieser Haltung kaum wieder raus. Auch die Taxifahrerin guckt mich mitleidig an, als ich nur mit viel Mühe und Armeinsatz aus dem Taxi steige.
Nun verlasse ich mich auf die heilenden Hände Minis und auf eine Wunderheilung in der Waagerechten, denn ich verschlafe den weiteren Tag einfach mal, da lässt es sich am besten aushalten.
Der Nachteil daran, den halben Tag zu verpennen, ist allerdings, dass man am Abend viel zu fit ist. Oder auch nicht. Denn als um acht Uhr das Telefon klingelt und Thomas mich aus meiner Traumwelt reißt, verläuft das Gespräch irgendwie so:
"Was?"
"Ausgeschlafen?"
"Ähh."
"Gut, dann können wir ja los."
"Wohin. Und warum?"
"Raus. 1+1. Stefan haut doch bald ab und der will's nochmal krachen lassen."
"Wo ist Stefan?"
"Na in Xi'an!"
"Aber das interessiert uns doch nicht. Wir sind doch nicht das!"
"Na wo sind wir dann...?"
Und erst da bemerke ich, dass ich nicht mehr in Thailand bin, sondern die Bettdecke und die Heizung lediglich für ein ähnliches Klima sorgen.
Nichtsdestotrotz sind wir ein paar Stunden später im 1+1. Natürlich nimmt die Garderoben-Hexe mal wieder nicht unsere Jacken an, aber damit haben wir uns mittlerweile abgefunden. Wir können schon ganz gut selber darauf aufpassen.
Wegen der Lende sitze ich zunächst nur cool mit meinem 'Little Miss Sunshine'-T-Shirt (Mini und ich sind im Partnerlook, das ist gerade voll angesagt) auf meinem Hocker, bis ich es auch hier nicht aushalte. Und tatsächlich, Tanzen ist eine gute Therapie, zumindest funktioniert das einwandfrei. Und da ich, um meine Coolness noch ein wenig mehr zum Ausdruck zu bringen, nicht nur ein cooles T-Shirt trage, sondern auch noch in meiner Jackentasche eine 3D-Brille aus Pappe aus dem Ocean's Park finde und heiße Tanzeinlagen mit einer fremden Dame hinlege, vor der sich bisher alle fürchten, bin ich kurz darauf der beste Freund von allen sich in der Nähe befindenen Gästen. Darunter gibt es gute, die gerne ein Bierchen teilen wollen, und auch besoffene, die die Standardleier runterlallen (Frage nach der Herkunft plus höchstes Lob für Deutschland, etc.), die ich wegen der Lautstärke aber nicht akkustisch wahrnehme, sondern über das Morse-Alphabet, dass die Speicheltropfen der Sprechenden in meinem Gesicht hinterlassen.
Am Ende hat der ganze Besuch meinem Rücken nur über diesen Zeitraum gutgetan, am Ende liege ich doch wieder mit Lende im Bett. Vielleicht schlafe ich morgen mal weniger und gehe zur Massage.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen