Sonntag, 24. Januar 2010

Tag 330: Schein-Muslime.

Das Wetter ist heute mal etwas besser. Also vielmehr die Luft. Es ist kalt, aber klar, man erkennt die Sonne (und nicht nur einen orangen Ball in einer blassen orangen Umgebung) und so kann man ja mal rausgehen.
Mini will auf die Stadtmauer. Läuft. Wir fahren etwas Tandem, allerdings reicht die Zeit nicht, um einmal ganz rumzufahren, was aber auch nicht schlimm ist, da eigentlich nur die Südseite gut anzuschauen ist, hier sind die Dächer schön verziert, an den anderen Seiten wurde da gepfuscht.
Recht schnell sind wir wieder unten in der Südstraße, wandern in die belebte Oststraße und suchen einen Buchladen auf. Ich gönne mir ein paar einfache chinesische Bücher mit Übersetzung, sie sich ein Deutsch-Lernbuch. Bisher fand sie die Sprache Deutsch hässlich und abgehackt, aber ausgerechnet die Musik von Rammstein hat sie davon überzeugen können, dass es sich doch um eine schöne Sprache handeln kann.
Mit Fleiß, und den hat sie, kann sie nun ihre Grundlagen erweitern. Bisher kann sie die wichtigen Ausdrücke "Stoßlüften", "Schnickschnack", "Ciao, bis später", "Leck mich am A****", sowie die Kinderlieder "Hoppe, Hoppe Reiter", "Es tanzt ein Bibabutzemann" und "Mini, Wini, Würstchenkette...". Für den Anfang ist das schon nicht schlecht.
Gleich neben dem Glockenturm (wo sich Nord-, Ost-, Süd- und Weststraße treffen) liegt das Moslem-Viertel. Dieses ist bekannt für vieles gutes Essen, hauptsächlich (Lamm-)Fleischspieße und Brotsuppe, viel Obst und Schnickschnack. Wir gönnen uns von allem etwas und ich muss mit Entsetzen den Betrug an Allah feststellen, der sich aus Profitgründen und Geldgier in den letzten Monaten eingeschlichen hat. War es uns in den ersten Tagen doch peinlich, dass wir umsonst nach einem Bier gefragt haben, so bekomme ich heute einfach so eins hingestellt. Von einem Kellner mit Muslim-Kappe. Und auf der Straße bekommt Mini gekochte Schweinefüße. Von einem Mann mit Muslim-Kappe.
Wohin soll das noch führen?
Ich verwerfe die Frage schnell und wir lassen uns mal wieder massieren. Diesmal auch die Füße, wobei beim Abtasten der Fußreflexzonen festgestellt wird, dass ich doch ziemlich viele Beschwerden haben müsste. In dem Zustand, in dem ich mich, meinen Füßen nach zu urteilen, befinden müsste, würde ich mich selber kaum für lebensfähig befinden. Aber das ist doch Humbug.

2 Kommentare: