Die Nacht ist nicht toll. Die ganze Nacht bläst mir ein Ventilator in die Fresse, eine Decke hab ich nicht, trotzdem schwitze ich. Die Blase drückt bedenklich, eine ganze zeitlang, aber das nächste Klo ist ein Stockwerk tiefer neben der Rezeption.
Gegen halb zehn zwinge ich mich, aus meinem Wachkomma zu schlüpfen, denn ich erinnere mich an die Frühstückszeit, die bald endet. Aufgequollen und sehr nasal sprechend, Nebenwirkungen aus der Zugluft der Nacht, frage ich, wo denn das Buffett sei. Für mich nirgends. Na gut, das ist. Verständlich, zahle ich hier für mein Bett doch einen Preis, für den ich auf Koh Tao nicht frühstücken konnte. Aber das ist natürlich Gift für meinen Finanzplan, den ich in meinem unruhigen Schlaf aufgestellt hab. In Thailand kann ich nämlich nur an einer Sorte Automaten gebührenfrei etwas abheben und somit wäre ein weiterer Gang zum Automaren blanker Irrsinn. Geld fürs Frühstück ist somit nicht vorgesehen.
Hunger ignorieren und Zeit schinden, lautet meine Devise und ich setze mich im Hostel einfach mit einem Buch hin. Die Hotelangestellte mag meine neuen Haare, mein erbärmlicher Zustand bleibt ihr aber nicht verborgen. Sie weist mich freundlich auf eine Bank hin, auf der ich kostenlos noch schlafen könne.
Will ich aber nicht. Ist schließlich bald Mittag. Und zur Khaosan Road ist es noch ein gutes, tagsüber rattenfreies Stück.
Hier gibt es was zu essen, das Busticket zum Flughafen und ein paa eingeplante Souvenirs, damit ich mich in China nicht wieder rechtfertigen muss, warum ich nichts zur Erinnerung gekauft habe. Im 7eleven gibt es noch Getränke für den Tag, im Hostel wird die restliche Zeit verlesen und dann ein Tuk Tuk bestiegen. Ich verhandel erst gar nicht mehr, ist ja eingeplant.
Mit 8 Baht, also 16 Cent, komme ich am Flughafen an. Zwar mit Verspätung, da Bangkoks Straßen ihr wahres Ich zeigen und wir eine halbe Stunde einfach mal komplett stehen, aber auch mein Flug hat Verspätung.
Im Flieger wird mir ein Fehler in meinem Finanzplan bewusst. Denn ich fliege mit einer Billig-Fluglinie und für das leibliche Wohl muss man extra bezahlen. Kann ich aber nicht. Gibt ja keinen Geldautimaten an Board. Mein Abendessen muss also drei Stunden warten.
Und fast auch noch die ganze Nacht. Denn als ich in Shenzhen ankomme, ist der McDonald's gerade im Begriff, zu schließen, als letzter Nahrungslieferant. Und auch meine frische große Liebe betrügt mich zum allerersten Mal; alle drei Filialen des 7eleven machen dicht. Dabei trage ich heute extra ein T-Shirt mit dem Aufdruck ihres Emblems als Zeichen meiner Treue. Und bin ich mit frischen RMB-Blüten ausgestattet. So leicht wird man enttäuscht.
Anschließend sitze ich im Campingstuhl auf dem verwaisten und zugig kalten (fast schon eine Frechheit, dieses Wort bei 20 Grad zu benutzen, aber ich bin in diesem Jahr nur Hitze gewohnt) Flughafen Terminal B. Ab und zu kommt ein Wachmann vorbei. Einmal werden meine Personalien aufgenommen.
Zum Glück habe ich das Interner und mein Buch, welches ich vor dem Ausschalten des Lichtes zuende lese. Es ist bereits das zweite in 2010.
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