Montag, 18. Januar 2010

Tag 323: Behördengänge.

Wie gestern mit dem Männchen vom Auslandsamt abgemacht, stehe ich um halb zehn am Tor. Thomas hab ich auch mitgenommen, der braucht auch eine Visumsverlängerung. Es ist bitterkalt, aber das ist kein Grund, es mit der Pünktlichkeit genau zu nehmen. Toll, das ist bestimmt Denis‘ Schuld. Durch seine stetige Unpünktlichkeit hat sich garantiert im Gehirn der mit uns handelnden Chinesen die fälschliche Erkenntnis eingebrannt, dass man gut daran tut, später als abgemacht zu erscheinen, damit man selber nicht der Wartende ist.
Das Taxi mit dem Männchen vom Auslandsamt steht um zehn Uhr auf dem Hof. Stau, wird mir gesagt, aber das Taximeter spricht von einem großen Umweg. Warum ist Thomas dabei, werde ich gefragt? Jo, auch Visum. Nee nee, Visum ist nicht heute. Heute ist Wiederanmeldung. Da ich nämlich in Thailand war, hätte ich mich abmelden müssen und wieder anmelden. Kontrollstaat eben. Hab ich nicht gemacht, als ich nach Japan geflogen bin und hab ich auch nicht gemacht, als ich in Hong Kong war. Und eigentlich auch nicht, bevor ich nach Thailand geflogen bin. Aber dafür gibt es ja die Männchens vom Auslandsamt, die mittels Spitzel herausbekommen, dass man das Land verlässt und den Anruf bei der Polizei für einen übernehmen.
Bei der Polizei warten wir fast noch einmal eine Stunde. Im Hof, versteht sich. Weil man sich hier gedacht hat, man baut das Gebäude um einen Hof herum und alle Büros sind von hier zugänglich. Aber Warteräume gibt es nicht. Solche Gebäude sind eine Meisterleistung in Sachen Energieverschwendung, da jedes Zimmer nur eine undichte Aluminiumtür mit Einfachverglasung von der Außenwelt trennt. Und habe ich schon erwähnt, dass die Außenwelt schweinekalt ist? Gerade, wenn man zwei Wochen lang 35 Grad wärmere Temperaturen gewöhnt ist.
Letztendlich gebe ich dann eine Unterschrift ab, zeige meinen Ausweis und darf wieder zurückfahren. Ich muss jetzt Schlaf nachholen. Dabei geht der ganze Nachmittag drauf. Und abends bin ich dann fit genug, mit den anderen essen zu gehen, eine Jazz-Bar ohne Jazz-Band aufzusuchen und am Ende im 1+1 zu versacken.

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